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Verhaltensprobleme: Nur eine Frage der Zeit

Expertenbeiträge

Wie sich falsche Hundehaltung und -erziehung früher oder später in Verhaltensproblemen auswirken und welche Lösungen es dafür geben könnte, hat sich Conny Sporrer von Martin Rütter DOGS Wien überlegt.

Dio, Balou und Pepper von Martin Rütter DOGS Graz

Die Geschehnisse der letzten Tage haben das Thema Hundehaltung nochmal ordentlich angeheizt. Und wie auch immer die Tatsachen sich nun abgespielt haben. Fest steht: Hunde können für die Gesellschaft gefährlich werden. Und wie auch Autofahrer im Sinne der Allgemeinheit VOR dem Lenken eines Fahrzeugs über dessen Umgang geschult werden müssen, sollten auch Menschen VOR der Anschaffung eines Hundes mit der Verantwortung und dem richtigen Umgang vertraut gemacht werden, oder etwa nicht?

Leider hat der in manchen Regionen verpflichtende Hundeführschein bisweilen dazu geführt, bestimmte Rassen noch mehr zu stigmatisieren und in eine Ecke zu stellen. Wer dann die verpflichtende Prüfung bestanden hat, erweist sich als befähigt, einen „Kampfhund“ zu „führen“. 

Um hier gleich klare Worte zu finden: Es ist fachlich natürlich völlig inkorrekt ausschließlich gewisse Rassen anzuprangern und sie dann auf schwarzen Listen zu führen, die im Übrigen in jeder Region anders aussehen. Nach welchem Prinzip es die angeführten Hunde auf die Listen schaffen, bleibt übrigens auch unklar. Der langjährige Rasseanführer der Beißstatistik hat es jedenfalls nicht darauf geschafft. 

Unterm Strich könnte man zu jeder Rassegruppe Vor- und Nachteile aufzählen. Auch Kampfhunde haben Eigenschaften, die sie im ersten Moment nicht super kompatibel erscheinen lassen. Sie wurden früher(!) für Kämpfe gegen Hunde, Bullen, Bären und Co. gezüchtet, weswegen ihnen bis heute oft unter anderem geringes Drohverhalten aber eine relativ hohe Frustrationstoleranz zugesprochen wird. Eine Eigenschaft, die sie jedenfalls nicht besitzen durften, war Aggressionsverhalten gegenüber Menschen. Da sie sich in den Kämpfen oft so fest in ihrem Gegner verbissen haben, konnten sie nur durch menschliche Hilfe getrennt werden. Da war gänzlich unbrauchbar, den Menschen zu verletzen. Mindestens ebenso riskant für die Gesellschaft können übrigens Eigenschaften wie die oft geringe Frustrationstoleranz bei Hütehunden, die ausgeprägte territoriale Motivation bei Haus- und Hofhunden, die „Mannschärfe“ so mancher Jagdhunde oder die häufige Unsicherheit bei kleinen Gesellschaftshunden sein. Beißkraft hin oder her: Wenn ein kleiner Terrier verletzen will, kann er das sehr wirkungsvoll tun.

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