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Big 4 - Was ist eigentlich gutes Hundefutter?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten unsere Vierbeiner artgerecht zu ernähren. Wie so häufig gibt es auch bei diesem Thema kein schwarz und weiß, es hängt von vielen Faktoren ab, welche Form der Zubereitung für dich und deinen Hund das Beste ist.
Ich wende mich bei speziellen Fragen immer gerne an Spezialisten, gerne empfehle ich euch auch passende Bücher.

#1 Alleinfutter

Fütterst du deinem Hund ein Alleinfuttermittel kannst du dir sicher sein, dass dein Hund mit allen essentiellen Nährstoffen versorgt wird. Laut Futtermittelgesetz darf bei alleiniger Fütterung kein Mangel oder Überschuss entstehen. Es bedarf keiner Ergänzung und die Menge kann entsprechend des Alters und der Leistung angepasst werden.  Es lassen sich 2 Formen des Alleinfutters unterscheiden:

Trockenalleinfutter. Ein Trockenfutter besteht aus verschiedenen Komponenten, wie Getreide, tierische Eiweiße und pflanzliche Eiweiße, Fette, sowie Hefe, Gemüse, Mineralien und Vitamine). Der Anteil an Getreide beträgt je nach Hersteller bis zu 50%. Dabei handelt es sich häufig um Mais oder Weizen.  Die Qualität des Trockenfutters wird hierbei nicht durch die Höhe des Fleischanteils bestimmt. Entscheidend ist die Zusammensetzung der 10 essentiellen Aminosäuren. Der Preis ist dabei nicht unbedingt ein Merkmal für die Qualität, denn auch bei niedrigen Preisen ist Nährstoffversorgung gesichert. Daher ist entscheidend wie dein Hund das Futter verträgt. Wie ist Kotbeschaffenheit und Menge und wie sehen Haut und Haarkleid aus.

Feuchtalleinfutter. Ein Nassfutter besteht häufig aus geringen Anteilen von Muskelfleisch, sowie Innereien und Organen. Je nach Hersteller werden Geflügelkarkassen verwendet, also das Gerippe samt anhaftender Fleisch- und Hautreste. Anstelle von Weizen und Mais wird häufig Reis verwendet. Aufgrund des hohen Wasseranteils (bis zu 81%) ist der Nährstoffgehalt nicht direkt mit der gleichen Menge eines Trockenfutters zu vergleichen. Nassfutter wird häufig gut akzeptiert und hat ungeöffnet eine lange Haltbarkeit. Im Gegensatz zur Fütterung von Trockenfutter beobachtet man häufig weicheren Kot.

#2 BARF-Fütterung

BARF steht als Abkürzung für: „Bones and raw food“, also „Knochen und rohe Futtermittel“ bzw. „Biologisch artgerechtes Rohes Futter“. Beobachtet werden längere Fresszeiten, geringerer Kotabsatz und Befriedigung des Kaubedürfnisses. Vorteil ist auch, dass du genau weißt was drin ist, wenn du die Ausgangsbestandteile selber zusammenstellst. Genauso wie beim Alleinfutter, welches erhitzt wird, ist es enorm wichtig darauf zu achten, dass der Bedarf an Energie und an allen Nährstoffen bei deinem Hund abgedeckt ist. Verschiedene Hersteller bieten hierzu Zutaten zur Herstellung von BARF an, wichtig sind konkrete Angaben zu Inhaltstoffen, damit die Bedarfsdeckung sichergestellt ist, ansonsten solltest du diese Angaben erfragen. Produkte gleicher Bezeichnung können völlig unterschiedlich in ihrer Zusammensetzung sein, denn Ausgangsmaterialien können sich je nach Hersteller stark in Nährstoffgehalten unterscheiden. Die trifft zum Beispiel auf den Anteil der Knochen zu. Knochen sind meist eine Quelle für Mineralstoffe, jedoch besteht die Gefahr von Knochenkot und Verstopfung, wenn zu viel davon gefüttert wird.

Beim Verfüttern von rohen tierischen Bestandteilen gelten ein erhöhtes hygienisches Risiko und eine Infektionsgefahr für den Hund und den Menschen. Ein Beispiel sind Salmonellen und andere Enterobakterien (insbesondere bei rohem Geflügelfleisch). Hier reicht es nicht das Fleisch einzufrieren, denn diese Bakterien sind gegenüber Kälte resistent. Auch Viren wie das Aujeszky-Virus kann durch rohes Schweinefleisch auf den Hund übertragen werden. Besondere Vorsicht gilt bei rohem Fleisch von Wildschweinen und importierten Produkten. Roher Fisch und rohe Eier haben ebenfalls erhöhtes Infektionsrisiko.

Eiweißreiche BARF Fütterung: Durch Verzicht auf stärkereiche Futtermittel steigt automatisch der Proteingehalt der Ration. Dies kann zu einer Belastung des Stoffwechsels durch Eiweißabbauprodukte, wie z.B. Ammoniak, führen und dadurch zu Durchfall. Insbesondere bei der Umstellung älterer Hunde auf BARF solltest du vorsichtig sein, denn die Nieren- und Leberfunktion kann altersbedingt eingeschränkt sein. Achte darauf deinem Hund keinen Schlund zu füttern, denn aufgrund von Restbestandteilen von Schilddrüsengewebe kann es zu einer fütterungsbedingten Überfunktion der Schilddrüse (Hyperthyreose) kommen.

#3 Selber Kochen

Du hast auch die Möglichkeit selbst für deinen Hund zu kochen. Das Kochen reduziert das Hygienerisiko. Auch hier gilt es, sich ausreichend darüber zu informieren, wie eine solche Ration zusammengestellt werden muss, damit der Energiebedarf und die Nährstoffversorgung sichergestellt sind.

#4 Vegetarisch oder Vegan

Es gibt nur wenige medizinische Gründe für eine vegetarische Ernährung. Die Unverträglichkeit von Fleisch könnte eine Indikation sein. Grundsätzlich ist der Hund ein Carni-omnivor, also ein  Allesfresser mit überwiegender fleischlicher Kost. Das heißt bei großem und leicht verfügbarem Angebot, weichen Hunde auch auf pflanzliche Nahrung aus (z.B. Fallobst). Katzen sind Carnivoren und benötigen tierisches Gewebe, um lebensnotwendige Stoffe wie Taurin, Arachidonsäure und Vitamin A aufzunehmen. Sie können diese Stoffe nicht selbst aus Vorstufen herstellen. In der Tiermedizin wird die vegetarische bzw. die vegane Ernährung des Hundes kritisch betrachtet, da Probleme durch die rein pflanzliche Proteinqualität und Nährstoffversorgung gesehen werden. Allgemein gibt es wenige wissenschaftliche Studien über die Folgen von langfristiger vegetarischer oder veganer Ernährung des Hundes.

Habt ihr Fragen zu diesem Thema? Dann stellt sie mir gerne per Mail an: oldenburg@martinruetter.com