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Hund jault im Auto - DOGS-Trainingstipp

Dein Hund jault und bellt bei kurzen Autofahrten, ist aber während Langstrecken ruhig?

Probleme mit dem Hund beim Autofahren entstehen häufig dadurch, dass Abläufe immer gleich sind, denn Hunde sind sehr gut darin, uns zu lesen und unsere Gewohnheiten zu erkennen. Dazu gehört auch das unterschiedliche Fahrverhalten eines Autos auf der Autobahn bzw. auf der Landstraße. Auf der Autobahn bewegt sich das Auto in gleichmäßigem Tempo vorwärts, auf der Landstraße dagegen kommt es immer wieder zu einer deutlichen Reduzierung der Geschwindigkeit oder sogar zu einem Stopp und dementsprechend danach dann wieder zu einer Beschleunigung bzw. einem erneuten Anfahren.

Hunde lernen schnell, dass die Fahrt länger dauert, wenn der Mensch den Weg über die Autobahn wählt. Dein Hund weiß also, dass es nun nicht so bald zu einer Pause und damit zu einem für ihn möglicherweise spannendem Aufenthalt kommt. Hat ein Hund zu Beginn hier vielleicht auch noch gebellt oder gejammert, hat er schnell gelernt, dass dies zu nichts führt, denn der Mensch hält nicht an, sondern fährt einfach in seinem gewählten Tempo weiter. Zwar reagieren viele Menschen zu Beginn noch auf das Gebell oder Gejammer des Hundes, doch da sich meist am Verhalten des Hundes langfristig nichts ändert, geben die meisten Menschen dann doch auf und ignorieren das Verhalten des Hundes. Und das ist genau richtig, denn wenn keine Reaktion auf ein Verhalten erfolgt, wenn nichts passiert und das Verhalten nicht zum Erfolg führt, wird ein Hund dieses Verhalten nach einiger Zeit einstellen.

Bei Kurzstrecken sieht das jedoch ganz anders aus, denn nicht selten enden diese ja mit einer für den Hund begehrten Handlung, wie einem tollen Spaziergang, einem spannenden Training oder dem Besuch eines zwei- oder vierbeinigen Freundes. Bellt der Hund also vor Aufregung in Erwartung des bevorstehenden Spaziergangs, wird dieses Verhalten verstärkt, wenn der Mensch dann tatsächlich anhält und mit dem Hund zum Spaziergang aufbricht. Damit Dein Hund zukünftig also auch auf Kurzstrecken ruhig ist und sich entspannt hinlegt, mußt Du diesen Ablauf verändern. Dazu fährst Du zum einen sehr häufig kurze Strecken mit Deinem Hund, ohne dass er am Ende in seiner Erwartung bestätigt wird. Du kannst ihn also z. B. einfach mitnehmen, wenn Du in die Apotheke oder zum Bäcker fährst. Dort angekommen, steigst Du allein aus, erledigst kurz Deine Besorgungen, steigst dann kommentarlos wieder ins Auto ein und fährst nach Hause zurück. Du kannst auch einfach nur kurze Strecken fahren, ohne ein bestimmtes Ziel anzusteuern bzw. anzuhalten. Viele Hunde erkennen sogar die Umgebung aus dem Auto heraus. Sie beginnen zu bellen, sobald der Waldparkplatz in Sicht kommt oder das Auto in die Straße der befreundeten Familie einbiegt. Sollte Dein Hund also auf solche Sichtreize reagieren, fahre mit ihm dorthin, halte dann aber nicht dort an, sondern fahre einfach weiter. Später kannst Du dort auch anhalten, bleib aber einfach im Auto sitzen und lies ein Buch, bevor Du nach einiger Zeit wieder weiterfährst.

Während dieses Trainings musst Du das Bellen und Jammern von Deinem Hund vollkommen ignorieren. Du darfst also weder versuchen, ihn zu beruhigen („Wir sind doch gleich da!“), noch mit ihm schimpfen („Jetzt hör doch endlich auf!“), denn jede Form der Zuwendung ist für ihn erst einmal eine Verstärkung. Denn schließlich hast Du ja offensichtlich zumindest verstanden, dass Dein Hund etwas von Dir möchte. Menschen sind halt manchmal schwer von Begriff und brauchen länger, bis sie etwas wirklich verstehen, sodass er nach einer solchen Reaktion von Dir auf sein Bellen nur noch intensiver bellen wird.

Natürlich sollte Dein Hund in dieser Zeit auch weiter seinen Auslauf bekommen bzw. sich mit anderen Hunden treffen dürfen. Organisiere Dich so, dass Du dazu anfangs nicht mit dem Auto losfahren musst. Später kannst Du dann andere Orte auswählen, die Dein Hund noch nicht kennt, bzw. erst einmal eine längere Zeit herumfahren, bis er ruhig liegt und wartet, und dann erst zu einem Spaziergang anhalten. Aber auch zukünftig musst Du ihn immer wieder einmal mitnehmen, ohne dass am Ende der Fahrt eine tolle Aktion auf ihn wartet.