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Martin Rütter DOGS Mainz

Alexandra Grün

Alexandra Grün mit Alex, Lilou und Nikita

Liebe Hundefreunde!

Solange ich denken kann, war ich immer völlig vernarrt in Hunde. Meine Eltern besaßen damals einen Frisörsalon und wenn eine Kundin mit Hund erschien, wurde dieser umgehend zum Gassi gehen entführt. Auch die zahlreichen Pflegehunde, die aus der Bekanntschaft immer wieder mal bei uns waren, um dem Kind zu zeigen, wie viel Arbeit so ein Hund doch macht, haben an diesem Zustand nichts ändern können Im Gegenteil: Ich habe immer sehr gelitten, wenn er dann nach den paar Tagen/Wochen wieder von seiner Familie abgeholt wurde. Da alle Versuche einen eigenen Hund zu bekommen sehr lange Zeit scheiterten wurde auf das zurückgegriffen, was vorhanden war: Mein Zwergkaninchen: Dieses war nach kurzer Zeit stubenrein, lief draußen an der Leine, konnte paar kleine Tricks und kam auf Pfiff zurückgehoppelt, was ihm einigen Freilauf ermöglichte.

Nach 14 Jahren Dauernerven war mein Vater letztlich weich geklopft und der erste (Tierheim)hund zog ein: Bobby! Sobald die Schule aus war, ging es nach Hause, Hund an die Leine und dann waren wir stundenlang draußen unterwegs. Er hatte NULL Erziehung, benahm sich oft unmöglich, aber wurde abgöttisch geliebt.

Da mich auch der Umgang mit Menschen sehr reizte, folgte nach dem Abitur eine Ausbildung zur Hotelfachfrau, welche allerdings drei Jahre lang leider keine Zeit mehr für ein Haustier (bis auf Kaninchen) ließ. Obwohl ich im Anschluss weiterhin in der Gastronomie tätig war, war es durch meinen Freund möglich, wieder einen Hund anzuschaffen und von dieser Zeit an (1991), war ich bis zum heutigen Zeitpunkt nie wieder hundelos. Zwei Jahre später kam dann die große Hundeliebe meines Lebens: Arex vom Polarstern, ein weißer Schäferhundrüde, der bis heute einzige meiner Hunde, der vom Züchter kam. Er war ein absoluter Traumhund, verträglich mit Mensch und Tier, er jagte nicht, ist in den ganzen 12 Jahren nicht einmal weggelaufen und wir hatten zusammen viel Spaß im damals aufkommenden Turnierhundesport. Ein Wechsel in die Tourismusbranche und die Ausbildung zur Reiseverkehrskauffrau ermöglichten es den Hundebestand etwas auszubauen und so kam wenig später dann noch Lilou, ein Windhundmix aus dem Tierschutz in Teneriffa dazu.

Ein wenig ist Arex vielleicht auch daran „Schuld“, dass ich zu DOGS kam. Sein Tod hat ein sehr, sehr großes Loch hinterlassen und irgendwie war nur ein Hund nicht genug. Da ich vom Wesen der „Weißen“ sehr fasziniert war, sollte es natürlich wieder einer sein. Die damaligen Finanzen ließen jedoch keinen Züchter-Welpenkauf zu, weshalb ich mich für einen „Gebrauchten“ aus dem griechischen Tierschutz entscheid, der witzigerweise noch so hieß wie ich: Alex. Ich war damals überzeugt so ziemlich alles über Hunde zu wissen was es zu wissen gibt und dachte, dass man mir da nicht mehr viel erzählen kann. Heute weiß ich, dass mein Hundewissen nur die Spitze des Eisberges war. Alex belehrte mich auch ganz schnell eines Besseren, indem er drei Tage nach seinem Einzug meine Vorgesetzte ins Bein biss. Plötzlich hatte ich einen Hund, der Menschen biss und war damit völlig überfordert. Er fiel zwar niemanden an und verletzte ihn schwer, aber dennoch gab es anfangs Löcher und heftige Hämatome, was die Sache an sich ja nun auch nicht besser machte. Was mich verzweifeln ließ, war die Tatsache, dass ich nicht wusste WARUM er so reagiert und vor allem WANN. Es kam oft aus heiterem Himmel. Kurz vorher begrüßte er eine Person noch Schwanz wedelnd und freundlich in der nächsten Sekunde zwickte er in die Hand oder die Wade. Nach 2jährigen erfolglosen Selbsttherapieversuchen war für mich klar: professionelle Hilfe muss her! Zum Glück eröffnete Vera Schmitz kurze Zeit später Ihr Zentrum für Menschen mit Hund in Mainz und wir waren einer Ihrer erster Kunden. Vera hat mir damals sehr geholfen, die Körpersprache der Hunde im Allgemeinen und die von Alex im Besonderen zu erkennen und zu deuten. Einmal darauf aufmerksam gemacht, war ich unglaublich beeindruckt wie viel mein Hund mir doch eigentlich mitteilte und fragte mich, wieso ich das nicht schon früher gesehen habe, da es doch soo offensichtlich war. Dieses neu erworbene Wissen verschaffte mir eine gewisse Sicherheit Situationen richtig einzuschätzen, meinen Hund zu lesen und entsprechend zu handeln. Heute ist er zwar immer noch kein souveräner Hund, dafür sitzen die heftigen Erlebnisse in frühester Welpenzeit einfach zu tief, aber er ist für mich handelbar geworden und ich konnte ihm eine Menge Stress nehmen.

Vor 2 Jahren zog dann noch, recht spontan, die lebhafte Australian Shepherdhündin Nikita bei uns ein, die unser Kleeblatt damit vervollständigte.

Als Vera mich fragte, ob ich die Ausbildung zum DOGS-Coach machen möchte, da sie dringend Unterstützung benötige, habe ich nicht lange überlegen müssen und diesen Entschluss noch keine Sekunde bereut. Die Ausbildung in Bonn war unglaublich fundiert, lehrreich und interessant und ich freue mich sehr darauf, dieses Wissen nun mit Ihnen teilen zu können!