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MIT DEM HUND IN DEN URLAUB

Was gibt es zu bedenken ?

MIT DEM HUND IN DEN URLAUB
Was gibt es zu bedenken ?  

Bald ist es wieder soweit. Man freut sich schon auf eine längere Urlaubsreise, und die Planungen sind bereits angelaufen. Diesmal soll auch das vierbeinige Mitglied der Familie mit von der Partie sein, womit auch hier einige Dinge in die Planung mit einbezogen werden sollten.
Sowohl organisatorische als auch individuelle Aspekte müssen dabei berücksichtigt werden, denn man will ja nicht seine Urlaubsreise schon an einer Landesgrenze beenden müssen, und schließlich soll der Hund diese Reise genauso genießen können wie seine Menschen.
Organisatorisch sind Vorbereitungen zu treffen hinsichtlich :
DER KENNZEICHNUNGSPFLICHT
Zwischenzeitlich besteht für jeden Hundehalter überall die Pflicht zwecks eindeutiger Identifizierung seinen Hund zu kennzeichnen in Form eines i. d. R. an der linken Halsseite von einem Tierarzt unter die Haut implantierten genormten Microchips.
Die sogenannte Transpondernummer des Chips wird in den EU Impfpass eingetragen und ist für die Registrierung des Hundes notwendig. Diese Registrierung erfolgt nicht automatisch bei Einsetzen des Microchips, sondern muss durch den Hundehalter selbst durchgeführt werden.
Unter www.tasso.net ist dies jedoch für jedermann jederzeit leicht möglich und darf auf keinen Fall vergessen werden. 
IMPFSTATUS
Ein gültiger Impfausweis des Hundes ist immer und überall mitzuführen. In diesem muss neben der Identität des Tieres auch dokumentiert sein, dass der Impfstatus des Hundes sich auf dem vorgeschriebenen aktuellen Stand befindet und vor allem  dass durchgehend entsprechend den Herstellerangaben eine Tollwutimpfung durchgeführt worden ist.
In einzelnen Ländern bestehen häufig unterschiedliche Impfvorschriften, über die man sich schon weit vor Antritt der Reise informieren sollte. Informationen hierzu erhält man beispielsweise online unter www.ferien-mit-hund.de und natürlich auch bei dem Tierarzt des eigenen Vertrauens.
Weitere interessante Informationen erhält man auch unter www.tierpro.de sowie www.dogs-magazin.de .
EINFUHRBESTIMMUNGEN
In vielen Ländern in – und außerhalb der EU existieren Sonderbestimmungen, die die Einfuhr und den Umgang mit Hunden explizit regeln. Diese Regelungen erstrecken sich von Quarantänemaßnahmen und vorgeschriebenen vorbeugenden Behandlungen gegen Parasiten über Leinen – und Maulkorbzwänge bis hin zu Mitnahme – und Einfuhrverboten bestimmter Hunde.
Diese Sonderbestimmungen eines jeden Landes an dieser Stelle einzeln aufzuführen, würde den Rahmen sprengen. Es empfiehlt sich daher, sich an die Botschaften der betreffenden Länder zu wenden und sich dort ebenfalls lange vor Reiseantritt über die entsprechenden Einfuhrbestimmungen für Hunde zu informieren. 
NOTFALLVORSORGE
Da ein Hund sich auch im Urlaub verletzen oder erkranken kann, ist es sinnvoll, sich im Vorwege darüber zu informieren, ob und wo sich am oder in der Nähe des Urlaubsortes eine Tierarztpraxis befindet.
Des Weiteren – insbesondere bei Fehlen einer solchen Praxis -  sind Kenntnisse über Erste – Hilfe – Maßnahmen und das Mitführen einer Hausapotheke speziell für den Hund wünschenswert. Eine Literaturempfehlung hierzu wäre beispielsweise : Daniela Neika Manuela Eckenbach – Arndt ERSTE HILFE AM HUND Cadmos Verlag ( ISBN 978-386127717-0 )  
Da Hunde Urlaubsreisen vollkommen anders bewerten als der Mensch seien an dieser Stelle einige individuellen Aspekte aufgeführt, die man bei Planung eines Urlaubs mit seinem Hund berücksichtigen sollte.
DER ORTSWECHSEL
Eine Urlaubreise bedeutet für einen Hund zunächst einmal das Verlassen seines sicheren Territoriums. Er muss sich am Urlaubsort in seiner familiären Umgebung vollkommen neu orientieren.
Stellen Sie bitte vor Urlaubsantritt sicher, dass Ihr Hund einem solchen Geschehen nervlich und prägungstechnisch gewachsen ist.
DER TRANSPORT
Um an den Urlaubsort zu gelangen, ist in der Regel eine längere Reise in einem PKW, Zug ( Achtung dort gilt häufig Maulkorbzwang ) oder sogar einem Flugzeug unumgänglich ( bitte an den betreffenden Flugplätzen die Transportmöglichkeiten und – bestimmungen der einzelnen Airlines im Voraus erfragen ).
Es ist somit notwendig, dass Ihr Hund an das jeweilige Transportmittel gewöhnt ist und den Aufenthalt dort als angenehm empfindet, damit die Urlaubsreise nicht in ein Trauma mündet.
DAS VERHALTEN IN DER ÖFFENTLICHKEIT
Wo auch immer Sie Ihren Urlaub verbringen - ob nun in freier Natur oder innerhalb von Städten – Ihr Hund sollte über einen guten Grundgehorsam verfügen d. h. zu jeder Zeit abrufbar, und gut leinenführig sein sowie überall ruhig und gelassen auftreten können.
Ist dies nicht der Fall, kann ein gemeinsamer Urlaub mit Hund schnell anstrengend und für beide Seiten höchst unerfreulich werden. Schnell ist die ersehnte Erholung in weite Ferne gerückt.
Zusätzlich schadet auffälliges Verhalten in der Öffentlichkeit ganz allgemein dem Image unserer Hunde, was es zu vermeiden gilt, damit Hunde weiterhin an vielen Urlaubsorten willkommen sind.   
DAS ALLEINBLEIBEN
Auch am Urlaubsort wird es ab und an – wie daheim auch – nicht möglich sein, den eigenen Hund überall mitzunehmen, z. B. weil in manchen Museen oder Restaurants der Aufenthalt von Hunden nicht gestattet ist.
Ein Vierbeiner, der beim Alleinsein das Hotelzimmer, das Ferienhaus oder den Wohnwagen auf dem Campingplatz zusammenbellt oder sogar zerlegt, hat dabei nicht nur massiven Stress sondern wird zusätzlich samt seinen Menschen nicht gern gesehen sein.
Finden Sie bitte vorab heraus, ob Ihr Hund nicht nur daheim sondern auch in fremder Umgebung in der Lage ist, für eine gewisse Zeit allein zu bleiben. Sorgen Sie auch dafür, dass Ihre Fellnase währenddessen keinen hohen Temperaturen bzw. direkter Sonneneinstrahlung – wie in PKWs und Wohnmobilen häufig der Fall – ausgesetzt ist, genügend Frischluft atmen kann und immer Trinkwasser zur Verfügung hat.   
Sollten nun alle organisatorischen Fragen geklärt sein und die individuellen Aspekte keinen Anlass zur Sorge geben, wünsche Ich Ihnen, Ihrer Familie und Ihrem Vierbeiner einen wundervollen gemeinsamen Urlaub. Sie haben es sich verdient !

Ihre 
Dr. Sigrid Göbel                                                 
Handewitt 30. 04. 2013