Zur Martin Rütter DOGS Hauptseite

Ein Welpe zieht ein... Gewöhnung an andere Haustiere

Einige Welpen kommen in eine Familie, die nicht nur aus Zwei- sondern auch anderen Vierbeinern besteht. Daher muss sich der hundliche Nachwuchs an Katze, Hamster & Co. gewöhnen, doch wie stellt man dies am geschicktesten an?

Idealerweise hat der Welpe bereits beim Züchter mit den entsprechenden Haustieren zusammengelebt und diese in einer frühen Lebensphase als Sozialpartner abgespeichert. Somit ist die Gewöhnung an die anderen tierischen Mitbewohner leichter.

Katze

In der ersten Woche sollte ein Kontakt zwischen Hund und Katze nur unter Aufsicht der Halter stattfinden, um die Risiken für beide Tiere zu minimieren. Nicht jede Katze reagiert begeistert auf den neuen Mitbewohner und kann bei einer ungewollten Kontaktaufnahme auch einmal ihre Krallen einsetzen. Such Dir für die erste Kontaktaufnahme einen Raum aus, in dem die Katze genügend Abstand zum Hund halten und notfalls aus einer erhöhten Position den Neuankömmling beäugen kann. Führe den Welpen an einer Schleppleine in den Raum und beschäftige Dich dort gemeinsam mit ihm. Rolle z.B. kleine Futterbrocken über den Boden und lass den kleinen Racker diese nach Deiner Freigabe jagen. Dein Welpe soll hierdurch lernen, dass die anwesende Katze gar nicht so spannend und wichtig ist. Sobald Du merkst, dass sich Dein Hund kaum noch für die Katze interessiert, lege eine kurze Pause ein. Möchte Dein Welpe nun Kontakt aufnehmen, dann schaue, wie Deine Katze darauf reagiert. Wirkt sie verunsichert oder gestresst, dann locke Deinen Hund zu Dir und beschäftige Dich wieder mit ihm. Falls die Katze den Raum verlassen möchte, lass dies zu. Gib Deiner Katze noch etwas Zeit, sich an den Kleinen zu gewöhnen. Halte weder die Katze noch Deinen Welpen fest und zwinge die beiden nicht zu einer Kontaktaufnahme. Solange sich die beiden nicht wirklich aneinander gewöhnt haben, lass sie niemals allein zu Hause, sondern trenne sie räumlich.
Solltest Du nach einigen Tagen merken, dass sich Dein Welpe vorsichtig der Katze nähert und diese ebenfalls bereit für eine Kontaktaufnahme ist, dann hat sich das Training gelohnt.

Für das weitere entspannte Zusammenleben ist das Abrufsignal von immenser Bedeutung. Denn trotz bester Gewöhnung kann es passieren, dass Dein Hund hinter der Katze herjagt. Dann solltest Du ihn umgehend zu Dir rufen können, um Schlimmeres zu vermeiden. Auch wenn die beiden später einmal miteinander rumtoben, kann es nötig sein, ein zu körperliches Spiel zu unterbrechen. Mit dem Signal HIER kannst Du dies dann auch auf Entfernung hinbekommen.

Achtung! Auch wenn sich Dein Hund an Deine Katze gewöhnt hat, heißt dies nicht, dass er ab nun alle Katzen super findet. Er hat lediglich gelernt, dass Eure Katze zum eigenen Sozialverband gehört und diese daher nicht gejagt oder gefressen wird. Sei daher bei fremden Katzen zunächst vorsichtig und lass Deinen Hund lieber an der Leine bzw. rufe diesen draußen zu Dir.

Hamster & Co.

Möchtest Du Deinen Welpen an weitere Haustiere wie Nager gewöhnen, dann ist der Ablauf genauso wie bereits beschrieben. Auch hier ist zunächst das Ziel, dass sich Dein Hund wenig für die anderen tierischen Mitbewohner interessiert und diese nicht spannend findet. Besonders bei kleineren Tieren, wie Mäusen, Hamstern & Co. ist es besonders wichtig, dass diese niemals allein mit dem Hund in einem Raum gelassen werden. Zu groß ist die Gefahr, dass Dein Hund durch die Geräusche und Bewegungsmuster in Jagdlaune gerät und Deine anderen Haustiere als Beute wahrnimmt. Auch kann ein noch so nett gemeintes Spiel zu schwerwiegenden Verletzungen der körperlich weit unterlegenen Mitbewohner führen. Unterbrich daher notfalls solche Sequenzen frühzeitig.
Suche einen sicheren Ort für die Behausung der anderen Haustiere, den Dein Hund ohne Dich nicht erreichen kann. Sorge rigoros dafür, dass sich Dein Welpe nicht selbständig dem Käfig nähert oder um diesen herumtobt.
Die erste Kontaktaufnahme sollte zunächst durch das Gitter stattfinden. Lass Deinen Hund am tierischen Mitbewohner schnüffeln. Sollte er Ansätze von Jagdverhalten zeigen, unterbrich diese umgehend und wiederhole die oben genannten Schritte.

 

Wenn Du diese Ratschläge befolgst, sollte einem entspannten Zusammenleben zwischen Hund & Co. nichts mehr im Wege stehen.