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Mein Hund der Grasfresser

Immer wieder beobachten wir Hundebesitzer, dass unsere vierbeinigen Freunde Gras fressen – und einige sogar ziemlich viel und oft.
Aber WARUM tun Hunde das? Diese Frage lässt sich nicht so einfach beantworten, da es dafür ganz viele unterschiedlich Gründe gibt:

Viele Hunde finden frisches junges Gras einfach lecker, da es oft viele Bitterstoffe, aber auch zuckerartige Stoffe, enthält. Die Meinung der meisten Menschen ist, dass der Hund auf Grund von Mangelerscheinung zum Schaf mutiert – dies ist aber nicht so. Die meisten Hunde leiden nicht unter Mangelerscheinungen, egal welche Form der Fütterung das Tier bekommt.

Verdauungsprobleme können aber oft ein Grund dafür sein. So können Fremdkörper, verschluckte Haare, Knochenreste oder ähnliches dem Hund schwer im Magen liegen. Das gefressene Gras hilft dem Hund zu erbrechen und sich somit von den Störenfrieden zu erleichtern. Aber, das Erbrechen ist meist nicht der Grund für Grasfressen. Bei Untersuchungen wurde festgestellt, dass nach knapp 1.000 Grasfressaktionen sich nur 4 Hunde übergaben.

Verschluckte Fremdkörper können natürlich auch durch den Kot ausgeschieden werden. Hierbei kann das Gras dem Hund auch behilflich sein, da es als Transportmittel dient. Oft gibt der Tierarzt den Tipp, wenn ein Hund etwas Unverdauliches verschluckt hat, Sauerkraut zu füttern. Dieses wickelt sich dann um den Fremdkörper und wird dann entweder oral, meist rektal ausgeschieden, ohne Magen- oder Darmwände zu verletzen. So funktioniert es auch mit Gras. Der Hund weiß also instinktiv, was er in einer solchen Notlage zu tun hat.

Durstige Hunde nehmen ab und an schon gerne eine Extraportion des frischen Grüns, da frisches Gras auch viel Wasser enthält.

Stress kann ein anderer Grund für Grasfressen sein. Bei Stress sinkt der Blutzuckerspiegel. Da Gras ja zuckerartige Stoffe enthält, steigt der Blutzuckerspiegel wieder an. Also – instiktiv alles richtig gemacht!

Langeweile kann ein weiterer Hintergrund sein. Manche Vierbeiner kauen dann halt Gras, wenn ansonsten nix passiert.
Aber auch ein Umlenken des Verhaltens von anderen Hunden steckt manchmal dahinter. Meine Hündin wurde mal von einem anderen Hund ziemlich penetrant gejagt. Plötzlich blieb Emmy stehen und fing an im Gras rumzukauen. Und!? Der andere Hund blieb an selbiger Stelle stehen, um zu schauen, was es denn dort wohl Tolles gibt. So hatte Emmy wieder ihre Ruhe…

Es können aber auch organische Probleme dahinterstecken. Sollte Ihr Hund vermehrt Gras fressen, ist ein Tierarztbesuch ratsam. Leber- oder Nierenschwäche könnte ein Grund sein.

Zu guter Letzt sollten wir aber eigentlich mal klären – Was ist Gras überhaupt? Und WAS genau frisst der Hund da? Oft sind es Kräuter und meist Wildkräuter. Die meisten Wildkräuter haben Inhaltsstoffe, die sehr hilfreich sein können.

Hier eine kleine Übersicht:
Brennnessel (antiallergisch, blutreinigend, blutbildend, harntreibend, stoffwechselfördernd, bei- Harnwegserkrankungen,- Rheumatismus,…)
Löwenzahn (blutbildend, blutreinigend, harntreibend, entgiftend, entwässernd, bei- chronische Gelenkerkrankungen,- Leberschwäche,- Nierensteine,…)
Quecke (bei- Magenschleimhautentzündung,- Darmentzündung,- Stoffwechselstörungen,- Kreislaufstörungen, harntreibend, Nieren stärkend, entschlackend, entwässernd)
Schafgarbe (blutreinigend, blutstillend, blutbildend, krampflösend, gefäßstärkend, gegen Würmer)
Spitzwegerich (antibakteriell, entgiftend, gegen Darmpilze, schützt und stärkt die Bronchien)

Generell sollte immer darauf geachtet werden, dass unser Liebling keine Gräser frisst, die mit chemischen Stoffen behandelt wurden, da dies zu Vergiftungen führen kann.

  

    

 

 

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