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Wichtig ist die Qualität der Beschäftigung

Ein Artikel unserer DOGS Partnerin Lydia Müller (Martin Rütter DOGS Trier/ Wittlich) für die Zeitschrift "Mein Hund und Ich"

Ob Couchpotato oder Workaholic, Junghund oder Oldie – gemeinsame Aktivitäten schweißen zusammen und stärken die Beziehung zwischen Mensch und Hund. Entscheidend ist das richtige Maß und vor allem die Art der Betätigung  

Wer zusammen schöne Dinge erlebt, verbindet die dabei entstehenden positiven Gefühle mit dem Partner und überträgt sie auch auf ihn. In einem ersten Schritt muss man also erst einmal herausfinden, welche Interessen der eigene Hund hat und was ihn begeistert. Im Idealfall passen diese Interessen auch mit denen des Menschen zusammen, denn nur so kann bei der Aktivität wirklich auch Begeisterung auf beiden Seiten entstehen. Daher sollte man sich bereits vor dem Hundekauf bzw. vor der Aufnahme eines Hundes gut über die unterschiedlichen Rassen und deren Eigenschaften bzw. Vorlieben informieren.

Ein Herdenschutzhund, wie mein erster Hund Kurt es war, gehört z. B. zu den sehr territorialen Rassen. Diese Hunde hatten ursprünglich die Aufgabe, die Schafherden vor angreifenden Wildtieren zu beschützen. Dabei arbeiteten sie absolut selbstständig. Oft waren sie ganz allein mit der Herde, also ohne einen Menschen unterwegs. Da verwundert es nicht, dass diese Hunde für aus ihrer Sicht unsinnige Ballspiele meist nur wenig Interesse zeigen, dafür aber mit absoluter Konsequenz die Entscheidung treffen, wer sich dem eigenen Haus nähern und es betreten darf und wer nicht. Ein Mensch, der gern mit seinem Hund zusammen arbeiten möchte, der Spaß an gemeinsamer Beschäftigung wie Apportieren, Agility oder Obedience hat, wird daher mit einem Herdenschutzhund wohl kaum glücklich werden. Wer also noch vor der Anschaffung eines Hundes steht, sollte das in vielen DOGS Hundeschulen kostenlose Angebot der „Beratung vor der Anschaffung eines Hundes“ nutzen, um den optimal zur Familie passenden Hund zu finden.

Beobachte Deinen Hund beim Spaziergang einmal ganz genau

Lebst Du bereits mit einem oder sogar mehreren Hunden zusammen, gilt es als Erstes herauszufinden, welche Beschäftigungsform für Deinen Hund bzw. Deine Hunde die richtige ist. Dazu musst Du Deinen Hund im Alltag genau beobachten. Schaue einfach einmal während eines gemeinsamen Spaziergangs Deinem Hund zu. Was macht er wie oft und wie ausdauernd? Verfolgt er Spuren am Boden? Ist er immer mit der Nase aktiv, schnüffelt hier, schnüffelt da und findet spannende Objekte, wie z. B. einen toten Regenwurm oder einen Pferdeapfel am Wegesrand? Oder verfolgt er viel lieber lustig hüpfend jedes Blatt, das der Wind vor ihm her weht und versucht, dieses zu fangen? Andere Hunde haben einen großen Bewegungsdrang und machen richtig Meter auf dem Spaziergang. Im Jagdgalopp rennen sie gerade jetzt im Herbst und Winter über die abgeernteten Felder, ohne dass sie jedoch eine Beute verfolgen. Diese Hunde rennen aus purer Freude an der Bewegung.

Fällt Dir die Einschätzung schwer, solltest Du Dich an einen professionellen Hundetrainer wenden, der Deinen Hund testet und gemeinsam mit Dir die passende Beschäftigungsform für Dich und Deinen Hund auswählen kann.

Apportierspiele kannst Du in vielen Variationen durchführen

Hunde, die gern Gegenstände verfolgen und „Beute machen“, werden vom Apportieren begeistert sein. Hierbei soll der Hund lernen, einen Gegenstand, den der Mensch wirft oder auslegt, auf Signal des Menschen zu diesem zurückzubringen. Welchen Gegenstand Du auswählst, spielt dabei keine Rolle. Viele Hunde finden Bälle, die nach dem Aufprall noch lustig weiter hüpfen, spannend. Andere lassen sich eher durch Futter motivieren. Bei diesen Hunden ist der Futterbeutel, also ein mit Futter gefüllter Stoffbeutel, dann meistens heiß begehrt. Bei diesen Spielen kannst Du zudem die Schwierigkeit steigern, indem Dein Hund z. B. zunächst sitzen bleibt und auf Dein Signal warten muss. Du kannst den Hund auch auf dem Weg zum Gegenstand abrufen oder aber mehrere Gegenstände nutzen. Je kreativer Du bist, desto mehr forderst Du Deinen Hund und desto ausgelasteter wird er sein.

Bei Suchspielen müssen Hunde ihre fantastische Nase einsetzen

Hunde, die gern die Nase einsetzen, werden von Suchspielen begeistert sein. Dabei kann es sich um eine einfache Futtersuche handeln, wie ich sie z. B. gern mit meiner Hündin Myla ausführe. Ich werfe hierbei viele Futterbrocken auf die Wiese, welche sie dann suchen darf. Schwieriger wird es, wenn ich einzelne Futterstücke in der Rinde eines Baumstamms oder in den Ritzen der Weinbergsmauer verstecke. Wenn das Wetter einmal nicht mitspielt, lassen sich Suchspiele auch hervorragend in der Wohnung durchführen. Für diese Tage haben wir einen mit Korken gefüllten Korb, in den ich eine Handvoll Futter hineinwerfe, dass Myla dann suchen darf. Profis unter den Suchhunden verfolgen sogar lange Spuren: Beim Fährtentraining oder Mantrailing muss der Hund die Spur eines Menschen über mehrere hundert Meter verfolgen, bis er die am Ende ausgelegte Beute oder den Menschen, der sich am Ende versteckt hat, findet.

Auch sportliche Hunde brauchen Fitnessübungen für den Kopf

Habe ich mich für einen sehr aktiven Hund entschieden, liegt meist eine gemeinsame körperliche Betätigung wie Joggen, Radfahren oder Walken nahe. Sehr sportliche Hunde wird man durch die doch meist eher langsame Fortbewegung des Menschen nicht auslasten. Zudem macht die Bewegung allein auf lange Sicht nicht müde und glücklich. Sowohl Mensch als auch Hund brauchen etwas, das den Kopf fit hält! Meine Hündin Myla ist ein Hound, ein europäischer Schlittenhund, also ein sehr sportlicher, lauffreudiger Jagdhund. Auch wenn ich jeden Tag mit ihr mehrere Kilometer mit dem Fahrrad fahren würde, wäre sie nicht richtig ausgelastet, sodass wir zusätzlich noch im Zughundesport (Canicross, Bikejöring, Dogscooter) aktiv sind. Hierbei darf sie sich zwar auch richtig auspowern, muss zudem jedoch immer auf meine Signale achten, schneller oder langsamer laufen, rechts oder links abbiegen, Passanten überholen, etc. Damit wird die körperliche Auslastung ideal mit der geistigen Beschäftigung verbunden. Und auch der Aspekt des gemeinsamen Erlebnisses von Mensch und Hund, aber auch die Zusammenarbeit der beiden Partner wird hierdurch noch weiter gefördert.

Doch wieviel Beschäftigung braucht mein Hund nun pro Tag?

Generell kann man sagen, dass ein Hund 2 – 3 Stunden am Tag beschäftigt werden sollte. Doch was gehört eigentlich alles zu dieser Beschäftigung? Muss man tagtäglich 2 Stunden lang mit seinem Hund trainieren, und das am besten noch in den unterschiedlichsten Bereichen, damit es nur ja nicht langweilig wird? Der Stundenplan vieler Hunde ähnelt mittlerweile dem vieler Kinder, deren Eltern das Kind auf jeden Fall richtig fördern wollen… Montags Agility, Dienstags Dummytraining, Mittwochs Obedience, Donnerstags Lauftraining… und damit der Hund auch ausreichend Kontakt zu Artgenossen hat, stehen vormittags noch lange Spaziergänge mit anderen Hunden auf dem Programm, bei denen der Vierbeiner so richtig ausgelassen toben und balgen kann… Denn Sozialkontakt muss ja schließlich auch sein! Ein solches Beschäftigungsprogramm ist natürlich vollkommen übertrieben und überfordert den Hund. Überforderung führt zu Stress, welcher sich dann wiederum in anderen Problemen äußern kann. Solche Hunde sind häufig überdreht, kommen nicht zur Ruhe, können nicht abschalten und werden immer nervöser. Schnell entwickeln sich daraus weitere Probleme, wie das „Nicht-alleine-bleiben-können“ oder aggressives Verhalten gegenüber Artgenossen. Denn wer ständig nervös ist, reagiert schon auf den kleinsten Auslöser mit übertriebenem Verhalten. Wer nicht abschalten kann, wird alleingelassen mit der auf einmal vorhandenen Ruhe immer unruhiger und versucht, dieser Situation zu entkommen, indem er sich Beschäftigung sucht und Gegenstände zerstört oder aber die Stille durch lautes Bellen und Jaulen übertönt.

Auch gemeinsame Kuschelstunden füllen einen Hund aus

Wie sollte ein optimales Beschäftigungsprogramm für Hunde aussehen? Und was zählt alles zur „Beschäftigung“? Ist es nur die reine Trainingszeit? Ich hatte schon erwähnt, dass Hunde nicht nur körperliche, sondern auch geistige Beschäftigung benötigen. Beschäftigungsformen sollten der Veranlagung des Hundes entsprechen, in der Regel sprechen sie jedoch immer nur die jagdliche Motivation des Hundes an. Hunde brauchen aber auch ausreichend „Auslastung“ im sozialen Bereich. Gemeinsame Kuschelstunden mit dem Hund, in denen er gekrault und gestreichelt wird, gehören genauso wie Zeit für die Fellpflege zum aktiven Tagesprogramm des Hundes. Aber auch entspannte Spaziergänge, in denen der Hund einfach einmal hier und da schnüffeln kann, dürfen nicht fehlen. Wichtig ist also, ein ausgeglichenes Verhältnis zwischen Aktion, Entspannung und sozialem Miteinander zu erreichen. „Und was macht der Hund den Rest des Tages?“ werden sich nun mit Sicherheit einige Menschen fragen.

Gerade Halter von Rassen, die ursprünglich für die ausdauernde Zusammenarbeit mit dem Menschen gezüchtet wurden, wie z. B. der Border Collie, bekommen häufig schon vom Züchter zu hören, dass sie ihre Hunde unbedingt auslasten müssen. Der Border Collie wurde ursprünglich dafür gezüchtet, auf die Signale des Schäfers die Herde zusammenzutreiben oder einzelne Schafe zu selektieren. Da er durchaus auch stundenlang mit dem Schäfer unterwegs ist, betreiben viele Halter dieser Hunde einen enormen Aufwand, damit sie nicht unterbeschäftigt sind. Dass es immer wieder auch Pausen in der Arbeit gibt, in denen der Border Collie entspannt neben dem Schäfer liegt und schläft, wird schnell vergessen. Und natürlich gibt es auch Zeiten, wie etwa im Winter, in denen die Schafe die meiste Zeit im Stall verbringen, sodass die Hunde nun kaum etwas zu tun haben. Dennoch zeigt keiner der Hunde Verhaltensauffälligkeiten aufgrund von Unterbeschäftigung.

Auch wenn Hütehunde also gern aktiv sind und stundenlang arbeiten können, haben sie doch vom Welpenalter an gelernt, abzuschalten und sich auszuruhen. Und genau das ist etwas, was viele Hunde heutzutage nicht mehr können. Der Welpe wird überall mithingeschleppt, damit er nur ja gut sozialisiert wird. Dass ein Welpe aber, wenn man ihn lässt, mehr als 20 Stunden des Tages verschläft, ist vielen Menschen gar nicht mehr bewusst. Sogar erwachsene Hunde verbringen eigentlich den Großteil des Tages, also auch 16, 18, 20 oder mehr Stunden schlafend. Und diese Ruhezeit ist wichtig für sie! Daher sollte man schon dem Welpen immer auch ausreichend Möglichkeit geben, zur Ruhe zu kommen. Ein Hilfsmittel kann das gezielte Schicken auf den Liegeplatz sein.Einige Welpen sind durch ein wildes Spiel mit dem Kumpel oder eine spannende Beschäftigung so aufgedreht, dass sie überdrehen und nicht zur Ruhe kommen. Solche Welpen kann man anleinen und mit ihnen zusammen auf ihren Liegeplatz gehen.Gemeinsam lässt man sich auf der Decke nieder, der Welpe wird nun ignoriert. Anfangs wird er vielleicht in die Leine beißen oder den Menschen auffordernd anbellen. Kommt jedoch keine Reaktion, lohnt sich das Verhalten nicht, der Welpe wird es einstellen und sich irgendwann auch hinlegen und abschalten. Parallel dazu kann man dem Welpen beibringen, auf Signal des Menschen seinen Liegeplatz aufzusuchen, sich dort hinzulegen und den Platz erst wieder zu verlassen, wenn der Mensch das Signal auflöst. Hat der Welpe dieses Signal erlernt, kann man ihn immer dann, wenn er zur Ruhe kommen soll, auf seinen Liegeplatz schicken.

Somit stellt sich also nicht die Frage , wieviel Beschäftigung mein Hund braucht, sondern vielmehr welche! Denn im Endeffekt ist die Qualität der Beschäftigung – abgestimmt auf die Bedürfnisse und Fähigkeiten des Hundes – der Schlüssel zu einem ausgelassenen und glücklichen Hund.

Aufbau des Signals „Decke“

Damit der Hund lernt, auf Signal des Menschen seinen Liegeplatz aufzusuchen, muss der Ort für ihn zunächst einmal klar ersichtlich sein. Im Grunde genommen würde also auch eine Ecke auf dem Boden, die durch Klebeband abgegrenzt ist, ausreichen. Da der Hund aber ja durchaus auch einmal eine längere Zeit dort verbringen soll, sollte der Liegeplatz den Bedürfnissen des Hundes entsprechen. Die meisten Hunde liegen gern weich und bequem, sodass sich eine Decke oder ein bequemes Körbchen als Liegeplatz anbietet. Zudem braucht man für das Training kleine, weiche Futterbrocken, die der Hund ohne Kauen schnell herunterschlucken kann, da man zu Beginn viele kurze Übungen hintereinander durchführen wird.

» Am Anfang sollte man das Training nur in einer ruhigen Situation durchführen, damit es dem Hund leicht fällt, zu entspannen. Später steigert man die Ablenkung dann Schritt für Schritt, bis der Hund auch im wildesten Trubel auf die Decke geschickt werden kann, sich dort ablegt und entspannt. Zu Beginn sollte der Hund zudem sowohl körperlich als auch geistig ausgelastet sein, damit es ihm leichter fällt, herunterzukommen und „nichts zu tun“. Aber Achtung, starte mit dem Training nicht direkt nach einer spannenden und aktiven Trainingseinheit, da der Hund sonst noch so aufgeregt ist, dass es ihm schwer fallen wird, zu entspannen.

» Generell gilt auch hier wie bei jedem Training, dass die Übung in kleinen Schritten aufgebaut werden muss. Die Übung besteht eigentlich aus zwei verschiedenen Teilen. Der Hund muss lernen, auf das Signal des Menschen den Liegeplatz aufzusuchen. Zudem muss er lernen, solange dort zu bleiben, bis der Mensch das Signal wieder auflöst. Beide Übungsteile werden zunächst separat trainiert.

» Damit der Hund lernt, die Decke aufzusuchen, kann man unterschiedliche Trainingsmethoden anwenden. So kann man z. B. ein Futterstück auf die Decke werfen. Der Hund wird hinterherlaufen, um das Futter aufzunehmen, und dabei die Decke betreten. Der Nachteil bei dieser Variante ist, dass gerade futtermotivierte Hunde gar nicht bemerken, dass sie die Decke betreten, sie haben nur und ausschließlich das Futter im Blick. Daher kann man das Futter auch einfach erst einmal in der Hand behalten und sich direkt neben die Decke stellen. Nun wartet man darauf, dass der Hund sich der Decke nähert. Anfangs reicht schon ein Blick in Richtung Decke, später soll der Hund erst nur mit einer, irgendwann dann mit allen Pfoten, die Decke betreten. Erwünschtes Verhalten wird dabei mit einem Lobwort und natürlich mit möglichst begehrtem Futter belohnt. Betritt der Hund die Decke zuverlässig, kann man ein Signalwort wie z. B. „Geh auf die Decke“ hinzufügen, sodass der Hund dieses Signal mit dem Aufsuchen der Decke verbindet. Nach vielen Wiederholungen kann man den Hund nun auf die Decke schicken. In kleinen Schritten baut man jetzt noch die Distanz auf. Anfangs entfernt man sich dazu erst einen, dann zwei oder drei und später auch mehr Schritte von der Decke. Irgendwann kann man den Hund dann auch sitzend vom Sofa aus oder sogar aus einem anderen Raum heraus zur Decke schicken. Bei diesem Teil der Übung darf der Hund in dem Augenblick, in dem der Mensch das Lobwort ausspricht, die Decke verlassen und sich seine Belohnung abholen, denn das Lob beendet ja die Übung.

» Nun muss der Hund aber noch lernen, für eine längere Zeit auf der Decke zu bleiben. Dazu baut man parallel zum Signal „Decke“ noch das Signal „Bleib“ auf. Der Hund wird dabei zunächst aufgefordert, sich zu setzen bzw. zu hinzulegen. Das Hinlegen bietet sich aus dem Grund an, da der Hund später einmal ja entspannt auf seiner Decke liegen bleiben soll. Und entspannt sitzen kann ein Hund nun einmal nicht! Nun entfernt man sich in einem Wiegeschritt vom Hund, kommt also sofort wieder zum Hund zurück und belohnt diesen dafür, dass er geblieben ist. Schritt für Schritt steigert man nun wortwörtlich die Distanz, bis der Hund auch dann liegen bleibt, wenn sich der Mensch für 20 oder 30 Schritte von ihm entfernt. Jetzt wird auch die Zeit gesteigert, der Mensch wartet nun also noch einige Zeit, anfangs wenige Sekunden, später mehrere Minuten, bis er zum Hund zurückkehrt. Wichtig ist bei dieser Übung, dass der Hund immer für das Bleiben belohnt wird. Der Mensch muss bei diesem Übungsteil also immer zum Hund zurückkommen und diesen an Ort und Stelle belohnen.

» Beherrscht der Hund beide Übungsteile, können sie zusammengesetzt werden. Der Hund wird auf die Decke geschickt und muss dort solange bleiben, bis der Mensch die Übung auflöst und ihn belohnt.

» Damit ein Hund auch wirklich auf seinem Liegeplatz entspannen kann, sollte dieser an einer möglichst ruhigen Stelle liegen. Mitten im Raum, direkt an der Tür oder wohlmöglich sogar noch im Flur unter der Flurgarderobe sind somit kaum Orte, die sich für den Liegeplatz eines Hundes anbieten. Denn hier kommen ständig Menschen vorbei, fremde Menschen betreten das Haus, es ist immer etwas los. Doch natürlich soll der Hund auch nicht vom Alltag des Menschen ausgegrenzt werden, indem man ihm einen Liegeplatz in einem Raum einrichtet, der kaum jemals genutzt wird. Ein Liegeplatz im Wohnzimmer, hinter oder neben dem Sofa, mit wenig Blick zur Tür oder Terrasse, bietet sich daher also an. Überfordert oder unterfordert? Bei der Haltung von Hunden ist es wichtig, sie ausreichend auszulasten, aber auch nicht zu überfordern. Wie merke ich, dass mein Hund unausgelastet ist? Und woran erkennt man, dass er überfordert ist? Hier ist nicht die rein körperliche Überforderung gemeint, die sich durch körperliche Defizite wie Lahmheiten aufgrund von Verspannungen, Zerrungen oder sogar Verstauchungen zeigt. Unterforderte Hunde

» zeigen häufig Autoaggression. Der Hund beginnt aus Langeweile und unerfüllten Bedürfnissen heraus sich z. B. die Pfoten wund zu lecken.

» legen oft forderndes Verhalten an den Tag. Sie jammern, stupsen den Menschen an und nerven solange, bis sie Futter oder Streicheleinheiten erhalten. Dabei können sie sehr ausdauernd sein.

» gehen auf dem Spaziergang ausschließlich ihren eigenen Interessen nach, da sie gelernt haben, sich selbst zu beschäftigen. Daher sind sie für den Menschen oft nicht mehr ansprechbar.

» suchen sich ihre Beschäftigung entsprechend ihrer Bedürfnisse, indem sie z. B. Wild jagen oder aber in Ermangelung dieser Möglichkeit Joggern, Radfahrern oder Autos hinterherlaufen. Überforderte Hunde

» zeigen oft Stress-Signale, wie z. B. häufiges Hecheln, eine Stressfalte im Gesicht, etc.

» sind ständig überdreht und kommen nicht zur Ruhe. Sie sind nervös und reagieren sofort auf den kleinsten Reiz.

» entwickeln oft Verhaltensprobleme wie z. B. „Nicht-allein-bleibenkönnen“ oder aggressives Verhalten gegenüber Artgenossen.

» demonstrieren häufig Übersprunghandlungen, wie z. B. gähnen, sich kratzen, Erde fressen, etc.