Dummytraining

(Ein Artikel über DOGS Partnerin Franziska Herre für Martin Rütter – Das Magazin – Mein Hund und ich Extra 2)

Franziska Herre eröffnete 2013 die erste DOGS Hundeschule in Thüringen. Gemeinsam mit ihrem Team ist sie Ansprechpartnerin für Hundehalter im Raum Weimar, Erfurt und Eisenach. Immer an ihrer Seite: ihre Golden Retriever Kenoah und Nepomuk

Was macht Ihnen an Ihrem Beruf am meisten Spaß?

Wenn Hundehalter erkennen, dass die meisten Probleme auf ihren eigenen Fehlern basieren und sich auch genau dort der Lösungsweg versteckt. Erst dann versuchen sie nicht mehr, nur ihren Hund verändern zu wollen, sondern entwickeln sich mit ihm gemeinsam.

Welcher Sport ist Ihr Spezialgebiet?

Ich bin im Privaten und Beruflichen dem Dummytraining verfallen.

Worum geht es bei diesem Sport?

Dieser Sport ist an die jagdliche Arbeit nach dem Schuss angelehnt. Als Wildersatz werden Dummys genutzt. Die Komplexität entsteht durch verschiedene Aufgabenstellungen. Bei „Markierungen“ muss sich der Hund Fallstellen merken und möglichst zielgenau arbeiten. In der „freien Suche“ sollte er selbstständig Dummys finden und dem Halter bringen. Beim „Einweisen“ muss sich der Hund auf größere Distanz genau schicken und lenken lassen.

Wie sind Sie auf diesen Sport gekommen?

Was liegt näher als die Arbeit mit Dummys, wenn man Apportierhunde hält? Mit Einzug meines zweiten Golden Retriever aus einer Arbeitslinie, der diese Leidenschaft ungebrochen teilt, machte ich die ersten Erfahrungen in dieser Sportart.

Was fasziniert Sie daran besonders?

Die Zusammenarbeit zwischen Mensch und Hund. Das blinde Vertrauen, das der Hund entwickelt, um Entscheidungen auch auf Distanz anzunehmen und so zum gemeinsamen Ziel zu gelangen.

Für welche Hunde ist dieser Sport geeignet?

Prinzipiell für jeden Hund, der gern mit seinem Menschen zusammenarbeitet. Selbst junge, ältere oder körperlich beeinträchtigte Hunde lassen sich damit körperlich und geistig optimal auslasten.

Auf einer Skala von 1 bis 10, wie sportlich muss der Halter sein?

Da der Mensch Dummys weit werfen bzw. in Suchengebiete auslegen muss, würde ich eine 3 vergeben.

Benötigen Hund und Halter bestimmte Vorkenntnisse, um den Sport betreiben zu können?

Der Hund sollte Spaß am gemeinsamen Beutespiel mit dem Halter haben und bereits zuverlässig apportieren.

Welche Fähigkeiten werden bei Mensch und Hund geschult?

Dummysport gleicht im Grunde der gemeinsamen Jagd und ist somit die ideale Auslastung für jagdlich motivierte Hunde. Insbesondere das Führen auf Distanz benötigt sehr viel gegenseitiges Vertrauen und Feingefühl. Je komplexer die Aufgabenstellungen sind, umso mehr wird der Hund geistig gefordert und gefördert.

Wie finden Ihre eigenen Hunde diesen Sport?

Kenoah, mein Golden Retriever Rüde aus einer Arbeitslinie, geht in diesem Sport absolut auf. Für ihn ist es das Größte, Dummys holen zu dürfen. Nepomuk, aus einer Showlinie, hat auch sichtlich Spaß an dieser Sportart, ist jedoch im Vergleich nicht so ausdauernd.

Was war die beeindruckendste Erfahrung, die Sie bei diesem Sport gemacht haben?

In Kenoahs erstem Lebensjahr haben wir uns aufgrund fehlender Trainingsmöglichkeiten viel gegenseitig selbst beigebracht. Nach wenigen Trainingsstunden im DRC e.V. entschied ich mich trotzdem, uns für die „Arbeitsprüfung mit Dummies“ der Anfänger-Klasse anzumelden, die wir mit einer sehr guten Bewertung bestehen konnten. Wir waren bereits dort ein tolles Team, haben viel miteinander und übereinander gelernt und vertrauten uns blind. Das war der Ansporn noch viel tiefer in diese Sportart eintauchen zu wollen.

 

Eine Übersicht aller DOGS Hundeschulen mit Dummytraining in ihrem Angebot finden Sie hier!