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Kastration bei Hunden



Kastration bei Hunden - Ein Thema welches mich in meinem Traineralltag begleitet und beschäftigt...

Ich arbeite nicht pauschal, bei mir ist nicht jeder Hund gleich... ich trainiere die Hunde, meist die Menschen, immer individuell. So wie es der Hund benötigt, so wie es der Mensch benötigt und umsetzbar ist. In meiner Arbeit beziehe ich das alltägliche Leben von Mensch & Hund mit ein.

Für mich gehört es absolut dazu sich intensiv mit Fütterung/Futter und der Gesundheit der Tiere auseinander zu setzen, neben vielen anderen Aspekten. Über meine Hunde, welche ich trainiere, weiß ich die Krankheitsgeschichte sollte eine vorliegen. Ich erkundige mich nach dem letzten Tierarztbesuch. All dies und natürlich viele weitere Informationen sind für eine gute Arbeit wichtig.

Ich als Hundetrainerin erlebe täglich das Thema Kastration. Kunden kommen zu mir, die Hunde teils noch Welpen oder gerade erst eingezogen, waren beim Tierarzt und sehr oft wurde eine Kastration nahegelegt.

Ich gebe offen zu, die meisten Tierärzte sind nicht meine besten Freunde... nicht nur weil viel zu oft, zu früh und zu schnell zu Kastration geraten wird. Auch weil gern zu viel oder falsch bzw. zu oft geimpft wird, nahegelegt wird unbedingt alle 3 Monate eine Wurmkur zu geben und vieles mehr. Dies sind jedoch andere Themen. Manche meiner Kunden, zum Glück wenige, fühlten sich sogar eher zu einer Kastration gedrängt.

Heute hat mich dieses Thema wieder besonders beschäftigt.

Vor 2 Wochen war ich mit Menschen welche einen Hund aufnehmen möchten bei einem Züchter. Gemeinsam haben wir eine passende Hündin für die Familie gefunden. Und wenig später zog Luna bei Ihrer neuen Familie ein. Die kleine Luna ist nun knapp 12 Wochen alt, kerngesund und quickfidel. Sie waren beim Tierarzt um die notwendigen Impfungen zu wiederholen. Sie fragten mich wann sie denn das nächste Mal zum Impfen müssen. In der 17. Woche! Als wir so über den Tierarztbesuch sprachen erzählten mir die beiden das ihnen eine Kastration, UNBEDINGT noch vor der ersten Läufigkeit nahegelegt wurde.

Ich versuche stets neutral zu reagieren. In solchen Fällen, gebe ich zu, fällt mir dies nicht immer leicht. Ich fragte nach der Begründung. Es gab 2 Begründungen…

1. Weil sie ja so, kein Gebärmutterkrebs mehr bekommen kann!
2. Wegen der Rasse!

1. Die Kundin wurde mit diesen Info´s quasi stehen gelassen. Sie wurde weder über Vorteile oder Nachteile aufgeklärt. Es gibt Krebsarten bei denen das Risiko daran zu erkranken durch eine Kastration steigt. Eine Hündin kann dadurch an Harninkontinenz leiden. Weitere Nachteile, von mir aus auch Vorteile entnehmen Sie gern dem Artikel von Tierarzt Ralph Rückert.

2. Ähhm… wegen der Rasse? Aha!! Luna ist nämlich eine Dogo Canario Hündin. Auf diese Erklärung wäre ich gespannt. Ich lasse mich gerne belehren. Wenn mir jemand bezüglich der Rasse Argumente aufzeigen kann, welche schlüssig sind bin ich dafür offen.

Ich möchte nun noch kurz über meine eigenen Hunde und das Thema Kastration erzählen. Ich habe 2 Hunde.

Hündin Emma ist 7 Jahre, eine französische Bulldogge, territorial ausgeprägt und sie sehr sexuell unterwegs - Unkastriert.
Rüde Filou wird im September 2 Jahre, Labrador Mischling, heute wieder etwas unsicher und er neigt dazu vermehrt alles fernhalten zu wollen - Kastriert auf Zeit mit einem Suprelorin Implantat. Umgangssprachlich Hormonchip oder Kastrationschip.

Ich möchte mit Filou anfangen. Filou ist seit fast 4 Monaten kastriert auf Zeit. Ich habe lange mit mir gehadert, es Monate vor mir hergeschoben und viel mit ihm trainiert. Filou ist schon immer ein leicht unsicherer Hund. Ich wusste ich muss und werde mich mit diesem Thema Kastration bald auseinandersetzen. Warum? Emma ist regelmäßig alle 5,5 Monate läufig. Oft kann dies gut im Zusammenleben mit einem Rüden funktionieren. Filou jedoch litt vom ersten Tag der Läufigkeit an so sehr, das er weder gefressen, getrunken und nur mal vielleicht 15 Minuten am Stück geschlafen hat. Es ging ihm sehr schlecht. Es konnte so nicht weitergehen.

Aber Filou war erst 9 Monate als es losging. Eine Kastration kam aus mindestens 2 Gründen für mich nicht in Frage. Filou und jeder andere Hund ist mit 9 Monaten noch nicht voll entwickelt. Weder geistig, noch körperlich. In diese Natur konnte ich einfach nicht eingreifen. Der weitere Grund war… Filou war wie oben erwähnt relativ unsicher. Was man auf keinen Fall tun sollte?! Einen unsicheren Hund kastrieren. Es sei denn man möchte ihn noch unsicherer machen oder besser gesagt, dieses unsichere Verhalten verankern.

Also trainierte und trainierte und trainierte ich solche Situationen aller Art um ihm seine Unsicherheit zu nehmen. Nun habe ich ihm mit 1 Jahr und 8 Monaten solch ein Implantat setzen lassen. Filou ist wieder ganz leicht in die Unsicherheit gefallen. Sein Skepsis gegenüber „seltsam Aussehender” Dinge resultiert aus dieser Unsicherheit.

Ich kann dies gut Händeln, kann damit umgehen, ihm helfen.

Jetzt zu Emma. Wie erwähnt ist sie äußerst territorial und sexuell Motiviert. Die Ursachen dafür sind zum Teil meine Schuld, klar… auch ich habe ein paar Dinge erlebt mit Emma bevor ich mich mit Martin Rütter und dem Beruf Hundetrainer befasst habe. Zum anderen Teil ist es ihr quasi mit in die Wiege gelegt worden wie es so heißt. Aber dies jetzt zu erläutern würde den Rahmen sprengen.

Für Emma kommt keine Kastration in Frage. Denn ihr Verhalten ist schon mehr Rüde als Hündin. Ich möchte dies unter keinen Umständen stärken. Ich werde meine bisherige Lösung weiter fahren… Filou und Emma 2 mal im Jahr zu trennen.

Mit dem Verhalten welches meine beiden Nasen haben kann ich umgehen und ihnen helfen... Ich bin aber auch Hundetrainerin…

Um nun zum Abschluss zu kommen möchte ich Ihnen unbedingt den beigefügten Artikel empfehlen. Hier erfahren Sie was bei einer Kastration so auf Sie und auf Ihren Hund zukommen kann.

Vielen Dank das Sie sich die Zeit genommen haben.

Ihre Anika Hoppe

Martin Rütter DOGS Leipzig

http://www.tierarzt-rueckert.de/blog/