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Läuft wie am Schnürchen · Die Leinenführigkeit

Die Leinenführigkeit ist das Spiegelbild der Beziehung. 

 

 

 

 

 

Demzufolge gehe ich hier nur ganz am Rande auf die Techniken ein. Vielmehr gehe ich auf das, was ausserhalb der eigentlichen Leinenführigkeit passiert, was in der Beziehung zwischen Mensch und Hund zu Tage kommt, ein.

 

Bei der Leinenführigkeit wird der Hund durch die Leine begrenzt. Darf er jedoch im Alltag vieles selbst entscheiden, sich im Alltag immer und überall frei bewegen? Weshalb sollte er sich an der Leine dann am Mensch orientieren und das Eingrenzen mit dieser akzeptieren?

 

Im Alltag handelt es sich dabei häufig um falsch gewählte Liegestellen, bzw. das Ablegen des Hundes wo es ihm gerade passt und das sind meistens strategisch, günstige Orte. Stellen, an denen der Hund jeden, der sich in der Wohnung bewegt im Blick hat. NICHT gut!

Gibt es Taburäume oder -zonen oder darf dein Hund einfach überall hin?

Hat er Respekt vor deinem Körper oder springt er dich manchmal an um etwas zu beschleunigen oder weil er sich „so freut“? Läuft er dir häufiger vor die Füsse und du bleibst stehen, weil du ihn nicht „treten“ möchtest?

Zeigst du deinem Hund, dass du es drauf hast für die „Gefahrenabwähr“ zu sorgen? Erkennt er, dass du deine Besucher „im Griff“ hast oder ist dein Hund empört, wenn jemand zur Toilette möchte und muss da gleich hinterher?

Wer begrüßt andere Menschen zuerst und checkt sie damit ab? Diskutiert ihr noch an der Haustür, wer zuerst raus geht?

Wer entscheidet wann gespielt oder gestreichelt wird und wann es in den Garten geht?

 

All solche Dinge beeinflussen das Ergebnis an der Leine. Natürlich darf man nicht vergessen, dass es sich oft auch um erlerntes Verhalten handelt. Viele Welpen möchten in den ersten Wochen beim neuen Halter noch gar nicht raus. Das Gebiet um die Wohnung und den Garten ist in ihren Augen eine Gefahrenzone, in der sich rudelfremde Hunde bewegen, die in der Natur eine tatsächliche Gefahr darstellen würden. Nun gut, man "zieht" den Welpen ein paar hundert Meter hinter sich her, beim Nachhauseweg dann hat der Kleine es ganz eilig wieder in die sichere Wohnung zu kommen und zieht nun schon mal kräftig an der Schnur, die da samt Halter an ihm hängt. Mit Erfolg! Oder er möchte ein paar Wochen später nur hier und da schnuppern, der Mensch folgt brav…

 

Zeigt dein Hund das Ziehen an der Leine durch erlerntes Verhalten und kommt so häufig zum Erfolg, nämlich schneller dort hin, wo ein Sicht- oder Geruchsreiz ihn "hin zieht", hast du im Grunde zugelassen, dass sich daraus ein Ritual entwickelt hat. Rituale kann man auflösen, indem man an Stelle des gezeigten, unerwünschten Verhaltens - hier das Ziehen an der Leine - über einen gewissen Zeitraum etwas anderes tut. In diesem Fall ist es der Mensch, der den Hund darin anleiten muss. Von selbst wird kein Hund auf die Idee kommen das Ziehen einzustellen.

 

„Wer vorne geht führt, wer hinten geht folgt“.

 

Einmal vorweg; Leinenführigkeit ist allerdings auch eine Sache der Konsequenz / des Durchhaltevermögens und leider auch eine richtige Fleißarbeit. Da das für die meisten Menschen sehr schwierig ist, gebe ich immer den Ratschlag, die Leinenführigkeit zu Anfang strikt vom Schnüffeln und sich lösen lassen zu trennen.

Das klappt mit dem Wechsel zwischen Halsband und Brustgeschirr sehr gut. Soll heißen, wenn die Leine am Halsband ist, wird konzentriert die Leinenführigkeit geübt. Hier reichen schon mehrmals am Tag 3-5 Minuten. Der Hund soll sich am Mensch orientieren und ihm folgen, denn wer vorne läuft führt und wer hinten läuft folgt!

 

Läuft dein Hund nun, auch wenn es zu Anfang nur 2-3 Schritte sind, neben oder leicht hinter dir, wird das natürlich belohnt  und falls er doch noch vorne möchte wird - je nach Trainingsstand - über einen Richtungswechsel oder die Begrenzung mit dem eigenen Körper (darauf möchte ich hier nicht näher eingehen) "korrigiert".

 

Am Brustgeschirr dann hat der Hund einen durch die Leine begrenzten Spielraum, in dem mehr erlaubt ist. Hier darf er schnüffeln und sich lösen - aber hab` einen Blick darauf, wie wichtig deinem Hund das Markieren ist. Darauf solltest du je nach Hund achten und ihn nicht überall markieren (Urinieren, Koten, Scharren) lassen.

 

Jedenfalls lernen Hunde ganz schnell, wie sie etwas erreichen können. Hunde sind in der Erziehung beharrlich und bleiben an der Sache dran, die ja in der Regel funktioniert. Da könnte sich mancher ein Scheibchen abschneiden ;-).

 

In der Regel geht es jedoch neben falsch erlerntem „an der Leine ziehen“ noch mehr um Alltagsfragen wie:

· Gefahrenabwähr / Sicherheit

· Erkundungsverhalten (überall schnüffeln wollen)

· räumliche Begrenzung bzw. freies ungehemmtes Bewegen

· wer manipuliert wen

 

Wer bei DOGS im Training ist, erfährt dort, wie wichtig all diese Themen sind und natürlich auch die für ihn und seinen Hund passenden Übungen damit es dann doch noch läuft wie am Schnürchen.

 

 

Dein DOGS-Coach

Vera