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DOGS Tipp September: Problemverhalten "Anspringen"

Viele Menschen möchten nicht, dass Ihr Hund Sie oder andere Menschen anspringt. Dabei ist Anspringen erst einmal nichts anderes als eine Kontaktaufnahme des Hundes mit dem Gegenüber. Sie kann jedoch sehr unterschiedlich ausfallen und damit auch eine jeweils völlig andere Bedeutung haben.

Gleicht der Sprung eher einem Hochklettern und ist mit einer submissiven Körperhaltung des Hundes verbunden, ist dieses Verhalten vom Hund als Beschwichtigungsgeste gemeint! Der Hund hält dabei die Ohren angelegt, die Rute wird eher unten getragen, der Blick ist oft abgewendet. Das Anspringen kann mit dem Versuch verbunden sein, den Menschen am Mundwinkel zu lecken, was einer sich aus dem Futterbetteln entwickelten Beschwichtigungsgeste gegenüber einem Ranghöheren entspricht! Der Mensch muss bei einem solchen Hund auf seine Körpersprache achten, er darf den Hund niemals bedrängen, wenn er sich ihm zuwendet. Beim Nachhause kommen sollte der Hund zunächst einmal ignoriert werden, da Aufmerksamkeit dieses Verhalten noch verstärken kann. Erst wenn die Situation sich wieder normalisiert hat, geht der Mensch z. B. in die Hocke, wendet sich dabei seitlich ab und begrüßt den Hund.

Verläuft das Anspringen jedoch eher dynamisch, gleicht also einem heftigen Stoß, hat diese Form immer korrigierende Bedeutung. Ein Hund, der also sozusagen Anlauf nimmt und mit voller Wucht mit beiden Vorderpfoten dem Menschen in den Magen springt, meint dies immer als Korrektur. Auch in der Kommunikation von Menschen untereinander gilt ein Abdrängen, Stoßen, Rempeln oder Wegdrücken als respektlos und angreifend bzw. korrigierend. Ursache für dieses Verhalten kann beim Hund daher auch Distanz- oder Respektlosigkeit gegenüber dem Menschen sein. Diese Form des „Anspringens“ kann in verschiedenen Alltagsituationen auftauchen. Oft sind es auch hier Begrüßungsmomente, Situationswechsel oder aber dynamische Bewegungen des Menschen. Für den Hund hat das Anspringen dann die Bedeutung, den Menschen wegen unerlaubten Entfernens bzw. unerlaubt dynamischer Bewegungen zu korrigieren. Denn dynamisch darf sich nur bewegen, wer auch das Recht dazu hat!

Damit Ihr Hund lernt, weder Sie noch andere Menschen anzuspringen, können Sie verschiedene Trainingsmaßnahmen ergreifen. An erster Stelle steht hier zunächst einmal das Ignorieren. Ein Verhalten, das keine Aufmerksamkeit erfährt, wird erlöschen. Es lohnt sich einfach nicht! Hunde regeln untereinander viele Dinge über Ignoranz.

Alternativ können Sie Ihrem Hund auch ein Signal geben, welches sich mit dem Verhalten des Anspringens nicht vereinbaren lässt. Denn nicht immer kann man den Hund einfach ignorieren und sich dabei dann z. B. die Kleidung ruinieren lassen. Die einfachste Variante ist dabei das Signal „Sitz“. Wenn der Hund sitzt, muss er mit allen vier Pfoten auf dem Boden sein, er kann Sie nicht anspringen. Trainieren Sie das Signal Sitz dazu zunächst in einer entspannten Situation. Setzt sich Ihr Hund nun immer hin, egal wo Sie mit ihm sind und welche Ablenkung vorhanden ist, können Sie es auch in der Situation von ihm verlangen, in welcher er Sie eigentlich gerade anspringen wollte.

Ausführliche Informationen zu vielen möglichen Problemen mit dem Hund sowie deren Ursachen und Lösungsansätze finden Sie im Buch „Problem gelöst mit Martin Rütter“.