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Es gelten die allgemeinen Corona Regeln: Bei den Gruppenstunden muss zwischen den Teilnehmern Abstand eingehalten werden. Mund- und Nasenschutz muss getragen werden, wenn der Abstand von 1,5 m nicht eingehalten werden kann.

Cornelia Plein

Wenn ich an meine frühe Kindheit zurückdenke, haben Tiere schon immer einen großen Stellenwert für mich gehabt. Auch für Hunde konnte ich mich seit jeher begeistern: ob es der Mischling „Struppi“ oder der Kuvasz „Norman“ aus der Nachbarschaft war, einige Jahre später auch die Pudeldame „Zoe“, die meiner Schwester im Urlaub wie ein Häufchen Elend auf die Füße gefallen war und ab dem Zeitpunkt unsere Familie erweitert hat, oder die Golden Retriever Hündin „Amy“ von meinem früheren Mitbewohner. Die Rasse spielte für mich keine Rolle.

 

Ich fand und finde Hunde super, auch wenn einige der gerade genannten Hunde nicht immer einfach waren.

Von Martin Rütter hatte ich damals auch schon gehört: ganz witziger Typ, der außer Comedian wohl auch irgendwas mit Hundeerziehung macht. Bei meinem Mitbewohner hatte ich sein Buch „Mensch-Hund, Hund-Mensch“ schon mal gesehen. Mit Hundetraining und der Erziehung von Hunden hatte ich mich jedoch nie auseinandergesetzt. Warum auch, es waren ja alles nicht meine Hunde.

Bis ich dann selber Hundehalterin wurde. Meine Australian Shepherd Hündin Sari kam als Welpe mit acht Wochen zu mir.
„Hundeschule brauche ich nicht“, dachte ich mir, „Welpenstunde ist eh nur dazu da, dass die jungen Hunde Kontakt zu anderen Hunden haben“.
Da ich zu dem Zeitpunkt direkt an einem beliebten Treffpunkt für Hundebesitzer in Koblenz wohnte, war ich der Meinung, dass Sari wohl genug Sozialkontakte hätte. Da sie dort auch immer ohne Leine mit allen Hunden toben durfte, war sie in meinen Augen ja auch obendrein körperlich ausgelastet. Dass ich sowohl Sari als auch mir selber damit keinen Gefallen getan habe, hat sich in einigen kleineren und größeren, immer mehr werdenden Konflikten zwischen uns im Alltag widergespiegelt: ob es das konsequente Ignorieren meines Rufens war, wenn Sari einfach Wichtigeres zu tun hatte, das ständige Pinschen von Sari in meine Hand, das vor-die-Füße-Laufen oder das mich unentwegte Anbellen während des Agilitytrainings. Das waren alles Dinge, die ich zwar äußerst lästig fand, aber irgendwie konnte ich mich damit arrangieren, weil Sari auch sehr liebevolle Seiten hat.

Richtig anstrengend wurde es, als Saris Mutter ebenfalls bei mir einzog. Angel bellte bei allem was uns entgegen kam, schon auf 200 Meter Entfernung. Obendrein hat sie sich immer mit einer unglaublichen Wucht in die Leine geworfen, so dass ich mich tatsächlich einige Male auf den Knien wiedergefunden habe.

Als ein Handwerker Angels Auffassung nach zu selbständig durch unser Haus lief, hat sie ihn mit einem schnellen, beherzten Zwicken in seine Wade auf ihren Unmut hierüber aufmerksam gemacht. Sehr unangenehm. Noch doofer war es, dass sie das Gleiche wiederholte, als mein damals sieben jähriger Neffe das erste Mal bei mir zu Besuch war und durch mein Haus rannte.

In mir keimte die Vermutung auf, dass ich wohl doch mal in die Hundeschule gehen sollte.

Dort hat Angel in der Gruppenstunde auch super mitgemacht und es gab nur einmal einen kleinen Disput mit einem anderen Hund. Allerdings hat sich bei unseren täglichen Spaziergängen gar nichts geändert, genauso wenig, wie an ihrem argwöhnischen Verhalten gegenüber meinen Besuchern.

Mittlerweile wurde ich von zwei Hunden durch meinen Wohnort gezogen. Am liebsten im Zick Zack von Hoftor zu Hoftor, damit Angel lautstark jedem anderen Hund hinter den Toren verkünden konnte, dass sie jetzt da ist.

Alles Training hat nichts geholfen.

  

Im Mai 2017 durfte ich die Ausbildung zum Hundetrainer im Netzwerk von Martin Rütter DOGS beginnen. Einen besonders hohen Stellenwert bei dieser Ausbildung haben die Körpersprache und Kommunikation von Hunden, sowie das Zusammenleben von Mensch und Hund und die Übernahme von Verantwortung durch den Menschen.

Ab dem ersten Ausbildungstag gab es unzählige „Aha-Momente“. Das Gelernte habe ich sofort bei mir selber und meinen Hundedamen angewandt. Wenn man versteht, warum ein Hund ein bestimmtes Verhalten zeigt, kann man viel besser daran arbeiten. Ohne Zwang und Schmerzen für den Hund.

Nachdem ich vorher zwei Jahre lang relativ erfolglos trainiert hatte und meine Lösung darin bestand, Konfliktsituationen aus dem Weg zu gehen, kann ich mittlerweile mit inzwischen drei Hunden an der Leine laufen, ohne dass mir die Arme ausgekugelt werden oder ich mir die Knie aufschlage. Außerdem haben Sari und ich wieder richtig Spaß am Agility und Angel fühlt sich nicht mehr in der Verantwortung, „Eindringlinge“ maßregeln zu müssen. Es besteht ein wunderschönes Vertrauensverhältnis zwischen mir und meinen „Ladies“.

Ich freue mich darauf, in Zukunft vielen anderen Mensch-Hund Teams auf dem Weg zu genau diesem Vertrauensverhältnis zu helfen.

Genauso freue ich mich jedoch auch auf Menschen, die mit ihrem Hund einfach abwechslungsreiche Beschäftigungsformen ausprobieren möchten.