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Dein Welpenratgeber

 

 

 

Was gibt es bei einem Welpen zu berücksichtigen
Was benötige ich zur Erstausstattung?
Rüde oder Hündin?

 

Was gibt es bei einem Welpen zu berücksichtigen?

Die Entscheidung für einen Welpen sollte wirklich sehr gut überlegt sein.
Sind sie zu Beginn noch klein, unbeholfen, tollpatschig und auf unsere Hilfe angewiesen, wird dabei evolutionsbiologisch die Fürsorge durch das Kindchenschema beim Menschen hervorgerufen. Die großen Knopfaugen ummanteln die kleine süße Stupsnase, das kleine Kinn und die rundlichen Wangen setzen neben der unproportionalen Verteilung der Gliedmaßen beim Menschen ein Brut- und Pflegeverhalten frei. Doch sollten weitere Kriterien mit in die Entscheidung treffen, sich für einen Hundekind zu entscheiden.

 

<< Zeit >>

Welpen brauchen nicht nur zu Beginn viel Zeit, später als Jung- und Erwachsenenhund wird sich das Verhältnis nicht groß ändern.
Seinen Hund artgerecht zu erziehen und auszulasten, an alle Umweltreize zu gewöhnen, muss ausreichend trainiert werden. So findet in der Anfangszeit ein großer Trainingsaufwand statt, die Welpen an die alltäglichen Dinge des Lebens zu gewöhnen.

So fängt dies schon bei den Grundsignalen an, wie Sitz, Platz und Bleib, bis hin zur Stubenreinheit und Beißhemmung. Weiterhin sollen sie sich an unterschiedliche Menschen gewöhnen, an jung und alt, klein und groß. So sollen sie später keine Probleme haben, mit Autos und Radfahrer, mit Straßenbahnen und Joggern. Möchten wir, dass sie uns mit zur besten Freundin, ins Restaurant oder zur Arbeit begleiten.

Zurückkommen, wenn wir sie rufen und entspannt an der Leine laufen, sollten ihnen andere Hunde entgegenkommen. Des Weiteren benötigen Sie Zeit für den Tierarzt, die Hundeschule und Ausflüge in die Stadt, Café, Wald und Co., die Sie mit berücksichten sollten. 

Grade zu Beginn können die Welpen die Blase nicht aufhalten und müssen noch öfters raus, als ein erwachsener Hund.
Schnell muss da der eigene Tagesablauf den Bedürfnissen des Hundes angepasst werden. Sind die Hunde später an das Alleinbleiben gut gewöhnt, so können Aktivitäten auch mal ohne Hund erfolgen. Berücksichtigen Sie jedoch, dass Sie jeweils vor und auch im Anschluss einer Unternehmung die Zeit nutzen werden, Ihren Hund nach draußen zu führen und ihn artgerecht auszulasten.
Auch wird der ersehnte Feierabend dazu genutzt, sich zuerst mit Ihrem Liebling zu beschäftigen, als auf der Couch abzuschalten vom stressigen Arbeitsalltag.

 

 

<< Kosten >>

Die Anschaffung und Unterhaltung eines Welpen sollten nicht unterschätzt werden. Beginnt es schon mit dem Kauf eines Welpen beim Züchter, kommt da schnell eine Summe von 1.000-2.000 Euro zusammen.

Vergessen Sie auch nicht die notwendige Erstausstattung wie das Halsband, Geschirre und Leinen als auch Decken, Transportbox und Trainingsutensilien.
Auch Futter und Leckerli sind ein wichtiger Posten in der Übersicht. Tierarzt- oder Behandlungskosten können dazu kommen, verstärkt noch, leidet der Hund an einer Erkrankung oder Allergien.

Auch die Haftpflicht und die Steuer müssen in den Kosten berücksichtigt werden.
Der Besuch einer Hundeschule als auch evtl. Ausbildungskosten als Begleithund summieren sich dazu. Natürlich entstehen die Kosten nicht gebündelt auf einmal und echte Hundeliebhaber schreckt die Summe nicht ab, hinsichtlich der Freude, die ein Hund bringt.

Es ist jedoch ratsam, sich die Kosten vor Anschaffung bewusst zu machen. Sind verfrühte Entscheidungen doch immer zu Lasten des Tieres.

 

<< Rasse >>

Die Auswahl einer Rasse ist mit die wichtigste Entscheidung überhaupt. Sind doch viele der Welpen noch klein und süß, so können sie sich über die Zeit zu echten Schwergewichten entwickeln.

Phänotypische Merkmale sollten dabei berücksichtigt werden, jedoch nicht als ausschlaggebenden Punkt zählen. Große Hunderassen wie Deutsche Dogge, Mastiffs oder Fila Brasileiro können da schnell ein Endgewicht von 50-70 Kg erreichen, in einigen Fällen auch mehr.

So muss die Fellpflege einer Rasse auch zu Ihren Vorstellungen und zeitlichen Engagement passen.

Auch sollten die charakteristischen Merkmale und das Verhalten einer Rasse berücksichtigt werden.
Natürlich sind die Wesenszüge der einzelnen Rassen unterschiedlich, so wie auch die Bedürfnisse.

In einigen Bundesländern werden bestimmte Rassen als gefährlich eingestuft und unterliegen bestimmter Auflagen. Aktuelle Bestimmungen und Vorschriften sollten daher vor Anschaffung berücksichtigt werden.

Der VDH, Verband für das deutsche Hundewesen, als größter Dachverband für Hundezucht und Hundesport in Deutschland, ist Mitglied beim FCI (Fédération Cynologique Internationale), der größte internationale Dachverband.

Dort finden Sie ein ausführliches Lexikon mit zurzeit (Stand 2018) 360 verschiedenen Hunderassen (anerkannt/teilweise anerkannt/ausgestorben).

 

Was benötige ich zur Erstausstattung?

Zieht nun ein Welpe ein, gibt es eine riesen Auswahl bei Zoo- und Tierfachhandlungen, die einen schnell in eine Unsicherheit bringen, was Welpen zu Beginn brauchen und benötigen.

Diese Gegenstände sollten bei der Ankunft des Welpen vorhanden sein.

• Futter- und Wassernapf
• Futter und Leckerli
• Hundebett/ Box
• Halsband/Brustgeschirr
• kurze Leine und Schleppleine • Reisenapf (Auto, unterwegs) • Zeckenzange

• Bürste oder Kamm
• Mittel gegen Flöhe und Zecken • Kottüten
• Handtücher
• Erste-Hilfe Kasten

 

Hundebett

Das Hundebett sollte groß, weich und bestmöglich abwaschbar sein. Sollten darauf Kauartikel gefressen werden, oder nach einem Spaziergang der Hund einmal dreckig sein, können diese hygeienisch gereinigt werden.

Der Fressnapf

Ein guter Fressnapf- und Wassernapf sollte rutschfest sein und entsprechend an die Größe des Welpen angepasst sein, dass dieser entspannt an das Futter und Wasser rankommt.

Spielzeug

Auch die Auswahl von Spielzeug sollte sich gering halten. Darf dieses nicht zu klein sein, dass es von Hunden verschluckt werden könnte. Auch das Material sollte aus natürlichen oder unbedenklichen Stoffen bestehen und strapazierfähig sein.

 

Rüde oder Hündin

Diese Frage stellt sich zu Beginn jeder Hundebesitzer, gibt es doch zahlreiche Argumente für einen Rüden oder eben eine Hündin.
Neben das äußerliche Erscheinungsbild, gibt es weitere Unterschiede zu den Geschlechtern. Sei es die biologischen Besonderheiten und deren Aufgabenbereiche, das Markierverhalten, Gangart & Körpersprache als auch das sexuell motivierte Verhalten.

Typische Verhaltensweisen sind rassebedingt und individuell zu berücksichtigen. Dabei spielen prä- und postnatale Einflüsse, als auch die aktiven und passiven Erfahrungen mit ein.

 

Hündinnen sind verschmuster als Rüden

Tatsächlich sind Hündinnen mehr mit Pflegeverhalten beschäftigt, als Rüden. Aber genauso zeigen auch diese ein partnerschaftliches Verhalten, das jedoch abhängig von der Rasse, der Aufzucht und der Beziehung zum Menschen ist.

 

Hündinnen laufen weniger weit weg, als Rüden

Natürlich müssen die jeweiligen Motivationen berücksichtigt werden, weshalb ein Hund sich weit weg vom Besitzer entfernt.
Wegen der sexuellen Motivation begeben sich einige Rüden auf die Suche nach läufigen Hündinnen, da sie ganzjährig deckbereit sind. Hündinnen sind bis zu zweimal im Jahr läufig und können sich ebenfalls auf die Suche begeben, jedoch primär während dieser Phase.

Ein unerwünschtes Jagdverhalten wird von beiden Geschlechtern gezeigt. Natürlich gibt es noch weitere Motivationen, können diese jedoch nicht geschlechtsspezifisch unterschieden werden.

Die Erziehung und das Training können das Verhalten jedoch vorbeugen und kontrollierbar machen.

 

Hündinnen sind leichter zu erziehen, als Rüden

Unterschiede sind im Lernverhalten kaum festzustellen und können die Behauptung nicht begründen. Bei einigen Hündinnen kann während der Läufigkeit sogar eine schlechtere Zusammenarbeit gespürt werden.

Die Anforderungen sollen im Training natürlich angepasst werden.

 

Auseinandersetzung zwischen Hündinnen sind meist ernsthafter

Hier muss der biologische Aspekt berücksichtigt werden. Es handelt sich dabei nicht um Rangordnungskämpe. Vielmehr geht es dabei um das Ausschalten einer Konkurrentin, zur Aufrechterhaltung und zum Schutz des Nachwuchses. Tatsächlich sind neben Kommentkämpfe, auch ernsthafte Auseinandersetzungen zwischen Rüden möglich, wenn auch seltener. Der Mensch schafft Regeln & Strukturen für ein harmonisches Miteinander und kann so Streit vorbeugen.

 

Rüden sind unverträglicher

Bei Rüden finden häufiger Kommentkämpfe statt, dennoch können sich Hündinnen auch um Ressourcen streiten.
Diese Aussage kann nicht bestätigt werden. Dies ist Abhängig von der Rasse, der Aufzucht und den Erfahrungen. Auch die Erziehung und das Training durch den Menschen haben starken Einfluss auf das Verhalten.

 

Rüden sind für die Arbeit nicht zu gebrauchen

Bei der Aussage steht die sexuelle Motivation begründet, die ganzjährig vorhanden ist. Dabei zeigen einige Rüden während der Läufigkeit bei benachbarten Hündinnen ein vehementeres Such- Markier- und Imponierverhalten, das die Zusammenarbeit erschweren kann. Dies ist jedoch nicht bei jedem Rüden vorhanden oder stark ausgeprägt.

Die Erziehung und das Training durch Menschen hat starken Einfluss auf das Verhalten.

 

Rüden stellen die Rangordnung häufiger in Frage

Wenn in einem Mensch-Hund-Team die Stellung zugunsten des Menschen geklärt ist, stellt kein Hund die Rangordnung in Frage. Weder Rüde noch Hündin. Die Erziehung und das Training durch den Menschen hat hier ebenfalls starken Einfluss.

Wie Sie sehen, gibt es keine eindeutigen Pauschalargumente, die für einen Rüden oder eine Hündin sprechen. Gibt es geschlechtsspezifische Verhaltensweisen, die jedoch mit einem guten Training und Erziehung gut zu lenken sind.