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DOGS Tipp September: Wenn Hunde nicht auf den Rückruf reagieren ...

Wir haben eine Schäferhund-Collie Hündin mit ca. 5/6 Jahren, seit 2 Jahren bei uns, aus dem Ausland, über eine Tierschutzorganisation. Ich kann sie nicht frei laufen lassen, weil sie dann sofort weg ist. Anfangs hat sie auf nichts reagiert, sobald wir am Feld waren. Mittlerweile ist sie an der Schleppleine soweit gut abrufbar, vorausgesetzt, sie hat noch nichts entdeckt oder in der Nase. Futterbeutel interessiert sie nicht, Reizangel oder andere Spiele auch nicht, sobald wir am Feld sind. Sie weiß genau, was von ihr gewollt wird, aber irgendwann hat sie keine Lust mehr und lässt es sein. Ich habe jetzt angefangen mit der Pfeife zu trainieren. Da weiß sie auch, was ich will und sie reagiert gut darauf (bis jetzt nur im Haus und Garten trainiert), aber von jetzt auf gleich kommt sie nicht mehr und guckt mich nur an. Ich hoffe, ihr habt noch einen guten Tipp für mich.

Viele Hunde aus dem Ausland haben gelernt, selbstständige Entscheidungen zu treffen. Zudem sind sie häufig wenig verspielt, denn zuvor kam es ja nur darauf an, zu überleben. In einer stressigen Lebenssituation ist für Spiel jedoch kein Platz.

Der erste Schritt im Training mit solchen Hunden ist daher tatsächlich, zu verhindern, dass der Hund weiterhin selbstständig entscheidet. Es ist also prima, dass Sie Ihre Hündin draußen erst einmal nur an der Schleppleine führen. Um ein Alternativverhalten aufzubauen, sollten Sie dieses erst einmal im Haus, später dann im Garten, also ohne Ablenkungen aufbauen. Gestalten Sie das Training dabei so, dass es spannend bleibt. Trainieren Sie lieber öfter, dafür aber in kürzeren Einheiten mit ihr, damit nicht Ihre Hündin das Training beendet, wenn sie keine Lust mehr hat, sondern sie beide mit einem positiven Erlebnis aufhören können.

Zudem müssen Sie herausfinden, welche Beute Ihre Hündin am spannendsten findet. Viele Hunde begeistern sich für einen Ball oder Kong, da dieser lustig hin und her hüpft und mehrfach auf dem Boden auftitscht. Andere kann man mit einem mit Fell überzogenen Dummy oder mit einem mit Futter gefülltem Futterbeutel motivieren. Bei Hunden, die sich früher eigenständig Futter beschafft haben, hilft es oft, wenn der Futterbeutel keine Leckerlis, sondern die Nahrung des Hundes enthält. Dabei kann es sich aber gern um vom Hund begehrte Nahrung handeln. Viele Hunde aus dem Ausland sind z. B. besonders motiviert, wenn als Belohnung eine Portion „Nudeln mit Sauce“ winkt. Anfangs muss der Hund dabei nur einfache Aufgaben ausführen, um sich sein Futter zu verdienen, später dürfen diese dann aber immer schwieriger und anspruchsvoller werden.

Schritt für Schritt trainieren Sie nun in immer anspruchsvollerem Gelände. Wenn das Training im Feld für Ihre Hündin besonders schwer ist, macht sie vielleicht auf einem Parkplatz (natürlich nach Ladenschluss!), einem Sportplatz oder im Park noch mit. Auch das Abrufen mit der Pfeife bauen Sie nun entsprechend auf. Immer dann, wenn Ihre Hündin auf Pfiff kommt, sollte sie einen besonders begehrten Leckerbissen erhalten. Reagiert Ihre Hündin auch im Feld zuverlässig auf den Pfiff und macht beim Training mit, können Sie die Schleppleine zunächst am Boden schleifen lassen. Klappt das, dürfen Sie die Schleppleine aber nicht einfach von heute auf morgen abmachen, Sie müssen sie vielmehr in kleinen Schritten ausschleichen. Schneiden Sie dazu Woche für Woche einen Meter der Leine ab, sodass Ihre Hündin sich an das immer leichtere Gewicht gewöhnt.

Nicht alle Hunde wird man immer und überall frei laufen lassen können. Wenn Sie Ihrer Hündin aber genug Auslauf bieten und sie in ablenkungsfreien Gegenden ausreichend geistig auslasten, ist es kein Problem für sie, wenn sie in der restlichen Zeit weiterhin an der Schleppleine geführt wird. Aber haben Sie Geduld, ein solches Training braucht auch einfach etwas Zeit.