Zur Martin Rütter DOGS Hauptseite

DOGS Tipp August: Hunde als Rettungsschwimmer?

Stefanie Michalski aus Castrop-Rauxel wohnt in unmittelbarer Nähe des Rhein-Herne-Kanals. Sobald das Wetter es erlaubt, nutzt sie dort die Gelegenheit, um mit ihrem fünf Jahre alten Harzer Fuchs Mischling Mailo im Kanal zu schwimmen. Doch der Rüde ist alles andere als eine angenehme Schwimmbegleitung. Im Wasser angekommen, steuert er sofort sämtliche Schwimmer an und bedrängt diese bis aufs Äußerste. Zerkratzte Menschenrücken und blutige Arme sind dabei eher die Regel als die Ausnahme.

Martin will sich Mailos Verhalten anschauen, um andere Ursachen ausschließen zu können. Also muss zunächst einmal Steffis Freundin Ulla ins Wasser. Steffi hält Mailo dabei noch an der Leine. In dem Moment, als Ulla das Wasser betritt, wird Mailo ganz aufgeregt. Er springt in die Leine und jammert leise. Steffi löst nun die Leine und Mailo sprintet sofort hinterher. Ulla soll jetzt im Kreis schwimmen, doch Mailo bleibt dran. Er reagiert weder auf Abwehrmaßnahmen von Ulla, noch darauf, dass diese mit ihm schimpft. Steffis Rufen ignoriert Mailo vollständig. Als Ulla zulässt, dass er ihren Arm packt, steuert er sofort das Ufer an und zieht Ulla am Arm aus dem Wasser. Er gibt dabei erst Ruhe, als Ulla ganz aus dem Wasser herausgekommen ist.

Nun muss Steffi ins Wasser. Ulla hält den Rüden zunächst noch an der Leine. Sein Verhalten ist dieses Mal viel stärker als bei Ullas Schwimmversuchen. Auch im Wasser zeigt er bei Steffi deutlich stärkeres Verhalten als bei Ulla. Martin testet nun, wie Mailo darauf reagiert, wenn ein Spielzeug ins Wasser fliegt. Er wirft in die Nähe von Steffi einen Ball ins Wasser. Sofort reagiert der Rüde darauf, schnappt sich den Ball und schwimmt Richtung Ufer. Als Steffi und Ulla zum Ufer schwimmen, lässt er den Ball zwar los und versucht wieder, zu den beiden zu gelangen, doch Martin ist bezüglich des weiteren Trainings zuversichtlich, denn Mailo hat sich ablenken lassen, er hat auf eine mögliche Alternative reagiert. Mailo soll sich also zukünftig lieber für sein Spielzeug entscheiden und das Spielzeug apportieren, als sich mit der Menschenrettung zu beschäftigen.

Steffi trainiert fleißig und so kann sie Martin beim nächsten Treffen stolz zeigen, dass Mailo zuverlässig apportiert. Nun soll Freundin Ulla ins Wasser. Anfangs steht sie nur bis zu den Knien im Wasser. Mailo schaut einmal kurz, dann rennt er an Ulla vorbei ins Wasser, um sein Spielzeug zu apportieren. Im nächsten Schritt ist Ulla bis zur Hüfte im Wasser, danach geht sie auch mit dem Oberkörper unter Wasser und deutet Schwimmbewegungen an. Nach einigen Wochen ist es dann soweit, Mailo ignoriert Ulla im Wasser komplett. Nun soll Steffi ins Wasser gehen. Steffi nimmt das Spielzeug mit zum Ufer und wirft es ins Wasser. Begeistert springt Mailo ins Wasser und schwimmt zum Spielzeug. Diese Zeit nutzt Steffi, um selbst auch ins Wasser zu gehen. Mailo schnappt sich das Spielzeug, dreht um, sieht Steffi und will zu ihr hin. Doch dann entscheidet er sich erst einmal dafür, das Spielzeug ans Ufer zu bringen. Martin wirft ihm das Spielzeug erneut ins Wasser. Nun soll auch Ulla ins Wasser gehen. Das ist dann doch zu aufregend für Mailo, er schwimmt auf Steffi zu. Diese kann den Rüden jedoch mit einem ruhig ausgesprochenen „Nein“ von seinem Vorhaben, sie zu retten, abbringen. Gemeinsam schwimmen die drei nun noch ein paar Runden im Kanal, während Mailo dabei sein Spielzeug trägt.

Ausführliche Informationen zu vielen möglichen Problemen mit dem Hund sowie deren Ursachen und Lösungsansätze erläutert anhand von unterschiedlichen Fällen aus vielen Jahren der Serie „Der Hundeprofi“ finden Sie im Buch „10 Jahre Hundeprofi“.