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Tipps gegen Silvesterstress beim Hund

Für Deinen Vierbeiner bedeutet die Zeit rund um Silvester puren Stress? Dann kannst Du ihm mit folgenden Tipps seinen Leidensdruck ein wenig nehmen. 

An den Tagen vor Silvester...

• Wähle Spazierstrecken, die weitgehend knallfrei sind oder fahre weitab von solchen Orten, um dort entspannt mit dem Hund zu Gehen.

• Lass Deinen Hund während des Spaziergangs sicherheitshalber an der Leine bzw. Schleppleine. Sollte der eigenen Hunde panisch reagieren, wenn es bereits in den Tagen vor Silvester knallt, dann nutze ein Sicherheits- oder Panikgeschirr. Diese besonderen Geschirre haben einen zusätzlichen Gurt in der Taille des Hundes, so dass sich der Hund nicht aus dem Geschirr herauswinden kann.

• Zwinge Deinen Hund nicht zu Spaziergängen rund um die Silvesterzeit, sondern gehe nur so viel und so lange mit Ihrem Hund raus, wie er es möchte.

• Decke Dich mit leckeren Kauartikeln für den Hund ein, da Kauen entspannend wirkt.

• Bereite Deinem Hund eine Rückzugsmöglichkeit vor (Box o.ä.), die er an Silvester aufsuchen kann.

• In Absprache mit Deinem Tierarzt können sanfte Beruhigungsmittel auf pflanzlicher Basis oder auf Basis von Milcheiweiß einige Tage vorab gegeben werden. Idealerweise werden diese Mittel bereits 2-3 Tage vor Silvester verabreicht. Zylkene zum Beispiel, ein hydrolysiertes Milchprotein, kann Stress dämpfen, hierbei sollte die empfohlene Dosierung jedoch verdreifacht werden. Auch die Aminosäure Tryptophan, die in verschiedenen Nahrungsergänzungsmitteln enthalten (z.B. Adaptil), und Grundsubstanz des ausgleichenden Botenstoffes Serotonin ist, kann stressmildernd wirken.

• Homöopathie und Bachblüten können Hunden bei der Bewältigung der besonderen Stresssituation an Silvester helfen. Optimal ist es, wenn die Zusammenstellung der Bachblüten oder homöopathischen Mittel durch einen versierten Tierheilpraktiker zeitlich weit vorab erfolgt.

• Auch der Einsatz von Cannabidiol-Öl, kurz CBD-Öl stellt eine Möglichkeit dar, den Silvesterstress etwas zu dämpfen. Die darin enthaltenen Cannabinoide stimulieren das sogenannte Endocannabinoid-System des Hundes und helfen bei der Regulierung des Nervensystems. Die Dosierung richtet sich nach dem Körpergewicht des Hundes und um die volle Wirkung zu entfalten, sollte das CBD-Öl bereits einige Tage vorab gegeben werden. Jedoch sollte der Einsatz bei Hunden mit dem sogenannten MDR1-Gendefekt vermieden werden (z.B. Collie, Shetland Sheepdog, Australian Shepherd, Bobtail, Border Collie, Bearded Collie, Wäller).

• Du kannst die beruhigende Wirkung von Duftölen bereits einige Tage im Vorfeld nutzen. Besonders Lavendel, Kamille und Sandelholz wirken dem hundlichen Stress entgegen.

• Gewöhne Deinen Hund vorab an einen selbstgemachten Gehörschutz, den er dann vor der Knallerei tragen kann. Dazu etwas Watte in das Hundeohr stecken und dann einen Schal mehrfach um den Kopf wickeln und mit einem selbstklebenden Verband fixieren.

In der Silvesternacht / vor Mitternacht...

• Ein ausgedehnter Spaziergang vorab und maßvolle körperliche Beschäftigung am frühen Nachmittag des Silvestertags helfen dem Hund dabei, entspannter zu werden.

• Verdunkel den Raum, in dem sich Dein Hund um Mitternacht aufhält, bereits frühzeitig, in dem Du alle Rollläden herunterläßt oder Vorhänge zuziehst.

• Schließe alle offenen Fenster und Türen, um die Außengeräusche so gut es geht zu dämpfen.

• Schalte den Fernseher oder das Radio schon eine ganze Zeit vor Mitternacht ein. Achte darauf, ein Programm zu wählen, in dem nicht zu Mitternacht ein Feuerwerk übertragen wird. Hierzu eignet sich besonders ruhige Klassik. Alternativ kannst Du auch einen Film abspielen, in dem es garantiert kein Feuerwerk gibt.

• Lasse Deinen Hund auf gar keinen Fall zu Silvester allein, selbst wenn er offensichtlich keinen Stress mit Silvester hat.

• Fordere Deinen Hund kurz vor Mitternacht zu einer gemeinsamen Beschäftigung auf oder gib ihm den bereits vorher zu recht gelegten Kauartikel.

• Nimm Deinen Hund um Mitternacht nicht mit nach draußen, selbst wenn er offensichtlich kein Problem mit Silvester hat. Sonst könnte es eventuell doch mal passieren, dass ein Knaller oder eine Rakete zu dicht kommt und Dein Hund eine negative Erfahrung macht. Besonders bei apportierfreudigen Hunden besteht die Gefahr, dass diese vielleicht versuchen, einen geworfenen Knaller zurück zu bringen.

• Sucht Dein Hund Deine Nähe, dann lasse dies zu. Dieser „Social Support“ durch körperliche Nähe wirkt durch das Hormon Oxytocin blutdrucksenkend und vermindert den Stresshormonspiegel Deines Vierbeiners. Probiere aus, wie Dein Vierbeiner auf Streicheleinheiten oder eine sanfte Massage in solchen Situationen reagiert, denn auch diese führen zur Ausschüttung des Bindungshormons Oxytocin.

• Wählt Dein Hund außer der bereits zuvor aufgebauten Rückzugsmöglichkeit einen anderen Ort (Keller, Bad oder Kleiderschrank), dann achte bitte darauf, dass dieser für den Hund zugänglich ist.

• Der Tierarzt Dr. Ralph Rückert hat gute Erfahrungen mit der entspannenden Wirkung von Eierlikör bei ängstlichen Hunden gemacht. In seinem Blog geht er genauer auf die sedative Wirkung des Alkohols ein und wie dieser dosiert werden sollte (hier geht`s zum entsprechenden Artikel: Link).

• Sollte dein Hund kein Problem mit dem Autofahren haben, dann packe Deinen Vierbeiner frühzeitig ins Auto und begib Dich auf die Autobahn. Durch das Fahrgeräusch werden die Knallgeräusche nicht so intensiv wahrgenommen und in der Nähe von Autobahnen werden selten Böller und Raketen gezündet.

• Falls Dein Hund zu massiven Stress mit der Knallerei hat oder panisch ist, dann macht es Sinn, Silvester an einem ruhigen Ort zu verbringen, an dem definitiv nicht geknallt wird. Auf einigen Nordseeinseln (Amrum oder Sylt) sowie einigen Städten (z.B. St. Peter Ording) besteht ein Abbrennverbot von Feuerwerkskörpern. Informiere Dich rechtzeitig im Internet, wo sich diese Orte befinden. Alternativ kannst Du mit Deinem Hund auch Silvester auf einem Rastplatz außerhalb der Stadt verbringen.

Nach Silvester ist vor Silvester - Vorsorgen fürs nächste Jahr...

Ein Gutes hat Silvester: Ist es vorbei, hast Du und Dein Hund ein ganzes Jahr Zeit, um sich auf den nächsten Jahreswechsel vorzubereiten. Vor dem ersten Training solltest Du Deinen  Vierbeiner auch noch einmal gründlich von einem Tierarzt untersuchen lassen, um organische oder hormonelle Ursachen für seine Angst auszuschließen. Auch kann eine Futterumstellung sehr ratsam sein, da Mais, Weizen und Soja bei einigen Hunden zu Störungen im zentralen Nervensystem führen können. Besonders Mais senkt beim Hund den Spiegel des Wohlfühlhormons Serotonin im Gehirn.

Ein systematisches Training kann dazu führen, die Ängste Deines Hundes abzubauen. Da bei der Angst vor Silvester mehrere Sinne „angesprochen“ werden, gestaltet sich ein Training zur Verhaltensänderung nicht immer ganz so leicht. Spezielle Geräusch-CDs können dem Hund anfangs helfen, Schritt für Schritt gegenüber der nächsten Knallerei gelassener zu werden. Empathie, Sensibilität und viel Erfahrung sind hier von Nöten. Bei der Therapie schwerwiegender Ängste sollte ein erfahrener Hundetrainer den Weg begleiten. Schnell kann es ansonsten passieren, dass durch Unwissenheit Ängste verstärkt werden.