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Rassekunde : Berner Sennenhund

Ihren Ursprung hat die Rasse, wie der Name schon sagt, im Kanton Bern in der Schweiz.

Der Berner Sennenhund – oder früher auch nach dem Weiler und Gasthaus Dürrbach „Dürrbachler“ genannt – wurde in den Voralpengebieten und der Umgebung von Bern auf Bauernhöfen als Wach-, Zug- und Treibhund eingesetzt. Dazu brauchte man einen robusten und wachsamen Hund, zu dessen Vorfahren vermutlich Mastiffs, Bernhardiner, Neufundländer und Schäferhunde zählten. 1902 zeigte man den Berner erstmals auf einer Ausstellung. 1907 schlossen sich einige Züchter zusammen, gründeten einen Verein und legten die Rassestandards für den Berner Sennenhund fest.

Sein Fell ist mittellang bis lang, glatt bis leicht gewellt, mit Unterwolle. Die Grundfarbe ist schwarz mit braunroten Abzeichen an Kopf, Brust und Beinen. Der Berner trägt eine weiße Blesse auf der Stirn. Rutenspitze, Zehen, Brust und Teile des Fangs sind ebenfalls weiß.

Der Berner Sennenhund ist gutmütig und gelassen, als ehemaliger Hofhund ist er aber auch wachsam und selbstbewusst. Seinen eigenen Garten bewacht er gern, wenn er die Gelegenheit dazu sieht. Eine klare Aufgabenverteilung in seinem „Rudel“ ist daher von Anfang an wichtig. Aufgrund seiner hohen Reizschwelle ist er als Familienhund gut geeignet. Mit Kindern lebt er meist problemlos und harmonisch zusammen.

Obwohl sein äußeres Erscheinungsbild eher auf einen durchweg ruhigen Zeitgenossen schließen lässt, ist der Berner durchaus auch aktiv und arbeitswillig, wenn er einen Sinn in der Beschäftigung sieht. Seinem ursprünglichen Einsatzbereich gemäß kann man ihn beispielsweise mit Zughundesport auslasten. Aber er liebt auch lange Spaziergänge und Wanderungen – besonders bei Schnee und Kälte.

Die Lebenserwartung des Berner Sennenhunds ist leider eher gering. Gesundheitliche Aspekte wie Krebs, Nieren- oder HERZ- und Gelenkprobleme verkürzen sein Leben häufig und beschränken das Durchschnittsalter auf acht bis zehn Jahre. Es ist daher ratsam, bei der Auswahl des Hundes beziehungsweise der Elterntiere auf Gesundheit und eventuelle erbliche bedingte Dispositionen zu achten.

Widerristhöhe:
Rüden: 66-68 cm

Hündinnen: 60-63 cm

Der Airedale Terrier

Die vergleichsweise junge Rasse entstand Mitte des 19. Jahrhunderts in Yorkshire, England. Ihr Herkunftsort, das Tal (engl. dale) des Flusses Aire, stand Pate bei der späteren Namensgebung des heutigen Airedale Terriers.

Aus mittelgroßen englischen Terriern und Otterhounds züchteten Arbeiter und Bauern zunächst einen vielseitig einsetzbaren „Working Terrier“. Einige Quellen gehen auch davon aus, dass Gordon Setter und Schottische Schäferhunde mit eingekreuzt wurden.

Während der industriellen Revolution verdienten sich viele Arbeiter durch die Jagd ein Zubrot und konnten diesen eifrigen Jagdgehilfen sowohl bei der Jagd auf Wasserwild, als auch auf Kaninchen gut gebrauchen. Bauern schätzten den großen Terrier zusätzlich als Wächter von Haus und Hof. Der Kynologe Vero Shaw bezeichnete den Airedale Terrier 1881 als „Universalhund“, der „Schafe und Vieh wie ein Schäferhund [treibt], apportiert wie ein Retriever, stöbert wie ein Spaniel“. Außerdem schreibt er über den Airedale, er „liebt das Wasser, taucht wie eine Ente und ist ebenso scharf wie gehorsam“.

Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts wird der Working oder Waterside Terrier in ganz Europa immer belieb-ter. 1883 wurde er dann erstmals auf der National Dog Show in Birmingham als „Airedale Waterside Ter-rier“ vorgestellt, später nannte man ihn schließlich verkürzt Airedale Terrier. Auf dem europäischen Fest-land setzte man den Airedale schnell als Gebrauchshund bei der Polizei und beim Militär ein. Den ersten größeren Militäreinsatz gab es für die Rasse im Jahr 1900 mit deutschen Truppen beim Boxeraufstand in China. Im Ersten und Zweiten Weltkrieg wurden die Airedales als Meldeläufer und bei der Verwundetensuche eingesetzt. Heute findet man den Airedale Terrier nur noch selten als Jagd- oder Gebrauchshund.

Das Fell des Airedale Terriers ist drahtig, dicht und hart mit einer etwas kürzeren, weicheren Unterwolle. Bei regelmäßigem Trimmen verliert er kaum Haare. Ein Großteil des Fells ist lohfarben, mit schwarzem Rücken und schwarzen Flanken, Nacken und Oberseite der Rute sind ebenfalls schwarz. Rüden sind laut Rassestandard 58 bis 61 cm hoch, Hündinnen 56 bis 59 cm. Vom Gewicht her kann man bei den großen Terriern mit 22 bis 30 kg rechnen.

Mit diesem Hintergrundwissen über seine Herkunft und seine Einsatzbereiche wundert es nun nicht, dass der Airedale ein Hund für aktive und sportliche Menschen ist. Die Vielseitigkeit, die von Beginn der Zucht an so erwünscht und verstärkt wurde, machen ihn auch privat zu einem vierbeinigen Begleiter, der für viele Beschäftigungsformen und sportliche Aktivitäten zu begeistern ist - sei es, um nur Beispiele zu nennen, Mantrailing oder Rettungshundearbeit (in Anlehnung an den militärischen Einsatz), Dummytraining oder Fährtenarbeit (wie ursprünglich bei der Jagd).

Vielseitigkeit bedeutet aber eben auch, dass der Airedale viele unterschiedliche Motivationen mit sich bringen kann, die für seine Menschen - ohne die richtigen Regeln und Strukturen im Alltag und ohne die notwendige geistige und körperliche Auslastung - unangenehm werden können: Sei es, dass er gern jagen geht, Haus und Garten bewachen möchte, seine „Beute“ verteidigt oder auch bei allem eine gewisse Selbstständigkeit an den Tag legt. Also schaut man lieber, dass all diese „historisch bedingten“ Leidenschaften auf angenehme Weise gemeinsam mit seinen Menschen befriedigt werden und man dem Airedale Terrier nicht zu viel Verantwortung für seine Menschen und die eigenen vier Wände überträgt. Denn dann kann er auch gut in Familien mit Kindern ab dem Schulalter passen.

Der Magyar Vizsla

Bereits zur Zeit der Völkerwanderung existierten Spürhunde im heutigen Ungarn. Aus diesen ist im 18.Jahrhundert durch Einkreuzung anderer Jagdhunde dieser ungarische Vorstehhund entstanden.

Über die zeitliche Entstehung des Ungarischen Vorstehhunds finden sich einige unterschiedliche Angaben. Bereits im 9. und 10. Jahrhundert könnte der ungarische Volksstamm der Magyaren ähnliche Hunde aus Asien mitgebracht haben, als er das Kapartenbecken und den Raum des heutigen Ungarn besiedelte. Schriftliche Erwähnungen sind aus dem 14. Jahrhundert belegt. Unter seinen Ahnen werden der Türkische Vorstehhund, die Pannonische Bracke und der Sloughi vermutet. Ab dem 18. Jahrhundert wuchs die Bedeutung der semmelgelben Vorstehhunde für die Jagd stetig, bis im 19. Jahrhundert eher Pointer und Setter in Mode kamen. Anfang des 20. Jahrhunderts erlebten die Vorfahren des Magyar Vizsla einen neuen Aufschwung bis 1920 schließlich die Ungarische Vizsla-Züchtervereinigung gegründet wurde. Damit begann die zielgerichtete Zucht des Magyar Vizsla, der 1936 vom FCI anerkannt wurde.

Der ungarische Name für den mittelgroßen, kurzhaarigen Vorstehhund lautet „Rövidszőrű Magyar Vizsla“. Durch die Einkreuzung des Deutsch Drahthaar entstand noch eine weitere Variante, der „Drótszőrű Magyar Vizsla“. Der Körperbau des Vizsla ist schmal, aber muskulös. Das semmelgelbe Fell ist beim „Rövidszőrű Magyar Vizsla“ glatt, kurz, dicht und glänzend, beim „Drótszőrű Magyar Vizsla“ gerade stehend und drahtig. Es hat keine Unterwolle.

Als bei der Jagd eingesetzter Vorstehhund ist der Vizsla ein regelrechter Allrounder. Er sucht weiträumig mit hoher Nase, schleicht dann langsam auf die Beute zu und verharrt davor mit angehobenem Vorderlauf. Aber auch das Apportieren von Beute liegt ihm.

Als Familienhund für aktive Menschen mit Kindern ab dem Grundschulalter ist der Magyar Vizsla durchaus geeignet. Denn er ist sehr menschenbezogen und kontaktfreudig, dabei als Arbeitshund aber auch sensibel. Er muss - wenn er nicht jagdlich geführt wird - unbedingt gemäß seiner rassetypischen Anlagen ausgelastet werden. Ein unterforderter Jagdhund ist weder ein entspannter Begleiter draußen, noch ein angenehmer Mitbewohner im Haus und kann dadurch bedingte Verhaltensauffälligkeiten zeigen. Frühzeitige, ab dem Welpenalter in geordnete Bahnen gelenkte jagdliche Motivation, ist aber über den richtigen Job für den Vizsla gut möglich. Geeignete Beschäftigungsformen sind zum Beispiel Dummytraining, Mantrailing, Fährtenarbeit und Agility.

Der Malteser

Diese Rasse erfreute bereits im alten Rom und Griechenland seine Menschen und gilt als der bekannteste der "Bichons".

Der Name des Maltesers legt zwar auf den ersten Blick die Vermutung nahe, dass die Hunderasse von der Insel Malta stammt; den Wortursprung genauer betrachtet, gibt es allerdings auch noch einige andere Möglichkeiten. 

Welche davon richtig ist, konnte bis heute nicht hundertprozentig geklärt werden. Das semitische Wort „màlat“ bedeutet Zuflucht oder auch Hafen und lässt darauf schließen, dass der Malteser aus einer Küstenregion kommt. Im maritimen Raum Südeuropas gibt es einige Ortsbezeichnungen, die auf die Herkunft der kleinen Hunde schließen lassen könnten: die sizilianische Stadt Melita, die Adriainsel Méléda und die Insel Malta.

Der Malteser gehört innerhalb der Gesellschafts- und Begleithunde zur Gruppe der Bichons - ebenso wie Havaneser, Bologneser, Coton de Tuléar, Löwchen und Bichon Frisé. Bereits in der Antike sollen die Zwerghunde Begleiter vornehmer Damen im Mittelmeerraum gewesen sein. Eine weitere Aufgabe scheint aber zeitweise auch die Bekämpfung von Mäusen und Ratten in den Lagerhäusern der Häfen gewesen zu sein. Ihre Blütezeit erlebten die Malteser zur Zeit Louis XIV. als die weißen Hündchen die Damen am Hof des französischen Sonnenkönigs begleiteten und so auch den Weg auf zahlreiche Gemälde dieser Epoche fanden.

In unserer heutigen Zeit war der Malteser zunächst nicht sehr verbreitet. 1975 gab es beispielsweise in Deutschland so gut wie keine Malteser mehr. Freunde der kleinen Rasse gründeten 1981 den Deutschen Malteser-Club (DMC), der 1986 Mitglied des VDH wurde. Über Rassehundeausstellungen wurden die Malteser wieder bekannter, was schließlich auch zu einer steigenden Zahl von Würfen pro Jahr führte: Rund 50 Würfe mit durchschnittlich drei Welpen beziffert der DMC.

Mit seinen drei bis vier Kilo ist der Malteser ein echtes Fliegengewicht. Hündinnen werden 20 bis 23 cm groß, Rüden 21 bis 25 cm. Markenzeichen des Maltesers ist das weiße, am ganzen Körper lange Fell. Von der Textur her soll es seidig und überall glatt sein. Locken sind laut Rassestandard nur an den Beinen von Ellenbogen bis Pfote bzw. Knie bis Pfote zulässig. Der Malteser hat keine Unterwolle. Das Fell muss täglich mithilfe von Kamm und Bürste gepflegt werden, da es andernfalls schnell verfilzt. Ein leichtes Kürzen des Fells erleichtert die Pflege etwas, was aber für die meisten Rasseanhänger nicht infrage kommt. Um den Hunden die Kommunikation mit Artgenossen zu erleichtern und Augenreizungen zu vermeiden, sollten die Haare vor den Augen mit einer Spange auf dem Kopf zusammengefasst werden.

Der durchaus als Familien- und Anfängerhund geeignete Malteser ist zwar auch mal mit kurzen Spaziergängen zufrieden, sollte aber trotzdem nicht ausschließlich als Schoßhündchen gehalten werden, das zum Lösen nur den Garten sieht. Regelmäßige Auslastung, zum Beispiel über Tricktraining oder Agility für kleine Hunde, fördert die Beziehung zu seinen Menschen und macht dem Malteser Spaß - wenn er Lust dazu hat und gesundheitlich fit ist. Rassetypisch kann es nämlich zu Problemen mit der Kniescheibe (Patellaluxation) kommen und leider auch zu unangenehmen Folgen der Brachycephalie (Kurz- und Rundköpfigkeit).

Obwohl der Malteser so süß und klein ist, dürfen seine Menschen - und besonders auch die Kinder in der Familie - ihn nicht als Spielzeug zum Zeitvertreib sehen. Die Zwerghunde stellen an ein artgerechtes Leben ebensolche Ansprüche wie große Rassen. Sie sollten nicht vermenschlicht werden und neben der erwähnten Auslastung auch gewisse Regeln im Alltag bekommen, die sie nicht einschränken, sondern vielmehr zu einem vollwertigen und zufriedenen Mitglied in ihrem „Rudel“ machen.

Der Jack Russell Terrier

Großes Herz in kleinem Körper - so kann man diesen Terrier am besten beschreiben.
Was den Jack Russell Terrier auszeichnet und woher er stammt, erfährst Du hier...

Der Begründer dieser Rasse ist der englische Pfarrer und Jäger John - genannt Jack - Russell, der 1819 einen weißen, rauhaarigen Fox Terrier mit Abzeichen am Kopf kaufte. Diese Hündin stand am Anfang der Weiterentwicklung einer Linie von Fox Terriern zu kleineren Terriern, die zwar schnell waren wie die Fox Hounds, aber klein genug, um unterirdisch Füchse und andere Beutetiere aus ihren Bauten zu treiben. Langfristig entwickelten sich daraus zwei Varianten: der größere, quadratisch gebaute „Parson Russell Terrier“ und der kleinere, etwas längere „Jack Russell Terrier“.

Der Jack Russell hat sich vor allem im 19. Jahrhundert in Australien weiterentwickelt. Direkte Nachkommen der Terrier von John Russell wurden dort ab 1880 bei der Jagd auf Füchse eingesetzt, die in Australien vor allem enge Kaninchenbauten besiedelten. Die Jäger brauchten daher Hunde, die höchsten 30 Zentimeter hoch waren.

Erst 1991 wurde der Jack Russell als eigene Rasse in Australien anerkannt, 2000 folgte schließlich die Anerkennung durch die FCI.

Die ideale Widerristhöhe des Jack Russell Terriers beträgt heute 25 bis 30 Zentimeter. Das Gewicht wird mit einem Kilogramm pro fünf Zentimeter Widerristhöhe angegeben. Der Jack Russell soll insgesamt länger als hoch sein. Sein überwiegend weißes Fell mit schwarzen, braunen, lohfarbenen oder hieraus kombinierten Abzeichen kann glatt-, rau- oder stichelhaarig sein. Die Ohren sind V-förmig und nach unten geklappt.

Unter den Jagdhunden ist der Jack Russell Terrier der Gruppe der Solitärjäger zuzuordnen. Diese Bezeichnung ergibt sich durch die große Selbstständigkeit, die der kleine, robuste Hund bei der Baujagd an den Tag legen muss. Und genau diese Selbständigkeit sowie frühes Erwachsenwerden und ein äußerst ausgeprägtes Temperament machen die Erziehung des Jack Russells sehr komplex. Er ist daher weder als Anfängerhund noch als reiner Familienhund geeignet. Aber in einem aktiven Haushalt mit älteren Kindern und mit der Möglichkeit, ihn körperlich, aber vor allem auch geistig auszulasten, ist der Jack Russell bestens aufgehoben.

Der Rottweiler

Der aus den Saupackern hervorgegangene Treibhund aus Rottweil half den Metzgern damals, das Vieh in den Schlachthof oder zum Viehmarkt zu treiben.

Der Rottweiler hat im wörtlichen wie im sprichwörtlichen Sinn ein „dickes Fell“. Die Ursache dafür liegt in seiner ursprünglichen Verwendung. Seine Wurzeln werden bereits in der Römerzeit vermutet.  

Die Vorfahren des Rottweilers sollen damals als Treibhunde eingesetzt worden sein, die gemeinsam mit den römischen Legionen über die Alpen zogen. Mehrere Jahrhunderte später hatten die schweren, kräftigen Hunde sich vor allem als Helfer der Viehhändler und Metzger durchgesetzt. Die Stadt Rottweil im heutigen Baden-Württemberg war im 18. und 19. Jahrhundert ein bedeutendes Viehhandelszentrum. Von dort aus wurden Schafe und Rinder - auch über längere Strecken - in andere Regionen getrieben. Die ursprünglich römischen Treibhunde, die sich dort mit heimischen Hunden vermischt hatten, wurden von den Händlern und Metzgern zum Bewachen und Treiben dieser Viehherden, aber auch als Zughund eingesetzt. Dadurch wurde „der Rottweiler“ überregional bekannt. Durch neue Transportmittel wie die Eisenbahn wurden die Treibhunde im Laufe der Zeit aber mehr und mehr ihrer ursprünglichen Aufgabe beraubt. Das alternative Einsatzgebiet des Rottweilers war schließlich der Polizeidienst - 1910 erkannte man ihn offiziell als Polizeihund an. Im Rahmen der Diskussion über das Aggressionspotenzial bestimmter Rassen haben mehrere deutsche und österreichische Bundesländer sowie Kantone in der Schweiz den Rottweiler auf ihre Rasselisten gesetzt. Damit einher gehen verschiedene Anforderungen und Einschränkungen bezüglich der Haltung eines Rottweilers, wie zum Beispiel die Pflicht zur Abnahme eines Wesenstests.

Dem Rassestandard gemäß werden Rüden bis 68 cm groß und wiegen ca. 50 kg, Hündinnen bis zu 63 cm groß und wiegen ca. 42 kg. Dabei soll der Rottweiler kräftig, aber nicht plump sein. Das Fell ist kurz mit Unterwolle. Es ist sehr pflegeleicht und robust und überwiegend schwarz - nur an den Lefzen, am Fang, über den Augen, unter der Schwanzwurzel, auf der Brust und an den Beinen hat der Rottweiler rotbraune Abzeichen. Diese werden „Brand“ genannt.

Gesundheitlich ist der Rottweiler wie alle großen, schweren Hunde häufiger von Hüft- oder Ellbogengelenksdysplasie betroffen. Auch Herzerkrankungen kommen vermehrt vor. Sehr selten tritt schon im jungen Alter die erblich bedingte Leukoenzephalomyelopathie auf, bei der die Hunde unter fortschreitenden Lähmungen leiden.

Als ursprünglicher Treibhund ist der Rottweiler ein körperlich sehr robuster Hund, denn nur so konnte er das Großvieh vorantreiben oder auch stoppen. Zimperlich durften die Hunde bei der Arbeit also nicht sein. Sie mussten auch mal einen Stoß oder einen Tritt einstecken, ohne davon nachhaltig beeindruckt zu sein. Durch diese eher geringe Sensibilität ist der Rottweiler als Anfängerhund relativ gut geeignet. Er ist nicht leicht zu traumatisieren und daher auch in einem Familienhaushalt mit etwas mehr Trubel gut aufgehoben. Nicht außer Acht lassen darf man allerdings den körperlichen Aspekt - gerade im Zusammenhang mit Kindern. Der Rottweiler muss von Welpe an lernen, seine Menschen nicht grob anzurempeln oder mit ihnen zu raufen. Stark körperliche Spiele sollte man mit ihm also nicht anfangen, damit diese nicht zu heftig und ritualisiert werden. Neben den richtigen Regeln und Grenzen braucht der Rottweiler an anderer Stelle aber natürlich auch die Möglichkeit, sich körperlich auszupowern. Diese kann man ihm zum Beispiel bei einem anstrengenden Apportiertraining bieten, wo er das Apportel zunächst aus einem großen Haufen schwerer Zweige befreien oder von einem Ast herunterziehen darf. Der Kreativität sind da keine Grenzen gesetzt.

Der Kangal

In seiner Heimat der Türkei ist er auch als "Karabash" (Schwarzkopf) bekannt und ein typischer Herdenschutz- und Wachhund. Was diesen Hund auszeichnet und charakterisiert erfahrt ihr hier...

Der Kangal ist zwar erst seit 1989 unter der Bezeichnung „Anatolischer Hirtenhund" (seit dem 15.6.2018 als Kangal Çöban Köpeği - türk. Kangal Hirtenhund) als Rasse bei der FCI (Fédération Cynologique Internationale) anerkannt, seine Wurzeln gehen aber vermutlich schon auf die Herdenschutzhunde der Nomaden zurück, die zwischen 10.000 v. Chr. und 1.300 n. Chr. durch Zentralasien und Anatolien zogen.

Damals schon wurden die Hunde für Aufgaben eingesetzt, die die rassetypischen Eigenschaften des Kangals bis heute bestimmen. Sie lebten mit den Tieren der Nomaden zusammen in der Herde, um sie vor den Angriffen von Wildtieren und anderen Eindringlingen zu schützen. Seit dem 12. Jahrhundert werden Hunde, die dem Kangal in seiner heutigen Form schon sehr ähnelten, zum Schutz der Schafherden in der Region um Sivas und Ostanatolien eingesetzt. Vor allem die Stadt Kangal in der Provinz Sivas war früh für diese Art der Hunde bekannt. Zu dieser Theorie der Geschichte des Kangals existieren Hinweise durch die Namensherkunft sowie einige genetische Studien, ein wissenschaftlicher Konsens besteht allerdings nicht.

In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts begann die Verbreitung der Rasse nach Großbritannien, in die USA, die Niederlande, nach Frankreich und Deutschland sowie in weitere europäische Länder. In der Türkei wird der Kangal seit 1975 neben seiner ursprünglichen Aufgabe als Herdenschutzhund an Schafherden und Wachhund auch für militärische Zwecke und als Diensthund eingesetzt und gezüchtet.

Körperlich ist der Kangal bestens für seine Aufgaben ausgestattet. Er ist von der Statur her groß und imposant, aber trotzdem muskulös und beweglich, denn er muss im Fall eines Angriffs in der Lage sein, sich von jetzt auf gleich mit großer Geschwindigkeit fortzubewegen. Das dichte Fell mit Unterwolle ist je nach Jahreszeit drei bis sieben Zentimeter lang und schützt bei der Arbeit im Freien sowohl vor großer Hitze als auch vor klirrender Kälte. Offiziell sind alle Fellfarben erlaubt, in der Regel reicht das Spektrum aber von hellbraun bis hellgrau, mit dunkelbraunen bis schwarzen Abzeichen am Fang und an den Ohren. Daher war seine ursprüngliche türkische Bezeichnung „Karabaş“, was „Schwarzkopf“ (kara - schwarz, baş - Kopf) bedeutet.

Bei seiner Arbeit an den Schafherden in den anatolischen Bergregionen muss der Kangal selbstständig agieren und eigene Entscheidungen treffen. Nicht selten wochenlang von Menschen getrennt, ist die Herde seine soziale Gruppe, die er sogar gegen Bären und Wölfe verteidigen würde. Im Einsatz als Wachhund beschützt er sowohl seine Menschen als auch deren Eigentum. Er arbeitet sehr strategisch, liegt häufig an erhöhten Stellen nah bei seiner Herde, um die Umgebung gut im Blick zu haben. So zutraulich und sozial er seiner Herde und seinen Menschen gegenüber ist, so misstrauisch ist er Fremden gegenüber.

Was in den weiten, geräumigen und menschenleeren Bergregionen Anatoliens durchaus Sinn macht, kann im engen, hektischen Deutschland schnell zum Problem werden. Kennt man die Geschichte und das ursprüngliche Einsatzgebiet dieser Hunde, wird schnell klar, dass weder der Kangal noch seine Besitzer im städtischen Bereich oder einer Siedlung, geschweige denn in einer Wohnung in einem Mehrfamilienhaus glücklich werden können. Insofern stellt der Kangal „besondere“ Ansprüche an seinen Wohnraum, die man in Deutschland eigentlich kaum erfüllen kann. Aber selbst wenn man sehr einsam wohnt und ein riesiges, sicher eingezäuntes Grundstück hat, ist der Kangal aufgrund seiner extrem ausgeprägten territorialen und sozialen Motivation kein Anfängerhund und auch kein Familienhund.

Der Hovawart

Anfang des 20.Jahrhunderts begann Kurt F. König mit der Rückzüchtung des seit dem Mittelalters bekannten alten Hofhundes.

Der Hovawart ist eine alte deutsche Gebrauchshunderasse, deren Name auf die mittelhochdeutschen Begriffe „Hova“ (Hof) und „Wart“ (Wächter) zurückzuführen ist. Der uns heute bekannte Hovawart ist eine Nachzüchtung eines Hof- und Bauernhundes, den es schon im 13. Jahrhundert gab. Ab 1922 wurde der Hovawart aus vom Typ her ähnlichen Hunden, die noch auf Bauernhöfen zu finden waren, neu gezüchtet. In den ersten Jahren kreuzte man Neufundländer, Leonberger, Deutsche Schäferhunde und weitere Rassen mit ein.

Es handelt sich beim Hovawart um einen mittelgroßen Hund mit kräftigem, leicht gewelltem Langhaar und wenig Unterwolle. Es gibt ihn in den Fellfarben blond, schwarz und schwarzmarken.

Seinem Namen macht der Hovawart alle Ehre: Er wacht seinem Ursprung gemäß immer noch gern über Haus und Hof und hat somit einen stark ausgeprägten Territorialinstinkt. Geregelte Strukturen im Alltag sowie Geduld und Konsequenz in der Erziehung sind daher beim Hovawart enorm wichtig, um seinen natürlichen „Schutzinstinkt“ in geordnete Bahnen zu lenken. Als Anfänger- oder Familienhund ist der Hovawart nicht oder nur bedingt zu empfehlen.

Der Hovawart ist ein aktiver Hund und sollte auch entsprechend ausgelastet werden. Er ist für viele Beschäftigungsformen zu haben. Ob Revieren, Fährtenarbeit, Mantrailing oder Rettungshundestaffel - der Hovawart ist ein geeigneter Begleiter. Vor allem bei der Nasenarbeit ist er mit Begeisterung dabei.

Der Pudel

Aufgrund seines Aussehens wurde und wird der Pudel oft zu Unrecht als reiner Mode- und Schoßhund angesehen. Mit seinem wolligen und gekräuselten Fell hat man ihn schon in europäischen Königshäusern bisweilen als solchen verhätschelt.

Wobei der Pudel gerade bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts zumeist als Apportierhund bei der Wasserjagd eingesetzt wurde. Unterschiedliche Erklärungen seiner Namensherkunft belegen dies: Teilweise heißt es, der Name komme vom altdeutschen „Puddeln“ und bedeute „im Wasser planschen“. An anderen Stellen liest man, dass er von dem vom Wortlaut ähnlichen Ausdruck „Pfudel“ (Pfütze) stammt. Der französische Name „caniche“ kommt von dem französischen Wort „cane“ für die weibliche Ente. Die Herkunft der sehr alten Rasse konnte bis heute nie eindeutig geklärt werden, wird aber immer wieder mit verschiedenen Wasserhunden in Verbindung gebracht.

Ende des 19. Jahrhunderts begann die Reinzucht des Pudels im heutigen Sinn. Damals gab es Groß- und Kleinpudel in den klassischen Farben schwarz, weiß und braun. In den 30er Jahren wurde im Rahmen der Anerkennung durch die FCI (Fédération Cynologique Internationale) Frankreich als Ursprungsland festgelegt. In den Rassestandard wurde nun mit dem Zwergpudel eine weitere Größe aufgenommen, der in den 90er Jahren noch der Toy folgte.

Das besondere Markenzeichen des Pudels ist sein Fell. Es wächst fortwährend, daher muss der Pudel regelmäßig geschoren werden. Bei Ausstellungen sieht man den Pudel heute meist mit Modeschur oder Puppy-Clip. Seit Mitte der 80er Jahre findet man dort keine Löwenschur mehr, die früher so charakteristisch war. Langhaarige Pudel sollte man mehrmals in der Woche bürsten, damit das Fell nicht verfilzt. Der Pudel haart nicht und hat keinen jahreszeitbedingten Fellwechsel. Die vier Varianten sind vom Erscheinungsbild gleich, sie unterscheiden sich lediglich in der Größe: Der Großpudel ist über 45 cm bis zu 60 cm groß, der Kleinpudel über 35 cm bis zu 45 cm, der Zwergpudel über 28 cm bis zu 35 cm und der Toy-Pudel über 24 cm bis zu 28 cm.

Wie alle großen Hunde kann der Großpudel an Hüftgelenksdysplasie leiden. Die progressive Retinaatrophie - eine erblich bedingte Augenkrankheit, die zum Erblinden führt - kommt manchmal bei Klein-, Zwerg- und Toypudeln vor. Bevor sie zur Zucht zugelassen werden, können die Träger allerdings per Gentest ermittelt werden. Zwerg- und Toypudel leiden manchmal an erblicher Patellaluxation, die krankhafte Verlagerung der Kniescheibe.

Als Gemeinschaftsjäger ist der Pudel sowohl als Anfängerhund als auch als Familienhund geeignet. Dabei ist er auch heute kein „Couch-Potato“. Er hat Spaß daran, mit seinen Menschen zusammen zu arbeiten und ist vor allem für aktive Beschäftigungen, zum Beispiel das Apportieren, zu begeistern. Pudelbesitzer tun gut daran, sich an die ursprüngliche Aufgabe des Pudels zu erinnern und ihn auch dementsprechend auszulasten, damit der Pudel das ungerechtfertigte Image des Schoßhündchens ein für alle mal hinter sich lassen kann.

Australian Cattle Dog

Der Australian Cattle Dog ist ein Treibhund, der in Australien für die Arbeit an Rindern gezüchtet wurde.   

Dafür mussten die Hunde vor allem robust sein, um auch mal einen Tritt von einem Rind einstecken zu können, und zudem durchsetzungsfähig und sehr körperlich agieren, um die großen Tiere zu treiben.

Die Rasse ist eng mit dem Namen des Rinderzüchters Thomas Hall verknüpft, der 1830 blau getüpfelte Drover Dogs aus Nordengland importierte. Er kreuzte einheimische Dingos ein und schuf so eine eigene Rasse, die Jahre später unter dem Namen „Hall’s Heeler“ bekannt und begehrt war. Thomas Hall legte Wert darauf, dass die Hunde genügsam und ausdauernd waren. Sie mussten die Herden bei extremem Wetter und über sehr große Distanzen treiben. Außerdem sollten sie wachsam sein. Sie waren für ihn so wertvoll, dass er keinen seiner Hunde verkaufte. Erst nach seinem Tod 1870 konnte man Hall’s Heeler käuflich erwerben. Welche Rassen im Anschluss noch eingekreuzt wurden und den Hund zum heutigen Australian Cattle Dog machten, ist nicht schriftlich dokumentiert. Klar ist nur, dass nicht das Aussehen, sondern die Arbeitsleistung immer das oberste Zuchtziel war. Die Rasse ist seit 1903 anerkannt. 

Rüden sind laut aktuellem Rassestandard 46 bis 51 cm groß, Hündinnen 43 bis 48 cm. Kräftig und kompakt soll der Körperbau sein, mit einer starken Muskulatur, um leistungsfähig, beweglich und ausdauernd arbeiten zu können. Das Fell ist glatt und hat kurze, dichte Unterwolle. Das Haarkleid ist sogar so dicht, dass es praktisch wasserundurchlässig ist. Farblich sind dabei zwei Varianten erlaubt:  Blau (auch blau getüpfelt oder blau gesprenkelt) mit schwarzen, blauen oder lohfarbenen Abzeichen am Kopf und lohfarbenen Beinen, Front und Hals. Oder rot gesprenkelt mit ggf. gleichmäßig verteilten Abzeichen am Kopf. Cattle Dogs werden weiß geboren und bekommen ihre eigentliche Farbe - bis auf die Abzeichen, die von Geburt an vorhanden sind - erst mit einigen Wochen.

Gesundheitlich gilt der Australian Cattle Dog als robust. Er kann allerdings unter anderem von erblicher Erblindung (generalisierte Progressive Retinaatrophie), die sich auch bei alten Hunden noch entwickeln kann, und angeborener Taubheit (kongenitale sensorische Taubheit) betroffen sein.

Der Australian Cattle Dog ist und bleibt in erster Linie ein Arbeitshund mit seinen ursprünglich für das Treiben der Rinderherden notwendigen Anlagen und Eigenschaften. Dazu gehört nicht nur das körperliche Agieren, sondern auch eine territoriale und eine soziale Motivation, die oft auf sein Haus, seinen Garten, seinen Spazierweg, sein Auto und auf seine Familie bezogen sind. Als Anfänger- und Familienhund ist der Australian Cattle Dog insofern nur bedingt geeignet. Zwar ist er durch seine robuste Art auch bei einem höheren Geräuschpegel und kleinen Kindern, die unbewusst auch mal etwas fester ins Fell greifen, geduldig. Jedoch braucht er wegen seiner Reserviertheit Fremden gegenüber und seiner Neigung dazu, die eigene Familie beschützen zu wollen, von Beginn an klare Regeln und Strukturen. Darüber hinaus sollte man sich im Klaren darüber sein, dass einfache Spaziergänge für den Cattle Dog nicht ausreichend sind. Er ist für Sport und verschiedene Beschäftigungsformen zu begeistern. Schön ist, wenn sie mit seiner ursprünglichen Aufgabe zu tun haben, also zum Beispiel Distanztraining (Longieren) oder Treibball. Aber auch Hoopers oder Agility machen vielen Cattle Dogs Spaß, wenn die Belohnung nachher stimmt.

Cavalier King Charles Spaniel

Viele Rassebeschreibungen des Cavalier King Charles Spaniels lesen sich wie ein fast zu schönes Märchen: Der kleine Hund mit den Knopfaugen sei nicht nur schrecklich niedlich, sondern auch lieb zu Kindern, freundlich zu Besuch, Artgenossen und anderen Tieren, problemlos mit und ohne Leine zu führen und er erziehe sich quasi wie von selbst.

Dann kommt allerdings kein Happy End: Naja, und er habe eben ein paar Probleme mit erblich bedingten Krankheiten…

Aber beginnen wir ein paar hundert Jahre früher. Erste Erwähnungen des ursprünglichen „King Charles Spaniel“ finden sich bereits im 16. Jahrhundert. Er war der Lieblingshund des englischen Königs Charles I. (1600-1649) und daher zu der Zeit schon auf zahlreichen Gemälden zu sehen. Die kleinen Schoßhunde waren beim Adel überaus beliebt. Charles I. erließ zu seinen Gunsten sogar ein Gesetz, das besagte, dass jeder King Charles Spaniel Zugang zu jedem öffentlichen Gebäude im gesamten englischen Königreich habe. Dieses Gesetz existiert tatsächlich auch heute noch.

Im Laufe der Zeit hat sich die Form des King Charles Spaniels deutlich verändert. Durch die Einkreuzung kleinerer und kurznasiger Rassen wurden auch die Spaniel schließlich kleiner, hatten rundere Köpfe und eine deutlich kürzere Nase als ihre Vorfahren. Der Amerikaner Roswell Eldridge setze sich ab 1926 für die Rückzüchtung nach dem Vorbild der Hunde Charles I. ein. Die Hunde sollten wieder etwas größer und langnasiger werden. In Anlehnung an die Bezeichnung der Truppen des Königs, die „cavaliers“, wurden sie dann 1945 als „Cavalier King Charles Spaniel“ als neue Rasse anerkannt.

Der heutige Cavalier King Charles Spaniel hat eine Schulterhöhe von 32 bis 34 Zentimetern und ein Gewicht von 5,5 bis 8 Kilogramm. Der Cavalier hat langes, besonders an den langen Ohren, den Beinen und der Rute, üppig hängendes Fell. Vier Farbvarianten sind offiziell anerkannt: Black and Tan, Ruby, Blenheim und Tricolour. Der Kopf ist klein und flach und hat zwischen den Ohren einen flachen Stop.

Und damit sind wir sozusagen bei der größten „Problemzone“ des Cavaliers angelangt, die dunkle Wolken in den märchenhaften Rassebeschreibungen aufziehen lässt. In seiner jahrhundertelangen Laufbahn als „Schoßhündchen“ wurde beim Cavalier vor allem auf das Aussehen geachtet. Süß und niedlich sollte er natürlich sein. Dem klassischen Kindchenschema zufolge sollten die Augen also groß und rund und die Stupsnase klein sein - Brachycephalie (Kurz- und Rundköpfigkeit) ist die anatomische Folge. Denn je kleiner der Kopf ist, desto größer wirken die Augen. Der Schädel des Cavaliers ist dadurch häufig zu klein für sein Gehirn. Das Hirnwasser kann somit nicht - wie eigentlich nötig - ständig neu gebildet werden und über das Rückenmark abfließen, da das Gehirn im kleinen Schädel den Abfluss blockiert. Es staut sich Hirnwasser und der starke Druck im Kopf führt zu Nervenreizungen, Ausfallerscheinungen und starken Schmerzen. Das alles sind Symptome der qualvollen Krankheiten Syringomyelie und Chiari Malformation, die beim Cavalier King Charles Spaniel mit bis zu 60 Prozent leider sehr verbreitet sind. Wegen dieser Krankheiten sowie einer häufig auftretenden Fehlfunktion der Herzklappen und weiterer Nerven- und Augenkrankheiten steht der Cavalier ganz oben auf der Liste der am meisten von Erbfehlern belasteten Hunderassen.

Eine Empfehlung für den Cavalier King Charles Spaniel können wir, da wir ihn unter den aktuellen Umständen als Qualzucht bezeichnen müssen, nicht aussprechen. Und obwohl so häufig seine unkomplizierte Art und die einfache Erziehung betont werden, darf man auch nicht vergessen, dass er ursprünglich ein Spaniel, also ein Stöberhund ist. Geistige und körperliche Auslastung – vor allem im jagdlichen Bereich der Nasenarbeit - sowie Regeln und Strukturen im Alltag dürfen also beim hoffentlich gesunden Cavalier definitiv nicht zu kurz kommen.

Der Border Terrier

Der Border Terrier ist von der Nase bis zur Rutenspitze hundertprozentig auf das eingestellt, wofür er ursprünglich in seinem Heimatland gezüchtet wurde: die Jagd auf Füchse, Otter und Dachse.

Im schottisch-englischen Grenzgebiet (engl. „border“) existierten seit dem späten 18. Jahrhundert kleine, robuste und laufstarke Terrier, die die Jäger zu Pferd und deren Foxhound-Meuten auf langen Strecken begleiten konnten. Ihr Job war es dabei, Füchsen und Dachsen, die in einen Bau flüchten konnten, zu folgen, sie zu stellen und wieder ans Tageslicht zu treiben. Für diesen Einsatz durften sie nicht zu groß sein, vor keinem Feind zurückschrecken, mussten selbstständig und selbstbewusst agieren und natürlich auch mal einen Gegenangriff einstecken können. Alles in allem also nichts für Angsthasen. Erst viel später, im Jahr 1920, wurde der Border Terrier im britischen Kennel Club offiziell eingetragen und ein einheitlicher Rassestandard begründet.

Äußerlich wirkt das kleine Jagdpaket fast unscheinbar - wer die Rasse nicht kennt, hält ihn oft für einen Mischling. Denn „Schönheit“ im klassischen Sinne war bei diesen Hunden völlig unwichtig. Körperbau und Fell mussten vielmehr den Anforderungen beim jagdlichen Einsatz gerecht werden.

Mit einer Schulterhöhe zwischen etwa 32 und 36 cm bringt ein Rüde 5,9 bis 7,1 kg und eine Hündin 5,1 bis 6,4 kg Gewicht mit sich. Unter dem drahtigen Deckhaar verbirgt sich dichte, weiche Unterwolle. Damit ist der Border Terrier bestens bei jeder Witterung und auch im Wasser geschützt. Das Fell benötigt nur wenig Pflege, lose Haare werden gelegentlich ausgezupft. Mögliche Fellfarben sind Rot, weizenfarben, „grizzle and tan“ und „blue and tan“. Die Kopfform des Border Terriers wird immer mit der eines Otters verglichen - ein breiter Schädel mit einem kurzen Fang und einem schwarzen Nasenschwamm. Die V-förmigen Ohren hängen bis zur Wange herab. Seine hohen, schlanken Beine erlauben es ihm, auch längere Distanzen in einem flotten Tempo zurückzulegen. Der Brustkorb ist nicht zu breit, damit er auch gut in die Raubwildbauten eindringen kann.

Wen wundert es nun noch, dass der Border Terrier kein Hund für Liebhaber kurzer, entspannter Spaziergänge ist? Der robuste Naturbursche wird in Großbritannien weiterhin hauptsächlich jagdlich geführt, wird aber auch als Begleiter sportlicher Menschen und vor allem bei Reitern immer beliebter. Und bei diesen ist er tatsächlich bestens aufgehoben, da der Border Terrier bei ausreichender körperlicher und geistiger Auslastung (gern auch alternativer jagdlicher Beschäftigung mit seinem Menschen) auch zufrieden und entspannt ist.

Als Hund für Hundeanfänger oder Familien mit kleinen Kindern ist er aber sicherlich nicht geeignet. Denn wer sich allein im Bau gegen ein Raubtier behaupten muss, neigt dazu, sehr selbstständig zu sein und bei allem - zum Beispiel auch bei unerwünschten Jagdausflügen - einen langen Atem zu haben. Insofern muss der Border Terrier von Beginn an für ihn sinnvolle Regeln bekommen und konsequent erzogen werden. Dadurch, dass der Border Terrier auch mit der Meute verträglich sein musste, wurde bei der Zucht natürlich sehr auf diesen Aspekt geachtet. Insofern ist er im Normalfall sehr unkompliziert mit Artgenossen und für erfahrene Hundehalter auch gut als „Zweithund“ geeignet.

Deutsche Dogge

Dieser kraftvolle und elegante Hunderiese ist auch als Dänische Dogge oder Great Dane bekannt, wurde 1881 offiziell aber auf den Namen Deutsche Dogge getauft.

Mit mindestens 72 cm Widerristhöhe bei Hündinnen und mindestens 80 cm bei Rüden ist die Deutsche Dogge zweifellos eine imposante Erscheinung, ein echter Hingucker.

Die enorme Größe dieser Rasse hat seit jeher ihre Einsatzbereiche bestimmt. Die Hunde sollten entweder optisch etwas „hermachen“ oder mit ihrer Kraft und ihrer Größe im Kampf beziehungsweise bei der Jagd eingesetzt werden.

Einige Stimmen führen die Entstehung der Dogge schon auf römische Mastiffs der Antike zurück, die damals als Kriegs- und Kampfhunde eingesetzt wurden. Eindeutig belegt ist diese Theorie allerdings nicht. Doch ab Beginn des 16. Jahrhunderts lässt sich die Geschichte der Deutschen Dogge recht gut zurückverfolgen. Molossoide Hunde aus verschiedenen europäischen Ländern wurden damals mit Windhunden, speziell dem Irischen Wolfshund gekreuzt, um starke, aber auch wendige und schnelle Hunde entstehen zu lassen. Diese wurden entweder bei der Jagd oder zu Schutzzwecken eingesetzt. An Fürstenhöfen wurden die eindrucksvollsten Exemplare als sogenannte Kammer- oder Leibhunde, also Begleiter und Beschützer am Hof gehalten, die ihre Herren als „Leibwächter“ bis in die Schlafgemächer begleiteten. Die Hunde, die bei der Jagd eingesetzt wurden, sahen sich vor allem Wildschweinen und Bären gegenüber. Sie kamen zum Einsatz, nachdem „Saufinder“, „Saurüden“ oder „Bärenbeißer“ die Wildschweine und Bären aufgespürt und aus dem Dickicht ins Freie getrieben hatten. Ihre Aufgabe war es dann - geschützt durch einen Panzer aus dickem Stoff und Fischbeinstäben - ein bereits ermüdetes Tier zu packen und festzuhalten bis der Jäger hinzukam und es mit der Stichwaffe tötete. Die Bedeutung dieser unter anderem als „Saupacker“ bezeichneten Hunde für die Jagd ging im 19. Jahrhundert mit dem steigenden Einsatz von Schusswaffen immer weiter zurück. Je nach Region entwickelten sich unterschiedliche Typen und damit auch unterschiedliche Bezeichnungen der Dogge. German Boarhound, Ulmer Dogge oder Dänische Dogge sind nur einige davon. 1880 wurde schließlich ein einheitlicher Standard definiert, der unter der Bezeichnung „Deutsche Dogge“ alle bis dahin existierenden Variationen vereinte. Wie man sich denken kann, war und ist dieser Beschluss umstritten, da mehrere europäische Länder den Ursprung der Dogge für sich beanspruchen.

Laut Rassestandard sind fünf Farben in drei Farbschlägen erlaubt: Blau, gelb und gestromt sowie gefleckt und schwarz. Der Körperbau der Dogge soll groß und kräftig sein. Das Fell ist sehr kurz, dicht und glänzend. Der Kopf ist lang und markant mit deutlichem Stopp, die hängenden Ohren sind hoch angesetzt.

Wie viele sehr große Rassen haben Doggen leider keine hohe Lebenserwartung. Eine schwedische Untersuchung beziffert, dass 28 Prozent der Deutschen Doggen vor dem Alter von fünf Jahren sterben. Sie neigen - auch aufgrund ihrer Größe - zu einigen rassespezifischen Krankheiten wie Hüftgelenksdysplasie, dilatative Cardiomyopathie (eine Herzmuskelerkrankung), Knochenkrebs und Magendrehung.

Doggen sind Hunde mit einer sehr hohen Reizschwelle. Das bedeutet, dass ein Reiz sehr hoch sein muss, bevor die Dogge darauf reagiert. Dann kann die Reaktion aber blitzschnell und aufgrund der Größe und des Körperbaus auch sehr heftig beziehungsweise körperlich ausfallen. Ihre Vorfahren durften bei der Jagd auf die Wildschweine und Bären nämlich nicht zimperlich sein und mussten einiges einstecken. Damals war es außerdem wichtig, dass die Hunde bei ihrem Einsatz sehr selbstständig agierten, sie warteten nicht erst auf genaue Anweisungen der Jäger. Heute wird den Doggen manchmal eine aus dieser Eigenständigkeit resultierende - menschlich formulierte - Dickköpfigkeit nachgesagt. Die Aufgabe als Wach- und Leibhund hat zusätzlich dazu geführt, dass Doggen eine zum Teil sehr ausgeprägte territoriale Motivation und Wachsamkeit an den Tag legen. Alles in allem ist diese Mischung in Verbindung mit der Größe und Kraft der Hunde nur bedingt für Hundeanfänger geeignet. Diese sollten sich zumindest im Vorfeld intensiv mit den Anforderungen an die Haltung einer Dogge auseinandersetzen. Denn ohne Konsequenz, klare Regeln und Strukturen kann es am anderen Ende der Leine sehr ungemütlich werden - körperlich ist eine Dogge verständlicherweise kaum zu halten. Sie muss von Welpe an lernen, nicht zu grob mit Menschen und auch anderen Hunden umzugehen. Eine Dogge kann man gut über verschiedene Formen der Nasenarbeit oder auch ein Apportiertraining auslasten. Dabei sollte sie sich - bei entsprechender Gesundheit - auch mal so richtig körperlich verausgaben dürfen, beispielsweise indem sie das Apportel unter einem Baumstamm hervor oder aus einem großen Haufen Äste herausziehen darf.

Der Neufundländer

Die kanadische Atlantikinsel Neufundland ist Herkunftsort und Namensgeber der massiven, kräftigen und muskulösen Hunde.

Rüden können bis zu 71 cm groß und 68 kg schwer und Hündinnen bis zu 66 cm groß und bis zu 54 kg schwer werden. Das mittellange Fell des Neufundländers ist durch die dichte Unterwolle nahezu wasserundurchlässig und lässt viel über seine ursprüngliche Verwendung vermuten.

Über den genauen Ursprung dieser Rasse gibt es zwar verschiedene Theorien, aber es ist davon auszugehen, dass sie aus dort heimischen Hunden, großen schwarzen Bärenhunden, die die Wikinger dort eingeführt hatten, und den Hunden europäischer Fischer entstand. Zu allen Zeiten war der Neufundländer ein echtes Arbeitstier: Er half beim Einholen der Boote und Fangnetze, rettete Schiffbrüchige, beschützte Schiffe und Ladungen und diente dazu, Lasten zu ziehen.

Im 18. Jahrhundert wurde er erstmals von einem englischen Kapitän als „Newfoundland dog“ erwähnt, eine erste Ausstellung der Rasse gab es 1860 in Birmingham und die Anerkennung der Rasse erfolgte schließlich 1865. Laut Rassestandard der FCI sind drei Farben erlaubt: Schwarz, braun und weiß-schwarz. England und Kanada haben teilweise eigene Standards, die von denen der FCI abweichen. In Kanada entspricht beispielsweise der braune Neufundländer nicht den offiziellen Vorgaben.

Der ursprüngliche Neufundländer war zudem an der Entstehung einiger weiterer Rasse beteiligt. Aus dem schwarz-weißen Neufundländer entwickelte sich der Landseer. Und bei dem auf das Apportieren spezialisierten, wasserfreudigen Labrador Retriever haben ursprünglich schwarze Neufundlandhunde mitgewirkt. Wasserpassion und angeborene Apportierfreude haben heutige Neufundländer oft noch mit dem Labrador Retriever gemein. Das macht sie weiterhin zum geborenen Wasserrettungshund.

Auch, wenn der Neufundländer kein Langstreckenläufer ist, braucht er natürlich doch seine artgerechte Auslastung. Zum Beispiel durch wetterunabhängige Aktivitäten im Wasser oder Rettungshundearbeit, gegebenenfalls auch Mantrailing im Freizeitbereich oder Zughundesport. Damit er nicht zu sehr dazu neigt, sein Territorium bewachen zu wollen, ist eine konsequente Erziehung und eine sinnvolle Aufgabenverteilung in seinem „Rudel“ für den Neufundländer von Beginn an enorm wichtig.

Wie viele große Hunderassen hat der Neufundländer leider keine hohe Lebenserwartung. Durchschnittlich 22 Prozent aller Neufundländer sterben vor dem fünften Lebensjahr, 42 Prozent vor acht Jahren und 62 Prozent werden keine zehn Jahre alt. Gesundheitlich sind die Hunde oftmals von orthopädischen Leiden betroffen. Häufig kommen Hüftgelenksdysplasie, Ellenbogengelenksdysplasie und auch Knochenkrebs vor.

Der Weimaraner

Mit ihren hell oder dunkel bernsteinfarbenen Augen, die im Welpenalter hellblau leuchten, sind sie ein echter Hingucker, die Weimaraner.

Sie haben silber-, reh- oder mausgraues Fell, entweder sehr dicht und glatt oder auch als langhaarige Variante. Rüden werden 59 bis 70 cm hoch und 30 bis 40 kg schwer, Hündinnen 57 bis 65 cm hoch und 25 bis 35 kg schwer.

„Vielseitiger Jagdgebrauchshund“ liest man, wenn man sich beim Verband für das deutsche Hundewesen (VDH) über den Weimaraner informiert. Dieser kurze Begriff, so unscheinbar er zunächst wirkt, offenbart tatsächlich sehr viel über die Rasse: Der Weimaraner gehört zu den Vorstehhunden, er wurde also gezielt als Helfer des Jägers für das Aufspüren und Anzeigen von Wild vor dem Schuss gezüchtet. Ebenso talentiert zeigt er sich aber auch bei der Arbeit nach dem Schuss, also beim Auffinden und Apportieren des angeschossenen oder toten Wilds, auch aus dem Wasser. Rassekenner betonen die sogenannte Raubzeug- und Wildschärfe des Weimaraners, was bedeutet, dass er - je nach Größe und Stärke seines Gegenübers - Wild auch tötet oder zumindest stellt. Dazu gehören, menschlich ausgedrückt, eine große Portion Mut und ein gewisses Maß an Selbstständigkeit. Zusätzlich zeigt der Weimaraner häufig wachsames beziehungsweise territoriales Verhalten.

Die Entstehung des Weimaraners ist nicht eindeutig belegt. Bekannt ist aber, dass Großherzog Karl August von Sachsen-Weimar-Eisenach Anfang des 19. Jahrhunderts am Hof zu Weimar solche Vorstehhunde hielt. Um 1890 begann die planmäßige Zucht und zuchtbuchmäßige Erfassung des Weimaraners. Der „Verein zur Reinzucht des silbergrauen Weimaraner-Vorstehhundes“ wurde 1897 gegründet. Der VDH betont, dass der Weimaraner seit diesem Zeitpunkt „rein gezüchtet“ wurde, es also keine Einkreuzungen anderer Rassen mehr gab. Somit sei der Weimaraner die älteste deutsche Vorstehhunderasse.

Obwohl der Weimaraner in den letzten Jahrzehnten auch in „ganz normalen“ Haushalten immer beliebter geworden ist, geben viele deutsche Züchter ihre Welpen immer noch ausschließlich an Jäger ab. Eine Begründung ist dabei, dass diese Hunde, die aus einer reinen Jagdzuchtlinie stammen (bei der man also bei der Zucht immer auf die Arbeitsanlagen der Hunde geachtet hat), als Familienhunde unterfordert sind und daher häufig verhaltensauffällig werden. Informiert man sich sorgfältig über die Rasse und ihre hier zuvor beschriebenen ursprünglichen Einsatzbereiche, kann man das Anliegen der Züchter durchaus verstehen. Der Weimaraner ist kein Hund, der sich mit zwei kurzen Spaziergängen, dem Besuch der Hundewiese und einer großen Runde nach Feierabend zufrieden gibt. Wenn dann noch kleine Kinder in der Familie sind und es mitunter auch etwas dynamischer zugeht, sind unentspannte Situationen mit dem Weimaraner quasi vorprogrammiert. Wer den Weimaraner also nicht jagdlich führt, muss auf jeden Fall für ausreichende alternative jagdliche Beschäftigung sorgen - und zwar täglich, ohne den Hund dabei zum absoluten Adrenalinjunkie zu machen. Es geht darum, nicht nur den Bewegungsdrang zu befriedigen, sondern vor allem auch Impulskontrolle zu trainieren und die vielseitigen Jäger vom Kopf her auszulasten. Es sollten also durchaus komplexe Aufgaben sein, die man dem Weimaraner stellt, beispielsweise aus den Bereichen Dummytraining, Fährtenarbeit oder Mantrailing. Regeln und Strukturen im Alltag sind zusätzlich wichtig, um auch der bereits erwähnten territorialen Motivation gerecht zu werden.

Der Whippet

Der auf Geschwindigkeit und Leistung optimierte Whippet entstand im Norden Englands im 19. Jahrhundert als Hund von Bergleuten und Fabrikarbeitern. Der wohlhabende Adel ging mit den größeren Greyhounds auf die Jagd, die weniger vermögende Bevölkerungsschicht benötigte einen kleineren Hund, der weniger Platz brauchte und dadurch auch günstiger im Unterhalt war. So kreuzten sie kleinere Greyhounds mit Terriern. Diese „Snap dogs“ oder „Rag hounds“ füllten zunächst ihren Kochtopf mit dem Kaninchenbraten und später ihren Geldbeutel mit dem Einsatz bei Wettrennen. Nebenbei konnte man sie dank des Terrieranteils auch gut bei der Rattenbeseitigung einsetzen. 1891 verfasste man schließlich den ersten Rassestandard und festigte hierbei einen leistungsfähigen und dabei „eleganten“ Typ des Whippets, an dem sich bis heute verhältnismäßig wenig verändert hat.

Der mit bis zu 51 Zentimeter mittelgroße Windhund ist kleiner als der Greyhound und größer als das Windspiel. Sein Körperbau soll „trocken“ sein, Fettpölsterchen sind also tabu. Man sieht ihm schon körperlich den Kurzstreckensprinter an: schlank, bemuskelt, regelrecht athletisch, ein kleines Kraftpaket. Sein Kopf ist lang gezogen und sein Fang schmal, aber kräftig. Die Ohren, „Rosenohren“ genannt, trägt er leicht nach hinten. Der Brustkorb ist tief und schmal, ihm folgt eine Wespentaille und eine durch die Schräglage des Beckens bedingte, leicht abfallende Hüfte mit kräftig bemuskelten, langen Beinen. Dank dieser Ausstattung zählt der Whippet mit bis zu 58 km/h zu den schnellsten Landtieren der Erde.

Als typischer Windhund ist der Whippet ein Sichtjäger. Das Auge leistet den Hauptanteil bei der Ortung seiner Beute. Deswegen hat der Whippet ein sozusagen überdurchschnittliches Hundeauge: Der schmale Kopf und die seitlich angelegten Augen verschaffen ihm einen Blickradius von 250 Grad - andere Hunde sehen oft nur in einem Radius von 200 Grad. Damit entgeht ihm kein Hase und keine Maus.

Diesen Aspekt sollte man auch beim Training und bei der Auslastung berücksichtigen. Wer mit dem Whippet gemeinsam seiner größten Leidenschaft nachgeht, zum Beispiel mit ihm ein Hetzspiel an der Reizangel macht oder ihn auf einer Windhunderennbahn hinter einer Ersatzbeute herhetzen lässt, macht seinen Hund glücklich und zufrieden. Aber auch Distanztraining, Frisbee oder Agility sind zusätzliche Möglichkeiten zur Auslastung. In aktiven Familien mit nicht zu kleinen Kindern ist der Whippet - auch als Anfängerhund - gut aufgehoben. Was man natürlich nicht unterschätzen sollte und nie genug trainiert werden kann, ist bei dieser Jagdpassion von Anfang an ein sicherer Rückruf.

Gesundheitlich steht der Whippet als Hunderasse sehr gut da. Gelegentlich tritt, vor allem bei reinen Rennlinien, das Bully Whippet Syndrom auf - eine genetische Mutation, bei der der Hund überdurchschnittlich viele Muskeln aufbaut.

Kromfohrländer

Erst 1955 international anerkannt ist der Kromfohrländer einer der jüngsten Rassehunde Deutschlands. Trotzdem ist man sich über seinen Ursprung oder vielmehr seine Entstehung nicht völlig einig.

Fest steht, dass die Siegenerin Ilse Schleifenbaum den mittelgroßen Gesellschafts- und Begleithund um 1945 erstmals „zufällig“ züchtete. Sie nahm einen streunenden Hund amerikanischer Soldaten auf, der ihre Foxterrierhündin Fiffy deckte. Viele Quellen behaupten, dass der Rüde ein Grand Griffon Vendéen mit Namen Peter gewesen sein soll - mindestens genauso viele bezweifeln allerdings, dass aus diesen beiden Rassen ein Hund wie der Kromfohrländer entstanden sein kann. Die kleinen Mischlinge gefielen Ilse Schleifenbaum jedenfalls so gut, dass sie die Verpaarung mehrfach wiederholte und schließlich eine eigenständige Rasse daraus entstehen lassen wollte. 1955 gelang ihr Vorhaben schließlich mit der Unterstützung des damaligen VDH-Geschäftsführers Otto Borner gegen den Widerstand vieler Zweifler. Der Name Kromfohrländer stammt von einem Tal bei Siegen, das „Krom Fohr" (Krumme Furche) genannt wird.

Wie beim Foxterrier unterscheidet man beim Kromfohrländer zwischen Rauhaar und Glatthaar. Die Rauhhaarvariante hat dichtes, raues Fell mit Bart und kurze, weiche Unterwolle. Der glatthaarige Kromfohrländer hat dichte, weiche Haare ohne Bart und ebenfalls kurze, weiche Unterwolle. Beide Linien sind 38 bis 46 cm groß. Die Rüden wiegen 11 bis 16 kg, die Hündinnen 9 bis 14 kg.

Es ist sehr schwierig, allgemeine Aussagen über rassetypische Eigenschaften des Kromfohrländers zu machen. Die Rasse ist wie beschrieben noch sehr jung und als Herkunft gesichert ist eigentlich nur die ursprünglich mütterliche Seite durch die Foxterrierhündin Ilse Schleifenbaums. Der Rassezuchtverein der Kromfohrländer bezeichnet ihn als „anpassungsfähigen, sensiblen und auch feinfühligen Hund mit Terrierblut“. Ähnlich wie der Foxterrier ist der Kromfohrländer auf jeden Fall ein agiler Hund. Die jagdliche Motivation soll zwar noch vorhanden, aber nicht mehr so stark ausgeprägt sein. Betont wird zudem immer die Anhänglichkeit bezogen auf seine Menschen - im Gegensatz dazu behält der Kromfohrländer Fremden gegenüber aber eine scheue Distanz und Zurückhaltung.

Als Anfänger- und Familienhund ist der Kromfohrländer insofern nur bedingt geeignet. In einem Haushalt mit Kindern, wo häufig Besuch empfangen wird und es auch mal ein bisschen lauter und stürmischer zugeht, kann der sensible Hund schnell überfordert sein. In jedem Fall braucht er Menschen, die zum einen sehr konsequent bei seiner Erziehung sind - denn seine Vorfahren Foxterrier sind eher selbstständige Hunde und neigen dazu, schnell eigene Entscheidungen zu treffen. Zum anderen sollten die Menschen darauf achten, dass sie Verantwortung für den Kromfohrländer übernehmen und er Begegnungen mit Fremden nicht allein regeln muss. Hilfreich ist dabei auch eine Gewöhnung an viele unterschiedliche Menschen und Reize bereits in der frühen Sozialisierungsphase.

Der Beagle

Als eine der ältesten Laufhunderassen wurde dieser Hund hauptsächlich vom Jäger zu Fuß und in der Meute auf Hasen und Kaninchen eingesetzt.
Was diesen kleinen Hund auszeichnet und worauf Du im Zusammenleben achten solltest, erfährst Du hier...

Der Spezialist für die Treibjagd in der Meute auf Feldhasen und Wildkaninchen wurde früher auch als „Treibhund der armen Leute“ bezeichnet. Diesen Namenszusatz erhielt der Beagle dadurch, dass er im Gegensatz zu den Foxhounds nicht zu Pferd, sondern zu Fuß geführt wurde.

Die Wurzeln des Beagle werden in der Normandie vermutet. Die normannische Familie Talbot hat weiße Hubertushunde im Heer Wilhelms des Eroberers 1066 nach England gebracht. Daher nannte man die Hunde auch Talbots und dann 600 Jahre später Northern Hounds oder Norman Hounds. Um 1400 fanden die Briten während des Hundertjährigen Kriegs im Süden Frankreichs weitere bis dahin unbekannte Hunderassen, die später als Southern Hounds bezeichnet wurden: Mittelgroß, bunt gescheckt und gesprenkelt gingen die Hunde mit tiefem Spurlaut unermüdlich ihrer Jagdleidenschaft nach und konnten auch den feinsten Fährten noch nach langer Zeit folgen. Man geht davon aus, dass der Ursprung der heutigen Hunderassen der Hounds sowohl auf die Northern Hounds als auch auf die Southern Hounds zurückgeht.

1615 findet man erstmalig in England in einer Beschreibung aller wichtigen Jagdhunderassen den „little Beagle“. Damals bezeichnete man die Form der Hundejagd in einer Meute auch als „beagling". Aber erst seit 1890 existiert der Beagle offiziell als eigenständige Hunderasse.

Heute ist der Beagle zwischen 33 und 40 cm groß und bis zu 18 kg schwer. Er hat kurzes, dichtes Fell in folgenden Farbvarianten: zweifarbig braun-weiß, rot-weiß, zitronengelb-weiß oder dreifarbig schwarz/braun/weiß. Der Körperbau ist im Idealfall quadratisch, kräftig, muskulös, aber nicht dick. Der Kopf ist mäßig lang mit ausgeprägtem Stop. Die tief angesetzten Ohren sind lang und am Ende abgerundet.

Viele seiner Eigenschaften gehen auf den ursprünglichen Einsatz des Beagle als Meutejäger zurück: Er hat eine sehr geringe soziale Motivation, da es ihm durch den Einsatz in der Meute egal sein musste, mit wem er jagt. Auch durfte es keine Streitereien um Beute geben. Insofern ist es dem Beagle sozusagen „egal“ mit wem er zusammen lebt - was unter anderem leider dazu führt, dass er häufig als Laborhund eingesetzt wird, denn so man kann ihn problemlos immer wieder mit anderen Beagle vergesellschaften. Außerdem musste der Beagle in der Meute sehr selbständig und ohne Anleitung durch den Menschen arbeiten. Beim Training des Beagle sollte man also darauf achten, dass er sich sehr am Menschen orientieren muss, um an sein Ziel zu kommen und dadurch sein Jagdverhalten in geordnete Bahnen zu lenken. Für ihn sinnvolle Beschäftigungsformen wie Fährtenarbeit oder Mantrailing bieten sich dabei an.