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Hunde nicht vorm Laden festmachen

Hundeschule, Martin Rütter DOGS Erding Ebersberg, DOGS Tipp, Marion Hartmann

Mal fix zum Einkauf und Bello wartet ... bitte nicht. 

Früher bin ich damit auch etwas lockerer umgegangen, aber es gab ein Schlüsselerlebnis: Ich habe Sammy fest gemacht und während ich an der Tankstelle schnell einkaufen wollte, sah ich eine Kindergruppe auf dem Weg zu ihr. Gleichzeitig zischte die Hündin der Tankstelle an mir vorbei Richtung Sammy. Ich kam noch rechtzeitig und konnte beide Begegnungen verhindern, die für sie nett gesagt "blöd" verlaufen wären.

Hunde nehmen Strassenverkehr und den Lärm anders war und haben ein anderes Distanzbedürfnis zu fremden Menschen und Hunden. Immer wieder werden Hunde in solchen Situationen (aus Spaß oder auch mit voller Absicht) mitgenommen. Es gibt da noch weitere, denkbare Szenarien, aber davon mal ganz unabhängig: Ich kann mir beim besten Willen keinen Hund vorstellen, der vor einem Geschäft "glücklich" wartet. 

Also einfach nachfragen, ob Bello mit rein darf. Viele Ladenbesitzer sind da mittlerweile sehr kulant. Vorher kräftig üben, sodass Mensch und Hund gleich noch ein paar Komplimente für die gute Erziehung einsacken 

Über den Sinn von Rassebeschreibungen

Der Schäferhund ist der wachsame Begleiter, der Husky lässt sich nie seine Eigenständigkeit nehmen, der Berner Senn ist der in sich ruhende Charakter, der Pudel die Intelligenzbestie unter den Vierbeinern und nicht zu vergessen, der ewig treue Golden Retriever oder der stets aufmerksame und seinem Menschen ergebene Labrador Retriever.

Das ist nur eine eine kleine Auswahl an Informationen, die mit den Rassen verbunden werden. Ich halte diese Eigenschaften fast ausnahmslos für Veranlagungen, die mehr oder weniger vorhanden sein können. Der Hund ist bestimmt durch Genetik, sein ganz spezifisches Umfeld insbesondere in den ersten Monaten, seinen Kontakt zu Menschen und Artgenossen und sicher noch durch einiges mehr. Hunde sind wie wir Menschen auch, Individuen, die eine eigenständige Entwicklung nehmen.

Natürlich haben sich ganz sicher und unbestritten über die Jahre der Züchtung Eigenschaften herausgebildet, die einiges vorausahnen lassen, aber es bleibt eben auch noch vieles offen. Vor allem macht es Sinn, sich zu informieren, was der ursprüngliche Sinn der Züchtung war. Der Labrador ist z.B. ein Jagdhund. Daher ist es sehr wahrscheinlich, dass er großes Interesses an sogenannten “Beutetieren“ wie z.B. Kaninchen hat, die ja durchaus mal häufiger in einer Familie gehalten werden. Nebenbei und mal wieder aus der Praxis geplaudert: Ich halte es keinesfalls für eine artgerechte Beschäftigung, wenn der Jagdhund vor dem Kaninchenstall abgesetzt wird.

Warum mir dieses Thema wichtig ist? In meinen Trainingsterminen treffe ich häufig auf Menschen, die sich z.B. einen Berner Senn Welpen kaufen und enttäuscht sind, dass dieser sich anders verhält, als seine zwei Vorgänger. Ich nehme dann immer sehr gern meine Familie und mich als Beispiel: Ich habe 3 Geschwister und wir stammen alle nachweislich ;- )) von den gleichen Eltern ab und dennoch sind wir alle in vielen Dingen grundverschieden. Warum sollten also nun alle Berner Sennen sich gleich verhalten?

Außerdem, und dieser Aspekt ist mir fast noch wichtiger, werden mittlerweile fast alle Hunderassen mit dem Zusatz “familienfreundlich“, “kinderlieb“ und “leicht erziehbar“ vermittelt. Was auch immer diese Eigenschaften nun auch genau bedeuten sollen, führen sie doch fast immer dazu, dass viele Menschen davon ausgehen, der Hund füge sich ohne Ansprüche zu stellen in seine neue Familie ein, lässt grundsätzlich alles mit sich machen und ist quasi bereits als Welpe mit der Erziehung durch. Nicht wenige Welpenbesitzer sind zutiefst erschüttert, dass der Kleine oft heftig an der Leine zieht, seine Zähnchen nicht nur zur Nahrungsaufnahme einsetzt und sich nicht innerhalb von einem Tag mit einem eindeutigen Blick zur Tür deutlich, freundlich aber natürlich nicht zu aufdringlich meldet, um sein Bedürfnis zu melden.

Meine Bitte lautet daher: Habt Geduld und lasst Euren Hunden Zeit bei der Entwicklung. Erwartet nicht zu viel und setzt Euch selbst nicht so sehr unter Druck. Verfallt nicht auf das typische Schubladendenken und betrachtet Euren Hund als einzigartiges Wesen. Es wird Stärken haben, aber sicher auch Schwächen. Er lässt sich nicht immer in die gewünschte Form bringen. Sehr vieles lässt sich trainieren, einiges aber auch nicht. Euer Hund muss nicht perfekt sein, der Mensch ist es auch nicht ;- )).

Aufbau Signal "Hinter"

Hundeschule, Trainingstipp, Marion Hartmann

Aufbau Signal “Hinter“. Das Video dazu könnt Ihr auch auf meiner Facebook Seite sehen: Mit Kijani haben wir bereits im Welpenalter angefangen. Bei vielen meiner Videos, insbesondere wenn es um Begegnungen geht, werdet Ihr immer wieder auf dieses Signal stoßen.

  1. Der Hund sitzt oder steht direkt vor dem Mensch.
  2. Der Hund wird durch Führung mit der Hand oder mit einem Leckerli um den eigenen Körper herum geführt.
  3. Die Hand oder das Leckerli wird auf dem eigenen Rücken auf der Höhe der Nase des Hundes gehalten.
  4. Geht der Hund ins Sitz, erhält er ein Lob oder Futter.
  5. Es folgt ein “Bleib”.
  6. Die Übung beginnt von vorne und wird mehrere Male wiederholt.
  7. Versteht der Hund die Übung wird das Signal “hinter” eingeführt.
  8. Das Leckerli wird abgebaut, die Handbewegung reicht aus.
  9. Die Übung ständig wiederholen, den Hund aus dem Herankommen ins Hinter schicken, die Dauer bis zur Auflösung erhöhen, die Ablenkungsreize verstärken.
  10. Begrüßung mit Menschen üben, der Hund darf nicht vorkommen.
  11. Begrüßung mit Hunden üben, der Hund darf nicht vorkommen.

Ziel: Hunde bleiben auf Signal immer hinter dem Menschen und gehen auch bei größter Ablenkung nicht vor. Sie sollen die erste Begrüßung komplett dem Menschen überlassen.

Aufbau Signal "Herum"

Martin Rütter DOGS, Hundeschule Erding Ebersberg, Marion Hartmann

Mit diesem Signal lernt der Hund Hindernisse zu umrunden, ich nutze es auch sehr gern als Einführung in die Distanzarbeit. Die Hunde werden mit den Übungen körperlich und geistig ausgelastet und das Training kann sehr variantenreich und immer anspruchsvoller gestaltet werden (z.B. Impulskontrolle & Rückruf).

Hier die Trainingsschritte:

1.        Hocker, Stuhl, Kegel, Baum o.ä. vor sich und den Hund stellen
2.        Hund ist auf der linken Seite des Beines
3.        Leckerli in die rechte Hand nehmen
4.        Linke Hand, linker Fuß geht vor
5.        Der Hund wird zum Vorgehen in Richtung Gegenstand (Punkt 1) animiert
6.        Mit der rechten Hand den Hund um den Gegenstand locken, belohnen
7.        Mehrere Male wiederholen
8.        Signal “herum” einführen
9.        Entfernung zum Gegenstand erhöhen
10.      Gegenstand verbreitern z.B. : mit zwei Stühlen arbeiten
11.      Die andere Seite aufbauen, sodass der Hund auch die rechte Seite arbeitet
12.      Weitere Signale z.B. “stopp” oder “zurück” einführen
13.      Verleitung einführen: Hund oder Futter liegt in der Mitte (Impulskontrolle)
14.      Hund wird in der Übung zurückgerufen (Vertiefung Rückruf)

Ziel: 

Hunde können auch auf große Entfernung um breite Hindernisse geschickt. Sie können damit körperlich und geistig vermehrt über die Körpersprache ausgelastet werden. Das Training kann sehr variantenreich und immer anspruchsvoller gestaltet werden. 

Mensch-Hund Begegnung oder “gut gemeint ist nicht immer gut gemacht”

Marion Hartmann, Hundeschule, Forstern, Umgang mit Hunden im Geschäft

Keiner will einen Hund, der an der Leine zieht und egal, was die Umwelt vermittelt: Keiner mag Hunde, die Menschen anspringen. Das mag bei einem kleinen, niedlichen Welpen noch ganz nett sein, aber spätestens wenn das Tierchen dann mit 40 kg Lebendgewicht Anlauf nimmt, hört der Spaß auf.

Jetzt könnte alles so einfach sein, denn Hunde lernen unter anderem dadurch, wie auf ihr Verhalten reagiert wird, insbesondere, ob es belohnt wird. Mit anderen Worten, wenn der springende oder ziehende Hund keinen Erfolg hat, lässt er es auch wieder. Also, alles klar denkt der engagierte Hundehalter, nichts wie los. Sie machen alles so, wie in der Hundeschule besprochen: trainieren zunächst nur ohne Ablenkung, locken ihren Hund zu sich, sodass die Leine erst gar keine Spannung aufnimmt, belohnen erwünschtes Verhalten und ignorieren, wenn es mal nicht so läuft. Mit anderen Worten: Sie machen alles richtig. Nun lebt keiner von uns in der völligen Abgeschiedenheit und der Hund soll ja in den Alltag integriert werden. Also ab zum Bäcker, zum Tierarzt, in den Baumarkt oder ins Café: Spätestens jetzt wird es schweißtreibend, denn Sie begegnen auf einmal unzähligen Menschen, die Sie freundlich anlächeln und sich dann verzückt vor Ihren Welpen oder Ihren Hund werfen, ihn streicheln, ihn vielleicht sogar füttern wollen. Jetzt stecken Sie mittendrin im Dilemma: Sie haben gelernt, dass Ihr Hund nicht ziehen oder springen soll, er soll aber auch Menschen nett finden und außerdem möchte man doch auch nicht unhöflich sein.

In diesem Zusammenhang möchte ich mich zunächst ganz herzlich bei den vielen lieben, hundefreundlichen Menschen und Unternehmen bedanken, die uns immer ein Training ermöglichen und ohne die eine Integration von Hunden in den Alltag gar nicht möglich wäre. Bei der Recherche zu diesem Aufsatz habe ich natürlich auch dort gefragt, warum denn so reagiert wird. Die Antworten enthielten immer den Tenor, “na ja, damit möchte man den Kunden mit Hund zeigen, dass sie willkommen sind”. Das ist ganz verständlich, führt aber im Ergebnis in die völlig falsche Richtung.

Dazu muss ich noch einmal zurückkommen auf das Belohnungssystem des Hundes: Wenn Sie wollen, dass ihr Hund etwas ganz besonders gut und nachhaltig lernt, dann variiieren Sie die Belohnung nach Art  (Spiel, Leckerli, Kuscheln) und  Dauer bzw. Menge. Das nennt sich “variable Belohnung”. Übertragen auf unsere Mensch- Hund Begegnung bedeutet das, dass Ihr Hund die größtmögliche Motivation hat, sein Verhalten weiterhin zu zeigen, auch wenn es nur manchmal zum Anspringen oder zum Leinenzug kommt. Wenn Sie also wollen, dass Ihr Hund weder springt noch zieht, sind Fehler so gut wie nicht erlaubt.

In diesem Sinn richtet sich mein Aufruf daher nach wie vor an die Hundehalter: Lassen Sie das Anspringen und Ziehen nicht zu, es wird Sie früher oder später an den Rand der Verzweifelung führen. Sprechen Sie mit den Menschen und erklären, welches Verhalten Sie sich beim Aufeinandertreffen wünschen. In meinem (gestellten) Fall, hätte ich vorher Kontakt mit der Mitarbeiterin des Cafés aufgenommen. Das ist nicht immer ganz leicht und erfordert oft, dass man über seinen Schatten springen und ganz viel erklären muss, aber es lohnt sich. An die netten Menschen, die uns Hundehaltern begegnen: Um zu zeigen, dass Sie unsere Hunde mögen, muss man sie nicht anfassen. Jeder Hundehalter freut sich genauso über ein paar nette Worte über seinen Hund oder ein Schälchen Wasser oder einen netten Schwatz.

Ich möchte nicht nur ein paar Worte verlieren, sondern biete jeder Firma oder jedem Unternehmen in meinem Einzugsgebiet an, ihre Mitarbeiter mit ein paar Tipps zum Thema Umgang mit einem Hund zu versorgen. Bitte setzen Sie sich ggf. mit mir in Verbindung. Teilen und weiterleiten ist erwünscht, ich freue mich. 

Liegestellen-Training

Hundeschule Martin Rütter DOGS, Marion Hartmann, Hundetraining

Ziel und Hintergrund der Übung:

Stellen Sie sich vor, Sie haben richtig gut und ausreichend geschlafen. Dann sind Sie doch auch fit für den Tag und werden ihn wahrscheinlich viel entspannter angehen. Mit eventuellen Stressfaktoren können Sie besser umgehen. Nun, den Hunden geht es da nicht anders. Nur, dass unsere Hunde sogar noch ein deutlich höheres Ruhebedürfnis als der Mensch haben (bis zu 20 Stunden). Sie brauchen dabei echte Entspannung, um Gelerntes zu verarbeiten oder Stress abzubauen. Fehlen diese Phasen kann das zu körperlichen Schäden oder auch zu  Verhaltensauffälligkeiten führen. Das nachfolgende Training führt im Ergebnis dazu, dass Ihr Hund auch bei hohem Reiz (z.B..Besucher kommen ins Haus) gelassen bleibt. Das so häufig gezeigte Anspringen entfällt völlig. Auch auf dem Spaziergang werden Sie Veränderungen feststellen, denn Ihr Hund ist nun auch dort entspannter.

  1. Suchen Sie den richtige Art der Liegestelle aus. Der Hund sollte sich wohl fühlen und genügend Platz haben, um sich zu strecken:
    - richtige Wahl: Körbchen, Box oder einer Decke
    - beachten Sie die Vorliebe des Hundes (mit Kissen oder ohne)

  2. Thema Box: In Haushalten mit viel Betrieb oder kleinen Kindern ist die Unterbringung in der Box für alle Beteiligten eine Wohltat.
  3. Suchen die den geeigneten Standort. Hunde sollen Teil der Familie sein, aber nicht mittendrin. Die Liegestelle dient der Erholung, nicht der Unterhaltung. Hunde brauchen keinen Fernseher und durch Unterhaltung aus der “Natur” wird die Entspannung eher verhindert.
    - geeignet sind ruhige Ecken
    - ungeeignet sind Durchgänge oder die Nähe zu Türen
    - der Flur ist generell ungeeignet
    - bodennahe Fenster sind ungünstig.

  4. Der Hund wird mit einem Signal z.B. “Körbchen” oder “Box” auf oder in die Liegestelle gelockt, erhält dort ein “prima” und / oder ein Leckerli.
  5. Der Mensch wartet ruhig, ohne weitere Kommentare und ohne den Hund anzuschauen bis der Hund sich absetzt oder ablegt.
  6. Der Mensch entfernt sich langsam Schritt für Schritt, bleibt aber im Raum, Blickkontakt wird weiter vermieden.
  7. Der Mensch setzt sich und erhöht die Dauer der Liegezeit für den Hund.
  8. Der Mensch verlässt kurz den Raum mit der Liegestelle des Hundes.
  9. Der Mensch erhöht die Dauer der Abwesenheit. 

Beenden der Übung:
Der Hund wird zunächst immer an der Liegestelle abgeholt und mit “Lauf” oder einem anderen Auflösesignal in die freie Bewegung geschickt. Achten Sie darauf sich nicht vor, sondern neben den Hund zu stellen, denn sonst blockieren Sie ihn mit Ihrer Körpersprache. Beenden Sie rechtzeitig. Die Schwierigkeit für Sie liegt im richtigen Timing. Der Hund darf mit der Zeit und / oder der Anzahl der Übungen nicht überfordert werden (erkennbar, wenn er überhaupt nicht mehr aushält und nur noch zurückgebracht wird oder wenn er ausdauernd bellt und Sie keinen Moment der Ruhe finden, um die Übung zu beenden). Andererseits müssen Dauer und Ablenkung gesteigert werden.

Wenn der Hund die Liegestelle ohne Ihr Freisignal verlässt:
Bringen Sie ihn mit dem Signal “Körbchen” wieder zurück. Verwenden Sie ggf. Geschirr und Hausleine. Nehmen Sie den Hund auf keinen Fall am Halsband oder greifen ins Fell.

Training für Fortgeschrittene:

Der Hund ist auf der Liegestelle und dann ...    

- Klingeln an der Haustür, es kommt niemand ins Haus und wenn das klappt ....
- Klingeln und der Besuch betritt und verlässt das Haus

WICHTIG: Lassen Sie Ihren Hund in den ersten Monaten nicht zu Ihrem Besuch, auch wenn er bereits ruhig auf seiner Liegstelle bleibt. Sie trainieren ihm sonst eine Erwartungshaltung an. Erst wenn er über Monate kein Interesse mehr zeigt, dürfen Sie ihn zu sich rufen.

Viel Spaß beim Training ......

Silvester

Marion Hartmann, Hundeschule; DOGS Tipp, Erding, Ebersberg, Markt Schwaben, Pastetten

Alle Jahre wieder: Silvester steht vor der Tür. Ich möchte mich auf einige, wichtige Tipps beschränken:

  • Vermeiden Sie in den Tagen rund um Silvester Spaziergänge in der Dämmerung / Dunkelheit. Die Knaller und Raketen werden bevorzugt um diese Zeit gezündet.
  • Fahren Sie mit Ihrer Fellnase an den Stadtrand in unbewohnte Gegenden oder auch in den Wald (Leine!). Wo keine Menschen wohnen, ist das Risiko viel geringer.
  • Lassen Sie ihren Hund in keinem Fall von der Leine, auch wenn es bisher keine Negativerlebnisse gegeben hat.
  • Achten Sie auf Glasscherben (gerade zu Silvester werden Flaschen als Abschussrampe verwendet und liegen gelassen, daher auch im neuen Jahr leider ein Thema).
  • Auch wenn Ihr Hund keine Ängste zeigt, bitte nehmen Sie ihn nicht mit nach draußen zum Feuerwerk. Es gibt immer wieder Unfälle durch Querschläger.
  • Musik oder das Fernsehprogramm können helfen, um die Geräusche zu übertönen (Achtung bei der Programmwahl!).
  • Vorhänge oder Jalousien rechtzeitig schließen.
  • Zwingen Sie Ihren Hund nicht auf einen bestimmten Platz. Wenn er sich im Bett am sichersten fühlt, ist das an diesem Tag erlaubt.
  • Ist Ihr Hund verunsichert, bitte nicht wortreich trösten. Verhalten Sie sich so normal wie möglich. Sucht Ihr Hund Ihre Nähe, lassen Sie das unbedingt zu. Auch sanftes Streicheln und Kuscheln wirkt bei einigen Hunden stresslösend.
  • Einige Hunde reagieren positiv auf Pheromone (z.B. Adaptil) oder auf andere pflanzliche / homöopathische Stoffe. Bitte auf keinen Fall Beruhigungsmittel mit dem Wirkstoff Acepromazin verwenden. Der Hund wird nur scheinbar ruhiger, weil seine Motorik eingeschränkt ist. Er hat dennoch furchtbare Angst, kann sie aber nicht zeigen.
  • Kauartikel oder ein nettes Suchspiel im Haus können den Hund ablenken.

Bitte bedenken Sie: Rund um Silvester herrscht in jeder Beziehung eine ziemlich einmalige Situation, die sich schwer “nachbauen” lässt. Damit ist die Vielzahl der unterschiedlichen und für den Hund sehr ungewöhnlichen Geräusche gemeint, aber auch der Geruch – verursacht durch das Schwarzpulver – ist einzigartig. Sofern der Hund traumatisiert wird, ist die Therapie entsprechend schwer.

Hundemäntel

Marion Hartmann, Hundeschule; Erding, Ebersberg, Markt Schwaben, Pastetten

Hundemäntel: Modischer Blödsinn oder sinnvoller Schutz?

Wie fast bei jedem Thema, gibt es auch hier zwei Seiten der Medaille. Es gibt zweifelsohne Hunde, die einen Mantel benötigen. Das gilt nicht nur bei Minusgraden, auch das feuchtkalte Herbstklima ist bereits unangenehm und kann unter Umständen bereits zu Erkrankungen führen, wenn der Hund nicht ausreichend bewegt wird. Achten Sie auf die Körpersprache Ihres Hundes: Zeigt er einen Rundrücken, ist die Rute eingeklemmt, zittert er und will sich nicht weiter bewegen, kann das auf Kälte deuten. Betroffen sind insbesondere Hunde ohne Unterfell (z.B. der Ridgeback oder der Vizsla) aber auch kleine Hunde (z.B. der Jack Russel Terrier) und natürlich Welpen. Für einige ältere Hunde, die entweder schon unter Skeletterkrankungen leiden oder die nicht mehr so beweglich sind, kann eine schützende Jacke ebenfalls Sinn machen.

Die andere Seite der Medaille: Verzichten Sie auf Kapuzen, Bommel, Plastik oder Klimperkram. Gummizüge, mit denen der Mantel an den Hinterbeinen fixiert werden soll, sind in der Regel unangenehm und überflüssig. Es gibt eine Vielzahl unterschiedlicher Modelle, probieren Sie vor Ort an und bewegen Sie Ihren Hund ein wenig. Die Mäntel sollen praktisch und angenehm sein. Je intensiver Sie Ihren Hund beim Anziehen bedrängen müssen, umso unangenehmer wird es. Suchen Sie daher nach einem Modell, welches sich leicht anziehen lässt.

Leinenführigkeit

“Das leidige Thema Leine”

Mal abgesehen von der rechtlichen Situation (siehe DOGS Tipp: Leinenpflicht und Recht), steht es für mich außer Frage, dass ein Hund die Leine ohne Zug beherrschen sollte. Um es auf den Punkt zu bringen: Zieht der Hund, will er weg von seinem Mensch und dann passt etwas im Team nicht.

Es spricht selbstverständlich auch nichts gegen einen freilaufenden Hund, sofern dieser abrufbar ist, aber genau das klappt leider nicht immer. Dann kommen die berühmten Sätze, die wir alle so gut kennen. Insbesondere die Aussage, dass das Anlegen der Leine Tierquälerei sei, finde ich besonders spannend, vor allem wenn mein Hund dann durch einen freilaufenden Hund bedrängt wird.   

Heute möchte ich zwei wichtige Tipps loswerden:

1. Lassen Sie Ihren Hund nie ziehend zum Erfolg kommen. Egal, ob er zu einem anderen Hund, Mensch oder wo auch immer hin will: Zieht er, bleiben Sie erst einmal stehen, als Erst- und Sofortmaßnahme. Achten Sie besonders darauf, dass Ihr Körper, Ihr Arm, Ihre Hand nicht einen Millimeter weiter nachgibt. Beginnen Sie mit diesem Vorgehen sofort, das heißt bereits im Welpenalter. Ziehen Sie ihn nicht zurück, sondern stellen Sie sich vor ihn, geben ihm dann genug Platz, sodass er nach hinten ausweichen kann. Die Leine darf dabei nicht gespannt sein.

2. Wenn Sie Ihren Hund an der Leine haben, lassen Sie keinen Kontakt mit einem anderen Hund zu. Denken Sie daran, dass die Vermeidung sehr schwer wird, wenn die Hunde eng aneinander vorbei gehen sollen. Aus Hundesicht ist ein direktes Aufeinanderzugehen unhöflich. Halten Sie Abstand, weichen Sie aus oder machen einen kleinen Umweg. An der Leine ist ihr Hund in seiner Kommunikation eingeschränkt und weiß das auch. Wenn der andere Hund dann doch mal nicht so nett ist wie erwartet, hat Ihr Hund eine schlechte Erfahrung gemacht und das auch noch an der Leine, die er mit Ihnen verbindet.

Hintergrund:

Hunde lernen nach dem Erfolgsprinzip: Sie merken sich die Vorgehensweise, mit der sie ihr Ziel erreicht haben. Wenn sie also ziehenderweise an ihr Ziel gekommen sind, werden sie es weiter versuchen und schon sind Sie in einem Kreislauf gefangen. Wenn sie schlechte Erfahrungen an der Leine gemacht haben, kann das sehr nachhaltige Folgen haben unter anderem auch für Ihre Beziehung zueinander.

Die Leinenführigkeit sollte bereits im Welpenalter trainiert werden. Aber es ist nie zu spät und auch, wenn Ihr Hund bereits älter ist und nicht entspannt an der Leine läuft, kann ein Leinenführigkeitskurs Sinn machen. Oft gehören dann allerdings auch anderere Veränderungen im Alltag zum Training dazu. Es lohnt sich. Ein leinenführiger Hund hat gelernt, sich am Menschen zu orientieren. Das hat weder etwas mit Zwang oder Gewalt zu tun, sondern vielmehr mit Vertrauen.

Leinenpflicht und Recht

Die Leinenpflicht ist durch viele Gesetze und Verordnungen geregelt. Will man auf Nummer sicher gehen, muss man sich in der jeweiligen Gemeinde erkundigen, was erlaubt ist oder nicht. Sehr oft gilt Leinenpflicht in innerörtlichen Bereichen, öffentlichen Gebäuden, Veanstaltungen mit vielen Menschen und nicht zuletzt in Bus und Bahn. Auch Wälder und Wiesen sind entweder in Privatbesitz oder in öffentlicher Hand und ein Freilauf ist daher auch dort selten erlaubt.

Mit anderen Worten, es bleibt leider nicht viel Platz, um seine Fellnase mal laufen zu lassen und dennoch wird es vielerorts toleriert, sofern der Hund rückrufbar ist.

Aber unabhängig von den rechtlichen Aspekten, möchte ich auf einige versicherungsrechtiche und moralische Dinge hinweisen:

-       Im Schadensfall (Bsp. der Hund verursacht im Ort einen Unfall während er Freilauf war), kann es sein, dass Ihre Haftpflichtversicherung nicht zahlt.

-       „Wer Hunde außerhalb des eingefriedeten Besitztums führt, muss körperlich und geistig die Gewähr dafür bieten, jederzeit den Hund so beaufsichtigen zu können, dass Menschen, Tiere oder Sachen nicht gefährdet werden“. Das steht in § 1 Hundehalterverordnung. In Verbindung mit der Straßenverkehrsordnung ergibt sich, dass Kinder unter 14 Jahren in der Regel nicht geeignet sind, größere Hunde spazieren zu führen.

Meiner Ansicht nach, hat es nichts mit der Größe des Hundes zu tun, ob ein Kind in der Lage ist einen Hund zu führen, denn es geht nicht nur um die körperliche Kraft. Kinder werden nicht ohne Grund in dem Alter nicht als strafmündig angesehen, weil sie eben selten die Konsequenzen ihres Handels abschätzen können.

Ich möchte hier aber gar keine Altersgrenze setzen, sondern nur in Erinnerung rufen, dass Hunde in einem gewissen Maße immer unberechenbar bleiben. Hinzu kommt, dass Hunde Kinder selten als Respektsperson betrachten und wiederum Kinder selten in der Lage sind, voll verantwortlich zu handeln.

Nicht zuletzt und damit ist nun wirklich der moralische Aspekt im Gespräch: Können Sie es verantworten, wenn Ihr Hund in Begleitung Ihres Kindes in eine Beißerei oder eine andere gefährliche Situation gerät? Im schlimmsten Fall kommen Menschen und Hunde seelisch und körperlich zu Schaden. Es gibt sehr viele schöne und sinnvolle Möglichkeiten Kinder und Hunde zusammen zu bringen. Der unbegleitete Spaziergang gehört für mich nicht dazu.

DOGS Tipp: "Zahnpflege"

Martin Rütter DOGS Erding Ebersberg

Für gesunde Zähne braucht es eine gesunde Maulflora. Im Idealfall erhält der Welpe die Basis von der Mutter. 

Experten gehen davon aus, dass die Zahnsteinbildung in hohem Maße genetisch bedingt ist. Aber auch die Rasse spielt eine Rolle. Besonders kleine Hunde, brachyzephale Rassen (Mops, Bulldoggen etc.) haben oft aufgrund oft aufgrund der Schief- oder Engstellung der Zähne Probleme. Zahnschmerzen sind für den Hund nicht nur sehr unangenehm, über entzündete Stellen können auch Bakterien in die Blutbahn gelangen und damit Folgeerkrankungen auslösen. 

Was kann man tun?

  • Tägliche Verwendung einer Hundezahnbürste oder eines Fingerlings mit der entsprechenden Hundezahnpasta (gibt es im Fachhandel).
  • Kauknochen, Fleischknochen, frischer Pansen können unterstützen, aber Achtung: Je weicher das Material, umso geringer ist in der Regel der Effekt.
  • Achten Sie auch beim Kauf von Kauartikeln auf die Inhaltsstoffe. Vielfach ist Zucker zugesetzt. Das ist kontraproduktv.
  • Ebenfalls im Fachhandel erhältlich: Spielzeug aus Kautschuk (Kong oder ähnliches), dass mit Futterstücken gespickt werden kann. Der Hund fischt sich die Futterstücke aus dem Spielzeug, dabei wird das Zahnfleisch massiert und Plaque entfernt.
  • Sind die Zähne schon zu stark angegriffen, hilft nur noch der Tierarzt mit einer professionellen Zahnsteinentfernung. Das erfordert in der Regel eine Vollnarkose.

Hunde sind Schlingfresser: Das tägliche Futter ist nicht entscheidend, es wird selten vom Hund ausgiebig gekaut. Ob sie also Trockenfutter oder Feuchtfutter geben, ist in der Regel nicht ausschlaggebend. In diesem Zusammenhang auch noch einmal der wichtige Hinweis: Lassen Sie Ihren Hund mit Knochen, ähnlichem Zusatzfutter oder dem genannten Spielzeug niemals alleine. Knochen können splittern, Kaustreifen können sich in der Maulhöhle verkanten und die Luftzufuhr abschneiden und auch Spielzeug ist nicht unzerstörbar.

Kontrollieren Sie regelmäßig:

  • Mundgeruch
  • Berühungsempflichkeiten der Schnauze und des Maulinnenraums
  • Zahnfleischfarbe
  • Blutspuren an Kauartikeln deuten auf Entzündungen
  • Appetit
  • Zahnbelag (gelb bis braun -> kritisch)
  • Festigkeit der Zähne

Wenn eine OP aus anderen Gründen ansteht, lassen Sie immer die Zähne kontrollieren. Denken Sie daran, dass die Zahnreinigung unter Vollnarkose erfolgt und wenn ohnehin eine Narkose gelegt werden muss, können Sie möglicherweise eine weitere verhindern.

DOGS Tipp: Aufbau des Signals “Look“ oder “Schau“

Beginnen Sie das Training ohne Ablenkung, beispielsweise im Wohnzimmer oder im Garten. Gehen Sie „spazieren“ und belohnen jeden zufälligen Blickkontakt verbal und mit Futter.

Im nächsten Schritt stellen oder setzen Sie sich vor Ihren Hund und halten Sie in jeder Hand ein Leckerli. Dem Hund wird das eine Leckerli gezeigt und dann wird die erste Hand vom Körper weggestreckt, zunächst auf Kopfhöhe. Der Blick des Hundes wird zur Leckerli-Hand gehen, aber dann nach einiger Zeit in die Augen des Menschen. In dem Moment, kommt das verbale Lob und das Leckerli aus der zweiten Hand wird dem Hunde gegeben. Machen Sie die  Übung mit unterschiedlichen Händen in unterschiedlichen Positionen (die Hand ist mal oben, mal unten…). Warten Sie immer auf den Blickkontakt und belohnen dann.

Einführung des Signals

Wählen Sie ein Signal wie „Look“ oder „Schau“. Ist der Hund sicher in der Ausführung der oben beschriebenen Übung, dann nennen Sie in dem Moment des Blickkontakts das neue Signal und belohnen ihn. Anschließend muss die Blickkontaktdauer verlängert werden, indem Sie mit Verzögerung loben und belohnen. Beendet wird die Übung mit einem Auflösesignalwort wie „okay“ oder „frei“. Auf diese Weise bleibt der Blickkontakt so lange bestehen, wie Sie es für nötig befinden. Dieser Schritt ist sehr wichtig, denn wie bei jedem Signal sollte auch dieses solange gelten, bis ein weiteres Signal oder ein Auflösesignal kommt.

Als weitere Steigerung lassen Sie die Leckerlihand weg und geben das Signal „Look“ in verschiedenen Alltagssituationen, zunächst wieder ohne große Ablenkungen im Haus und Garten. Zum Beispiel gehen Sie auf dem Weg in die Küche an Ihrem Hund vorbei und geben das neue Signal. Schaut er Sie sofort an, klappt auch diese Übung Sie können  Ablenkungen, wie eine neue Umgebung, hinzunehmen. Ablenkungsfreie Einheiten sollten aber weiter Teil des Trainings sein, damit der Hund keine unerwünschten Verknüpfungen aufbaut. Es wäre verkehrt, das Signal nur noch zu geben, wenn zum Beispiel ein Reh in Sicht kommt. Der Hund verbindet dann sehr schnell mit dem Signal eine extreme Spannung. 

Schweigen ist Gold

Martin Rütter DOGS Erding Ebersberg, Handzeichen

Ihr Hund sollte zunächst einmal gelernt haben auf Ihre Sicht- und Hörzeichen zu achten. Der Hund ist ein augezeichneter Beobachter und für ihn ist die Körpersprache seines Gegenübers in der Regel wichtiger als das gesprochene Wort. Sie sollten daher genau Bescheid wissen, wie Ihr Körper, Ihre Gesten, Ihre Haltung auf den Hund wirken. Als Beispiel wird eine über den Hund gebeugte Haltung oft als Bedrohung wahrgenommen, obwohl Sie sich beugen, um ihn lobend zu streicheln.

Nachdem wir Menschen allerdings sehr verbal orientiert sind, neigen wir dazu, Signale häufiger zu wiederholen, mit dem Hund in ganzen Sätzen zu reden oder auch den Namen permanent zu nennen. Im Ergebnis schalten viele Hunde auf Durchzug. Signale verlieren ihre Bedeutung, der Hund hört im wahrsten Sinne des Wortes nicht mehr zu.

Was können Sie tun?

  1. Überfordern Sie Ihren Hund nicht. Ein Signal, egal ob als Sicht- oder Hörzeichen gegeben, muss ins Leere laufen, wenn Ihr Hund nicht den entsprechenden Trainingsstand hat. Beispiel: Ein Welpe wird aus einem Spiel mit einem anderen Welpen gerufen. Das wird nicht klappen und Ihr Kleiner lernt schnell, dass Sie auch öfter rufen. Auch die Nähe zu anderen Hunden / Menschen kann ein Grund sein, dass Ihr Hund nicht ruhig im Bitz bleibt. Geben Sie Signale nur, wenn Sie sicher sind, dass Ihr Hund sie auch befolgt.
  2. Wenn Ihr Hund das Sichtsignal sicher beherrscht, lassen Sie das verbale Signal weg. Achten Sie dabei immer auf die erste Regel.
  3. Nutzen Sie den Blickkontakt Ihres Hundes um ihn zu belohnen. Er schaut Sie an, Sie loben. Ihr Hund soll schnell die Erfahrung machen, dass es toll ist, wenn er Sie ansieht. Über den Blickkontakt ist er in Ihrem Einfluss.
  4. An der Leine wird nicht von Ihnen gezogen oder geruckt. Wenn Ihr Hund durch seinen Zug in der Spannung steht: Arbeiten Sie sich vor ihn und gehen ihm vorsichtig entgegen. Damit machen Sie ihm klar (ohne Worte), dass Ziehen nicht erwünscht ist.
  5. Bringen Sie Ihrem Hund bei, dass er sie anschauen muss, bevor er eine Aktion startet. Zu Beginn eignet sich der Futternapf, der erst dann freigegeben wird, wenn Ihr Hund sie anschaut. Auch die Freigabe erfolgt nonverbal über eine Handbewegung.

Bedenken Sie: Ein Hund, der den Blickkontakt zu Ihnen sucht, lässt sich besser trainieren, wenn es um Jagen geht oder wenn der Kontakt zu Artgenossen nicht ganz so optimal abläuft.