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DOGS Tipp Juli: Problemverhalten "Stubenunreinheit"

Wenn Sie Ihren Welpen vom Züchter abholen, hat er im Idealfall bereits eine Präferenz dazu entwickelt, sich auf Rasen zu lösen. Nun heißt es für Sie, aufmerksam zu sein und am Anfang häufig den Ort aufzusuchen, an dem Ihr Welpe sich lösen soll. Am besten eignet sich dazu eine Ecke im hinteren Bereich Ihres Gartens oder aber eine Wiese bzw. ein Randstreifen in der Nähe Ihrer Wohnung. Der Löseplatz sollte in jedem Fall nicht zu weit entfernt sein, da es am Anfang schnell gehen muss, denn Ihr Welpe kann noch nicht lange einhalten. Welpen müssen anfangs ständig: Nach dem Schlafen, nach dem Fressen, nach einem Spiel und spätestens nach 2 bis 3 Stunden.

Uriniert oder kotet ein erwachsener Hund in die Wohnung, muss man zunächst einmal analysieren, was die Ursache dafür sein könnte. War ein Hund bereits seit langer Zeit stubenrein, kann die Ursache eine Krankheit sein. Auch erwachsene Hunde, und hier insbesondere Hündinnen, können an einer Blasenentzündung erkranken. Typisch hierfür ist der häufige Harndrang, es werden zumeist nur kleine Mengen abgesetzt. Der Urin kann auch durch Blut rötlich gefärbt sein. In diesem Fall sollte der Hund zunächst einmal dem Tierarzt vorgestellt werden. Eine Behandlung ist in aller Regel gut möglich und sorgt dafür, dass die Stubenunreinheit danach von allein wieder verschwindet.

Ein Hund, welcher z.B. einige Jahre seines Lebens in einem engen Zwinger oder angebunden an einer Kette verbringen musste, hat genauso wie ein Welpe nie gelernt, sich auf Rasen zu lösen. So kann es sein, dass Sie beim Training der Stubenreinheit mit einem solchen Hund noch viel mehr Geduld haben müssen als bei einem Welpen, und dementsprechend auch viel mehr Zeit dafür einrechnen müssen. Das Training der Stubenreinheit beginnen Sie genauso wie mit einem Welpen. Gehen Sie mit Ihrem erwachsenen Hund alle 2 – 3 Stunden nach draußen an eine Stelle, an welcher er sich lösen soll. Loben Sie ihn, wenn er uriniert oder kotet. Am Anfang müssen Sie viel Geduld haben, denn Ihr Hund weiß ja noch nicht, was sie eigentlich von ihm erwarten. Eine Bestrafung, falls Ihr Hund doch noch einmal ins Haus uriniert, macht natürlich genauso wenig Sinn wie beim Welpen, denn der Hund hat ja einfach noch nicht gelernt, was Sie von ihm erwarten. Sie würden damit die Beziehung des Hundes zu Ihnen in Gefahr bringen, denn Ihr Hund kann nicht nachvollziehen, warum Sie sich aufregen. Er weiß nicht, welchen Fehler er gemacht hat und erlebt Sie somit als nicht einschätzbar und damit unberechenbar. Keine gute Grundlage für eine gute Beziehung!

Unsichere Hunde zeigen eine besondere Form der Stubenunreinheit, das sogenannte Unterwürfigkeits-Urinieren. Der Hund zeigt dabei z.B. bei der Begegnung oder der Anwesenheit bestimmter Menschen oder Hunde, die ihn stark verunsichern, unterwürfiges Verhalten. Er legt dabei die Ohren an, blinzelt, zieht die Lefzen stark nach hinten, macht sich klein und uriniert dabei, meist eine kleinere Menge. Mit diesem Urinieren will er zum einen von sich ablenken, zum anderen die Aufmerksamkeit des Gegenübers auf andere Dinge lenken. Bei unterwürfigem Urinieren müssen daher die Personen, die das Urinieren auslösen, vermeiden, sich aus Sicht des Hundes bedrohlich zu verhalten. Sie sollten daher nie frontal auf einen solchen Hund zugehen, sondern immer einen leichten Bogen machen. Hocken Sie sich zur Begrüßung hin und drehen Sie sich dabei leicht weg. Lassen Sie dem Hund Zeit in seinem Tempo Kontakt zu Ihnen aufzunehmen und vermeiden Sie eine eher stürmische Begrüßung.

Scheinbar ist das Zusammenleben mit dem Hund immer schwieriger geworden. Doch woran liegt das? Werden unsere Hunde immer problematischer? Wie geht man mit dem Problemverhalten eines Hundes am besten um? Ausführliche Informationen zu vielen möglichen Problemen mit dem Hund sowie deren Ursachen und Lösungsansätze finden Sie im Buch „Problem gelöst mit Martin Rütter“.