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DOGS Tipp Oktober: Unerwünschtes Jagdverhalten: Wenn Hunde Autos jagen ...

Flora, Großpudel Hündin, 4 Jahre, jagt jedem Auto hinterher. Keine Ablenkung/Maßnahme hilft.

Es gibt unterschiedliche Gründe, aus denen Hunde Autos hinterher jagen. Ein territorial veranlagter Hund will das sich schnell und dynamisch bewegende Auto aus seinem Territorium vertreiben. Beim Pudel, der ursprünglich einmal zu den Jagdhunden gehört hat, liegt es jedoch nahe, bei diesem Problem eine jagdliche Ursache zu vermuten. Die wenigsten Hunde haben heutzutage noch die Möglichkeit, ihr Bedürfnis nach jagdlicher Beschäftigung ausreichend zu befriedigen, denn die wenigsten Menschen gehen mit ihrem Hund aktiv auf die Jagd, und das Hetzen von Reh und Kaninchen wird in der Regel auch nicht gern gesehen. Hat ein Hund also keine Möglichkeit, seine jagdliche Motivation im Alltag entsprechend auszuleben, sucht er sich andere, verfügbare Objekte.

Im ersten Schritt sollten Sie Flora daher im Training mit jagdlichen Beschäftigungsformen auslasten. Je nach Floras Vorliebe kann es sich dabei um ein Apportiertraining handeln. Suchspiele oder Fährtenarbeit sind ebenfalls Möglichkeiten, einen jagdlich veranlagten Hund zu beschäftigen. Da Flora die Autos hetzt, scheint das Hetzen an sich für sie besonders spannend zu sein. Flora sollte dieses Bedürfnis daher anderweitig ausleben dürfen, z. B. beim Training mit der Reizangel. Hierfür nutzen Sie einen Stock mit einem (nicht zu dünnen!) Band, an dessen anderem Ende eine (nicht zu schwere!) für Flora spannende Beute festgebunden ist. Nun machen Sie Flora auf die Beute aufmerksam und werfen diese ein Stück weg. Sobald Flora hinterherläuft, um die Beute zu fangen, bewegen Sie diese mithilfe der Reizangel ein kurzes Stück. Anfangs sollte sie dabei schnell zum Erfolg kommen und die Beute fangen, später darf sie dann immer länger hinterherhetzen. Sie können sich mit der Reizangel auch ein wenig bewegen oder diverse Richtungswechsel durchführen, sodass Flora nie weiß, wie die Hetze verläuft.

Im nächsten Schritt soll Flora nun lernen, die Dynamik der sich an der Reizangel bewegenden Beute auszuhalten. Dazu muss sie erst einmal generell lernen, auf Ihr Signal sitzen bzw. liegen zu bleiben. Stellen Sie sich nun ein wenig von Flora entfernt hin und werfen Sie die Beute an der Reizangel von sich und Flora weg. Bleibt sie ruhig sitzen, belohnen Sie sie mit einem besonders begehrten Futterstück. Nach einigen Wiederholungen bewegen Sie die Reizangel ein wenig. Schritt für Schritt nähern Sie sich nun im Training Flora immer weiter an, bis Sie direkt neben ihr stehen können. Flora soll ruhig sitzen bleiben, während Sie die Beute an der Reizangel um sie beide herum bewegen. Hält Flora dies eine Zeitlang aus, darf sie zur Belohnung dann natürlich auch einmal so richtig Dampf ablassen und der Beute hinterherhetzen. Flora lernt über dieses sogenannte Impulskontrolltraining, sich bewegende Reize auszuhalten.

Nun starten Sie das Training mit Ablenkung. Wichtig ist dabei, den Abstand zu vorbeifahrenden Autos so groß zu wählen, dass Flora sich noch auf Sie und die Aufgabe konzentrieren kann. Anfangs sollten Sie dazu auch noch nicht an der stark befahrenen Hauptstraße trainieren, sondern eher an einer wenig befahrenen Seitenstraße, sodass es immer wieder auch eine Zeit gibt, in der gar kein Auto vorbeifährt. Hebt Flora den Kopf, sobald ein Auto kommt, macht dann aber weiter mit, ist der Abstand gut gewählt. Schafft sie es nicht mehr, sich auf die Aufgabe zu konzentrieren, müssen Sie den Abstand größer machen. Reagiert Flora gar nicht mehr auf die vorbeifahrenden Autos, können Sie den Abstand Schritt für Schritt im Training kleiner machen. Zudem steigern Sie die Ablenkung, bis Sie irgendwann mit ihr direkt neben der stark befahrenen Hauptstraße trainieren können. Natürlich sollte Flora hier aber, so wie jeder Hund, durch eine Leine gesichert sein.