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Jahrhundertelange Zuchtgeschichte führte zu den verschiedensten Hunden, sowohl im Aussehen als auch im Charakter und in den Einsatzmöglichkeiten. Damit Mensch und Hund glücklich miteinander leben können ist es wichtig zu wissen, wofür die Rassen eigentlich gezüchtet wurden, denn dies erklärt viele Verhaltensweisen. Ob Sie mehr über Ihren Hund erfahren möchten oder mit dem Gedanken spielen, sich einen Hund anzuschaffen, hier stellen wir fortlaufend verschiedene Hunderassen vor.

Airedale Terrier

Die vergleichsweise junge Rasse entstand Mitte des 19. Jahrhunderts in Yorkshire, England. Ihr Herkunftsort, das Tal (engl. dale) des Flusses Aire, stand Pate bei der späteren Namensgebung des heutigen Airedale Terriers.

Aus mittelgroßen englischen Terriern und Otterhounds züchteten Arbeiter und Bauern zunächst einen vielseitig einsetzbaren „Working Terrier“. Einige Quellen gehen auch davon aus, dass Gordon Setter und Schottische Schäferhunde mit eingekreuzt wurden.

Während der industriellen Revolution verdienten sich viele Arbeiter durch die Jagd ein Zubrot und konnten diesen eifrigen Jagdgehilfen sowohl bei der Jagd auf Wasserwild, als auch auf Kaninchen gut gebrauchen. Bauern schätzten den großen Terrier zusätzlich als Wächter von Haus und Hof. Der Kynologe Vero Shaw bezeichnete den Airedale Terrier 1881 als „Universalhund“, der „Schafe und Vieh wie ein Schäferhund [treibt], apportiert wie ein Retriever, stöbert wie ein Spaniel“. Außerdem schreibt er über den Airedale, er „liebt das Wasser, taucht wie eine Ente und ist ebenso scharf wie gehorsam“.

Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts wird der Working oder Waterside Terrier in ganz Europa immer belieb-ter. 1883 wurde er dann erstmals auf der National Dog Show in Birmingham als „Airedale Waterside Ter-rier“ vorgestellt, später nannte man ihn schließlich verkürzt Airedale Terrier. Auf dem europäischen Fest-land setzte man den Airedale schnell als Gebrauchshund bei der Polizei und beim Militär ein. Den ersten größeren Militäreinsatz gab es für die Rasse im Jahr 1900 mit deutschen Truppen beim Boxeraufstand in China. Im Ersten und Zweiten Weltkrieg wurden die Airedales als Meldeläufer und bei der Verwundetensuche eingesetzt. Heute findet man den Airedale Terrier nur noch selten als Jagd- oder Gebrauchshund.

Das Fell des Airedale Terriers ist drahtig, dicht und hart mit einer etwas kürzeren, weicheren Unterwolle. Bei regelmäßigem Trimmen verliert er kaum Haare. Ein Großteil des Fells ist lohfarben, mit schwarzem Rücken und schwarzen Flanken, Nacken und Oberseite der Rute sind ebenfalls schwarz. Rüden sind laut Rassestandard 58 bis 61 cm hoch, Hündinnen 56 bis 59 cm. Vom Gewicht her kann man bei den großen Terriern mit 22 bis 30 kg rechnen.

Mit diesem Hintergrundwissen über seine Herkunft und seine Einsatzbereiche wundert es nun nicht, dass der Airedale ein Hund für aktive und sportliche Menschen ist. Die Vielseitigkeit, die von Beginn der Zucht an so erwünscht und verstärkt wurde, machen ihn auch privat zu einem vierbeinigen Begleiter, der für viele Beschäftigungsformen und sportliche Aktivitäten zu begeistern ist - sei es, um nur Beispiele zu nennen, Mantrailing oder Rettungshundearbeit (in Anlehnung an den militärischen Einsatz), Dummytraining oder Fährtenarbeit (wie ursprünglich bei der Jagd).

Vielseitigkeit bedeutet aber eben auch, dass der Airedale viele unterschiedliche Motivationen mit sich bringen kann, die für seine Menschen - ohne die richtigen Regeln und Strukturen im Alltag und ohne die notwendige geistige und körperliche Auslastung - unangenehm werden können: Sei es, dass er gern jagen geht, Haus und Garten bewachen möchte, seine „Beute“ verteidigt oder auch bei allem eine gewisse Selbstständigkeit an den Tag legt. Also schaut man lieber, dass all diese „historisch bedingten“ Leidenschaften auf angenehme Weise gemeinsam mit seinen Menschen befriedigt werden und man dem Airedale Terrier nicht zu viel Verantwortung für seine Menschen und die eigenen vier Wände überträgt. Denn dann kann er auch gut in Familien mit Kindern ab dem Schulalter passen.

Ein Artikel unserer Kollegin Heike Kleinhans von Martin Rütter DOGS Bielefeld/Gütersloh

 

 

Akita

Der Akita ist unter den verschiedenen japanischen Spitzen der größte: Hündinnen werden etwa 61 cm groß und erreichen ein Gewicht von rund 28 kg, Rüden werden durchschnittlich 67 cm groß und wiegen etwa 35 kg.

Das Fell besteht aus geradem, hartem Deckhaar und dichter, weicher Unterwolle. Hierbei sind die Farben Rot-Falb, Sesam, Gestromt und Weiß erlaubt. Die dicke, meist fest über dem Rücken eingerollte Rute ist hoch angesetzt. Wie alle japanischen Rassen trägt er den Namen seiner Heimat. „Akita“ ist eine Präfektur in Nordjapan rund um die Stadt Odate. Die früher zum Rassenamen gehörigen Zusätze „Inu“ und „Ken“ bedeuten „Hund“.

Zur genauen Abstammung des Akita gibt es viele unterschiedliche Theorien und Meinungen. Gesichert ist aber, beispielsweise durch Abbildungen auf Tonwaren, dass Hunde, die dem Akita äußerlich schon sehr ähneln, bereits seit mehreren Jahrtausenden in Japan leben. Als Bärenjäger und Wachhunde wurden sie meist einzeln als sehr selbstständig agierende Arbeitshunde gehalten. Später soll der Akita auch ein Gefährte der Samurai gewesen sein. Der japanische Kaiser erklärte den Akita 1931 zum Nationalbesitz und sorgte somit dafür, dass keine Akitas exportiert werden durften. Der Zweite Weltkrieg schadete auch dieser Rasse erheblich. Die japanischen Hunde konnten entweder nicht mehr ernährt werden oder mussten sogar - bis auf die im Militärdienst stehenden deutschen Schäferhunde - selbst als Nahrung dienen. Nach Kriegsende wurde mit den wenigen überlebenden Akitas weitergezüchtet. Dabei entstanden zwei unterschiedliche Linien: Eine dem ursprünglichen japanischen Hundetyp entsprechende und eine, in der die Einkreuzungen von Molossern und Deutschem Schäferhund deutlich zu erkennen waren. Gleichzeitig wurde das Ausfuhrverbot gelockert und während der Besatzungszeit gelangten viele Akitas in die USA. Dort entwickelte sich ab den 60er Jahren aus der zweitgenannten Linie der American Akita. Er ist gedrungener als der Japan-Akita, mit kürzeren Beinen, längerem Rücken und rechteckigerem Kopf. Seit 2000 gibt es offiziell zwei FCI-Standards: Einen für den Akita und einen für den American Akita.

Als „Hund vom Urtyp“ ist der Akita - wie der Name schon sagt - sehr ursprünglich veranlagt. Vor allem jagdliche und territoriale Motivation sind aufgrund seiner früheren Aufgaben und Zuchtziele sehr ausgeprägt. Wer sich allein oder höchstens zu zweit einem Bären stellen musste und einsam gelegene Höfe bewachen sollte, brauchte besonderes Selbstbewusstsein, eine große Individualdistanz und eine ausgeprägte Eigenständigkeit. Diese Eigenschaften legt der Akita auch heute gern noch an den Tag. Seiner eigenen Familie gegenüber ist er sehr loyal. Bei fremden Menschen und Hunden ist er tendenziell eher skeptisch.

Obwohl er im Haus einen ziemlich gemütlichen Eindruck macht, muss er unbedingt gemäß seiner Anlagen ausgelastet werden. Sinn machen für ihn hierbei jagdliche Ersatzaufgaben wie Fährtenarbeit, Mantrailing oder auch andere Formen der Nasenarbeit. Auf Aufgaben, in denen der Akita keinen Sinn sieht, wird er vermutlich gar nicht eingehen oder sie allenfalls in „Akita-Geschwindigkeit“ (also sehr gemächlich) ausführen. Auch ständige Wiederholungen sind definitiv nicht sein Fall.

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass der Akita bei Menschen richtig aufgehoben ist, die so „dickköpfig“ (eigentlich konsequent) sind wie er und klare Regeln aufstellen und auch durchhalten. Ressourcen und Privilegien in Form von Liegeplätzen, Futter und Beschäftigung sowie Freilauf und Begegnungen mit fremden Artgenossen müssen vom Halter verwaltet, zugeteilt bzw. gemanaged werden. In gut geführten Welpen- und Junghundegruppen sollte er möglichst von Beginn an viele unterschiedliche Hunde und Menschen positiv kennenlernen, vor allem auch souveräne erwachsene Hunde. Trotzdem wird der Akita im Erwachsenenalter kein Hund für regelmäßige Besuche der Hundewiese sein. Er kann von sich aus als Einzelgänger tatsächlich sogar gut darauf verzichten.

Bekannt geworden ist der Akita heutzutage nicht zuletzt durch verschiedene Verfilmungen über den Akita „Hachiko“, der sein Herrchen jeden Tag zum Bahnhof begleitete und dort sogar nach dessen Tod noch viele Jahre täglich zu der Zeit, zu der dieser üblicherweise angekommen wäre, auf ihn wartete.

Ein Artikel unserer Kollegin Heike Kleinhans von Martin Rütter DOGS Bielefeld/Gütersloh

 

 

Alaskan Malamute

Der Alaskan Malamute ist eine nordische Rasse, die ursprünglich aus der Arktis stammt. Sie gilt als älteste nordische Hunderasse, seit ca. 2000 Jahren ziehen diese Hunde Schlitten in dieser Region. Der Name des Alaskan Malamute leitet sich vom Namen eines Inuitstammes ab, den Mahlemiuts, welche an die harten Bedingungen der nordischen Schneelandschaften angepasste Hunde brauchten.

Der Alaskan Malamute ist ein großer, kräftiger Hund mit mittellangem Fell mit ausreichend dichter, öliger Unterwolle. Die Fellfarbe darf schwarz, grau sowie einige braune und rote Zwischentöne umfassen. Weiße Färbungen an Brust, Unterbauch, Gesicht und Pfoten sind erlaubt. Im Gegensatz zum Husky darf der Alaskan Malamute keine blauen Augen haben, die erwünschte Augenfarbe ist braun.

Der Alaskan Malamute gehört als nordischer Hund zu den ursprünglichen Hunderassen. Er ist damit wenig verspielt, weshalb er einem Bällchen wohl eher gelangweilt hinterherschaut, als freudevoll hinterher zu springen und es dem Menschen zurück zu bringen. Seine Selbstständigkeit und Eigenwilligkeit fordern viel Geduld und Ausdauer in der Erziehung. Der stark ausgeprägte Jagdtrieb verhindert oft einen Freilauf. Der Alaskan Malamute ist ein gegenüber Menschen freundlicher Hund, welcher aufgrund seiner Größe und der damit verbundenen Kraft jedoch zum einen einer guten Erziehung bedarf, zum anderen aber als reiner Familienhund nur bedingt tauglich ist. Der Alaskan Malamute braucht ausreichend Bewegung, er wird auch heute noch im Schlittenhundesport eingesetzt, auch wenn er mittlerweile meistens durch die schnelleren Huskys oder Hounds verdrängt wurde. 

 

 

Appenzeller Sennenhund

Der Appenzeller Sennenhund gehört zu den ältesten der vier Sennenhundrassen (Entlebucher, Appenzeller, Berner, Großer Schweizer).

Er ist größer als der Entlebucher und kleiner als der Berner. Es gibt verschiedene Theorien über die Abstammung dieses Schweizer Bauernhundes. Ob seine Vorfahren tatsächlich Molosser waren, die vor über 2000 Jahren mit den römischen Heeren in das Gebiet der heutigen Schweiz gelangten oder ob große, schwere Hunde, die seit jeher im Alpenraum lebten, zu seinen Urahnen gehören, ist ungewiss. Es ist aber davon auszugehen, dass die Schweizer Sennenhunde früher einer Hundefamilie angehörten. Der Appenzeller stammte unter diesen dann von den kleinen, wendigen Vertretern ab, deren Spezialgebiet das Viehtreiben war.

Gesicherte Hinweise auf den Appenzeller finden sich 1853 in der Enzyklopädie „Tierleben der Alpenwelt“. Dort wird ein „hellbellender, kurzhaariger, mittelgroßer, vielfarbiger Sennenhund“ aufgeführt, der „strichweise in ganz regelmäßigem, spitzartigem Schlag, teils zur Hut der Hütte, teils zum Zusammentreiben der Herde, vorzufinden ist.“ Die landwirtschaftlichen und handwerklichen Betriebe brauchten im 19. Jahrhundert einen regelrechten Allrounder, der verschiedene Aufgaben übernahm. Der Appenzeller wachte über Hab und Gut, trieb und hütete das Vieh und zog Transportkarren. Die Arbeit war hart und es wurden hohe Anforderungen an den flinken Arbeitshund gestellt. Wer nicht tagein, tagaus bei jeder Witterung treiben, bellen und auch nachts noch wachsam sein konnte, wurde aussortiert. Daraus entstanden robuste, schnelle und anspruchslose Hunde, deren Arbeitsanlagen gefördert wurden. Vor allem beim Viehtrieb stellte der „Trieberli“ sich wohl sehr geschickt und fruchtlos an. Wenn nötig, zwickte er eine Kuh auch schon mal von hinten in die Fesseln, um anschließend blitzschnell auszuweichen und dem reflexhaften Tritt der Kuh damit zu entgehen.

1896 wird der Appenzeller Sennenhund als eigene Rasse anerkannt, 1906 wird der Schweizer Club für Appenzeller Sennenhunde gegründet. Das Aussehen des Appenzellers war zunächst nachrangig. Erst um 1913 legte man mehr oder weniger willkürlich zur besseren Vermarktung die heute bekannten drei Farben Schwarz, Braun und Weiß als Erkennungszeichen fest. 1923 wird auch in Deutschland ein Schweizer Sennenhundverein gegründet. Erst in den 70er Jahren kann man aber hier von kontinuierlichen Zuchtbemühungen sprechen. 2018 verzeichnete der VDH 112 Appenzeller Welpen. Damit ist er hierzulande eine der selteneren Sennenhundrassen.

Nach heutigem Rassestandard ist der Appenzeller Sennenhund „mittelgroß, dreifarbig, fast quadratisch gebaut und sehr gut bemuskelt“. Die Grundfarben des pflegeleichten Fells sind Schwarz oder Havannabraun. Dazu kommen symmetrische rostbraune und weiße Abzeichen. Die weiße Blesse brachte dem Appenzeller früher den alternativen Namen „Bläss“ ein. Die Hängeohren sind hoch angesetzt. Charakteristisch ist außerdem die gerollt getragene Rute. Appenzeller leiden ab und zu an Hüftgelenks- oder Ellenbogendysplasie oder Patella-Luxation.

In unserer Gesellschaft braucht der Appenzeller am besten sportliche und aktive Menschen, die ihn körperlich und geistig gut auslasten, beispielsweise mit Apportieren, Fährtentraining, Mantrailing, Agility oder natürlich Treibball. Der alte Treibhund ist im Appenzeller sozusagen immer noch lebendig. Neben unsensiblem, körperlichem Agieren ist eine hohe territoriale Motivation und ein gewisses Misstrauen Fremden gegenüber rassetypisch. Daher muss der Appenzeller bereits als Welpe lernen, sowohl mit Menschen und vor allen mit Kindern, als auch mit anderen Hunderassen nicht zu körperlich zu agieren. Problematisch kann es sonst werden, wenn die eigenen Menschen oder draußen Jogger und Fahrradfahrer in die Beine gezwickt werden. Neben der Auslastung sind hier Konsequenz und klare Regeln im Alltag sowie Training der Impulskontrolle und der Aufbau eines sicheren Abbruchsignals unbedingt notwendig. Unter diesen Voraussetzungen ist der Appenzeller auch als Hund für Familien mit größeren Kindern geeignet. Die früher geförderte „Bellfreudigkeit“ kann man durch ruhiges Training und Aufbau von Frustrationstoleranz zumindest bedingt in geordnete Bahnen lenken.

Widerristhöhe: Rüde 50 bis 58 cm, Hündin 48 bis 56 cm
Gewicht : Rüde ca. 22kg bis 29 kg, Hündin ca.19 bis 26 kg

Ein Artikel unserer Kollegin Heike Kleinhans von Martin Rütter DOGS Bielefeld/Gütersloh

 

 

Australian Cattle Dog

Der Australian Cattle Dog ist ein Treibhund, der in Australien für die Arbeit an Rindern gezüchtet wurde.

Dafür mussten die Hunde vor allem robust sein, um auch mal einen Tritt von einem Rind einstecken zu können, und zudem durchsetzungsfähig und sehr körperlich agieren, um die großen Tiere zu treiben.

Die Rasse ist eng mit dem Namen des Rinderzüchters Thomas Hall verknüpft, der 1830 blau getüpfelte Drover Dogs aus Nordengland importierte. Er kreuzte einheimische Dingos ein und schuf so eine eigene Rasse, die Jahre später unter dem Namen „Hall’s Heeler“ bekannt und begehrt war. Thomas Hall legte Wert darauf, dass die Hunde genügsam und ausdauernd waren. Sie mussten die Herden bei extremem Wetter und über sehr große Distanzen treiben. Außerdem sollten sie wachsam sein. Sie waren für ihn so wertvoll, dass er keinen seiner Hunde verkaufte. Erst nach seinem Tod 1870 konnte man Hall’s Heeler käuflich erwerben. Welche Rassen im Anschluss noch eingekreuzt wurden und den Hund zum heutigen Australian Cattle Dog machten, ist nicht schriftlich dokumentiert. Klar ist nur, dass nicht das Aussehen, sondern die Arbeitsleistung immer das oberste Zuchtziel war. Die Rasse ist seit 1903 anerkannt.

Rüden sind laut aktuellem Rassestandard 46 bis 51 cm groß, Hündinnen 43 bis 48 cm. Kräftig und kompakt soll der Körperbau sein, mit einer starken Muskulatur, um leistungsfähig, beweglich und ausdauernd arbeiten zu können. Das Fell ist glatt und hat kurze, dichte Unterwolle. Das Haarkleid ist sogar so dicht, dass es praktisch wasserundurchlässig ist. Farblich sind dabei zwei Varianten erlaubt: Blau (auch blau getüpfelt oder blau gesprenkelt) mit schwarzen, blauen oder lohfarbenen Abzeichen am Kopf und lohfarbenen Beinen, Front und Hals. Oder rot gesprenkelt mit ggf. gleichmäßig verteilten Abzeichen am Kopf. Cattle Dogs werden weiß geboren und bekommen ihre eigentliche Farbe - bis auf die Abzeichen, die von Geburt an vorhanden sind - erst mit einigen Wochen.

Gesundheitlich gilt der Australian Cattle Dog als robust. Er kann allerdings unter anderem von erblicher Erblindung (generalisierte Progressive Retinaatrophie), die sich auch bei alten Hunden noch entwickeln kann, und angeborener Taubheit (kongenitale sensorische Taubheit) betroffen sein.

Der Australian Cattle Dog ist und bleibt in erster Linie ein Arbeitshund mit seinen ursprünglich für das Treiben der Rinderherden notwendigen Anlagen und Eigenschaften. Dazu gehört nicht nur das körperliche Agieren, sondern auch eine territoriale und eine soziale Motivation, die oft auf sein Haus, seinen Garten, seinen Spazierweg, sein Auto und auf seine Familie bezogen sind. Als Anfänger- und Familienhund ist der Australian Cattle Dog insofern nur bedingt geeignet. Zwar ist er durch seine robuste Art auch bei einem höheren Geräuschpegel und kleinen Kindern, die unbewusst auch mal etwas fester ins Fell greifen, geduldig. Jedoch braucht er wegen seiner Reserviertheit Fremden gegenüber und seiner Neigung dazu, die eigene Familie beschützen zu wollen, von Beginn an klare Regeln und Strukturen. Darüber hinaus sollte man sich im Klaren darüber sein, dass einfache Spaziergänge für den Cattle Dog nicht ausreichend sind. Er ist für Sport und verschiedene Beschäftigungsformen zu begeistern. Schön ist, wenn sie mit seiner ursprünglichen Aufgabe zu tun haben, also zum Beispiel Distanztraining (Longieren) oder Treibball. Aber auch Hoopers oder Agility machen vielen Cattle Dogs Spaß, wenn die Belohnung nachher stimmt.

Ein Artikel unserer Kollegin Heike Kleinhans von Martin Rütter DOGS Bielefeld/Gütersloh

 

 

Australian Kelpie

Australian Kelpies kommen mit großer Hitze, großen Schafherden und riesigen Weideflächen zurecht: Die Hütehunde sind bestens an die klimatischen Verhältnisse und ihren ursprünglichen Einsatzbereich in Australien angepasst.

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts importierte man kurzhaarige schottische Collies ins Land, aus denen Schaffarmer gezielt Hunde für ihre Arbeit züchteten. Die Hündin „Kelpie“ gewann 1872 das erste australische Sheep Dog Trial. Ihre daraufhin sehr beliebten Welpen nannte man ebenfalls Kelpie und so war schließlich der Name einer neuen Rasse geboren. Zu Beginn wurden vermutlich weitere Hütehundrassen eingekreuzt. Fraglich ist die teilweise geäußerte Vermutung, dass zu Beginn auch Dingos mit Collies gekreuzt wurden. Aufgrund von Notizen und Briefen früherer Züchter sowie jüngerer DNA-Tests ist sie eher unwahrscheinlich.

Kelpies werden 43 bis 51 cm groß und bis zu 20 kg schwer. Sie haben Stehohren und kurzes Fell mit und ohne Unterwolle. Erlaubt sind in der Zucht alle Farben, die geschichtlich gesehen in der Entwicklung vorkamen: schwarz, rot, schokoladenbraun, rauchblau und falbfarben mit oder ohne Loh.

Der Kelpie ist von Natur aus ein echter Workaholic - genau das wurde ursprünglich in der Zucht verstärkt. Man kann ihn als ausgesprochen arbeitswillig bezeichnen, seine Energie ist nahezu unerschöpflich. Bei der Arbeit an den Schafen bringt er eine instinktive Begabung mit. Er arbeitet dann weitgehend selbstständig und ist auch nicht zimperlich, wenn ein Schaf mal etwas widerspenstiger ist. Kelpies gehören zu den wenigen Rassen, die bei der Arbeit auch über den Rücken der Schafe laufen. Mittlerweile muss man allerdings einschränken, dass die Veranlagung für das Treiben und Hüten von Vieh heute eher auf die Variante des „Working Kelpie“ zutrifft. Die Arbeitsleistung steht bei dieser Zuchtlinie, für die es keinen Rassestandard gibt, eher im Vordergrund als das Aussehen.

Trotzdem ist der Australien Kelpie ein Hund, der sowohl körperlich als auch geistig gefordert werden will. Aufgrund seiner ursprünglichen Aufgabe und der dadurch zuweilen sehr ausgeprägten Selbstständigkeit ist er weder ein Hund für Anfänger noch der ideale Hund für Familien mit kleinen Kindern. Der Kelpie ist sehr temperamentvoll, aber auch fein in der Kommunikation. Er liebt aktive, bewegungsfreudige Aufgaben, sollte aber gerade als „Freizeithund“ auch lernen, herunterzufahren. Sein Einsatzbereich ist aufgrund seiner hohen Motivation riesig: Ob sehr aktive Beschäftigungen wie Agility, Obedience, Longieren, Flyball, Frisbee oder auch konzentrierte Nasenarbeit, zum Beispiel beim Mantrailing oder der Suche nach kleinen Gegenständen - der Kelpie macht auf jeden Fall mit.

Beim Kelpie sind keine typischen erblich bedingten Krankheiten bekannt. Vereinzelt diagnostizierte man eine zerebrale Abiotrophie, eine genetisch bedingte Erkrankung des Kleinhirns. Symptome zeigen sich beispielsweise in Form von Gleichgewichtsstörungen und motorischen Ausfällen.

Ein Artikel unserer Kollegin Heike Kleinhans von Martin Rütter DOGS Bielefeld/Gütersloh

 

 

Australian Shepherd

Der Australian Shepherd (auch Australian Sheep Dog oder Aussie genannt) stammt ursprünglich gar nicht aus Australien, sondern den USA. Baskische Schäfer die im 19. Jahrhundert von Australien nach Nordamerika auswanderten, brachten Merinoschafe mit, die dann den Namen “Australian Sheep“ erhielten. Der einstige “Farm Collie“ eignete sich ideal für die Arbeit an diesen Schafen und wurde daher zum “Australian Shepherd“.

In den 1950er Jahren rückte er bei Rodeovorführungen ins öffentliche Interesse und wurde dann rasch als arbeitsfreudiger Farm- und Hütehund populär.

Bis heute ist der Aussie ein beliebter Begleiter für aktive Menschen. Aber Achtung: Er wird auch immer wieder als Border Collie-Light Variante gehandelt – das ist er definitiv nicht. Seine Ursprünge als Ranch- und Farmhund sind bis heute in ihm verwurzelt – der ausgeprägte Territorialinstinkt ist nach wie vor vorhanden. Er ist also durchaus wachsam und mit Fremden unter Umständen auch erstmal skeptisch. Auch ist er im Kern weitaus nicht so sensibel wie der klassische Border Collie. Schließlich mussten Australian Shepherds mitunter an Rinderherden arbeiten und durften sich von einem Tritt nicht gleich unterkriegen lassen. Dies kann, je nach Lebenssituation, für die Halter eines Aussies ein Vor- oder Nachteil sein.
Auch optisch gibt es keine klaren Unterscheidungskriterien zum Border Collie. Shepherds können mal größer und mal kleiner sein (mittlerweile sind auch sog. „Mini Aussies“ entstanden) und bestehen, wie auch der Border Collie, in unterschiedlichsten Farbvarianten. Am bekanntesten sind aber die Farben Bluemerle und Redmerle.

In der Erziehung sollte man von Anfang an auf eine klare Aufgabenverteilung achten. Eine gute Sozialisierung ist wichtig für seinen Umgang mit Menschen. Vielseitige Beschäftigungen aber auch Geduld um das „Nichtstun“ zu trainieren, sind Voraussetzung für einen ausgeglichenen Australian Shepherd. Weiß er einmal was er zu tun hat und darf bzw. nicht darf, ist er ein idealer Begleiter für aktive Menschen.

Rassestandards nach FCI: Größe: Rüden 51 bis 58 cm, Hündinnen 46 bis 53 cm

Ein Artikel unserer Kollegin Conny Sporrer von Martin Rütter DOGS Wien

 

 

Basset Hound

Der Basset Hound entstammt einer Kreuzung der „niederläufigen“ französischen Jagdhunde und wurde gegen Ende des 19. Jh. in England gezüchtet.

Der Begriff „Basset“ kommt aus dem Französischen („bas“ = niedrig). Andere, leider weniger bekanntere, Bassetarten sind z.B. der „Basset Artesien Normand“ oder der „Basset fauve de Bretagne“.

Oft werden Basset Hounds auch als Hush Puppies bezeichnet. Diese Bezeichnung haben sie einer Schuhfirma zu verdanken, die in den 50er Jahren boomte. Aufgrund der Bequemlichkeit der Schuhe wurde der Basset Hound zum Markensymbol und blieb bis heute erhalten.

Der Basset Hound gehört zur Jagdhunde-Gruppe der sog. „Meutejäger“. Diese sollten in einer großen Gruppe Wild hinterherjagen und deshalb untereinander möglichst verträglich sein. Dies spricht bis heute für eine hohe soziale Verträglichkeit unter Artgenossen. Schließlich konnte sich keiner dieser Hunde erlauben erst untereinander zu klären, wem die Beute gehörte. Im Zusammenleben mit dem Menschen bedeutet dies allerdings auch, dass es häufig viel Training, Geduld und Konsequenz erfordert mit einem Basset Hound zusammenzuleben. Denn ein gewisses Maß an Selbständigkeit und Unabhängigkeit schlummert in ihnen allen und bedarf manchmal hoher Überzeugungskraft des Menschen.

Insgesamt war der Basset einst ein arbeitsfreudiger Hund mit hoher Ausdauer und einer hervorragenden Nase, so wurde er jagdlich auch oft als Schweißhund eingesetzt. Er sollte angeschossenes Wild aufspüren. Von diesem Bild ist leider wenig übrig geblieben, wenn man sich die heutigen Ergebnisse der „modernen Rassehundezucht“ vor Augen führt: Viel zu kurze krumme Beine, übertriebene Faltenbildung, viel zu lange Ohren, zu schwere Lefzen die Hängelider hervorrufen, sodass die Tiere neben Augenentzündungen nicht mehr richtig sehen können. Ein Körper mit einer Größe von 33 -38 cm soll also ein Durchschnittsgewicht von 25 kg tragen…

Die einstige Aufgabe des Hasenjägers ist also wirklich nur noch schwer vorstellbar. Zumeist sehen wir behäbige Hunde die zwar gelassen wirken, jedoch natürlich oft auch durch ihren körperlichen Zustand massiv beeinträchtigt sind. Körperliche Auslastung im eigentlichen Sinne ist also nur bedingt möglich, vielmehr gilt es einen Basset Hound durch viel geistige Beschäftigung wie Nasenarbeit auszulasten.

Größe: 33 – 38 cm / Gewicht: 20 – 29 kg

Ein Artikel unserer Kollegin Conny Sporrer von Martin Rütter DOGS Wien

 

 

Beagle

Der Spezialist für die Treibjagd in der Meute auf Feldhasen und Wildkaninchen wurde früher auch als „Treibhund der armen Leute“ bezeichnet. Diesen Namenszusatz erhielt der Beagle dadurch, dass er im Gegensatz zu den Foxhounds nicht zu Pferd, sondern zu Fuß geführt wurde.

Die Wurzeln des Beagle werden in der Normandie vermutet. Die normannische Familie Talbot hat weiße Hubertushunde im Heer Wilhelms des Eroberers 1066 nach England gebracht. Daher nannte man die Hunde auch Talbots und dann 600 Jahre später Northern Hounds oder Norman Hounds. Um 1400 fanden die Briten während des Hundertjährigen Kriegs im Süden Frankreichs weitere bis dahin unbekannte Hunderassen, die später als Southern Hounds bezeichnet wurden: Mittelgroß, bunt gescheckt und gesprenkelt gingen die Hunde mit tiefem Spurlaut unermüdlich ihrer Jagdleidenschaft nach und konnten auch den feinsten Fährten noch nach langer Zeit folgen. Man geht davon aus, dass der Ursprung der heutigen Hunderassen der Hounds sowohl auf die Northern Hounds als auch auf die Southern Hounds zurückgeht.

1615 findet man erstmalig in England in einer Beschreibung aller wichtigen Jagdhunderassen den „little Beagle“. Damals bezeichnete man die Form der Hundejagd in einer Meute auch als „beagling". Aber erst seit 1890 existiert der Beagle offiziell als eigenständige Hunderasse.

Heute ist der Beagle zwischen 33 und 40 cm groß und bis zu 18 kg schwer. Er hat kurzes, dichtes Fell in folgenden Farbvarianten: zweifarbig braun-weiß, rot-weiß, zitronengelb-weiß oder dreifarbig schwarz/braun/weiß. Der Körperbau ist im Idealfall quadratisch, kräftig, muskulös, aber nicht dick. Der Kopf ist mäßig lang mit ausgeprägtem Stop. Die tief angesetzten Ohren sind lang und am Ende abgerundet.

Viele seiner Eigenschaften gehen auf den ursprünglichen Einsatz des Beagle als Meutejäger zurück: Er hat eine sehr geringe soziale Motivation, da es ihm durch den Einsatz in der Meute egal sein musste, mit wem er jagt. Auch durfte es keine Streitereien um Beute geben. Insofern ist es dem Beagle sozusagen „egal“ mit wem er zusammen lebt - was unter anderem leider dazu führt, dass er häufig als Laborhund eingesetzt wird, denn so man kann ihn problemlos immer wieder mit anderen Beagle vergesellschaften. Außerdem musste der Beagle in der Meute sehr selbständig und ohne Anleitung durch den Menschen arbeiten. Beim Training des Beagle sollte man also darauf achten, dass er sich sehr am Menschen orientieren muss, um an sein Ziel zu kommen und dadurch sein Jagdverhalten in geordnete Bahnen zu lenken. Für ihn sinnvolle Beschäftigungsformen wie Fährtenarbeit oder Mantrailing bieten sich dabei an.

Ein Artikel unserer Kollegin Heike Kleinhans von Martin Rütter DOGS Bielefeld/Gütersloh

 

 

Bearded Collie

Der Bearded Collie ist ein Hütehund, der ursprünglich aus dem schottischen Hochland kommt. Aufgrund der dort herrschenden extremen Wetterbedingungen wurde ein robuster Hund mit dichtem Fell gebraucht, welcher für komplexe Hüteaufgaben wie das eigenständige Treiben von Herden aus den Bergen eingesetzt wurde.

Er ist ein mittelgroßer Hund mit langem harten Deckhaar und weicher dichter Unterwolle in Farbschattierungen von Schwarz, Blau, Grau und Braun. Weiße Abzeichen an den Pfoten, im Gesicht als Blesse, als Halskrause und an der Rutenspitze sind erlaubt. Seinen Namen Bearded (bärtiger) Collie hat er von seinem Bart. Das Fell benötigt regelmäßig Pflege, alle zwei Wochen sollte es daher gebürstet werden.

Der Bearded Collie hat ein lebhaftes, aber dennoch ausgeglichenes Temperament. Er ist unternehmungslustig und lässt sich auf jede Aktivität mit seinem Menschen ein. Sehr häufig wird die Freude über gemeinsame Unternehmungen in lautstarkem Gebell ausgedrückt. Der sensible Bearded Collie achtet sehr auf seine Menschen und ist bei ausreichend Beschäftigung als Familienhund sehr gut geeignet. Gerade die große Sensibilität führt allerdings manchmal auch dazu, dass der Bearded Collie stark geräuschempfindlich ist. Auch für sportlich aktive Menschen ist der Bearded Collie ein idealer Begleiter, da er aktiv und ausdauernd ist, und somit sowohl an langen ausgedehnten Spaziergängen wie auch an gemeinsamen sportlichen Aktivitäten wie z.B. dem Canicross oder Agility Spaß hat.

 

 

Berger des Pyreneés

„Der Berger des Pyrénées ist ein Hund, der bei einem Minimum an Größe und Gewicht ein Maximum an Energie besitzt“, so formuliert kurz und prägnant der Club Berger des Pyrénées die Kerneigenschaften der Pyrenäen-Hütehunde.

Es gibt zwei Rassen dieser sehr ursprünglichen Arbeitshunde: Den langhaarigen Berger des Pyrénées „à poil long“ (französisch: „mit langem Haar“) und den kurzhaarigen „Face rase“ (französisch: „mit rasiertem Gesicht), der vor allem im Gesicht, aber auch am Körper kürzeres Fell hat.

Der langhaarige Pyrenäen-Hütehund ist etwas kleiner (42 bis 46 cm) als sein kurzhaariger Bruder. Bis vor einigen Jahrzehnten bestand seine Aufgabe darin, im Hochgebirge Schafe, Ziegen, Rinder und Pferde zu hüten und zu treiben. Über Jahrhunderte hinweg haben sich Hunde entwickelt, die robust, agil und wendig waren und auch im zerklüfteten Hochgebirge trittsicher und selbstständig mit dem Schäfer zusammenarbeiteten. Durch die dichte Unterwolle bildeten sich im Fell Zotteln, die dem Hund im Hochgebirge als Wetterschutz dienten und als „Cadenettes“ bezeichnet werden.

Der „Face rase“ ist etwas größer (44 bis 50 cm) und stammt aus den vorgelagerten Landschaften der Pyrenäen. Dort mussten die Hunde etwas kräftiger sein, um mit großen Herden zu arbeiten. Sie wurden vor allem zum Viehtrieb eingesetzt.

Um die typischen Eigenschaften zu erhalten, wird bei beiden Rassen das instinktive Verhalten an den Schafen zur Zuchtzulassung überprüft. Mittlerweile werden sie zwar seltener als Hütehunde eingesetzt, sind aber als Familienhunde immer beliebter. Umso wichtiger ist es, die selbstständigen Arbeitshunde körperlich und geistig auszulasten, sonst wachsen einem ihre Schnelligkeit, Ausdauer und ihr Durchsetzungsvermögen schnell über den Kopf. Fehlt der richtige „Job“, wird der Pyrenäen-Hütehund sich seine Beschäftigung suchen, die dann selten im Sinne seines Besitzers ist… Ob Apportieren, Agility, Treibball oder Longieren - der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt, um seinen Arbeitseifer sinnvoll zu nutzen. Konsequenz und Strukturen im Alltag sind zusätzlich wichtig, um zu verhindern, dass er das Gefühl bekommt, zu viel Verantwortung für seine Familie übernehmen zu müssen. Der Fremden gegenüber sowieso schon zurückhaltende Berger wird sonst schnell zum ungemütlichen Wächter der Familie.

Die Pyrenäen-Hütehunde sind robust, werden selten krank und erreichen daher häufig ein Alter von dreizehn und mehr Jahren. Die Fellpflege ist beim Langhaar etwas aufwendiger als beim Kurzhaar. Verfilzungen hinter den Ohren und an den Ellenbogen sollten regelmäßig ausgebürstet werden. Traditionell wird der Pyrenäen-Hütehund einmal im Jahr kräftig ausgekämmt. Um die Hunde an die Fellpflege zu gewöhnen, sollte man aber unbedingt bereits ab dem Welpenalter täglich behutsam mit Kamm und Bürste arbeiten.

Ein Artikel unserer Kollegin Heike Kleinhans von Martin Rütter DOGS Bielefeld/Gütersloh

 

 

Berner Sennenhund

Ihren Ursprung hat die Rasse, wie der Name schon sagt, im Kanton Bern in der Schweiz.

Der Berner Sennenhund – oder früher auch nach dem Weiler und Gasthaus Dürrbach „Dürrbachler“ genannt – wurde in den Voralpengebieten und der Umgebung von Bern auf Bauernhöfen als Wach-, Zug- und Treibhund eingesetzt. Dazu brauchte man einen robusten und wachsamen Hund, zu dessen Vorfahren vermutlich Mastiffs, Bernhardiner, Neufundländer und Schäferhunde zählten. 1902 zeigte man den Berner erstmals auf einer Ausstellung. 1907 schlossen sich einige Züchter zusammen, gründeten einen Verein und legten die Rassestandards für den Berner Sennenhund fest.

Sein Fell ist mittellang bis lang, glatt bis leicht gewellt, mit Unterwolle. Die Grundfarbe ist schwarz mit braunroten Abzeichen an Kopf, Brust und Beinen. Der Berner trägt eine weiße Blesse auf der Stirn. Rutenspitze, Zehen, Brust und Teile des Fangs sind ebenfalls weiß.

Der Berner Sennenhund ist gutmütig und gelassen, als ehemaliger Hofhund ist er aber auch wachsam und selbstbewusst. Seinen eigenen Garten bewacht er gern, wenn er die Gelegenheit dazu sieht. Eine klare Aufgabenverteilung in seinem „Rudel“ ist daher von Anfang an wichtig. Aufgrund seiner hohen Reizschwelle ist er als Familienhund gut geeignet. Mit Kindern lebt er meist problemlos und harmonisch zusammen.

Obwohl sein äußeres Erscheinungsbild eher auf einen durchweg ruhigen Zeitgenossen schließen lässt, ist der Berner durchaus auch aktiv und arbeitswillig, wenn er einen Sinn in der Beschäftigung sieht. Seinem ursprünglichen Einsatzbereich gemäß kann man ihn beispielsweise mit Zughundesport auslasten. Aber er liebt auch lange Spaziergänge und Wanderungen – besonders bei Schnee und Kälte.

Die Lebenserwartung des Berner Sennenhunds ist leider eher gering. Gesundheitliche Aspekte wie Krebs, Nieren- und Gelenkprobleme verkürzen sein Leben häufig und beschränken das Durchschnittsalter auf acht bis zehn Jahre. Es ist daher ratsam, bei der Auswahl des Hundes beziehungsweise der Elterntiere auf Gesundheit und eventuelle erbliche bedingte Dispositionen zu achten.

Widerristhöhe:
Rüden: 66-68 cm
Hündinnen: 60-63 cm

Ein Artikel unserer Kollegin Heike Kleinhans von Martin Rütter DOGS Bielefeld/Gütersloh

 

 

Border Terrier

Der Border Terrier ist von der Nase bis zur Rutenspitze hundertprozentig auf das eingestellt, wofür er ursprünglich in seinem Heimatland gezüchtet wurde: die Jagd auf Füchse, Otter und Dachse.

Im schottisch-englischen Grenzgebiet (engl. „border“) existierten seit dem späten 18. Jahrhundert kleine, robuste und laufstarke Terrier, die die Jäger zu Pferd und deren Foxhound-Meuten auf langen Strecken begleiten konnten. Ihr Job war es dabei, Füchsen und Dachsen, die in einen Bau flüchten konnten, zu folgen, sie zu stellen und wieder ans Tageslicht zu treiben. Für diesen Einsatz durften sie nicht zu groß sein, vor keinem Feind zurückschrecken, mussten selbstständig und selbstbewusst agieren und natürlich auch mal einen Gegenangriff einstecken können. Alles in allem also nichts für Angsthasen. Erst viel später, im Jahr 1920, wurde der Border Terrier im britischen Kennel Club offiziell eingetragen und ein einheitlicher Rassestandard begründet.

Äußerlich wirkt das kleine Jagdpaket fast unscheinbar - wer die Rasse nicht kennt, hält ihn oft für einen Mischling. Denn „Schönheit“ im klassischen Sinne war bei diesen Hunden völlig unwichtig. Körperbau und Fell mussten vielmehr den Anforderungen beim jagdlichen Einsatz gerecht werden.

Mit einer Schulterhöhe zwischen etwa 32 und 36 cm bringt ein Rüde 5,9 bis 7,1 kg und eine Hündin 5,1 bis 6,4 kg Gewicht mit sich. Unter dem drahtigen Deckhaar verbirgt sich dichte, weiche Unterwolle. Damit ist der Border Terrier bestens bei jeder Witterung und auch im Wasser geschützt. Das Fell benötigt nur wenig Pflege, lose Haare werden gelegentlich ausgezupft. Mögliche Fellfarben sind Rot, weizenfarben, „grizzle and tan“ und „blue and tan“. Die Kopfform des Border Terriers wird immer mit der eines Otters verglichen - ein breiter Schädel mit einem kurzen Fang und einem schwarzen Nasenschwamm. Die V-förmigen Ohren hängen bis zur Wange herab. Seine hohen, schlanken Beine erlauben es ihm, auch längere Distanzen in einem flotten Tempo zurückzulegen. Der Brustkorb ist nicht zu breit, damit er auch gut in die Raubwildbauten eindringen kann.

Wen wundert es nun noch, dass der Border Terrier kein Hund für Liebhaber kurzer, entspannter Spaziergänge ist? Der robuste Naturbursche wird in Großbritannien weiterhin hauptsächlich jagdlich geführt, wird aber auch als Begleiter sportlicher Menschen und vor allem bei Reitern immer beliebter. Und bei diesen ist er tatsächlich bestens aufgehoben, da der Border Terrier bei ausreichender körperlicher und geistiger Auslastung (gern auch alternativer jagdlicher Beschäftigung mit seinem Menschen) auch zufrieden und entspannt ist.

Als Hund für Hundeanfänger oder Familien mit kleinen Kindern ist er aber sicherlich nicht geeignet. Denn wer sich allein im Bau gegen ein Raubtier behaupten muss, neigt dazu, sehr selbstständig zu sein und bei allem - zum Beispiel auch bei unerwünschten Jagdausflügen - einen langen Atem zu haben. Insofern muss der Border Terrier von Beginn an für ihn sinnvolle Regeln bekommen und konsequent erzogen werden. Dadurch, dass der Border Terrier auch mit der Meute verträglich sein musste, wurde bei der Zucht natürlich sehr auf diesen Aspekt geachtet. Insofern ist er im Normalfall sehr unkompliziert mit Artgenossen und für erfahrene Hundehalter auch gut als „Zweithund“ geeignet.

Ein Artikel unserer Kollegin Heike Kleinhans von Martin Rütter DOGS Bielefeld/Gütersloh

 

 

Bracco Italiano

Der Bracco Italiano gehört zu den ältesten Vorstehhunderassen Europas. Häufig wird er sogar als der Ursprung aller modernen Vorstehhunderassen bezeichnet.

Seine Wurzeln reichen vermutlich bis ins 5. Jahrhundert v. Chr. zurück, wobei seine Entstehung einer Kreuzung aus arabisch-afrikanischen Windhunden und Molossern zu verdanken ist. Belegbare Zuchtbemühungen der Fürstenfamilien Medici und Gonzaga gibt es aus dem 14. Jahrhundert. Abbildungen der italienischen Vorstehhunde finden sich auf Fresken aus dieser Zeit. Verschiedene Dokumente aus dem 15. und 16. Jahrhundert erwähnen den Bracco Italiano schließlich in einer Form, die der heutigen schon sehr ähnlich ist: kräftiger, aber ausgewogener Körperbau, lange, freie Bewegungen, hoch getragener Kopf, aufmerksamer Ausdruck heißt es dort. Bis zum 18. Jahrhundert entwickelten sich zwei Typen: der kastanienbraune Bracco Lombardo und der Bracco Piemontese mit den orangefarbenen Abzeichen. Aus einer späteren Kreuzung der beiden entstand schließlich der Bracco Italiano. In den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts schlossen sich seine Züchter erstmals in einem Verband zusammen. Nachdem die Rasse im Zweiten Weltkrieg beinahe ausgestorben wäre, wurde im Februar 1949 ein Rassestandard festgelegt, der bis heute gültig ist.

Rüden haben eine Schulterhöhe von 58 bis 67 cm, Hündinnen von 55 bis 62 cm. Sein Gewicht wird mit 25 bis 40 kg angegeben. Der Bracco Italiano hat kurzes, dichtes Fell mit unterschiedlichen Farben und Zeichnungen: Weiß oder Weiß mit unterschiedlich großen orange- oder bernsteinfarbenen oder kastanienbraunen Abzeichen, gescheckt oder gesprenkelt (melato). Gern gesehen wird eine symmetrische Maske, die aber kein Muss ist.

Ursprünglich wurde der Bracco Italiano für die Vogeljagd mit Fangnetzen, später aber auch angepasst bei der Jagd mit Feuerwaffen eingesetzt. Bis heute hat er sich zu einem vielseitigen Jagdhund entwickelt, dem auch Schweißarbeit und Apportieren liegen.

Draußen und vor allem im jagdlichen Einsatz arbeitet der Bracco Italiano flink, konzentriert und zielgerichtet. Schon im frühen Welpenalter zeigt er das Vorstehen, also ein Einfrieren in der Bewegung mit angehobenem Vorderlauf und waagerecht in Verlängerung des Rückens gehaltener Rute - erst vor unbekannten Objekten oder sich bewegenden Spielzeugen, schließlich bei Wildwitterung.

Oft beschrieben wird seine beinahe aristokratische, feinfühlige Art. Beim erwachsenen Bracco scheint man das Gefühl zu haben, er ruhe in sich. Dabei darf man nicht vergessen, dass der Bracco Italiano - wie viele große Rassen - ein Spätentwickler ist. Erst mit zwei bis drei Jahren ist er geistig und körperlich ausgereift. Nicht zu unterschätzen ist auch, dass er sehr sensibel ist, schließlich wurde er für die Arbeit gezüchtet und musste auch sensibel auf die Hinweise des Jägers sowie die Anwesenheit des Federviehs reagieren. Ist der Bracco Italiano gut sozialisiert, ist er schließlich auch ein guter Familienhund, der die ungestüme Art etwas älterer Kinder nicht übel nimmt. Man sollte beim sehr jungen Bracco Italiano allerdings unbedingt darauf achten, ihn weder beim Training noch im Alltag mit einem „Zuviel auf einmal“ zu überfordern, ohne ihn „in Watte zu packen“.

Wenn der Bracco Italiano nicht jagdlich geführt wird, sollte er unbedingt trotzdem gemäß seiner Anlagen ausgelastet werden, geistig und körperlich. Dabei gibt es so viele Beschäftigungsformen, bei denen er begeistert mitmachen wird: Apportieren und Dummytraining, Reizangeltraining, Mantrailing, Fährtenarbeit und im Prinzip alle Formen der Nasenarbeit. Aber auch verschiedene Bereiche des Zughundesports (Canicross, Dogscootering oder Bikejöring), in denen er in seinem rassetypischen, raumgreifenden Trab laufen kann, lasten ihn körperlich aus.

Ein Artikel unserer DOGS Partnerin Heike Kleinhans von Martin Rütter DOGS Bielefeld/Gütersloh

 

 

Cavalier King Charles Spaniel

Viele Rassebeschreibungen des Cavalier King Charles Spaniels lesen sich wie ein fast zu schönes Märchen: Der kleine Hund mit den Knopfaugen sei nicht nur schrecklich niedlich, sondern auch lieb zu Kindern, freundlich zu Besuch, Artgenossen und anderen Tieren, problemlos mit und ohne Leine zu führen und er erziehe sich quasi wie von selbst.

Dann kommt allerdings kein Happy End: Naja, und er habe eben ein paar Probleme mit erblich bedingten Krankheiten…

Aber beginnen wir ein paar hundert Jahre früher. Erste Erwähnungen des ursprünglichen „King Charles Spaniel“ finden sich bereits im 16. Jahrhundert. Er war der Lieblingshund des englischen Königs Charles I. (1600-1649) und daher zu der Zeit schon auf zahlreichen Gemälden zu sehen. Die kleinen Schoßhunde waren beim Adel überaus beliebt. Charles I. erließ zu seinen Gunsten sogar ein Gesetz, das besagte, dass jeder King Charles Spaniel Zugang zu jedem öffentlichen Gebäude im gesamten englischen Königreich habe. Dieses Gesetz existiert tatsächlich auch heute noch.

Im Laufe der Zeit hat sich die Form des King Charles Spaniels deutlich verändert. Durch die Einkreuzung kleinerer und kurznasiger Rassen wurden auch die Spaniel schließlich kleiner, hatten rundere Köpfe und eine deutlich kürzere Nase als ihre Vorfahren. Der Amerikaner Roswell Eldridge setze sich ab 1926 für die Rückzüchtung nach dem Vorbild der Hunde Charles I. ein. Die Hunde sollten wieder etwas größer und langnasiger werden. In Anlehnung an die Bezeichnung der Truppen des Königs, die „cavaliers“, wurden sie dann 1945 als „Cavalier King Charles Spaniel“ als neue Rasse anerkannt.

Der heutige Cavalier King Charles Spaniel hat eine Schulterhöhe von 32 bis 34 Zentimetern und ein Gewicht von 5,5 bis 8 Kilogramm. Der Cavalier hat langes, besonders an den langen Ohren, den Beinen und der Rute, üppig hängendes Fell. Vier Farbvarianten sind offiziell anerkannt: Black and Tan, Ruby, Blenheim und Tricolour. Der Kopf ist klein und flach und hat zwischen den Ohren einen flachen Stop.

Und damit sind wir sozusagen bei der größten „Problemzone“ des Cavaliers angelangt, die dunkle Wolken in den märchenhaften Rassebeschreibungen aufziehen lässt. In seiner jahrhundertelangen Laufbahn als „Schoßhündchen“ wurde beim Cavalier vor allem auf das Aussehen geachtet. Süß und niedlich sollte er natürlich sein. Dem klassischen Kindchenschema zufolge sollten die Augen also groß und rund und die Stupsnase klein sein - Brachycephalie (Kurz- und Rundköpfigkeit) ist die anatomische Folge. Denn je kleiner der Kopf ist, desto größer wirken die Augen. Der Schädel des Cavaliers ist dadurch häufig zu klein für sein Gehirn. Das Hirnwasser kann somit nicht - wie eigentlich nötig - ständig neu gebildet werden und über das Rückenmark abfließen, da das Gehirn im kleinen Schädel den Abfluss blockiert. Es staut sich Hirnwasser und der starke Druck im Kopf führt zu Nervenreizungen, Ausfallerscheinungen und starken Schmerzen. Das alles sind Symptome der qualvollen Krankheiten Syringomyelie und Chiari Malformation, die beim Cavalier King Charles Spaniel mit bis zu 60 Prozent leider sehr verbreitet sind. Wegen dieser Krankheiten sowie einer häufig auftretenden Fehlfunktion der Herzklappen und weiterer Nerven- und Augenkrankheiten steht der Cavalier ganz oben auf der Liste der am meisten von Erbfehlern belasteten Hunderassen.

Eine Empfehlung für den Cavalier King Charles Spaniel können wir, da wir ihn unter den aktuellen Umständen als Qualzucht bezeichnen müssen, nicht aussprechen. Und obwohl so häufig seine unkomplizierte Art und die einfache Erziehung betont werden, darf man auch nicht vergessen, dass er ursprünglich ein Spaniel, also ein Stöberhund ist. Geistige und körperliche Auslastung – vor allem im jagdlichen Bereich der Nasenarbeit - sowie Regeln und Strukturen im Alltag dürfen also beim hoffentlich gesunden Cavalier definitiv nicht zu kurz kommen.

Ein Artikel unserer Kollegin Heike Kleinhans von Martin Rütter DOGS Bielefeld/Gütersloh

 

 

Chesapeake Bay Retriever

Der Jagdhund für die Enten- und Gänsejagd ist in seinem Heimatland Nordamerika für den Einsatz in Sümpfen und Gewässern unter den dort häufig rauen Witterungsbedingungen entstanden.

Erste Hinweise auf die Rasse findet man bereits im 16. Jahrhundert, als offizielle Jagdhunderasse erscheint er ab dem 19. Jahrhundert. Namensgeber ist die Chesapeake Bay in Maryland/Virginia an der Ostküste der USA. Seit 1964 ist der Chesapeake Bay Retriever sogar der „State Dog“ des Bundesstaats Maryland. Man trifft ihn dort häufiger als bei uns in Europa.

Der Chesapeake ist ein mittelgroßer, robuster Hund, dessen äußeres Erscheinungsbild perfekt auf seinen ursprünglichen Job ausgerichtet ist. Körperbau und Haarkleid ermöglichen ihm langes Schwimmen im kalten Wasser, sogar das Eis zu durchbrechen, nach Beute zu tauchen und extrem anstrengende Apporte auszuführen. Sein Kopf ist breit mit mittlerem Stop, die Kiefer lang und kräftig, um große Vögel mit weichem Fang zu tragen. Die Hinterhand darf höher sein als die Schulter. Das Deckhaar ist an Schultern, Hals, Rücken und Lenden gewellt, kurz und hart mit einer dichten, feinen Unterwolle, welche viel Fett enthält. So kann kein kaltes Wasser bis zur Haut des Chesapeake vordringen. Und wenn er sich nach dem Schwimmen schüttelt, bleibt kaum Feuchtigkeit im Fell zurück. Die Farbe soll möglichst der seiner Arbeitsumgebung entsprechen: von Strohfarbig (deadgrass) über hellrötliche Töne (sedge) bis hin zu Dunkelbraun (dark brown). Seine Augen sind auffällig hell, gelblich oder bernsteinfarben.

Als Gemeinschaftsjäger ist der Chesapeake Bay Retriever für die Arbeit mit dem Menschen gemacht. Er ist daher gut für gemeinsames Training zu motivieren und braucht auf jeden Fall auch als Familienhund Aufgaben, die ihn rassespezifisch auslasten. Ein komplexes Apportiertraining - auch im Wasser - ist da die naheliegende Beschäftigungsform. Da der Chesapeake ursprünglich als Jagd- und Wachhund eingesetzt wurde, hat er von den insgesamt 6 unterschiedlichen Retrieverrassen die am meisten ausgeprägte territoriale und soziale Motivation. Insofern ist es wichtig, dem Chesapeake über eine klare Aufgabenverteilung zu vermitteln, welche Aufgaben er innerhalb der Familie übernehmen soll.

Rüden: bis 66 cm und 36,5 kg
Hündinnen: bis 61 cm und 32 kg

Ein Artikel unserer Kollegin Heike Kleinhans von Martin Rütter DOGS Bielefeld/Gütersloh

 

 

Chihuahua

Der zu den Gesellschafts- und Begleithunden gehörende Chihuahua, gilt als kleinste Hunderasse der Welt.

Der zu den Gesellschafts- und Begleithunden gehörende Chihuahua, gilt als kleinste Hunderasse der Welt. Er wurde in Mexiko in der Provinz Chihuahua entdeckt und genoss dort hohes Ansehen. Man sah sie als Führer toter Seelen, weswegen sie bei vielen Beerdigungen geopfert wurden. Mitte des 19. Jh. wurden die Hunde von Mexikanern vermehrt an Touristen verkauft. Über die USA kamen sie nach Europa.

Die oft unterschätzten Hunde sind sehr lebhaft und lernwillig. Die kleinen Persönlichkeiten sind aufgrund ihrer Größe wenig robust und daher oft auch sehr unsicher mit anderen (größeren) Hunden. Häufig werden sie dann als „keifende Schoßhunde“ abgestempelt, zeigen sich dabei aber eigentlich oft nur überfordert. Gerade das hoch frequentierte Bellen in hoher Tonlage mit nach oben gerichtetem Maul ist ein deutlicher Indikator für Unsicherheit und zeigt das viele von ihnen gelernt haben: Angriff ist die beste Verteidigung. Viele Chihuahua-Halter kontrollieren die ersten Hundebegegnungen oftmals zu wenig, was immer wieder dazu führt, dass die Hunde selbst lernen müssen sich größeren Hunden gegenüber durchzusetzen. Oder der umgekehrte Fall tritt ein: Sie werden aufgrund ihrer Größe zu sehr von anderen Hunden isoliert und sind bei Begegnungen dann maßlos überfordert. In der Haltung und Erziehung von Chihuahuas gilt also absolutes Fingerspitzengefühl, wer glaubt dass diese kleinen Hunde keine Erziehung brauchen, sollte sich seinen Hund lieber bei Toys’R’us aussuchen. Vermenschlichung ist für diese Hunde ebenso unangemessen wie für jeden anderen Hund auch.

Gesundheitlich gibt es aufgrund des Trends zum Chihuahua immer mehr Defizite und Rassedispositionen. Deshalb ist bei der Auswahl des Züchters allerhöchste Aufmerksamkeit geboten. Die richtige züchterische Vorbereitung auf das spätere Leben ist vor allem in Puncto Prägung und Sozialisierung besonders wichtig. Zahlreiche dubiose Vermehrer und Händler treiben mit dem Chihuahua zum Leid der Hunde immer wieder lukrative Geschäfte.

Chihuahuas zeigen sich äußerst gelehrig und sind für zahlreiche Beschäftigungsmöglichkeiten zu begeistern.

Größe: 15 – 22 cm / Gewicht: 1 - 3 kg

Ein Artikel unserer Kollegin Conny Sporrer von Martin Rütter DOGS Wien

 

 

Dackel / Teckel

Der Dackel (in der Jägersprache auch Teckel oder Dachshund genannt) zählt unter den Jagdhunden zu den sog. „Solitärjägern“.

Wie es der Name schon vermuten lässt, sollten Dackel also sehr selbständig arbeiten, sie mussten nicht besonders mit dem Jäger kooperieren. So eignete sich diese kurzbeinige Bracke immer schon perfekt für die sog. „Baujagd“. Sie sollten also Fuchs, Dachs und Co. selbständig aus dem Bau treiben oder töten und dementsprechend klein, robust und unempfindlich sein. Aber auch in der Stöberarbeit und bei Fährte sind Dackel ganz vorne dabei.

Der älteste Schlag ist der Kurzhaardackel, dann kam der Langhaar- und später der Rauhaardackel (von Jägern bevorzugt). Aber nicht nur die Haararten werden unterschieden, auch bei den Größen gibt es 3 Kategorien: Den Standard-, Zwerg und den Kaninchendackel.

Die Aufgabe des Dackels war es immer schnell und eigenmächtig zu handeln, daher eignen sie sich weniger als Anfänger- oder Familienhunde. In der Erziehung sollte man also von Anfang an streng darauf achten ihre natürliche Selbständigkeit gezielt zu kanalisieren und ihnen die Abhängigkeit vom Menschen immer wieder auf’s Neue schmackhaft machen. Auch ihr ausgeprägter Beutetrieb sollte von den Haltern gezielt trainiert werden, sodass sie eher dazu tendieren Beute zu apportieren als sie zu verteidigen. Dackel sind robuste, temperamentvolle Hunde die blitzschnell Entscheidungen treffen zu können. Auch das kann eine Herausforderung in der Haltung sein.

Erzieherisch ist beim Dackel höchste Konsequenz und Klarheit gefragt. Wo andere Rassen gerne Fehler verzeihen, sieht der Dackel eine Lücke. Wer sich mit dem richtigen Vorwissen an einen Dackel wagt und die Herausforderung mag, wird viel Freude an diesen vielseitigen, gelehrigen und aktiven kleinen Persönlichkeiten haben.

Größe: 26 – 38 cm / Gewicht: 3 – 9 kg

Ein Artikel unserer Kollegin Conny Sporrer von Martin Rütter DOGS Wien

 

 

 

Dalmatiner

 

Der Dalmatiner stammt ursprünglich aus dem östlichen Mittelmeerraum, vermutlich aus der historischen Provinz Dalmatien, woher er auch seinen Namen hat. Er wurde zur viktorianischen Zeit besonders in England als Kutschenbegleithund eingesetzt und begleitete dort die Kutschen auf langen Fahrten, um diese vor Angriffen durch Räuber oder wilde Tiere zu beschützen. Beliebt als Familienhund wurde die Rasse durch den Zeichentrickfilm „101 Dalmatiner“.

Der Dalmatiner ist ein mittelgroßer bis großer Hund. Er hat kurzes weißes Fell mit schwarzen oder braunen Flecken, die erst im Alter von 10 bis 14 Tagen im Fell erscheinen und sich erst mit dem Alter von einem Jahr nicht weiter verändern. Die Flecken sollen klar begrenzt sein und nicht ineinander laufen. Wie bei allen Hunden mit großem Weißanteil im Fell, besteht beim Dalmatiner die Gefahr, dass die Welpen taub zur Welt kommen.

Aufgrund seiner ursprünglichen Verwendung als Kutschenbegleithund besitzt der Dalmatiner eine große Ausdauer und braucht entsprechend Auslauf und Beschäftigung. Da er zudem sehr lernfreudig ist, wird er auch mit Begeisterung Tricks und kleine Kunststücke erlernen. Er eignet er sich daher durchaus als Familienhund vor allem für sportlich aktive Familien. Der Dalmatiner ist ein Menschen gegenüber freundlicher Hund, der aufgrund seines ursprünglichen Verwendungszweckes jedoch auch zur Wachsamkeit neigt und fremde Menschen auf dem eigenen Grundstück anzeigt und vertreibt.

 

 

Deerhound

Steht ein Vertreter dieser ältesten schottischen Hunderasse vor einem, fällt es nicht schwer, sich die großen, majestätischen Hunde auf herrschaftlichen Anwesen schottischer Adelsfamilien vorzustellen.

Dort wurde der Riese als Sichthetzer zur Jagd auf Hirsche (deer für engl. Hirsch), aber auch als Begleithund und Statussymbol gehalten.

Zu seinen Vorfahren gehören wahrscheinlich alte keltische Windhunderassen, die bereits im 3. Jahrhundert in Britannien und anderen Regionen Westeuropas vertreten waren. Dies war auch beim Irischen Wolfshund der Fall, bei dessen Rekonstruktion im 19. Jahrhundert daher auch Deerhounds zum Einsatz kamen.

Das 8 bis 10 cm lange Haar ist dicht und zottig und fühlt sich harsch an. Dadurch war der Deerhound bestens für seinen ursprünglichen Jagdeinsatz im Hochland bei jeder Witterung ausgestattet. Mögliche Farben sind dunkles Blaugrau, dunkleres und helleres Grau oder gestromt, aber auch Gelb, Rotsandfarben oder Rotbräunlich mit schwarzer Maske, und schwarzen Ohren, Läufen und Rute. Die sogenannten „Rosenohren“ sind klein und hoch angesetzt. In entspannter Haltung sind sie zurückgefaltet, bei Erregung können sie im Ansatz über den Kopf erhoben werden. Die Rute ist lang und reicht fast bis zum Boden. Hündinnen werden bis zu 71 cm groß, Rüden bis zu 76 cm.

Obwohl der Deerhound seine ursprüngliche Aufgabe verloren hat, ist er bei Windhundfans immer noch beliebt. Im Haus ist er bei ausreichender körperlicher und geistiger Auslastung ein sanfter und entspannter Mitbewohner, der zwar an seinen Menschen hängt, dabei aber nicht aufdringlich ist. Fremden Menschen gegenüber ist er etwas reservierter.

Man darf als Interessent für diese Rasse nicht vergessen, dass der Deerhound ein ursprünglicher Jagdhund ist. Als Sichthetzer scannt er die Umgebung gern nach lohnender Beute ab. Zwar ist diese Motivation von Hund zu Hund unterschiedlich stark ausgeprägt, aber man sollte mit dem Deerhound immer aufmerksamen Auges unterwegs sein, um ihn, bevor er in die Hetze startet, abrufen und umlenken zu können. Alternativ muss man ihm natürlich Möglichkeiten bieten, seine Jagd- und Laufpassion ausleben zu können. Da er anatomisch kein ausdauernder Traber, sondern eher ein Spezialist für dynamische Sprints hinter einer Beute her ist, kann man ihn weniger mit Joggen und Fahrradfahren, aber mit Reizangeltraining (mit großem Radius), kontrollierten Hetzjagden an einer Hasenzugmaschine oder Besuchen einer speziellen Rennbahn für Windhunde glücklich machen. Werden von Welpe an ein zuverlässiger Rückruf und Impulskontrolle trainiert, kann man dem Deerhound im erwachsenen Alter möglichst viel Freilauf ermöglichen.

Mit entsprechender Trainingsbegleitung und -anleitung ist der Deerhound auch als Anfängerhund geeignet. In Familien sollten die Kinder schon etwas größer sein, da zu wuselige oder zu laute Situationen den sensiblen Riesen auch schnell traumatisieren können.

Wie bei vielen sehr großen Hunderassen gibt es gesundheitlich einige Aspekte zu beachten: Der Deerhund neigt zu Kardiomyopathie, Magendrehung und Knochenkrebs. Er hat daher leider eine relativ kurze Lebenserwartung von 6,5 bis 10 Jahren.

Ein Artikel unserer Kollegin Heike Kleinhans von Martin Rütter DOGS Bielefeld/Gütersloh

 

 

Deutsch Kurzhaar

„Edel, zuverlässig, pflegeleicht“ - mit diesen Eigenschaften wird der passionierte Vorstehhund häufig beschrieben.

Der Deutsch Kurzhaar ist ein Hund, der viele Jägerherzen höher schlagen lässt. Geschichtlich geht die Entstehung der Rasse auf Hunde zurück, die im Mittelmeerraum für die Beiz- und Netzjagd auf Federwild eingesetzt wurden. Aufgabe der Hunde war, das Federwild bei der Jagd durch „Vorstehen“ anzuzeigen und in große Netze zu treiben (beim sog. Vorstehen „friert“ der Hund sozusagen in der Bewegung ein, die Rute trägt er fast waagerecht in Verlängerung des Rückens, sein Blick ist fixierend auf die Beute gerichtet, dabei wird häufig ein Vorderlauf angehoben). Optisch ähnelten die Hunde dem Bracco Italiano. Welche Hunderassen genau im Ursprung verwendet wurden, lässt sich nicht eindeutig belegen. Um den damals deutlich schwereren Hund zu „veredeln“, kreuzte man vermutlich englische Pointer und französische Bracken ein und erhielt einen schlankeren und hochbeinigeren Hund. Über Spanien, Frankreich und Flandern gelangten diese Hunde auch an deutsche Fürstenhöfe. 1750 wurde die erste Doppelflinte gebaut und von dem Zeitpunkt an stieg die Nachfrage nach Hunden mit außergewöhnlicher Vorstehleistung rapide an. Die Hunde sollten das Wild aufspüren und es dem Jäger so lange ruhig anzeigen, bis er nah genug für den Schuss war. In den folgenden Jahrzehnten entwickelte sich dieser Hundetyp immer weiter zu einem extrem vielseitig Jagdgebrauchshund. 1880 gründete man den „Brauntigerklub“, der 1891 in den Klub „Kurzhaar Berlin“ aufging. 1897 erschien das erste Zuchtbuch des Deutsch Kurzhaar. Nach einigen Veränderungen durch die Teilung und Wiedervereinigung Deutschlands besteht seit 1991 der „Weltverband Deutsch Kurzhaar“.

Laut Rassestandard ist der Deutsch Kurzhaar „harmonisch proportioniert“. Hündinnen werden 58 bis 63 cm groß, Rüden 62 bis 66 cm. Sein Fell ist kurz und dicht, „derb und hart“ soll es sich anfühlen und so vor Nässe und Kälte schützen. Außerdem verhindert es das Festsetzen von Kletten, Schmutz und Eis. Farblich sind Varianten von braun, schwarz, braun- und schwarzschimmel, weiß mit braun oder schwarz erlaubt, jeweils auch mit Abzeichen, Platten oder Tupfen.

Die Einsatzmöglichkeiten des Deutsch Kurzhaar bei der Jagd sind vielfältig: Bei der Suche ist der Deutsch Kurzhaar flott und ausdauernd unterwegs, er sucht dabei mit hoher Nase, steht fest vor, apportiert zu Land und zu Wasser, ist wild- und raubzeugscharf. Wild- und Raubzeugschärfe bedeutet, dass der Jagdhund - je nach Größe und Stärke seines Gegenübers - Wild auch tötet oder zumindest stellt. Dazu gehören, menschlich ausgedrückt, eine große Portion Mut und ein gewisses Maß an Selbstständigkeit.

Glücklich und ausgeglichen ist der Deutsch Kurzhaar tatsächlich nur, wenn er auch jagdlich geführt und eingesetzt wird. Für Hundeliebhaber ohne die Möglichkeit, mit dem Hund im Jagdrevier zu arbeiten, ist der Deutsch Kurzhaar eher ungeeignet. In dem Fall muss man wirklich viel Zeit und Aufwand investieren, um den Deutsch Kurzhaar angemessen - mit den richtigen Beschäftigungsformen - auszulasten. Alle Formen der Nasenarbeit sind denkbar, zum Beispiel Fährtenarbeit und Mantrailing, aber auch ein komplexes Apportiertraining. Der Deutsch Kurzhaar liebt und braucht seinen Familienanschluss, er ist bei seinen Menschen freundlich und anhänglich.

Gesundheitlich handelt es sich beim Deutsch Kurzhaar um eine sehr robuste Rasse, es sind seltene Fälle von Stoffwechselerkrankungen bekannt.

Ein Artikel unserer Kollegin Heike Kleinhans von Martin Rütter DOGS Bielefeld/Gütersloh

 

 

Deutscher Boxer

 

Der Deutsche Boxer ist, wie es der Name schon sagt, eine aus Deutschland stammende Hunderasse und geht ursprünglich auf den „Brabanter Bullenbeißer“ zurück, der Wild packen und festhalten musste, bis der Jäger kam und die Beute erlegte. Um sich richtig festzubeißen und festzuhalten war ein breites Maul notwendig. Anfangs wurde der Deutsche Boxer als Diensthund z.B. bei der Polizei eingesetzt, so dass er auch heute noch zu den Gebrauchshunderassen gehört. In der heutigen Zeit findet man ihn jedoch kaum noch in diesem Bereich, als Sporthund ist er aber immer noch anzutreffen.

Der Deutsche Boxer ist ein mittelgroßer Hund mit kurzem Fell, in Farbvarianten von hellgelb bis dunkelhirschrot. Dabei darf das Fell auch dunkel oder schwarz gestromt sein. Ohren und Rute werden naturbelassen, kupieren ist mittlerweile in fast ganz Europa verboten. Typisches Kennzeichen des Boxers ist der sogenannte Vorbiss: der Unterkiefer überragt den Oberkiefer. Dabei müssen die Lippen dennoch aufeinander liegen.

Der Boxer hat ein ausgeglichenes Temperament mit guter Nervenstärke. Er ist sehr anhänglich gegenüber seiner Familie, weshalb er gerne bei allen Aktivitäten dabei sein möchte und sich daher gut als Familienhund eignet. Zugleich ist er dadurch aber auch wachsam und zeigt an, wenn Fremde das Grundstück betreten. Der Boxer ist ein arbeitsfreudiger Hund, der mit aktiven Beschäftigungsformen wie z.B. Agility oder Obedience ausgelastet werden möchte.

 

 

Deutsche Dogge

Mit mindestens 72 cm Widerristhöhe bei Hündinnen und mindestens 80 cm bei Rüden ist die Deutsche Dogge zweifellos eine imposante Erscheinung, ein echter Hingucker.

Die enorme Größe dieser Rasse hat seit jeher ihre Einsatzbereiche bestimmt. Die Hunde sollten entweder optisch etwas „hermachen“ oder mit ihrer Kraft und ihrer Größe im Kampf beziehungsweise bei der Jagd eingesetzt werden.

Einige Stimmen führen die Entstehung der Dogge schon auf römische Mastiffs der Antike zurück, die damals als Kriegs- und Kampfhunde eingesetzt wurden. Eindeutig belegt ist diese Theorie allerdings nicht. Doch ab Beginn des 16. Jahrhunderts lässt sich die Geschichte der Deutschen Dogge recht gut zurückverfolgen. Molossoide Hunde aus verschiedenen europäischen Ländern wurden damals mit Windhunden, speziell dem Irischen Wolfshund gekreuzt, um starke, aber auch wendige und schnelle Hunde entstehen zu lassen. Diese wurden entweder bei der Jagd oder zu Schutzzwecken eingesetzt. An Fürstenhöfen wurden die eindrucksvollsten Exemplare als sogenannte Kammer- oder Leibhunde, also Begleiter und Beschützer am Hof gehalten, die ihre Herren als „Leibwächter“ bis in die Schlafgemächer begleiteten. Die Hunde, die bei der Jagd eingesetzt wurden, sahen sich vor allem Wildschweinen und Bären gegenüber. Sie kamen zum Einsatz, nachdem „Saufinder“, „Saurüden“ oder „Bärenbeißer“ die Wildschweine und Bären aufgespürt und aus dem Dickicht ins Freie getrieben hatten. Ihre Aufgabe war es dann - geschützt durch einen Panzer aus dickem Stoff und Fischbeinstäben - ein bereits ermüdetes Tier zu packen und festzuhalten bis der Jäger hinzukam und es mit der Stichwaffe tötete. Die Bedeutung dieser unter anderem als „Saupacker“ bezeichneten Hunde für die Jagd ging im 19. Jahrhundert mit dem steigenden Einsatz von Schusswaffen immer weiter zurück. Je nach Region entwickelten sich unterschiedliche Typen und damit auch unterschiedliche Bezeichnungen der Dogge. German Boarhound, Ulmer Dogge oder Dänische Dogge sind nur einige davon. 1880 wurde schließlich ein einheitlicher Standard definiert, der unter der Bezeichnung „Deutsche Dogge“ alle bis dahin existierenden Variationen vereinte. Wie man sich denken kann, war und ist dieser Beschluss umstritten, da mehrere europäische Länder den Ursprung der Dogge für sich beanspruchen.

Laut Rassestandard sind fünf Farben in drei Farbschlägen erlaubt: Blau, gelb und gestromt sowie gefleckt und schwarz. Der Körperbau der Dogge soll groß und kräftig sein. Das Fell ist sehr kurz, dicht und glänzend. Der Kopf ist lang und markant mit deutlichem Stopp, die hängenden Ohren sind hoch angesetzt.

Wie viele sehr große Rassen haben Doggen leider keine hohe Lebenserwartung. Eine schwedische Untersuchung beziffert, dass 28 Prozent der Deutschen Doggen vor dem Alter von fünf Jahren sterben. Sie neigen - auch aufgrund ihrer Größe - zu einigen rassespezifischen Krankheiten wie Hüftgelenksdysplasie, dilatative Cardiomyopathie (eine Herzmuskelerkrankung), Knochenkrebs und Magendrehung.

Doggen sind Hunde mit einer sehr hohen Reizschwelle. Das bedeutet, dass ein Reiz sehr hoch sein muss, bevor die Dogge darauf reagiert. Dann kann die Reaktion aber blitzschnell und aufgrund der Größe und des Körperbaus auch sehr heftig beziehungsweise körperlich ausfallen. Ihre Vorfahren durften bei der Jagd auf die Wildschweine und Bären nämlich nicht zimperlich sein und mussten einiges einstecken. Damals war es außerdem wichtig, dass die Hunde bei ihrem Einsatz sehr selbstständig agierten, sie warteten nicht erst auf genaue Anweisungen der Jäger. Heute wird den Doggen manchmal eine aus dieser Eigenständigkeit resultierende - menschlich formulierte - Dickköpfigkeit nachgesagt. Die Aufgabe als Wach- und Leibhund hat zusätzlich dazu geführt, dass Doggen eine zum Teil sehr ausgeprägte territoriale Motivation und Wachsamkeit an den Tag legen. Alles in allem ist diese Mischung in Verbindung mit der Größe und Kraft der Hunde nur bedingt für Hundeanfänger geeignet. Diese sollten sich zumindest im Vorfeld intensiv mit den Anforderungen an die Haltung einer Dogge auseinandersetzen. Denn ohne Konsequenz, klare Regeln und Strukturen kann es am anderen Ende der Leine sehr ungemütlich werden - körperlich ist eine Dogge verständlicherweise kaum zu halten. Sie muss von Welpe an lernen, nicht zu grob mit Menschen und auch anderen Hunden umzugehen. Eine Dogge kann man gut über verschiedene Formen der Nasenarbeit oder auch ein Apportiertraining auslasten. Dabei sollte sie sich - bei entsprechender Gesundheit - auch mal so richtig körperlich verausgaben dürfen, beispielsweise indem sie das Apportel unter einem Baumstamm hervor oder aus einem großen Haufen Äste herausziehen darf.

Ein Artikel unserer Kollegin Heike Kleinhans von Martin Rütter DOGS Bielefeld/Gütersloh

 

 

Deutscher Pinscher

 

Hätten Sie es gewusst? Pinscher und Schnauzer, die man Ende des 19. Jahrhunderts noch „rauhaarige Pinscher“ nannte, hatten die gleichen Vorfahren.

Wobei bereits seit dieser Zeit darüber gestritten wird, ob nun Pinscher und Schnauzer von englischen Terriern abstammen oder umgekehrt. Über die genaue Herkunft weiß man also wenig. Klar ist aber, dass der Pinscher eine sehr alte Rasse ist, die schon 1836 schriftlich erwähnt wird. Glatt- und rauhaarige Geschwister konnten damals in einem Wurf vorkommen, die glatten Pinscher waren aber immer schon seltener. Die ehemaligen Stallhunde würde es heute vermutlich nicht mehr geben, hätte sich Werner Jung in den 1950er Jahren nicht um die Erhaltung der Rasse bemüht. Nach einer Pause von acht Jahren wurde 1958 erstmalig wieder ein Wurf gemeldet. Pinscher und Schnauzer sind mittlerweile getrennte Rassen, werden aber immer noch gemeinsam im Pinscher-Schnauzer-Klub geführt. Die kleinere Version des Deutschen Pinschers ist der Zwerg- oder Rehpinscher. 2003 wurde der Deutsche Pinscher zur gefährdeten Haustierrasse erklärt.

Pinscher hielt man ursprünglich zur Vertilgung von Ratten, Mäusen, Mardern und anderem Raubzeug - um 1900 fand man sie auf fast jedem Hof als Stall- und Kutschenhunde. Sie wurden daher auch „Rattler“ oder „Stallpinscher“ genannt. Die kleinen Hunde waren robust, wendig und mutig, mussten sie doch mit dem cleveren Überlebenskünstler Ratte fertigwerden. Sie ernährten sich aufgrund ihrer Aufgabe weitestgehend selbst. Streunen durften die Stallhunde nicht, so legte man in der Zucht großen Wert auf „Reviertreue“ und somit auch auf Territorialverhalten. Die großen, rauhaarigen Pinscher waren daher häufig Begleiter von Fuhrleuten, die in Abwesenheit des Kutschers Pferd und Wagen verteidigten.

Der Deutsche Pinscher ist 45 bis 50 cm hoch und 14 bis 20 kg schwer. Er hat kurzes, dichtes, glatt anliegendes und glänzendes Haar in den Farben Lackschwarz mit roten Abzeichen oder rein Rot (etwa 20% der Hunde). Er ist quadratisch gebaut und gut bemuskelt. Die Klappohren sind V-förmig und hoch angesetzt. Nach dem deutschen Tierschutzgesetz dürfen Ohren (seit 1987) und Rute (seit 1998) nicht mehr kupiert werden.

Heute ist der Pinscher immer noch ein Hund, der einen Job und daher von seinen Menschen auch klare Strukturen braucht. Fremde können sich Haus, Hof, Garten und Wohnung häufig nicht unbemerkt nähern. Die früher benötigte „Jagdlust“ kann je nach Hund immer noch ausgeprägt sein. Er ist aufgrund seiner Ursprünge temperamentvoll, selbstbewusst, selbständig und äußerst vielseitig. Alles in allem ist der Pinscher also kein Anfängerhund und auch für einen Familienhaushalt eher ungeeignet. Als Reitbegleithund und im Hundesport ist der Pinscher auf jeden Fall gut aufgehoben.

Ein Artikel unserer Kollegin Heike Kleinhans von Martin Rütter DOGS Bielefeld/Gütersloh

 

 

Deutscher Schäferhund

 

Die Geschichte und Entwicklung des Deutschen Schäferhundes begann schon im 7. Jahrhundert. Der Hund, der vielen Menschen heute als vierbeiniger Polizist ohne Uniform im Kopf herum schwebt, ist - wie sein Name schon sagt - ursprünglich ein Begleiter der Schäfer gewesen.

Schäferhunde existierten in vielen unterschiedlichen Varianten und man achtete bei ihnen weniger auf das Aussehen als auf die Hüteeigenschaften, die Ausdauer und die Robustheit. Die kurz- und stockhaarigen Hütehunde, die als Vorfahren des Deutschen Schäferhunds angesehen werden, hatten bis zum Ende des 19. Jahrhunderts nicht nur die Aufgabe, die Herde zu treiben, sondern zusätzlich den Besitz der Schäfer zu bewachen und zu beschützen. Man führt die Wurzeln des Deutschen Schäferhundes vor allem auf Hütehunde aus Thüringen und Württemberg zurück. Ziel des Dresdners Max von Stephanitz, dem offiziellen Begründer der Rasse, war schließlich, einen vielseitigen Arbeitshund zu züchten. Nach ersten Erfolgen wurde 1899 der Verein für Deutsche Schäferhunde gegründet.

Im ersten Rassestandard wurden rauhaarige, glatthaarige und langhaarige Hunde festgelegt, mit Stehoh-ren, gestrecktem Fang und einer hängenden, buschigen Rute. Als Farben waren damals noch Schwarz, Weiß, Grau oder Rotgelb erlaubt – sowohl einfarbig als auch mit Abzeichen. 1933 strich der deutsche Ras-severein die Farbe Weiß aus dem Standard, wodurch weiße Deutsche Schäferhunde auch innerhalb der FCI (Fédération Cynologique Internationale) als nicht mehr standardkonform angesehen wurden. Es entwickelte sich in den folgenden Jahren eine eigene Rasse, die 2011 von der FCI als Weißer Schweizer Schäferhund anerkannt wurde. Nach aktuellem Rassestandard des Deutschen Schäferhundes sind die Fellvarianten Stockhaar und Langstockhaar und die Farben „Schwarz mit rotbraunen, braunen, gelben bis hellgrauen Abzeichen, Schwarz einfarbig sowie Grau mit dunklerer Wolkung, schwarzem Sattel und Maske“ zugelassen.

Ausdauer, Vielseitigkeit und seine hohe Bereitschaft, mit dem Menschen zusammenzuarbeiten, machten den Deutschen Schäferhund schnell zu einem beliebten Polizei- und Militärhund. Viele tausend Schäfer-hunde wurden daher im Ersten und Zweiten Weltkrieg eingesetzt und kamen dabei ums Leben. Im Dritten Reich missbrauchte und glorifizierte man den Deutschen Schäferhund als nationalsozialistisches Symbol mit „deutschen Tugenden“. Dadurch wurde die Rasse in einigen Ländern eine Zeitlang als „Alsatian“ (wegen der elsässischen Herkunft) bezeichnet, um das ungeliebte „Deutsch“ im Namen zu vermeiden. Nach der Teilung Deutschlands entwickelte sich die Zucht in Ostdeutschland eher in Bezug auf Leistung und Ausdauer und in Westdeutschland mit Blick auf Aussehen und „Schönheit“. Damit einher ging die mittlerweile glücklicherweise stark umstrittene und daher rückläufige Entwicklung des extrem abfallenden Rückens und der tiefstehenden Hüfte des Deutschen Schäferhunds.Unter anderem deswegen steht der Deutsche Schäferhund gesundheitlich leider nicht so gut da. Die Hüftgelenksdysplasie, mit der die Rasse so oft in Verbindung gebracht wird, wurde erstmals bei einem Deutschen Schäferhund festgestellt. Laut der „Orthopedic Foundation for Animals“ sind 19 Prozent aller untersuchten Schäferhunde dsyplastisch, nur 3,8, Prozent konnten mit „hervorragend“ bewertet werden. Die Liste der häufigsten Krankheiten beim Schäferhund geht weiter mit der Ellenbogengelenksdysplasie, Pankreasinsuffizienz und degenerativer Myelopathie - um nur einige zu nennen. Daher ist es extrem wichtig, bei der Zucht und natürlich auch bei der Auswahl eines Welpen auf die Gesundheit der Elterntiere zu achten.

Der Deutsche Schäferhund, der immer noch der beliebteste Rassehund bei uns ist, sollte mit Menschen zusammenleben, die bereit sind, ihm eine angemessene Aufgabe zu geben. Aber damit ist nicht gemeint - und dieses Klischee muss hier leider einmal bemüht werden - dass er von seinem Zwinger aus auf Haus und Grundstück aufpasst. Vielmehr braucht er die Nähe zu seinen Menschen, die zum einen seine häufig ausgeprägte territoriale Motivation durch sinnvolle Regeln im Alltag in geordnete Bahnen lenken und zum anderen gemeinsame körperliche und geistige Auslastung anbieten. Denn ansonsten entwickeln sich leider häufig unerwünschte Verhaltensweisen, wie das Hüten von Joggern auf dem Spaziergang oder das Jagen von Fahrrädern oder Autos. So vielseitig der Deutsche Schäferhund im Laufe seiner Geschichte eingesetzt wurde, so vielseitig sind auch die Beschäftigungsformen, die sich für eine sinnvolle Auslastung anbieten: Apportieren, Fährtenarbeit oder Mantrailing, Obedience, Agility, Longieren, Rettungshundearbeit und vieles mehr. Wichtig ist dabei, dass neben der körperlichen Auslastung das Training von Ruhe und Impulskontrolle nicht zu kurz kommt.

Ein Artikel unserer Kollegin Heike Kleinhans von Martin Rütter DOGS Bielefeld/Gütersloh

 

 

English Pointer

Sein Name weist schon auf seine Hauptaufgabe und -leidenschaft hin: Das Anzeigen von Wild (engl. to point), speziell Federwild, war und ist die Paradedisziplin des English Pointers. Er wird gern als der „reinste Vererber“ dieser Eigenschaft bezeichnet.

Mit seiner typischen Pose, dem Vorstehen, also ein in der Bewegung „Einfrieren“, ein Vorderlauf dabei leicht erhoben, weist er den Jäger auf das sich versteckende Wild hin. Die verängstigten Vögel verharren bis der Jäger nahe genug herankommt, dann „drückt“ der Pointer die Vögel heraus (bringt sie zum Auffliegen) und der Jäger kommt zum Schuss. Dem Vorstehen geht ein Absuchen des Geländes in weiten Kreisen und extrem schnellem Tempo voran. Rassekenner betonen dabei die besonders sensible und somit gut funktionierende Nase des Pointers, der aus dem vollen Lauf die Witterung von Fasanen oder Rebhühnern aufnehmen kann, die noch 50 Meter entfernt sind.

Die Vorfahren des Pointers sollen von der Iberischen Halbinsel nach England gekommen sein. Bei der Weiterzucht der spanischen Jagdhunde wurden wahrscheinlich Foxhounds, französische Laufhunde und - wegen der enormen Geschwindigkeit - Greyhounds eingekreuzt. Das Windhunderbe kann man noch heute in seiner kraftvollen, aber geschmeidigen Statur erahnen.

Hündinnen werden 61 bis 66 cm und Rüden 63 bis 69 cm groß, das Gewicht liegt dabei zwischen 25 und 30 kg. Das Fell des Pointers ist fein, kurz, fest, glänzend und liegt glatt an. Laut Rassestandard sind folgende Farben erlaubt: Zitronenfarben und weiß, orange und weiß, leberbraun und weiß, schwarz und weiß; auch ein- oder dreifarbig. Äußerlich besonders charakteristisch sind der tiefe Brustkorb, die schmale Taille, die hoch angesetzten Hängeohren sowie der groß wirkende Fang mit deutlich ausgeprägtem Stop. Dadurch, dass sich das Fangende auf einer Höhe mit den Nasenlöchern befindet, wirkt es so, als habe der Pointer eine leichte „Himmelfahrtsnase“ (so die Übersetzung im Rassestandard; im Original engl. dish-face).

Es sind keine übermäßigen rassetypischen Erkrankungen bekannt, selten treten Hüftgelenksdysplasie (HD) sowie das Akrale Multilationssyndrom, eine angeborene Nervenkrankheit mit Selbstverstümmelung der Pfoten, auf.

Mit seiner ursprünglichen Verwendung und Aufgabe im Hinterkopf wird schnell ersichtlich, dass der Pointer ein ausdauernder, temperamentvoller Hund mit starkem Bewegungsdrang ist. Obwohl er als sehr umgänglich mit anderen Hunden und geradezu liebevoll mit seinen Menschen gilt, eignet er sich leider wenig als Familien- beziehungsweise Begleithund. Denn sein angeborenes Laufbedürfnis auszuleben, ist in unserer Gesellschaft sehr schwierig. Seine extreme jagdliche Passion ist nur mit für ihn sinnvollen Aufgaben in geordnete Bahnen zu lenken. Geeignete Beschäftigungsformen wären hierbei ein Mix aus körperlich auslastenden Aufgaben sowie Nasenarbeit und Impulskontrolle (beispielsweise Fährtenarbeit, Mantrailing, Fahrradfahren oder Zughundesport, Reizangeltraining, Distanztraining, Revieren und Hoopers).

Ein Artikel unserer Kollegin Heike Kleinhans von Martin Rütter DOGS Bielefeld/Gütersloh

 

 

English Springer Spaniel

Als ursprünglichster Spanieltyp und als älteste „Gundog-Rasse“ wird der English Springer Spaniel bezeichnet, denn seine Existenz kann über 600 Jahre zurückverfolgt werden.

Er zählt zu den ältesten Jagdhundetypen Großbritanniens. Damals wurde der Stöberhund eingesetzt, um das Wild im offenen Gelände für die Jagd mit dem Falken oder dem Greyhound zu finden und um Vögel in Netze zu treiben. Heute wird er als Jagdgebrauchshund immer noch geschätzt, um weitläufig zu stöbern, das Wild zu suchen und „herauszudrücken“ und nach dem Schuss zu apportieren. Der English Springer Spaniel äußert beim Jagen einen sogenannten „Spurlaut“.

Sein Name geht auf die englische Beschreibung seines Einsatzes zurück: „This dog takes his name from ‚springing‘ the birds originally for the nets and later for the guns“, liest man bei Robert Leighton 1910 in „Dogs and all about them“. „Springing the game“ heißt auf Deutsch so viel wie „das Wild aus der Deckung sprengen“.

Der English Springer Spaniel ist mit einer Schulterhöhe von ca. 51 cm mittelgroß. Das Fell ist dicht und glatt anliegend, es ist lang und darf laut Rassestandard auch etwas wellig sein. Braun-weiß oder schwarz-weiß mit oder ohne Loh-Abzeichen (gemeint ist ein helles Rotbraun) sind die anerkannten Farben.

Wie bei einigen anderen Rassen (zum Beispiel dem Golden Retriever) hat sich beim English Springer Spaniel eine Show- und eine Arbeitslinie herausgebildet. Die Showlinie wird überwiegend für Ausstellungen gezüchtet, ist größer und kräftiger und hat prächtigeres Fell, ist dabei allerdings auch etwas weniger motiviert in Bezug auf die jagdliche Arbeit. Insofern ist die Showlinie auch eher als Familienhund geeignet.

Die Arbeitslinie ist schmaler und hat unauffälligeres Fell, ist aber sehr temperamentvoll - vor allem bezüglich der ursprünglichen Verwendung als Stöberhund - und daher bei einem Jäger oder zumindest einem aktivem Menschen deutlich besser aufgehoben.

In beiden Varianten bleibt der English Springer Spaniel ein Hund, der viel Beschäftigung und jagdliche Aufgaben braucht, um ausgelastet zu sein. Diese kann man ihm zum Beispiel über ein komplexes Dummytraining, Fährtenarbeit, aber auch viele andere Hundesportarten bieten. Denkt man an seine ursprüngliche Verwendung, wird schnell klar, dass man ihm mit allen stöbernden Arbeiten und dem Einsatz der Nase eine riesige Freude bereitet.

Gesundheitlich sollte man beim English Springer Spaniel vor allem die Ohren im Blick behalten. Sie sind teilweise anfällig für Ohrinfektionen. Daher ist es wichtig, die langen, hängenden Ohren regelmäßig von außen zu reinigen und beim Routinecheck auch tierärztlich kontrollieren zu lassen.

Ein Artikel unserer Kollegin Heike Kleinhans von Martin Rütter DOGS Bielefeld/Gütersloh

 

 

Entlebucher Sennenhund

Der Entlebucher Sennenhund ist neben dem Appenzeller, dem Berner und dem Großen Schweizer Sennenhund die kleinste der vier Sennenhundrassen.
Der Entlebucher Sennenhund ist neben dem Appenzeller, dem Berner und dem Großen Schweizer Sennenhund die kleinste der vier Sennenhundrassen. Seine Vorfahren waren seit Jahrhunderten als Hüter und Treiber der Viehherden sowie als Wächter und Zughunde am Hof im Einsatz. Ende des 19. Jahrhunderts entdeckten Kynologen im Bereich um Luzern und Bern, im Tal Entlebuch, im Tal der Aare und im Tal des Schärglibaches Hunde, die unserem heutigen Entlebucher sehr ähnlich waren. In der Schweiz existiert daher neben dem „Entlibucher“ auch noch die Bezeichnung „Schärglibacher“. Offiziell wurden Entlebucher und Appenzeller zu dieser Zeit aber noch nicht unterschieden. Erst 1914 wurden die ersten Entlebucher als eigene Rasse in das Schweizerische Hundestammbuch eingetragen. 1926 folgte die Gründung des Schweizerischen Klubs für Entlebucher Sennenhunde, 1927 die Verfassung des ersten Rassestandards.

Demnach sind Hündinnen 42 bis 48 cm, Rüden 44 bis 50 cm groß. Die Figur ist dabei kompakt und leicht in die Länge gestreckt. Der Entlebucher ist wie alle Sennenhunde dreifarbig: Die Grundfarbe ist Schwarz mit gelb- bis rostbraunen und weißen Abzeichen. Das Fell wird beschrieben als „kurz, fest anliegend, hart und glänzend“ mit dichter Unterwolle. Babeli von der Rothöhe war Anfang des 20. Jahrhunderts die erste Hündin, mit der die gezielte Wiederaufzucht startete. Sie hatte eine Stummelrute. In manchen Linien setzt sich diese bis heute fort - so werden 10 Prozent der Entlebucher mit kurzer Rute geboren. Sonst ist die Rute lang und gerade hängend.

Obwohl der Entlebucher keine große Rasse ist, treten leider häufig Hüftgelenksdysplasien (HD) auf. Außerdem leiden viele Entlebucher an erblichen Augenkrankheiten wie Grauem Star (Katarakt), Progressiver Retinaatrophie (PRA) und Goniodysplasie, einer Missbildung des Kammerwinkels im Auge, die bei starker Ausprägung und zu später Behandlung schlimmstenfalls zur Erblindung führen kann.

Seine Geschichte als Treib-, Hüte-, Wach- und Hofhund bestimmt immer noch die rassetypischen Eigenschaften des Entlebuchers: Er ist temperamentvoll, schnell und wendig, voller Arbeitseifer. Es ist allerdings gar nicht so einfach, diesen in bestimmte Bahnen zu lenken - denn als Treibhund ist er es gewohnt, Entscheidungen selbst zu treffen und selbstständig zu handeln. Dazu kommt oft eine ausgeprägte territoriale Motivation, die er gern bellend kundtut. Fremde Menschen und Hunde sind im eigenen „Revier“ meist nicht so gern gesehen, er gilt Fremden gegenüber sogar als eher misstrauisch. Bei seinen eigenen Menschen ist er dagegen sehr anhänglich.

Der Entlebucher ist somit definitiv kein Hund für bequeme Menschen. Er muss konsequent und einfühlsam erzogen und dabei sinnvoll beschäftigt werden, beispielsweise mit Treibball, Distanztraining und Revieren. Aber auch für andere Beschäftigungsformen wie Apportieren, Nasenarbeit und Agility sind die kompakten kleinen Sportler je nach Hund (und Mensch) zu motivieren. Wichtig ist, dass seine Menschen von Beginn an selbst territoriale Verantwortung übernehmen und viel Impulskontrolle mit ihm trainieren - vor allem in Situationen mit Besuch und wenn Kinder in der Familie sind. Denn ansonsten besteht die Gefahr, dass er nicht nur seiner Wachhund-, sondern auch seiner Treibhundvergangenheit alle Ehre macht.

Ein Artikel unserer Kollegin Heike Kleinhans von Martin Rütter DOGS Bielefeld/Gütersloh

 

 

Flat Coated Retriever

Etwa 1850 wurde der Flat Coated Retriever zum ersten Mal gezüchtet. Sein Ursprung geht zurück auf den Saint John´s Dog, den gemeinsamen Stammvater aller Retrieverahnen.

Dieser kleine Neufundländer war ein kräftiger, ausdauernder Schwimmer. Seeleute brachten ihn etwa Mitte des 18. Jahrhunderts nach England. Dort kreuzte man ihn vermutlich mit Setter, Sheepdog und Water-Spaniel. Seit 1980 wird der Flat auch in Deutschland gezüchtet.

Der Flat Coated Retriever ist ein mittelgroßer Hund. Er soll weder schwerfällig noch übertrieben schlank wirken. Der Kopf des Flats ist lang und schlank mit leichtem Stop in Augenhöhe. Sein Fell ist mittellang und meist glatt, manchmal kommen auch leichte Wellen vor. Es ist dicht, hat gute Unterwolle und bedarf relativ wenig Pflege.

Die Farbe ist schwarz, selten auch leberbraun. Diese beiden Farben sind die nach dem FCI-Standard erwünschten Farben. Da der Flat jedoch aus einer Vielzahl von Rassen entstand, ist auch die gelbe Farbe in den Genen vorhanden. Diese Farbe ist in der Zucht aber nicht erwünscht, somit sind gelbe Hunde von der Zucht ausgeschlossen. Mittlerweile gibt es kaum noch gelbe Flats, da man die Vererbung der Fellfarbe per Gentest genau bestimmen kann.

Der Flat ist aktiv, temperamentvoll und sensibel. Er wurde ursprünglich als Apportierhund nach dem Schuss eingesetzt, um das erlegte Wild zu bringen – auch aus dem Wasser. Der Jagdhund liebt daher eine für ihn sinnvolle Beschäftigung mit seinem Menschen, ist mit Sicherheit kein Sofahocker und eignet sich weniger als reiner Familienhund.

Gut geeignet ist er zum Beispiel für die Dummyarbeit – das Apportieren von speziellen Stoffsäckchen, den sogenannten Dummys. Hierbei kann man den Flat Coated Retriever seiner ursprünglichen Veranlagung gemäß optimal fördern und auslasten.

Schulterhöhe und Gewicht nach FCI:
Rüden: 59 bis 61,5 cm; Hündinnen: 56,5 bis 59 cm
Rüden: 27 bis 36 kg; Hündinnen: 25 bis 32 kg

Ein Artikel unserer Kollegin Heike Kleinhans von Martin Rütter DOGS Bielefeld/Gütersloh

 

 

Französische Bulldogge

Die französische Bulldogge geht auf alte Typen der englischen Bulldogge zurück. Nach Frankreich eingeführte Hunde begründeten die Zucht der viel kleineren französischen Bulldogge.

Sie ist ein kleiner Hund mit kurzem Fell in den Farben fauve (falbfarben), gestromt und gescheckt. Kleine, weiße Abzeichen sind bei gestromten Hunden erlaubt.

Die französische Bulldogge ist ein aufgeweckter Hund mit ausgeglichenem Temperament. Sie ist ein aktiver Hund mit muskulösem und drahtigem Körperbau, welche körperliche Beschäftigungsformen liebt. Auch wenn sie als kleiner Hund durchaus den gemütlichen Platz auf dem Sofa zu schätzen weiß, ist sie kein Schoßhund. Vielmehr ist sie begeistert bei jeder Unternehmung der Familie dabei und somit als Familienhund sehr gut geeignet.

 

 

Golden Retriever

Der Golden Retriever stammt ursprünglich aus England, die Rasse entstand aus der Verpaarung eines Wavy-Coated Retrievers mit einem Tweed-Water Spaniel. Die Wasserfreude der Tweed-Water-Spaniel zeigt sich noch bis heute beim Golden Retriever, und so erstaunt es nicht, dass der ursprüngliche Verwendungszweck die Entenjagd war. Der Golden Retriever arbeitet dabei eng mit seinem Menschen zusammen und bringt diesem das erlegte Wild.

Der Golden Retriever ist ein mittelgroßer Hund mit mittellangem glatten bis welligen Fell und dichter, wasserabweisender Unterwolle. Die Farbe variiert von Gold- bis Cremefarben. Mittlerweile findet man beim Golden Retriever zwei unterschiedliche Linien, den etwas schwerer gebauten Show-Typ sowie den leichteren Arbeits-Typ bzw. Field Trial Typ.

Der Golden Retriever hat ein ausgeglichenes Temperament. Er ist lebhaft und fröhlich und passt sich allen Alltagssituationen an. Er ist für Beschäftigungsformen gemeinsam mit seinem Menschen immer zu begeistern. Besonders zeigt sich dies natürlich bei Apportierspielen, vor allem dann, wenn diese im Wasser stattfinden! Der Golden Retriever integriert sich gut in das Familienleben, er will immer mit seinen Menschen zusammen sein und an allen Aktivitäten teilhaben, weshalb er heute ein beliebter Familienhund ist. Aufgrund seiner Leichtführigkeit eignet er sich aber auch für Aufgaben im Behindertenbegleithund- oder Rettungshundebereich.

 

 

Gordon Setter

Seine Herkunft: England. Seine Passion: Jagen. Sein Spezialgebiet: Vorstehen, also Anzeigen von Federwild.

Wer mit dem Gordon Setter unterwegs ist, verpasst keinen Fasan im Feld und kein Rebhuhn auf der Wiese. Denn genau das war und ist sein Job. Bereits im Mittelalter, als es noch keine Feuerwaffen gab, wurde in England mit Vorstehhunden auf Feder- oder Flugwild Jagd gemacht. Die „setting dogs“, die Vorfahren der Setter, spürten das Wild auf, ohne es aufzuscheuchen. Sie setzten oder legten sich mit etwas Abstand davor ab und die Jäger warfen große Netze über die Vögel, die sich dann bei der Flucht darin verfingen.

Rein äußerlich hat der Gordon Setter sich seither allerdings noch etwas verändert. Die damaligen Hunde waren zwar auch schon langhaarig, aber uneinheitlich gefärbt - mal schwarz-weiß, mal mit rotbraunen Abzeichen. Es gibt Aufzeichnungen über frühere Einkreuzungen von Spaniels, Collies, anderen Settern, Pointern und Bloodhounds. Namensgeber für den Gordon Setter war Herzog Alexander von Gordon, der um ca. 1820 auf Castle Gordon bei Fochabers in Banffshire/Schottland mit der Zucht schwarz-lohfarbener, aber auch dreifarbiger Setter begann.

Das heutige Aussehen des Gordon Setters (schwarz mit kastanienroten Abzeichen, dem sog. Brand) festigte sich erst vor ca. 140 Jahren. Der 1873 gegründete Kennel Club schloss damals dreifarbige Hunde und Hunde mit Weißanteil aus der Zucht der „Black-and-Tan-Setter“ aus. Der Name „Gordon Setter“ entstand schließlich 1924.

Zunächst erlebten der Gordon Setter und andere englische Jagdhunderassen einen Aufschwung in Deutschland, doch nach dem Zweiten Weltkrieg gab es bei uns nur noch wenige Gordon Setter. Erst in den 1960er Jahren konnte man von einem züchterischen Neuanfang auch in Deutschland sprechen.

Der Gordon Setter ist kein Hund für Liebhaber „gemütlicher“ Spaziergänge. Seine Menschen müssen zu ihm passen und ihn körperlich und geistig auslasten, um seiner Motivation gerecht zu werden. Seine Nase ist immer im Einsatz und wird oft zum Wegbestimmer. Dann entfernt er sich auch schon einmal weit vom Menschen, weil er in dem Moment den Drang hat, selbständig zu arbeiten. Draußen sollte also eine jagdliche Auslastung und (Alternativ-)Beschäftigung ganz oben auf dem Trainingsplan stehen. Alles, was der Gordon Setter mit der Nase machen kann, begeistert ihn: Suchen, Fährtenarbeit, Mantrailing, aber auch Dummytraining sind beispielsweise geeignete Beschäftigungsformen.

Rüde: bis zu 66 cm und 29,5 kg
Hündin: bis zu 62 cm und 25,5 kg

 

 

Greyhound

 

Der britische Greyhound wird gern als der schnellste Hund der Welt bezeichnet. Mit seinen langen Beinen kommt er auf eine Maximalgeschwindigkeit von bis zu 80 km/h und eine Durchschnittsgeschwindigkeit von bis zu 65 km/h.

Anatomisch ist der schlanke Windhund bestens für solche Belastungen ausgelegt: Bei einer Größe von 68 bis 76 cm wiegt er nur zwischen 23 und 33 kg. Die speziell für Rennen gezüchteten Racing Greyhounds sind ein wenig kleiner. Sie sind muskulös, aber natürlich nicht schwer gebaut, haben kräftige Hinterläufe, einen tiefen Brustkorb für hohes Lungenvolumen und eine schmale Taille. Das kurze, glatte Fell ist frei von Unterwolle. Nach Rassestandard sind die Farben schwarz, weiß, rot, blau, bräunliches rotgelb, sandfarben, gestromt oder jede dieser Farben mit weiß erlaubt.

Vermutlich geht der Ursprung der Rasse bis ins 4. Jh. v. Chr. zurück. Zu diesem Zeitpunkt brachten Kelten die Vorfahren der Greyhounds bei der Einwanderung auf die britischen Inseln mit, so lauten weit verbreitete Datierungen. Ab dem 16. Jh. wurden auch spanische Galgos nach Irland und England exportiert. Die eigene englische Windhundrasse entstand, so heißt es, aus einer gezielten Kreuzung und Weiterzüchtung der beiden. Für die Herleitung des Namens existieren einige unterschiedliche Theorien: Zum Beispiel Greecehound (Griechischer Hund), Gazehound (Sichthund) oder „grey“ vom altenglischen „grech“ oder „greg“ für Hund.

Wie alle Windhunde ist der Greyhound ein selbstständiger Sichthetzer, der meistens für die Jagd auf Nie-derwild, selten auf Hochwild eingesetzt wurde. In Teilen der USA, Spanien, Portugal, Irland und einigen anderen Ländern ist der Einsatz bei der Jagd auf Niederwild bei Hasenhetzen sogar immer noch üblich. Ein Großteil der Greyhoundzuchten wird heute speziell für Hunderennen „produziert“, muss man leider sagen. Immer mehr Greyhounds finden aber auch - häufig über den Tierschutz als zweite Chance - den Weg in Familien.

Diese dürfen dann nicht vergessen, dass der Greyhound eigentlich ein Jagdhund ist. Sein anmutiges Aussehen führt leider oft dazu, ihn als „schickes Accessoire“ zu empfinden. Aber mit Blick auf seine Herkunft und seine ursprüngliche Verwendung wird man dem Greyhound mit dieser Einstellung natürlich nie gerecht. Problematisch ist gar nicht unbedingt die Haltung in der Wohnung oder im Haus, ganz im Gegenteil. Durch die schlanke Statur, das Fell ohne Unterwolle und das fehlende Unterhautfett nimmt der Greyhound gerade bei kühlen Temperaturen gern eine weiche und warme Liegestelle bei seinen Menschen in Anspruch. Im Haus wird er sogar oft als gemütlicher, anhänglicher und extrem ruhiger Vertreter bezeichnet. Aber dieses ruhige Verhalten mit hohem Schlafanteil wird der Greyhound auch nur zeigen, wenn er über angemessene Beschäftigungsformen ausgelastet wird.

Die Gefahr, unerwünschtes Jagdverhalten zu zeigen, steht wie bei allen Windhunderassen häufig im Vor-dergrund. Gerade, wenn die Hunde aus zweiter Hand vorher bereits Erfolge als Renn- oder Jagdhund hatten, ist die sowieso schon rassetypisch ausgeprägte jagdliche Motivation nochmals verstärkt worden. Dessen muss man sich bei einer Adoption eines solchen Hundes einfach bewusst sein. Selbst mit viel Training und dem Angebot alternativer Beschäftigungsformen müssen einige dieser Hunde ein Leben lang draußen an der Schleppleine laufen.

Um den Greyhound zu beschäftigen, reicht es nicht aus, kilometerweit zu joggen oder ihn neben dem Rad laufen zu lassen. Denn anatomisch ist er für dynamische Sprints und nicht für lange Trabstrecken gemacht. Eine Radtour oder eine Wanderung allein ist für die meisten Greyhounds somit eher langweilig. Spannende Hetzjagden hinter eine Beute her sind da schon eher ihr Ding. Insofern sollte man zum Beispiel Reizangeltraining mit in die körperliche Auslastung einfließen lassen. Dabei kann man auch gut Impulskontrolle und Rückruf trainieren, was beim Greyhound immer ganz oben auf dem Trainingsplan stehen sollte. Wichtig ist, dass der große Windhund alternativ mit seinen Menschen etwas auf Sicht hetzen kann, Nasenarbeit wird er vermutlich nicht so spannend finden. Macht man sich dies bewusst und ist bereit, unter professioneller Anleitung in diese Richtung zu trainieren, ist der sensible Greyhound auch als Anfängerhund und für Familien mit größeren Kindern geeignet.

Ein rassetypisches gesundheitliches Problem kann die sogenannte Greysperre sein, die durch übermäßige Belastung bei hohen Temperaturen und geringer Wasserzufuhr auftritt: ein sehr steifes Gangbild bis hin zur Bewegungsunfähigkeit und dunkler Urin.

Ein Artikel unserer Kollegin Heike Kleinhans von Martin Rütter DOGS Bielefeld/Gütersloh

 

 

Großer Schweizer Sennenhund

 

Die Vorfahren der Großen Schweizer Sennenhunde sind die früher in Mitteleuropa, besonders in der Schweiz anzutreffenden „Metzger- oder Fleischerhunde“, die dort zum Schutz, zum Treiben von Vieh oder als Zughunde eingesetzt wurden.

Der Schweizer Kynologe Albert Heim entdeckte 1908 auf einer Ausstellung einen großen Berner Sennenhund mit kurzem Fell, der ihn an diese Metzgerhunde erinnerte. Er definierte auf dieser Grundlage eine eigene Rasse und nannte diese „Großer Schweizer Sennenhund“.

Mit seiner Größe von bis zu 72 cm und seinem Gewicht von bis zu 60 kg ist der Große Schweizer Sennenhund die größte der Sennenhundrassen. Sein Stockhaar mit dichtem, mittellangem Deckhaar und dichter Unterwolle ist dreifarbig: schwarze Grundfarbe mit symmetrischen rot-braunen (auch „Brand“ genannten) und weißen Abzeichen. Er hat einen großen Kopf mit leicht ausgeprägtem Stop. Die dreieckigen Ohren sind mittelgroß und hängen im Ruhezustand flach am Kopf, bei besonderer Aufmerksamkeit werden sie aufgestellt und somit nach vorn gedreht.

Im Normalfall sind die Großen Schweizer gesunde und robuste Hunde. Sie sind aufgrund ihrer Größe allerdings etwas anfälliger für Gelenkprobleme.

Auch wenn der Große Schweizer heute nicht mehr seinem früheren Job nachgeht, sind seine ursprünglichen Motivationen noch gut erkennbar. Wenn man ihn lässt, bewacht er Haus und Hof zuverlässig und möchte für die Sicherheit seiner Familie sorgen. Eine konsequente Erziehung, bei welcher der Große Schweizer Sennenhund lernt, dass er diese Aufgaben nicht erledigen muss, ist daher unheimlich wichtig - vor allem wenn er in einer Familie mit Kindern lebt.

Der Große Schweizer Sennenhund lässt sich selten für Beschäftigungsformen begeistern, in denen er keinen Sinn sieht. Aber gemäß seiner ursprünglichen Aufgabe kann man ihn beispielsweise gut über Zughundesport auslasten.

Ein Artikel unserer Kollegin Heike Kleinhans von Martin Rütter DOGS Bielefeld/Gütersloh

 

 

Holländischer Schäferhund (Kurzhaar)

Hunde, die dem heutigen Holländischen Schäferhund ähneln, sind seit Anfang des 18. Jahrhunderts bekannt.
Ihre Vorfahren waren in den Provinzen Brabant, Veluwe, t’Goii und Drenthe Begleiter der Schäfer. Bis Anfang des 20. Jahrhunderts hüteten sie dort Schafherden in den weitläufigen Heide- und Dünengebieten. In einigen Provinzen wurden die Schäfer von der Gemeinde angestellt. Sie waren dafür verantwortlich, die Schafe morgens abzuholen, tagsüber in die gemeindeeigene Heide zu bringen und dort zu beaufsichtigen sowie abends wieder zurückzubringen. Die Hunde hatten dabei unter anderem die Aufgabe, die Herden von den bewirtschafteten Feldern fernzuhalten. Sie patrouillierten daher neben den Schafen an Weg- und Ackerrändern. Aber auch auf den Bauernhöfen wurden die Hunde eingesetzt: Sie vertrieben die Hühner aus den Gemüsegärten, hüteten die Kühe, brachten sie zum Melken und zogen kleinere Gespanne wie die Milchkarren. Außerdem waren sie Wächter des Hofs, die das Eindringen Fremder sofort meldeten.

In den Niederlanden begann das Interesse an der Reinzucht der heimischen Hunderassen erst verhältnismäßig spät. Im April 1874 wurde der erste „niederländische Hirtenhund“ auf einer Ausstellung in Amsterdam gezeigt, 1875 dann eine erste Rassebeschreibung erstellt. 1878 bezeichnete man Hunde diesen Typus zum ersten Mal als „Hollandse Herdershond“. 1898 gründete man den „Nederlandse Herdershonden Club“. Dieser legte erste Rassemerkmale fest, die aber sehr vage formuliert waren und sechs unterschiedliche Typen erlaubten. Daher folgte 1906 eine Überarbeitung, die nur noch die drei Varianten berücksichtigte, die bis heute bestehen: Kurzhaar, Langhaar, Rauhaar. Ein Hauptaugenmerk sollte bei der Zucht auf der „Erhaltung der Gebrauchstüchtigkeit“ liegen. Aber mit Verschwinden der Schafherden und der Umwandlung der Heidelandschaft in Ackerland verloren die „Herder“ ihren ursprünglichen Einsatzort und fanden schließlich einen neuen Aufgabenbereich als Spürhunde bei der niederländischen Polizei.

Bis 1960 waren immer wieder viele verschiedene Farben zugelassen, vor allem, um die in den beiden Weltkriegen stark geschrumpfte Zuchtbasis zu vergrößern. Besonders in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurden viele kurzhaarige Herder ohne bekannte Abstammung in das Zuchtbuch aufgenommen. Auch gab es immer wieder Einkreuzungen Belgischer und Deutscher Schäferhunde. 1960 erfolgte die Anerkennung der Rasse durch die FCI. Bis heute ist der Holländische Schäferhund im Vergleich zu seinen „Schäferhundkollegen“ aus den Nachbarländern in Deutschland eher selten anzutreffen: Während der VDH 2017 9766 DSH-Welpen registrierte, waren es beim Holländischen Schäferhund 74 kurzhaarige, 9 langhaarige und 11 rauhaarige Welpen.

Die vom Körperbau her kräftigen, sportlichen Hunde haben laut heutigem Rassestandard gestromtes Fell in den Grundfarben Gold oder Silber, bevorzugt mit schwarzer Maske. Der Kurzhaar hat hartes Haar mit Unterwolle, der Langhaar am ganzen Körper langes, glattes Haar mit Unterwolle. Der rauhaarige Typ hat am ganzen Körper, abgesehen vom Kopf, dichtes, hartes, buschiges Haar mit dichter Unterwolle. Bei ihm erscheint der Kopf eher quadratisch und die geströmte Farbe ist aufgrund des zerzausten Haares etwas weniger deutlich. Hündinnen werden 55 bis 60 cm groß, Rüden 57 bis 62 cm.

Wenn man sich mit der Rasse beschäftigt, stößt man auch auf den Begriff „X-Herder“. Die Mitglieder der Königlich Niederländischen Polizeihunde Vereinigung griffen bei der Zucht ebenfalls auf den „Hollandse Herder“ zurück, legten dabei aber keinen Wert darauf, dass die Hunde Zuchtpapiere hatten. Auch die Rassereinheit war nicht wichtig, da es ausschließlich um die Leistung, nicht um das Aussehen der Hunde ging. Das X steht also dafür, dass auch andere Rassen bei der Entstehung mitgewirkt haben. Meist war dies der Malinois. Somit kann es in einem X-Herder-Wurf gelbe und gestromte Welpen geben.

Mit dem Holländischen Schäferhund holt man sich einen sehr ursprünglichen und vielseitigen Hütehund ins Haus, der zum einen gemäß seiner Arbeitsanlagen ausgelastet werden muss und zum anderen von Welpe an unbedingt klare Regeln und Strukturen benötigt. Denn er hat in den meisten Fällen eine aus alten Zeiten stammende, stark ausgeprägte territoriale Motivation und übernimmt gern selbstständig die „Kontrolle“ aller Besucher, wenn seine Menschen die Aufgabe nicht glaubhaft für sich beanspruchen. Zur Auslastung bieten sich vor allem aktive Beschäftigungsformen wie Agility, Longieren, Revieren, Zughundesport oder auch Obedience sowie verschiedene Formen der Nasenarbeit an. Typische gesundheitliche Probleme sind beim Holländischen Schäferhund nicht bekannt.

Ein Artikel unserer Kollegin Heike Kleinhans von Martin Rütter DOGS Bielefeld/Gütersloh

 

 

Hovawart

Der Hovawart ist eine alte deutsche Gebrauchshunderasse, deren Name auf die mittelhochdeutschen Begriffe „Hova“ (Hof) und „Wart“ (Wächter) zurückzuführen ist.

Der Hovawart ist eine alte deutsche Gebrauchshunderasse, deren Name auf die mittelhochdeutschen Begriffe „Hova“ (Hof) und „Wart“ (Wächter) zurückzuführen ist. Der uns heute bekannte Hovawart ist eine Nachzüchtung eines Hof- und Bauernhundes, den es schon im 13. Jahrhundert gab. Ab 1922 wurde der Hovawart aus vom Typ her ähnlichen Hunden, die noch auf Bauernhöfen zu finden waren, neu gezüchtet. In den ersten Jahren kreuzte man Neufundländer, Leonberger, Deutsche Schäferhunde und weitere Rassen mit ein.

Es handelt sich beim Hovawart um einen mittelgroßen Hund mit kräftigem, leicht gewelltem Langhaar und wenig Unterwolle. Es gibt ihn in den Fellfarben blond, schwarz und schwarzmarken.

Seinem Namen macht der Hovawart alle Ehre: Er wacht seinem Ursprung gemäß immer noch gern über Haus und Hof und hat somit einen stark ausgeprägten Territorialinstinkt. Geregelte Strukturen im Alltag sowie Geduld und Konsequenz in der Erziehung sind daher beim Hovawart enorm wichtig, um seinen natürlichen „Schutzinstinkt“ in geordnete Bahnen zu lenken. Als Anfänger- oder Familienhund ist der Hovawart nicht oder nur bedingt zu empfehlen.

Der Hovawart ist ein aktiver Hund und sollte auch entsprechend ausgelastet werden. Er ist für viele Beschäftigungsformen zu haben. Ob Revieren, Fährtenarbeit, Mantrailing oder Rettungshundestaffel - der Hovawart ist ein geeigneter Begleiter. Vor allem bei der Nasenarbeit ist er mit Begeisterung dabei.

Ein Artikel unserer Kollegin Heike Kleinhans von Martin Rütter DOGS Bielefeld/Gütersloh

 

 

Irish Red Setter

Der Irish Red Setter ist ein Nachkomme der klassischen, mittelalterlichen Vorstehhunde, deren Aufgabe es war, das Federwild bei der Vogeljagd durch „Vorstehen“ anzuzeigen und in große Netze zu treiben.

Dabei ist die Blickrichtung des Hundes bei angehobenem Vorderlauf oder auch komplettem Abliegen starr auf das Wild gerichtet. Daher auch der Name Setter von to set (engl. hinstellen, abstellen, ablegen). Denn Flinten gab es bei der damaligen Jagd noch nicht. Dazu mussten die Hunde selbstständig und unermüdlich große Kreise auf der Suche nach Wild ziehen.

Zunächst entwickelte sich der Irische rot-weiße Setter. Durch Verpaarungen mit rein roten Hunden spezialisierte man sich in Irland im 18. Jahrhundert auf die rein rote Farbe. Als Mitte des 19. Jahrhunderts Hundeausstellungen aufkamen und Rassestandards erstellt wurden, entschloss man sich, den einfarbig roten Setter als Irischen Setter anzuerkennen. 1882 war dann das Gründungsjahr des Irish Red Setter Clubs, der sowohl Feldjagdprüfungen als auch Ausstellungen organisierte, um den festgelegten Rassestandard umzusetzen.

Diesem zufolge ist das Fell am Kopf und an den Vorderseiten der Läufe kurz und fein, am übrigen Körper mäßig lang, flach anliegend und möglichst ohne Locken und Wellen. Farblich ist ein sattes Kastanienbraun gewünscht, wobei kleine, weiße Abzeichen erlaubt sind. Hündinnen werden 55 bis 62 cm, Rüden 58 bis 67 cm groß.

Der Irish Red Setter ist als Jagdgebrauchshund immer noch für seine Lauffreude und seinen ausgeprägten Arbeitseifer bekannt. Er ist außer als Vorstehhund aber auch für die Wasserarbeit und die Nachsuche auf Schalenwild (damit sind alle dem Jagdrecht unterliegenden Paarhufer gemeint) geeignet. Außerdem apportiert er gern.

Wer einen Irish Setter als Familienhund aufnimmt, muss sich darüber im Klaren sein, dass ihm die Jagdpassion sozusagen im Blut liegt. Natürlich muss man der Lauffreude und dem Arbeitseifer auf der einen Seite gerecht werden, auf der anderen Seite sind Impulskontrolle und „Abschalttraining“ auf dem Weg zu einem entspannten Begleiter im Alltag ebenso wichtig.

Je früher der Hund lernt, dass er auch mit seinen Menschen gemeinsam jagdlichen „Spaß“ haben kann - beispielsweise in Form von Fährtenarbeit, Mantrailing, Apportieren und Reizangeltraining - desto größer ist die Chance, ihm auch Freiheit in Form von Freilauf bieten zu können. Parallel sollte natürlich Rückruftraining ganz oben auf dem Trainingsplan stehen sowie viele Übungen zum Warten, Bleiben und „zur Ruhe kommen“ - vor allem in Situationen mit jagdlichen Reizen. Daheim ist der Irish Setter dann meist ein entspannter Mitbewohner, der die Nähe zu seinen Menschen liebt.

Eine rassespezifische Erkrankung ist CLAD (Canine Leukozyten Adhäsionsdefizienz), eine meist tödlich verlaufende, erblich bedingte Immunschwäche. Betroffene Welpen zeigen häufiger schwere Infektionssymptome. Erkrankte Hunde werden meist nicht älter als 5 Monate. Heute wird in den entsprechenden Rassevereinen allerdings nur noch mit CLAD-freien Hunden gezüchtet. Durch einen schon sehr früh entwickelten Gentest und die Verpflichtung, alle Zuchthunde zu testen, ist diese Krankheit zumindest in diesen Kreisen praktisch ausgelöscht.

Ein Artikel unserer Kollegin Heike Kleinhans von Martin Rütter DOGS Bielefeld/Gütersloh

 

 

Islandhund

Der heute immer noch selten anzutreffende Islandhund ist ein uralter Exot. Er ist der einzige Hund mit Island als Ursprungsland.

Im 9. Jahrhundert kam er mit den Wikingern in das Land der Vulkane und Gletscher. Ursprünglich war der „nordische Hüte-Spitz“ ein Jagdhund, der mangels Wild auf der Insel im Lauf der Jahrhunderte zum Treib- und Hütehund mit vielen weiteren Aufgaben umfunktioniert wurde. Die Isländer setzten ihn zum Hüten und Treiben der Pferde und Schafe ein, zum Vertreiben der Raben und Möwen von den Lämmern und den aufgehängten Trockenfischen sowie als Wächter auf dem Hof. Dort sollte er Fremde lautstark melden, aber niemals angreifen. Für die Kinder war er wegen der dünnen Besiedlung außerdem oft der einzige Spielkamerad.

Lange drohte der Islandhund auszusterben. Durch den Import von Islandhunden zunächst in andere nordeuropäische Länder und später auch nach Deutschland, in die Schweiz und die USA gibt es heute wieder eine gesicherte Population. Trotzdem ist der Genpool weiterhin sehr klein. Die Züchter müssen daher umsichtig planen und unbedingt auf genetische Vielfalt achten.

Der Islandhund ist mittelgroß (42 bis 46 cm), von rechteckigem Format, mit Stehohren und geringelter Rute. Es gibt eine kurzhaarige und eine langhaarige Variante mit jeweils dichter, weicher Unterwolle. Beide haben extrem wetterfestes Fell. Laut dem zuletzt 1972 festgelegten Standard sind viele unterschiedliche Farben erlaubt, wobei eine vorherrschend sein sollte. Häufige Farben sind cremefarben bis rötlich braun, schokoladenbraun, grau, schwarz - immer mit weißen, oft unregelmäßigen Abzeichen.

Als robuster und menschenbezogener Hund ist der Islandhund sowohl für aktive Familien mit größeren Kindern als auch für Hundeanfänger gut geeignet. Allerdings ist er sehr arbeitsfreudig, daher sollte er unbedingt geistig und körperlich ausgelastet werden. Denn bei zu viel Langeweile sucht sich der Islandhund eine Beschäftigung und zeigt unter Umständen unkontrolliertes Jagd- und Hüteverhalten oder andere Verhaltensauffälligkeiten. Wer aktive Beschäftigungsformen wie Agility, Treibball oder Obedience mit seinem Hund ausüben möchte, findet im Islandhund aber den perfekten Begleiter. Klar sein muss man sich bei der Entscheidung für den Islandhund über die „Bellfreudigkeit“, die von Anfang an nicht bewusst oder unbewusst verstärkt werden sollte.

Ein Artikel unserer Kollegin Heike Kleinhans von Martin Rütter DOGS Bielefeld/Gütersloh

 

 

Jack Russell Terrier

 

Der Begründer dieser Rasse ist der englische Pfarrer und Jäger John - genannt Jack - Russell, der 1819 einen weißen, rauhaarigen Fox Terrier mit Abzeichen am Kopf kaufte.

Der Begründer dieser Rasse ist der englische Pfarrer und Jäger John - genannt Jack - Russell, der 1819 einen weißen, rauhaarigen Fox Terrier mit Abzeichen am Kopf kaufte. Diese Hündin stand am Anfang der Weiterentwicklung einer Linie von Fox Terriern zu kleineren Terriern, die zwar schnell waren wie die Fox Hounds, aber klein genug, um unterirdisch Füchse und andere Beutetiere aus ihren Bauten zu treiben. Langfristig entwickelten sich daraus zwei Varianten: der größere, quadratisch gebaute „Parson Russell Terrier“ und der kleinere, etwas längere „Jack Russell Terrier“.

Der Jack Russell hat sich vor allem im 19. Jahrhundert in Australien weiterentwickelt. Direkte Nachkommen der Terrier von John Russell wurden dort ab 1880 bei der Jagd auf Füchse eingesetzt, die in Australien vor allem enge Kaninchenbauten besiedelten. Die Jäger brauchten daher Hunde, die höchsten 30 Zentimeter hoch waren.xxxxxxx Erst 1991 wurde der Jack Russell als eigene Rasse in Australien anerkannt, 2000 folgte schließlich die Anerkennung durch die FCI.

Die ideale Widerristhöhe des Jack Russell Terriers beträgt heute 25 bis 30 Zentimeter. Das Gewicht wird mit einem Kilogramm pro fünf Zentimeter Widerristhöhe angegeben. Der Jack Russell soll insgesamt länger als hoch sein. Sein überwiegend weißes Fell mit schwarzen, braunen, lohfarbenen oder hieraus kombinierten Abzeichen kann glatt-, rau- oder stichelhaarig sein. Die Ohren sind V-förmig und nach unten geklappt.

Unter den Jagdhunden ist der Jack Russell Terrier der Gruppe der Solitärjäger zuzuordnen. Diese Bezeichnung ergibt sich durch die große Selbstständigkeit, die der kleine, robuste Hund bei der Baujagd an den Tag legen muss. Und genau diese Selbständigkeit sowie frühes Erwachsenwerden und ein äußerst ausgeprägtes Temperament machen die Erziehung des Jack Russells sehr komplex. Er ist daher weder als Anfängerhund noch als reiner Familienhund geeignet. Aber in einem aktiven Haushalt mit älteren Kindern und mit der Möglichkeit, ihn körperlich, aber vor allem auch geistig auszulasten, ist der Jack Russell bestens aufgehoben.

Ein Artikel unserer Kollegin Heike Kleinhans von Martin Rütter DOGS Bielefeld/Gütersloh

 

 

Kangal

Der Kangal ist zwar erst seit 1989 unter der Bezeichnung „Anatolischer Hirtenhund" (seit dem 15.6.2018 als Kangal Çöban Köpeği - türk. Kangal Hirtenhund) als Rasse bei der FCI (Fédération Cynologique Internationale) anerkannt, seine Wurzeln gehen aber vermutlich schon auf die Herdenschutzhunde der Nomaden zurück, die zwischen 10.000 v. Chr. und 1.300 n. Chr. durch Zentralasien und Anatolien zogen.

Damals schon wurden die Hunde für Aufgaben eingesetzt, die die rassetypischen Eigenschaften des Kangals bis heute bestimmen. Sie lebten mit den Tieren der Nomaden zusammen in der Herde, um sie vor den Angriffen von Wildtieren und anderen Eindringlingen zu schützen. Seit dem 12. Jahrhundert werden Hunde, die dem Kangal in seiner heutigen Form schon sehr ähnelten, zum Schutz der Schafherden in der Region um Sivas und Ostanatolien eingesetzt. Vor allem die Stadt Kangal in der Provinz Sivas war früh für diese Art der Hunde bekannt. Zu dieser Theorie der Geschichte des Kangals existieren Hinweise durch die Namensherkunft sowie einige genetische Studien, ein wissenschaftlicher Konsens besteht allerdings nicht.

In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts begann die Verbreitung der Rasse nach Großbritannien, in die USA, die Niederlande, nach Frankreich und Deutschland sowie in weitere europäische Länder. In der Türkei wird der Kangal seit 1975 neben seiner ursprünglichen Aufgabe als Herdenschutzhund an Schafherden und Wachhund auch für militärische Zwecke und als Diensthund eingesetzt und gezüchtet.

Körperlich ist der Kangal bestens für seine Aufgaben ausgestattet. Er ist von der Statur her groß und imposant, aber trotzdem muskulös und beweglich, denn er muss im Fall eines Angriffs in der Lage sein, sich von jetzt auf gleich mit großer Geschwindigkeit fortzubewegen. Das dichte Fell mit Unterwolle ist je nach Jahreszeit drei bis sieben Zentimeter lang und schützt bei der Arbeit im Freien sowohl vor großer Hitze als auch vor klirrender Kälte. Offiziell sind alle Fellfarben erlaubt, in der Regel reicht das Spektrum aber von hellbraun bis hellgrau, mit dunkelbraunen bis schwarzen Abzeichen am Fang und an den Ohren. Daher war seine ursprüngliche türkische Bezeichnung „Karabaş“, was „Schwarzkopf“ (kara - schwarz, baş - Kopf) bedeutet.

Bei seiner Arbeit an den Schafherden in den anatolischen Bergregionen muss der Kangal selbstständig agieren und eigene Entscheidungen treffen. Nicht selten wochenlang von Menschen getrennt, ist die Herde seine soziale Gruppe, die er sogar gegen Bären und Wölfe verteidigen würde. Im Einsatz als Wachhund beschützt er sowohl seine Menschen als auch deren Eigentum. Er arbeitet sehr strategisch, liegt häufig an erhöhten Stellen nah bei seiner Herde, um die Umgebung gut im Blick zu haben. So zutraulich und sozial er seiner Herde und seinen Menschen gegenüber ist, so misstrauisch ist er Fremden gegenüber.

Was in den weiten, geräumigen und menschenleeren Bergregionen Anatoliens durchaus Sinn macht, kann im engen, hektischen Deutschland schnell zum Problem werden. Kennt man die Geschichte und das ursprüngliche Einsatzgebiet dieser Hunde, wird schnell klar, dass weder der Kangal noch seine Besitzer im städtischen Bereich oder einer Siedlung, geschweige denn in einer Wohnung in einem Mehrfamilienhaus glücklich werden können. Insofern stellt der Kangal „besondere“ Ansprüche an seinen Wohnraum, die man in Deutschland eigentlich kaum erfüllen kann. Aber selbst wenn man sehr einsam wohnt und ein riesiges, sicher eingezäuntes Grundstück hat, ist der Kangal aufgrund seiner extrem ausgeprägten territorialen und sozialen Motivation kein Anfängerhund und auch kein Familienhund.

Rüden: 72 bis 78 Zentimeter (mit zwei Zentimetern Toleranz), 48 bis 60 Kilogramm
Hündin: 65 bis 73 Zentimeter (mit zwei Zentimetern Toleranz), 40 bis 50 Kilogramm

Ein Artikel unserer Kollegin Heike Kleinhans von Martin Rütter DOGS Bielefeld/Gütersloh

 

 

Kleiner Münsterländer

Ende des 19. Jahrhunderts kannte man im Münsterland sogenannte Wachtelhunde. Sie ähnelten ihren Vorfahren, den mittelalterlichen Vogelhunden und waren - wie der Name schon sagte - vor allem beliebt bei der Wachteljagd. Auf sie geht vermutlich der ursprüngliche Kleine Münsterländer zurück. Beschäftigt man sich mit der Geschichte des Kleinen Münsterländers, stößt man unweigerlich auf den Heidedichter Hermanns Löns und vor allem seine Brüder Edmund und Rudolf Löns, die ab 1906 nach Vertretern der verschollen geglaubten Hunde suchten und sie „Heidewachtel“ nannten. Vereint mit dem daneben existierenden „Dorstener Schlag“ wurde daraus der Kleine Münsterländer. Parallel existierende Theorien schließen auch die Entstehung des Kleinen Münsterländers durch eine Weiterzüchtung des Epagneul-Breton nicht aus. Der Verband für Kleine Münsterländer formuliert heute, dass die „Wahrheit (vermutlich) irgendwo dazwischen“ liege.

1912 wurde schließlich in Osnabrück der „Verein für Kleine Münsterländer (Heidewachtel)“ gegründet, aber erst 1921 ein Rassestandard festgelegt. Man stritt danach allerdings noch lange, welchen Namen der kleinste deutsche Vorstehhund tragen sollte. Bis 1934 kam es immer wieder zu Abspaltungen und neuen Zusammenschlüssen unzufriedener Vereine bis man sich in dem Jahr auf die Bezeichnung Kleiner Münsterländer Vorstehhund einigte. Im Dritten Reich existierte neben dem Münsterländer Verband auch der Deutsche Heidewachtel Club. Die beiden Vereine wurden 1961 wieder zusammengeführt.

Der Kleine Münsterländer war schon damals nicht nur Jagdgefährte, sondern auch Haus-, Hof- und Familienhund, weil er als sehr sozial und auf den Menschen bezogen, aber auch wachsam bekannt war. Beim jagdlichen Einsatz spürt er als Vorstehhund bis heute Wild auf und zeigt es durch „Vorstehen“ an: Dabei „friert“ der Hund sozusagen in der Bewegung ein, die Rute trägt er fast waagerecht in Verlängerung des Rückens, sein Blick ist fixierend auf die Beute gerichtet, dabei wird häufig ein Vorderlauf angehoben. Außerdem apportiert er nach dem Schuss, auch aus dem Wasser. Da viele Kleine Münsterländer Spur- oder Sichtlaut geben, werden sie auch zum „Stöbern“ (also zum Aufstöbern von Wild) eingesetzt.

Mittelgroß und kräftig soll der Kleine Münsterländer vom Körperbau her sein. Das wasserabweisende Fell soll mittellang und dicht sein, glatt oder leicht gewellt in den Farben braun-weiß oder braun-schimmel mit braunen Abzeichen, teils auch lohfarbenen Abzeichen. An Ohren, Beinen und der Rute ist das Fell etwas länger - in der Fachsprache spricht man dabei von „befedert“ (Vorderläufe) und „behost“ (Hinterläufe).

Gesundheitlich sind beim Kleinen Münsterländer keine größeren Probleme bekannt, selten leiden Hunde der Rasse an Hüftgelenksdysplasie oder Entropium (Erkrankung des Auges, „Roll-Lid“ an Ober- oder Unterlid).

Die meisten Kleinen Münsterländer leben derzeit in Frankreich, Schweden und Norwegen, wo sie meist zur Jagd im Wald eingesetzt werden. Wird der Kleine Münsterländer ausschließlich als Familienhund gehalten und nicht jagdlich geführt, muss er unbedingt auf eine alternative Art jagdlich ausgelastet werden - und das täglich! Denn die Jagd ist und bleibt seine größte Leidenschaft. Lenkt man diese Motivation nicht von Beginn an in geordnete Bahnen, können Spaziergänge mit dem Kleinen Münsterländer sehr unentspannt beziehungsweise ohne Schleppleine auch unmöglich werden. Die Möglichkeiten der jagdlichen Auslastung sind quasi grenzenlos: Vom Apportieren, über Fährtenarbeit, Reizangeltraining oder Mantrailing wird der Kleine Münsterländer bei allem begeistert mitmachen.

Rüden: 54 cm
Hündinnen: 52 cm
Toleranz: pus/minus 2 cm
Gewicht: ca. 18 bis 25 kg

Ein Artikel unserer Kollegin Heike Kleinhans von Martin Rütter DOGS Bielefeld/Gütersloh

 

 

Kromfohrländer

Erst 1955 international anerkannt ist der Kromfohrländer einer der jüngsten Rassehunde Deutschlands. Trotzdem ist man sich über seinen Ursprung oder vielmehr seine Entstehung nicht völlig einig.

Fest steht, dass die Siegenerin Ilse Schleifenbaum den mittelgroßen Gesellschafts- und Begleithund um 1945 erstmals „zufällig“ züchtete. Sie nahm einen streunenden Hund amerikanischer Soldaten auf, der ihre Foxterrierhündin Fiffy deckte. Viele Quellen behaupten, dass der Rüde ein Grand Griffon Vendéen mit Namen Peter gewesen sein soll - mindestens genauso viele bezweifeln allerdings, dass aus diesen beiden Rassen ein Hund wie der Kromfohrländer entstanden sein kann. Die kleinen Mischlinge gefielen Ilse Schleifenbaum jedenfalls so gut, dass sie die Verpaarung mehrfach wiederholte und schließlich eine eigenständige Rasse daraus entstehen lassen wollte. 1955 gelang ihr Vorhaben schließlich mit der Unterstützung des damaligen VDH-Geschäftsführers Otto Borner gegen den Widerstand vieler Zweifler. Der Name Kromfohrländer stammt von einem Tal bei Siegen, das „Krom Fohr" (Krumme Furche) genannt wird.

Wie beim Foxterrier unterscheidet man beim Kromfohrländer zwischen Rauhaar und Glatthaar. Die Rauhhaarvariante hat dichtes, raues Fell mit Bart und kurze, weiche Unterwolle. Der glatthaarige Kromfohrländer hat dichte, weiche Haare ohne Bart und ebenfalls kurze, weiche Unterwolle. Beide Linien sind 38 bis 46 cm groß. Die Rüden wiegen 11 bis 16 kg, die Hündinnen 9 bis 14 kg.

Es ist sehr schwierig, allgemeine Aussagen über rassetypische Eigenschaften des Kromfohrländers zu machen. Die Rasse ist wie beschrieben noch sehr jung und als Herkunft gesichert ist eigentlich nur die ursprünglich mütterliche Seite durch die Foxterrierhündin Ilse Schleifenbaums. Der Rassezuchtverein der Kromfohrländer bezeichnet ihn als „anpassungsfähigen, sensiblen und auch feinfühligen Hund mit Terrierblut“. Ähnlich wie der Foxterrier ist der Kromfohrländer auf jeden Fall ein agiler Hund. Die jagdliche Motivation soll zwar noch vorhanden, aber nicht mehr so stark ausgeprägt sein. Betont wird zudem immer die Anhänglichkeit bezogen auf seine Menschen - im Gegensatz dazu behält der Kromfohrländer Fremden gegenüber aber eine scheue Distanz und Zurückhaltung.

Als Anfänger- und Familienhund ist der Kromfohrländer insofern nur bedingt geeignet. In einem Haushalt mit Kindern, wo häufig Besuch empfangen wird und es auch mal ein bisschen lauter und stürmischer zugeht, kann der sensible Hund schnell überfordert sein. In jedem Fall braucht er Menschen, die zum einen sehr konsequent bei seiner Erziehung sind - denn seine Vorfahren Foxterrier sind eher selbstständige Hunde und neigen dazu, schnell eigene Entscheidungen zu treffen. Zum anderen sollten die Menschen darauf achten, dass sie Verantwortung für den Kromfohrländer übernehmen und er Begegnungen mit Fremden nicht allein regeln muss. Hilfreich ist dabei auch eine Gewöhnung an viele unterschiedliche Menschen und Reize bereits in der frühen Sozialisierungsphase.

Ein Artikel unserer Kollegin Heike Kleinhans von Martin Rütter DOGS Bielefeld/Gütersloh

 

 

Labrador Retriever

Der Labrador Retriever stammt ursprünglich aus England. Er ist ein mittelgroßer Hund mit kurzem glatten Fell und dichter, wasserabweisender Unterwolle. Es gibt ihn in drei Fellfarben, in schwarz, braun und gelb, wobei das gelb von hellcreme bis fuchsrot reicht. Ein kleiner weißer Brustfleck ist dabei erlaubt.

Der Labrador Retriever ist ein aktiver Hund mit ausgeglichenem Temperament. Er hat ein freundliches Wesen und möchte immer mit seinen Menschen zusammen sein. Daher passt er sich problemlos auch dem Alltag einer Familie an und ist als Familienhund hervorragend geeignet. Der Labrador Retriever ist auch fremden Menschen gegenüber aufgeschlossen. Besucher werden in der Regel freudig und meist mit einem Apportiergegenstand, oder - falls dieser gerade nicht greifbar ist – mit einem Schuh oder Kissen im Maul begrüßt.

Der ursprünglich für die Entenjagd gezüchtete Labrador Retriever lässt sich für viele Beschäftigungen begeistern, auch wenn seine Passion aufgrund seines ursprünglichen Einsatzgebietes natürlich im Apportieren liegt. Der Labrador Retriever wird dabei nicht nur Wild mit Freude zu seinem Menschen zurückbringen, sondern auch den Ball, das Stofftier oder ein speziell für das Apportiertraining hergestelltes Dummy, ein Leinensäckchen mit schwimmfähigem Füllstoff. Dieses eignet sich auch hervorragend für das Training im Wasser, welches man mit dem wasserliebenden Labrador Retriever bei jedem Wetter durchführen kann.

 

 

Lagotto Romagnolo

„Nein, da ist kein Pudel mit drin“, musste so manches Herrchen und Frauchen eines Lagotto Romagnolo bestimmt schon einige Male erklären. Durch das dichte, gelockte Haar des Lagotto neigen Menschen, die die Rasse nicht kennen, eben manchmal dazu, ihn in die Kategorie „Pudel-Mix“ einzusortieren.

Tatsächlich haben beide Rassen eine gemeinsame Vergangenheit als Wasserhunde. Beheimatet ist der Lagotto ursprünglich in Norditalien, wo er ab der frühen Neuzeit ein Gefährte der Fischer war und in den Lagunen um Ravenna und den sumpfigen Talgründen von Comacchio beim Auslegen und Einholen der Netze sowie bei der Jagd auf Blesshühner half. Stundenlang schwammen die ausdauernden und robusten Hunde im Wasser, um die Vögel zu fangen und zu apportieren. Zusätzlich bewachten sie Haus und Boot der Fischer. Mit der Zeit ging die ursprüngliche Fischerei mehr und mehr zurück, andere Techniken wurden betrieben, die Sümpfe schließlich Ende des 19. Jahrhunderts trockengelegt und in Ackerland umgewandelt. Die Trüffeljagd gewann an Bedeutung und die hervorragende Nase des Lagotto half nun dabei, die Händler zuverlässig zu dem teuren Pilz zu führen. Durch genetische Auslese war man darauf bedacht, die jagdliche Motivation des Lagotto kontinuierlich zu reduzieren. Denn bei der Trüffelsuche sollte er nicht zu sehr durch den Wildgeruch von der Arbeit abgelenkt sein. Trüffel wachsen unter der Erde, für uns Menschen also nicht erkennbar. Nur der Geruch verrät ihre Anwesenheit. Und genau auf diesen ist der Lagotto spezialisiert. Da hierzu die Arbeitseigenschaften im Vordergrund standen, wurden immer wieder Rassen mit besonders feiner Nase eingekreuzt - beispielsweise Bracken, Setter, Spinone, Pointer oder Pudel. Obwohl die Vorfahren der heutigen Rasse schon sehr lange bekannt sind, begann erst in den 1970er Jahren die gezielte Reinzucht. Dabei bemühte man sich um die Rekonstruktion des alten, ursprünglichen Lagotto-Typs. 1995 wurde die Rasse durch die FCI provisorisch und 2005 schließlich offiziell anerkannt. In Italien wird der Lagotto Romagnolo noch immer als Trüffelsuchhund eingesetzt.

Hündinnen werden 41 bis 46 cm, Rüden 43 bis 48 cm groß. Das Gewicht liegt bei Hündinnen bei 11 bis 14 kg und bei Rüden bei 13 bis 16 kg. Der Körperbau ist quadratisch. Das Fell des Lagotto Romagnolo hat eine wollige Struktur, ist an der Oberfläche etwas rau, bildet enge Locken, mit sichtbarer Unterwolle. Die Locken sollen gleichmäßig verteilt sein - ausgenommen am Kopf. Passend zum ursprünglichen Einsatzbereich sind Deckhaar und Unterwolle wasserundurchlässig. Das Haar sollte mindestens einmal im Jahr, aber nicht zu kurz (Richtwert 4 cm), geschoren werden, da es sonst zur Verfilzung neigt. Farblich sind offiziell viele Varianten erlaubt: Einfarbig schmutzig-weiß, schmutzig-weiß mit braunen oder orangefarbenen Flecken, einfarbig braun in verschiedenen Abstufungen, einfarbig orangefarben oder braun geschimmelt, braune bis dunkelbraune Masken sind zulässig. Der Lagotto haart nicht. Daher wird er oft als „Allergikerhund“ angepriesen. Es ist aber zu beachten, dass Allergiker eigentlich nicht auf das Fell, sondern auf spezielle Eiweiße in Speichel, Hautschuppen oder Urin bestimmter Tierarten reagieren.

Der Arbeitshund im Lagotto Romagnolo ist immer noch wach und aktiv. Er braucht auch als Familienhund unbedingt Aufgaben, die ihn entsprechend seiner rassetypischen Motivationen auslasten und fordern. Ansonsten kann das mittelgroße Energiebündel gerade in jungen Jahren auch mal über Tische und Bänke gehen. Er ist aber absolut interessiert daran, mit seinen Menschen zusammen zu arbeiten. Das macht ihn zu einem Hund, der auch für gut informierte und motivierte Hundeerstbesitzer geeignet ist. Der Lagotto braucht Regeln und Strukturen im Alltag, die ihm vermitteln, dass er keine territoriale Verantwortung übernehmen muss - das würde er aufgrund seiner früheren Wachaufgaben nämlich häufig gerne. Außerdem liebt er natürlich sämtliche Beschäftigungsformen, bei denen er seine hervorragende Nase einsetzen kann: Beispielsweise Fährtentraining, Mantrailing oder Suche nach kleinen Gegenständen. Aber auch beim Revieren, Hoopers oder Distanztraining kommt der Lagotto so richtig in Fahrt. Ein Mix aus dynamischen und ruhigen Beschäftigungen ist für den vielseitigen Hund optimal.

Gesundheitlich ist zu beachten, dass die Rasse von erblich bedingter, juveniler Epilepsie betroffen ist. Die epileptischen Symptome treten im Alter von 5 bis 9 Wochen auf, zeigen sich durch ein Zittern des ganzen Körpers, das manchmal mit kurzem Bewusstseinsverlust verbunden ist. Die Epilepsie verschwindet spontan zwischen der 8. und 13. Lebenswoche. Das ist zwar erleichternd, aber von Züchtern sollte unbedingt die Lebensqualität der Welpen bedacht werden. Durch rechtzeitiges Testen der Elterntiere kann die Geburt von Welpen mit unangenehmen epileptischen Krampfanfällen in jungem Alter verhindert werden.

Ein Artikel unserer Kollegin Heike Kleinhans von Martin Rütter DOGS Bielefeld/Gütersloh

 

 

Langhaar Collie

 

Der Langhaar-Collie wurde als Hütehund in den schottischen Hochmooren eingesetzt. Dort musste er die Herden in dem für Menschen nur schwer oder sogar gar nicht zugänglichen Gelände hüten und zusammen treiben. Seinen Namen hat er von den Schafen: Die von ihm gehüteten Schafe mit schwarzen Köpfen und Beinen werden Colleys genannt. Aufgrund der Fernsehserie „Lassie“ wurde der Langhaar-Collie als intelligenter Familienhund beliebt, um den sich so manche Helden-Mythen ranken.

Der mittelgroße Langhaar-Collie hat mittellanges Fell mit weicher Unterwolle. Es gibt ihn in drei Farbvarianten: zobel-weiß (sable-white), tricolor (überwiegend schwarz-weiß mit tan) und blue-merle. Das längere Fell muss regelmäßig alle zwei Wochen gebürstet werden, damit es nicht verfilzt.

Der Langhaar-Collie ist ein sensibler Hund mit ausgeglichenem Temperament. Er ist sehr lernwillig, weshalb er für viele verschiedenen Beschäftigungsformen wie Agility, Obedience oder Tricktraining zu begeistern ist. Seine große Sensibilität kann jedoch auch dazu führen, dass er schnell traumatisiert ist. Als Hütehund sucht er immer den Anschluss an seine Familie und möchte am gesamten Leben der Familie teilhaben. Allerdings zeigt er seine Freude an gemeinsamen Unternehmungen, aber auch anderen Dingen, die er spannend findet, durch lautstarkes Bellen. Hier muss von Beginn an darauf geachtet werden, dass diese Eigenschaft nicht unbewusst verstärkt ist, da sie sonst schnell störend empfunden werden kann.

 

 

Magyar Vizsla (kurzhaarig)

 

Der Magyar Vizsla ist ein fröhliches Energiebündel, ein jagdlicher Allrounder mit einem Herz für Menschen - so könnte die Überschrift seiner Kontaktanzeige lauten.

Über die zeitliche Entstehung des Ungarischen Vorstehhunds finden sich einige unterschiedliche Angaben. Bereits im 9. und 10. Jahrhundert könnte der ungarische Volksstamm der Magyaren ähnliche Hunde aus Asien mitgebracht haben, als er das Kapartenbecken und den Raum des heutigen Ungarn besiedelte. Schriftliche Erwähnungen sind aus dem 14. Jahrhundert belegt. Unter seinen Ahnen werden der Türkische Vorstehhund, die Pannonische Bracke und der Sloughi vermutet. Ab dem 18. Jahrhundert wuchs die Bedeutung der semmelgelben Vorstehhunde für die Jagd stetig, bis im 19. Jahrhundert eher Pointer und Setter in Mode kamen. Anfang des 20. Jahrhunderts erlebten die Vorfahren des Magyar Vizsla einen neuen Aufschwung bis 1920 schließlich die Ungarische Vizsla-Züchtervereinigung gegründet wurde. Damit begann die zielgerichtete Zucht des Magyar Vizsla, der 1936 vom FCI anerkannt wurde.

Der ungarische Name für den mittelgroßen, kurzhaarigen Vorstehhund lautet „Rövidszőrű Magyar Vizsla“. Durch die Einkreuzung des Deutsch Drahthaar entstand noch eine weitere Variante, der „Drótszőrű Magyar Vizsla“. Der Körperbau des Vizsla ist schmal, aber muskulös. Das semmelgelbe Fell ist beim „Rövidszőrű Magyar Vizsla“ glatt, kurz, dicht und glänzend, beim „Drótszőrű Magyar Vizsla“ gerade stehend und drahtig. Es hat keine Unterwolle.

Als bei der Jagd eingesetzter Vorstehhund ist der Vizsla ein regelrechter Allrounder. Er sucht weiträumig mit hoher Nase, schleicht dann langsam auf die Beute zu und verharrt davor mit angehobenem Vorderlauf. Aber auch das Apportieren von Beute liegt ihm.

Als Familienhund für aktive Menschen mit Kindern ab dem Grundschulalter ist der Magyar Vizsla durchaus geeignet. Denn er ist sehr menschenbezogen und kontaktfreudig, dabei als Arbeitshund aber auch sensibel. Er muss - wenn er nicht jagdlich geführt wird - unbedingt gemäß seiner rassetypischen Anlagen ausgelastet werden. Ein unterforderter Jagdhund ist weder ein entspannter Begleiter draußen, noch ein angenehmer Mitbewohner im Haus und kann dadurch bedingte Verhaltensauffälligkeiten zeigen. Frühzeitige, ab dem Welpenalter in geordnete Bahnen gelenkte jagdliche Motivation, ist aber über den richtigen Job für den Vizsla gut möglich. Geeignete Beschäftigungsformen sind zum Beispiel Dummytraining, Mantrailing, Fährtenarbeit und Agility.

Schulterhöhe
Hündinnen: 54-60 cm
Rüden: 58-64 cm

Gewicht 22-30 kg

Ein Artikel unserer Kollegin Heike Kleinhans von Martin Rütter DOGS Bielefeld/Gütersloh

 

 

Malinois

Namensgeber für den Malinois war ursprünglich die Stadt Mechelen bzw. Malines im flämischen Teil Belgiens. Er wird dort daher teilweise auch Mechelaar genannt.
Der Malinois ist neben dem Groenendael, dem Tervueren und dem Laekenois eine der vier Varietäten des Belgischen Schäferhunds. Ihre Entstehungsgeschichte verlief bis zum Ende des 19. Jahrhunderts parallel. Bis dahin gab es in Belgien viele verschiedene Typen von Hüte- und Treibhunden, die alle extrem flink und wendig waren, sich ansonsten aber äußerlich stark unterschieden. Ihre Einsatzbereiche waren vielseitig: Neben üblichen Hüteaufgaben halfen sie, die Viehherden zum Schlachthof zu treiben, kleine Gespanne zu ziehen und den Hof zu bewachen.

1891 wurde der Belgische Schäferhundeklub gegründet. Aus 117 Schäferhunden, die beim ersten Klubtreffen im selben Jahr in Cureghem präsentiert wurden, wählte man die besten Rassevertreter für die Reinzucht aus. 1892 wurde der erste Rassestandard festgelegt, der nur eine Rasse mit verschiedenen optischen Varietäten beschrieb. 1901 folgte die offizielle Anerkennung der Rasse. Kreuzungen der Varietäten untereinander waren bis 1973 noch erlaubt. Wie viele Rassen litt auch der Belgische Schäferhund unter den beiden Weltkriegen. Doch gelang danach eine schnelle Wiederbelebung der Rasse. Im 20. Jahrhundert wurde der Malinois vor allem ein beliebter und vielseitig eingesetzter Diensthund.

Der Malinois hat dichtes, kurzes, anliegendes falbfarbenes Fell mit Unterwolle. Charakteristisch sind die schwarze Maske sowie eine sogenannte schwarze Wolkung, bei der nur die Haarspitzen schwarz sind. Laut Rassestandard soll der Körper „harmonisch“ gebaut sein und „robuste Eleganz“ ausstrahlen. Rüden wiegen 25 bis 30 kg und werden im Durchschnitt 62 cm groß. Hündinnen wiegen 20 bis 25 kg und werden im Durchschnitt 58 cm groß.

Im Laufe seiner Entstehung gab es häufig Unstimmigkeiten bezüglich der zugelassenen Farben und Varietäten des Belgischen Schäferhunds. Aber hinsichtlich der Arbeitsanlagen der Hunde war man sich von Beginn an einig. Wachsam, lebhaft, rege, unermüdlich, mit überschäumendem Temperament und beinahe immer in Bewegung - so wird der Malinois oft beschrieben. Er ist geschichtlich bedingt tatsächlich ein echter Workaholic, der sich seine Aufgaben sucht, wenn er keine bekommt. Insofern stellt er, obwohl er als leicht zu erziehen gilt, an seine Menschen doch besondere Anforderungen. Denn wenn er nicht gemäß seiner Anlagen gefordert wird, kann er auch ein ganz schön unangenehmer Mitbewohner werden. Auf der einen Seite muss er natürlich täglich körperlich ausgelastet werden, beispielsweise mit Agility, Obedience, Mantrailing oder Fährtenarbeit, um nur einige Beschäftigungsformen zu nennen, für die der Malinois sich begeistern lässt. Auf der anderen Seite muss er, gerade weil er zur Unermüdlichkeit neigt und sehr reizempfänglich ist, lernen, zur Ruhe zu kommen. Also ist parallel unbedingt Training der Impulskontrolle angesagt. Zudem braucht er jemanden, der mit seiner ausgeprägten Territorialität umgehen kann. Klare häusliche Strukturen sind daher wichtig und sinnvoll, um Problemen mit dem Postboten oder Besuchern vorzubeugen.

Gesundheitlich gibt es bei der Rasse nichts zu beanstanden. Der Belgische Schäferhund leidet tatsächlich deutlich seltener unter den Rassekrankheiten großer Hunde wie etwa der Hüftgelenksdysplasie als beispielsweise sein „Cousin“ aus Deutschland.

Ein Artikel unserer Kollegin Heike Kleinhans von Martin Rütter DOGS Bielefeld/Gütersloh

 

 

Malteser

Der Name des Maltesers legt zwar auf den ersten Blick die Vermutung nahe, dass die Hunderasse von der Insel Malta stammt; den Wortursprung genauer betrachtet, gibt es allerdings auch noch einige andere Möglichkeiten.

Welche davon richtig ist, konnte bis heute nicht hundertprozentig geklärt werden. Das semitische Wort „màlat“ bedeutet Zuflucht oder auch Hafen und lässt darauf schließen, dass der Malteser aus einer Küstenregion kommt. Im maritimen Raum Südeuropas gibt es einige Ortsbezeichnungen, die auf die Herkunft der kleinen Hunde schließen lassen könnten: die sizilianische Stadt Melita, die Adriainsel Méléda und die Insel Malta.

Der Malteser gehört innerhalb der Gesellschafts- und Begleithunde zur Gruppe der Bichons - ebenso wie Havaneser, Bologneser, Coton de Tuléar, Löwchen und Bichon Frisé. Bereits in der Antike sollen die Zwerghunde Begleiter vornehmer Damen im Mittelmeerraum gewesen sein. Eine weitere Aufgabe scheint aber zeitweise auch die Bekämpfung von Mäusen und Ratten in den Lagerhäusern der Häfen gewesen zu sein. Ihre Blütezeit erlebten die Malteser zur Zeit Louis XIV. als die weißen Hündchen die Damen am Hof des französischen Sonnenkönigs begleiteten und so auch den Weg auf zahlreiche Gemälde dieser Epoche fanden.

In unserer heutigen Zeit war der Malteser zunächst nicht sehr verbreitet. 1975 gab es beispielsweise in Deutschland so gut wie keine Malteser mehr. Freunde der kleinen Rasse gründeten 1981 den Deutschen Malteser-Club (DMC), der 1986 Mitglied des VDH wurde. Über Rassehundeausstellungen wurden die Malteser wieder bekannter, was schließlich auch zu einer steigenden Zahl von Würfen pro Jahr führte: Rund 50 Würfe mit durchschnittlich drei Welpen beziffert der DMC.

Mit seinen drei bis vier Kilo ist der Malteser ein echtes Fliegengewicht. Hündinnen werden 20 bis 23 cm groß, Rüden 21 bis 25 cm. Markenzeichen des Maltesers ist das weiße, am ganzen Körper lange Fell. Von der Textur her soll es seidig und überall glatt sein. Locken sind laut Rassestandard nur an den Beinen von Ellenbogen bis Pfote bzw. Knie bis Pfote zulässig. Der Malteser hat keine Unterwolle. Das Fell muss täglich mithilfe von Kamm und Bürste gepflegt werden, da es andernfalls schnell verfilzt. Ein leichtes Kürzen des Fells erleichtert die Pflege etwas, was aber für die meisten Rasseanhänger nicht infrage kommt. Um den Hunden die Kommunikation mit Artgenossen zu erleichtern und Augenreizungen zu vermeiden, sollten die Haare vor den Augen mit einer Spange auf dem Kopf zusammengefasst werden.

Der durchaus als Familien- und Anfängerhund geeignete Malteser ist zwar auch mal mit kurzen Spaziergängen zufrieden, sollte aber trotzdem nicht ausschließlich als Schoßhündchen gehalten werden, das zum Lösen nur den Garten sieht. Regelmäßige Auslastung, zum Beispiel über Tricktraining oder Agility für kleine Hunde, fördert die Beziehung zu seinen Menschen und macht dem Malteser Spaß - wenn er Lust dazu hat und gesundheitlich fit ist. Rassetypisch kann es nämlich zu Problemen mit der Kniescheibe (Patellaluxation) kommen und leider auch zu unangenehmen Folgen der Brachycephalie (Kurz- und Rundköpfigkeit).

Obwohl der Malteser so süß und klein ist, dürfen seine Menschen - und besonders auch die Kinder in der Familie - ihn nicht als Spielzeug zum Zeitvertreib sehen. Die Zwerghunde stellen an ein artgerechtes Leben ebensolche Ansprüche wie große Rassen. Sie sollten nicht vermenschlicht werden und neben der erwähnten Auslastung auch gewisse Regeln im Alltag bekommen, die sie nicht einschränken, sondern vielmehr zu einem vollwertigen und zufriedenen Mitglied in ihrem „Rudel“ machen.

Ein Artikel unserer Kollegin Heike Kleinhans von Martin Rütter DOGS Bielefeld/Gütersloh

 

 

Mops

Der Mops stammt vermutlich aus dem Kaiserreich China, wo er vor mehr als 2.000 Jahren aus doggenähnlichen Hunden herausgezüchtet wurde. Er galt dort als „“Kaiserhund“, da lediglich der Kaiser einen solchen Hund besitzen bzw. als Zeichen seiner Gunst verschenken durfte. Der Mops taucht in der Kunst, als Wahrzeichen und Symbolfigur im Laufe der Jahrhunderte sehr häufig auf. Der wohl bekannteste Ausspruch stammt von Loriot: „Ein Leben ohne Mops ist möglich, aber sinnlos.“

Der Mops ist ein kleiner Hund mit glattem, kurzen Fell in den Farben einfarbig schwarz, silbergrau und beige (von weiß-gelb bis apricot), mit schwarzen Abzeichen am Kopf. Aufgrund der im Standard geforderten Kürze des Nasenrückens kommt es leider bei vielen Möpsen zu Kurzatmigkeit. Hier muss in der Zucht besonders darauf geachtet werden, dass die Nasenlänge ausreichend ist und keine gesundheitlichen Beeinträchtigungen bewirkt. Um diese gesundheitlichen Probleme züchterisch in den Griff zu bekommen, entwickelte sich der „Retromops“, bei dem es sich nicht um eine neue Rasse handelt, sondern lediglich um die Züchtung eines gesunden Mopses.

Der Mops ist ausgeglichen und immer zu Späßen aufgelegt. Er ist ein freundlicher Hund mit hoher Reizschwelle, der mit Mensch und Tier gut auskommt und sich daher gut als Familienhund eignet. Der Mops ist gerne mit seinem Menschen zusammen und hat an der Durchführung von Tricks besonderen Spaß. Auch wenn er als kleiner Hund natürlich nicht für extreme sportliche Aktivitäten geeignet ist, braucht der Mops ausreichend Bewegung.

 

 

Nederlandse Kooikerhondje

Das Kooikerhondje ist eine aus den Niederlanden stammende Hunderasse, welches ähnlich wie die Spaniel, zu den Vogelhunden gehört und zum Anlocken von wilden Enten z.B. an Teichen und Bachläufen eingesetzt wurde. Von dieser ursprünglichen und in einigen Bereichen der Niederlande auch heute noch durchgeführten Aufgabe stammt auch der Name dieser Hunderasse: Die spezielle Fangeinrichtung, welche zur Entenjagd benutzt wurde, nennt sich „Kooi“.

Das Kooikerhondje ist eine kleine Hunderasse mit mittellangem Fell und gut entwickelter Unterwolle. Trotz des längeren Fells ist dieses sehr pflegeleicht. Das Fell ist weiß mit klar abgegrenzten orange-roten Flecken. Die Ohren haben schwarze Haare an den Spitzen, die sogenannten „Ohrringe“.

Das Kooikerhondje ist eine freundliche Rasse, die fremden Menschen gegenüber jedoch erst einmal zurückhaltend ist. Diese Rasse besitzt ein ausgeglichenes Temperament und eignet sich daher gut als Familienhund. Da diese Hunde aufgrund der ursprünglichen Aufgabe durchaus zu großer Selbstständigkeit neigen, müssen sie konsequent in das Familienleben integriert werden. Zudem benötigt das Kooikerhondje daher auch als eher kleiner Hund ein größeres Maß an Bewegung und Beschäftigung, weshalb es sich z.B. auch für aktive Beschäftigungsformen wie Agility oder Flyball eignet.

 

 

Neufundländer

 

Die kanadische Atlantikinsel Neufundland ist Herkunftsort und Namensgeber der massiven, kräftigen und muskulösen Hunde.

Rüden können bis zu 71 cm groß und 68 kg schwer und Hündinnen bis zu 66 cm groß und bis zu 54 kg schwer werden. Das mittellange Fell des Neufundländers ist durch die dichte Unterwolle nahezu wasserundurchlässig und lässt viel über seine ursprüngliche Verwendung vermuten.

Über den genauen Ursprung dieser Rasse gibt es zwar verschiedene Theorien, aber es ist davon auszugehen, dass sie aus dort heimischen Hunden, großen schwarzen Bärenhunden, die die Wikinger dort eingeführt hatten, und den Hunden europäischer Fischer entstand. Zu allen Zeiten war der Neufundländer ein echtes Arbeitstier: Er half beim Einholen der Boote und Fangnetze, rettete Schiffbrüchige, beschützte Schiffe und Ladungen und diente dazu, Lasten zu ziehen.

Im 18. Jahrhundert wurde er erstmals von einem englischen Kapitän als „Newfoundland dog“ erwähnt, eine erste Ausstellung der Rasse gab es 1860 in Birmingham und die Anerkennung der Rasse erfolgte schließlich 1865. Laut Rassestandard der FCI sind drei Farben erlaubt: Schwarz, braun und weiß-schwarz. England und Kanada haben teilweise eigene Standards, die von denen der FCI abweichen. In Kanada entspricht beispielsweise der braune Neufundländer nicht den offiziellen Vorgaben.

Der ursprüngliche Neufundländer war zudem an der Entstehung einiger weiterer Rasse beteiligt. Aus dem schwarz-weißen Neufundländer entwickelte sich der Landseer. Und bei dem auf das Apportieren spezialisierten, wasserfreudigen Labrador Retriever haben ursprünglich schwarze Neufundlandhunde mitgewirkt. Wasserpassion und angeborene Apportierfreude haben heutige Neufundländer oft noch mit dem Labrador Retriever gemein. Das macht sie weiterhin zum geborenen Wasserrettungshund.

Auch, wenn der Neufundländer kein Langstreckenläufer ist, braucht er natürlich doch seine artgerechte Auslastung. Zum Beispiel durch wetterunabhängige Aktivitäten im Wasser oder Rettungshundearbeit, gegebenenfalls auch Mantrailing im Freizeitbereich oder Zughundesport. Damit er nicht zu sehr dazu neigt, sein Territorium bewachen zu wollen, ist eine konsequente Erziehung und eine sinnvolle Aufgabenverteilung in seinem „Rudel“ für den Neufundländer von Beginn an enorm wichtig.

Wie viele große Hunderassen hat der Neufundländer leider keine hohe Lebenserwartung. Durchschnittlich 22 Prozent aller Neufundländer sterben vor dem fünften Lebensjahr, 42 Prozent vor acht Jahren und 62 Prozent werden keine zehn Jahre alt. Gesundheitlich sind die Hunde oftmals von orthopädischen Leiden betroffen. Häufig kommen Hüftgelenksdysplasie, Ellenbogengelenksdysplasie und auch Knochenkrebs vor.

Ein Artikel unserer Kollegin Heike Kleinhans von Martin Rütter DOGS Bielefeld/Gütersloh

 

 

Nova Scotia Duck Tolling Retriever

 

Der selten anzutreffende Nova Scotia Duck Tolling Retriever - kurz Toller genannt - ist die kleinste der sechs Retrieverrassen.

Sein Name beschreibt das, wofür er in seiner Heimat Nova Scotia (Neuschottland in Kanada) ursprünglich gezüchtet wurde: Enten bei der Jagd anzulocken, um sie nach dem Schuss zu apportieren. Der Jäger wirft dem Hund dabei immer wieder Apportiergegenstände in Ufernähe ins Schilf. Der Toller verschwindet dadurch kurz und taucht dann plötzlich wieder auf. Dieses Schauspiel, das als „Tolling“ bezeichnet wird, lockt die Enten an. Sind diese schließlich nah genug, werden sie geschossen und der Hund apportiert sie im Anschluss. Mit seinem sogenannten doppelten Haarkleid ist der Toller für diese Arbeit am und im Wasser perfekt ausgerüstet. Das Fell ist mittellang und weich mit ebenfalls weicher, dichter Unterwolle. Farblich kommen unterschiedliche rote und orangene Schattierungen vor, wobei weiße Abzeichen erlaubt sind.

Die Entwicklung der Rasse ist nicht eindeutig belegt, wodurch sich unterschiedliche Theorien darüber halten. Es könnte sein, dass zu den Vorfahren des Tollers schottische Hütehunde gehören, welche schottische Einwanderer nach der Vertreibung französischer Siedler mit nach Nova Scotia brachten. Sie könnten spielende Füchse beim Enten anlocken beobachtet haben, um im Anschluss fuchsähnliche Hunde zu züchten, die für sie bei der Jagd diese Aufgabe übernehmen würden. Andere vermuten wiederum, dass das niederländische Kooikerhondje zu den Vorfahren zählt und die Rasse von den Niederlanden aus über England schließlich nach Kanada kam. Zunächst wurden die kanadischen Hunde "Little River Duck Dogs“ genannt. Erst im späten 19. Jahrhundert gelangten auch einige Rassevertreter nach Europa. Mittlerweile leben in Schweden mehr Toller als im Heimatland Kanada. Unter ihrem heutigen Namen wurde die Rasse erst 1945 durch den kanadischen Hundezuchtverband anerkannt, 1981 erfolgte schließlich die Anerkennung durch die Fédération Cynologique Internationale (FCI).

Wie die ursprüngliche Verwendung zeigt, ist der Toller kein Freund langweiliger Spaziergänge. Er braucht eine für ihn sinnvolle Beschäftigung. Denn ansonsten würde er sich vermutlich eine suchen, die nicht im Sinne seiner Menschen wäre. Man kann den Toller für viele Beschäftigungsformen begeistern, aber ganz oben auf der Liste seiner Lieblingsbeschäftigungen steht natürlich das Apportieren. Dabei gefallen ihm komplexe Aufgaben aus dem Bereich Dummytraining. Einfaches und wiederholtes Bringen eines Balls ist ihm entweder zu langweilig oder macht ihn zum Balljunkie - vor allem, wenn er das Werfen des Balls ständig von seinen Menschen einfordern darf. Stattdessen ist es wichtig, neben aller Dynamik auch immer wieder Impulskontrolle mit dem quirligen Hund zu trainieren. Auf solche und viele andere „Kleinigkeiten“ muss man bei der Erziehung des Tollers achten, da er aufgrund seiner rassetypischen Eigenschaften ein sehr sensibler Hund ist, der auf das kleinste Signal des Jägers achten musste. Insofern ist der Toller auch nur bedingt als Anfänger- und Familienhund zu empfehlen. Hundeunerfahrene Menschen sollten sich vor der Aufnahme eines Tollers umfangreich über die Rasse und ihre Anforderungen informieren, um ihr gerecht zu werden.

Nicht zuletzt muss man beim Toller auch noch ein Wort über das Thema Inzucht und Gesundheit verlieren. Ein gesunder Toller kann bis ins hohe Alter sehr aktiv sein. Doch leider ist der Naturbursche oft nicht so robust wie er gern dargestellt wird. Es besteht unter anderem eine Disposition für Immunerkrankungen wie SRMA (Meningitis-Arteriitis), Nebenniereninsuffizienz und immunbedingte Polyarthritis. Auch Augenerkrankungen sowie Hüft- und Ellenbogengelenksdysplasien können bei der Rasse vermehrt auftreten. Wie immer sollte man beim Kauf eines Welpen auf entsprechende Tests und Vorsorgeuntersuchungen der Vorfahren achten, die bei seriösen Züchtern selbstverständlich sind. Kritische Stimmen sehen vor allem in dem durch die geringe Anzahl der Rassevertreter bedingten kleinen Genpool die verschiedenen Krankheitsprädispositionen begründet. Im Bemühen um eine Reinzucht ist einigen wissenschaftlichen Studien zufolge ein weltweites Inzuchtniveau von 26 Prozent entstanden, welches damit größer ist als das von Vollgeschwistern (25%). Um die genetische Vielfalt zu vergrößern, wird daher immer wieder die Einkreuzung anderer Rassen gefordert, was verschiedene Rassevereine und -clubs in Europa und Nordamerika bislang allerdings ablehnen.

Rüden: 48 bis 51 cm und 20 bis 23 kg
Hündinnen: 45 bis 48 cm und 17 bis 20 kg

Ein Artikel unserer Kollegin Heike Kleinhans von Martin Rütter DOGS Bielefeld/Gütersloh

 

 

Pudel

Aufgrund seines Aussehens wurde und wird der Pudel oft zu Unrecht als reiner Mode- und Schoßhund angesehen. Mit seinem wolligen und gekräuselten Fell hat man ihn schon in europäischen Königshäusern bisweilen als solchen verhätschelt.

Wobei der Pudel gerade bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts zumeist als Apportierhund bei der Wasserjagd eingesetzt wurde. Unterschiedliche Erklärungen seiner Namensherkunft belegen dies: Teilweise heißt es, der Name komme vom altdeutschen „Puddeln“ und bedeute „im Wasser planschen“. An anderen Stellen liest man, dass er von dem vom Wortlaut ähnlichen Ausdruck „Pfudel“ (Pfütze) stammt. Der französische Name „caniche“ kommt von dem französischen Wort „cane“ für die weibliche Ente. Die Herkunft der sehr alten Rasse konnte bis heute nie eindeutig geklärt werden, wird aber immer wieder mit verschiedenen Wasserhunden in Verbindung gebracht.

Ende des 19. Jahrhunderts begann die Reinzucht des Pudels im heutigen Sinn. Damals gab es Groß- und Kleinpudel in den klassischen Farben schwarz, weiß und braun. In den 30er Jahren wurde im Rahmen der Anerkennung durch die FCI (Fédération Cynologique Internationale) Frankreich als Ursprungsland festgelegt. In den Rassestandard wurde nun mit dem Zwergpudel eine weitere Größe aufgenommen, der in den 90er Jahren noch der Toy folgte.

Das besondere Markenzeichen des Pudels ist sein Fell. Es wächst fortwährend, daher muss der Pudel regelmäßig geschoren werden. Bei Ausstellungen sieht man den Pudel heute meist mit Modeschur oder Puppy-Clip. Seit Mitte der 80er Jahre findet man dort keine Löwenschur mehr, die früher so charakteristisch war. Langhaarige Pudel sollte man mehrmals in der Woche bürsten, damit das Fell nicht verfilzt. Der Pudel haart nicht und hat keinen jahreszeitbedingten Fellwechsel. Die vier Varianten sind vom Erscheinungsbild gleich, sie unterscheiden sich lediglich in der Größe: Der Großpudel ist über 45 cm bis zu 60 cm groß, der Kleinpudel über 35 cm bis zu 45 cm, der Zwergpudel über 28 cm bis zu 35 cm und der Toy-Pudel über 24 cm bis zu 28 cm.

Wie alle großen Hunde kann der Großpudel an Hüftgelenksdysplasie leiden. Die progressive Retinaatrophie - eine erblich bedingte Augenkrankheit, die zum Erblinden führt - kommt manchmal bei Klein-, Zwerg- und Toypudeln vor. Bevor sie zur Zucht zugelassen werden, können die Träger allerdings per Gentest ermittelt werden. Zwerg- und Toypudel leiden manchmal an erblicher Patellaluxation, die krankhafte Verlagerung der Kniescheibe.

Als Gemeinschaftsjäger ist der Pudel sowohl als Anfängerhund als auch als Familienhund geeignet. Dabei ist er auch heute kein „Couch-Potato“. Er hat Spaß daran, mit seinen Menschen zusammen zu arbeiten und ist vor allem für aktive Beschäftigungen, zum Beispiel das Apportieren, zu begeistern. Pudelbesitzer tun gut daran, sich an die ursprüngliche Aufgabe des Pudels zu erinnern und ihn auch dementsprechend auszulasten, damit der Pudel das ungerechtfertigte Image des Schoßhündchens ein für alle mal hinter sich lassen kann.

Ein Artikel unserer Kollegin Heike Kleinhans von Martin Rütter DOGS Bielefeld/Gütersloh

 

 

Rhodesian Ridgeback

 

Der Rhodesian Ridgeback stammt aus dem südlichen Afrika. Die Vorgänger dieser Rasse spürten ursprünglich auf weite Entfernungen Wild auf. So wurde der Rhodesian Ridgeback auch später noch zur Jagd auf Löwen und Großwild eingesetzt. Hatte der Hund das Wild aufgespürt, musste er es an Ort und Stelle halten, bis der Jäger eingetroffen war, um das Wild zu erlegen. Aufgrund seiner großen Wachsamkeit wurde der Rhodesian Ridgeback auch zur Bewachung der Farmen eingesetzt.

Der Rhodesian Ridgeback ist ein großer, muskulöser Hund. Er hat kurzes, dichtes Fell, das von einer hellen bis roten Weizenfärbung sein kann. Eine Maske bestehend aus einer schwarzen Schnauze und dunkel gefärbten Ohren ist erlaubt. Auffälligstes Kennzeichen ist der sogenannte „Ridge“, ein Haarkamm auf dem Rücken des Hundes, bei dem das Fell entgegen der normalen Haarwuchsrichtung wächst.

Der Rhodesian Ridgeback ist fremden Menschen gegenüber zurückhaltend. Aufgrund seiner ursprünglichen Verwendung zeichnet er sich durch eine große Selbstständigkeit und ein starkes Durchsetzungsvermögen aus. Daher muss die Erziehung des Rhodesian Ridgebacks konsequent erfolgen, als Familienhund ist er zudem eher nicht geeignet. Der Rhodesian Ridgeback benötigt ausreichend Auslauf, ist jedoch an gemeinsamer Beschäftigung mit dem Menschen nur wenig interessiert. Bei Beschäftigungsformen wie Agility oder Obedience wird man daher mit dem Rhodesian Ridgeback nur wenig Spaß haben. Besser geeignet für diese Rasse ist z.B. ein Fährtentraining, bei welchem der Rhodesian Ridgeback seiner Veranlagung, eine Beute aufzuspüren, nachgehen kann.

 

 

Riesenschnauzer

 

Russenschnauzer, Bierschnauzer, Bärenschnauzer, Münchener Schnauzer - unter anderem mit diesen Namen wurde der Riesenschnauzer schon bedacht.
Wie der heutige Name schon sagt, ist er neben Zwerg- und Mittelschnauzer der größte Vertreter der Schnauzerfamilie, zugleich auch der jüngste. Erste Hinweise auf einen Hund, der dem Riesenschnauzer ähnelt, liefert ein Gemälde aus dem Jahr 1850. 1910 wurden zum ersten Mal sechs Rüden und drei Hündinnen als „Münchener Schnauzer“ in das Zuchtbuch des Pinscher-Schnauzer-Klubs eingetragen. Seit 1913 ist der Riesenschnauzer als Rasse anerkannt, seit 1925 als Polizei- und Diensthunderasse.

Seine genaue Entstehungsgeschichte, beziehungsweise welche anderen Rassen dabei mitgewirkt haben, ist nicht sicher bekannt. Sicher ist aber, dass er in seinem Heimatland Deutschland ursprünglich auf den Almhöfen in den Alpen als Hirten- und Wachhund eingesetzt wurde. Dabei musste er unter anderem nachts den Hof bewachen, unterwegs die Fuhrwerke und Waren seiner Besitzer vor Angreifern schützen und das Vieh treiben. Die Hunde mussten also robust sein, ein imposantes Erscheinungsbild haben, über große Ausdauer verfügen, ihren Hof sowie ihre Menschen und deren Besitztümer selbstständig und selbstbewusst verteidigen, sie durften aber nicht zum Streunen oder Jagen neigen.

Der Riesenschnauzer ist laut Rassestandard „ein trutzig-wehrhafter Hund von respekteinflößendem Aussehen“. Er wird 60 bis 70 cm groß und bringt dabei 35 bis 47 kg auf die Waage. Das Fell ist kurz und hart, das Deckhaar dicht mit ebenfalls dichter Unterwolle. Es ist dadurch wetterfest und quasi schmutzabweisend. Das Haar wächst in Zyklen, die zwischen vier und sechs Monaten lang sind. Nach einem Wachstumszyklus wird das Haar in der Regel getrimmt. Zwei Farbvarianten sind offiziell zugelassen: Rein schwarz mit schwarzer Unterwolle oder pfeffersalz (Farbnuancen von dunklem eisgrau bis zu silbergrau). Schnauzertypisch sind der langgestreckte Kopf, der üppige Schnauzbart und die buschigen Augenbrauen. Gesundheitlich haben die robusten Hunde eher selten Probleme. Wie bei eigentlich allen großen Hunderassen kommt gelegentlich Hüftgelenksdysplasie vor.

Von der ausgeprägten Wachsamkeit, der Reserviertheit gegenüber Fremden und dem großen Selbstbewusstsein liest man in jedem Porträt des Riesenschnauzers. Gemeint ist damit das Territorialverhalten, das die Riesenschnauzer auch heute meist noch an den Tag legen. Aber was auf großen, einsam gelegenen Höfen absolut sinnvoll und wichtig war, kann in einer Stadtwohnung, in der die Nachbarn direkt an der Wohnungstür vorbeigehen, eher zur Belastung werden. Wichtig ist daher, klare Strukturen zu etablieren und dem Riesenschnauzer keine unerwünschten territorialen Aufgaben zu übertragen - ihn also beispielsweise nicht regelmäßig allein im Garten oder auf der Terrasse zu lassen und das Körbchen nicht direkt neben der Wohnungstür zu platzieren. Sinnvoll ist auch, von Welpe an viele positive Kontakte zu vielen verschiedenen Menschen zu ermöglichen.

Riesenschnauzer sind zwar lebhaft und agil, bisweilen rüpelig, aber aufgrund ihrer Größe nicht für die ganz schnellen Beschäftigungsformen, wie zum Beispiel Agility, geeignet. Alternativ sind aber viele verschiedene Formen der Nasenarbeit, also Mantrailing, Fährtenarbeit oder Gegenstandssuche (Suche nach kleinen Gegenständen) sowie Apportiertraining dazu geeignet, das Powerpaket artgerecht auszulasten. Der Riesenschnauzer ist daher nur bedingt als Familienhund geeignet, Kinder in der Familie sollten mindestens im Schulalter sein.

Ein Artikel unserer Kollegin Heike Kleinhans von Martin Rütter DOGS Bielefeld/Gütersloh

 

 

Rottweiler

Der Rottweiler hat im wörtlichen wie im sprichwörtlichen Sinn ein „dickes Fell“. Die Ursache dafür liegt in seiner ursprünglichen Verwendung. Seine Wurzeln werden bereits in der Römerzeit vermutet.

Die Vorfahren des Rottweilers sollen damals als Treibhunde eingesetzt worden sein, die gemeinsam mit den römischen Legionen über die Alpen zogen. Mehrere Jahrhunderte später hatten die schweren, kräftigen Hunde sich vor allem als Helfer der Viehhändler und Metzger durchgesetzt. Die Stadt Rottweil im heutigen Baden-Württemberg war im 18. und 19. Jahrhundert ein bedeutendes Viehhandelszentrum. Von dort aus wurden Schafe und Rinder - auch über längere Strecken - in andere Regionen getrieben. Die ursprünglich römischen Treibhunde, die sich dort mit heimischen Hunden vermischt hatten, wurden von den Händlern und Metzgern zum Bewachen und Treiben dieser Viehherden, aber auch als Zughund eingesetzt. Dadurch wurde „der Rottweiler“ überregional bekannt. Durch neue Transportmittel wie die Eisenbahn wurden die Treibhunde im Laufe der Zeit aber mehr und mehr ihrer ursprünglichen Aufgabe beraubt. Das alternative Einsatzgebiet des Rottweilers war schließlich der Polizeidienst - 1910 erkannte man ihn offiziell als Polizeihund an. Im Rahmen der Diskussion über das Aggressionspotenzial bestimmter Rassen haben mehrere deutsche und österreichische Bundesländer sowie Kantone in der Schweiz den Rottweiler auf ihre Rasselisten gesetzt. Damit einher gehen verschiedene Anforderungen und Einschränkungen bezüglich der Haltung eines Rottweilers, wie zum Beispiel die Pflicht zur Abnahme eines Wesenstests.

Dem Rassestandard gemäß werden Rüden bis 68 cm groß und wiegen ca. 50 kg, Hündinnen bis zu 63 cm groß und wiegen ca. 42 kg. Dabei soll der Rottweiler kräftig, aber nicht plump sein. Das Fell ist kurz mit Unterwolle. Es ist sehr pflegeleicht und robust und überwiegend schwarz - nur an den Lefzen, am Fang, über den Augen, unter der Schwanzwurzel, auf der Brust und an den Beinen hat der Rottweiler rotbraune Abzeichen. Diese werden „Brand“ genannt.

Gesundheitlich ist der Rottweiler wie alle großen, schweren Hunde häufiger von Hüft- oder Ellbogengelenksdysplasie betroffen. Auch Herzerkrankungen kommen vermehrt vor. Sehr selten tritt schon im jungen Alter die erblich bedingte Leukoenzephalomyelopathie auf, bei der die Hunde unter fortschreitenden Lähmungen leiden.

Als ursprünglicher Treibhund ist der Rottweiler ein körperlich sehr robuster Hund, denn nur so konnte er das Großvieh vorantreiben oder auch stoppen. Zimperlich durften die Hunde bei der Arbeit also nicht sein. Sie mussten auch mal einen Stoß oder einen Tritt einstecken, ohne davon nachhaltig beeindruckt zu sein. Durch diese eher geringe Sensibilität ist der Rottweiler als Anfängerhund relativ gut geeignet. Er ist nicht leicht zu traumatisieren und daher auch in einem Familienhaushalt mit etwas mehr Trubel gut aufgehoben. Nicht außer Acht lassen darf man allerdings den körperlichen Aspekt - gerade im Zusammenhang mit Kindern. Der Rottweiler muss von Welpe an lernen, seine Menschen nicht grob anzurempeln oder mit ihnen zu raufen. Stark körperliche Spiele sollte man mit ihm also nicht anfangen, damit diese nicht zu heftig und ritualisiert werden. Neben den richtigen Regeln und Grenzen braucht der Rottweiler an anderer Stelle aber natürlich auch die Möglichkeit, sich körperlich auszupowern. Diese kann man ihm zum Beispiel bei einem anstrengenden Apportiertraining bieten, wo er das Apportel zunächst aus einem großen Haufen schwerer Zweige befreien oder von einem Ast herunterziehen darf. Der Kreativität sind da keine Grenzen gesetzt.

Ein Artikel unserer Kollegin Heike Kleinhans von Martin Rütter DOGS Bielefeld/Gütersloh

 

 

Schafpudel

Der Schafpudel ist ein Schlag Altdeutscher Hütehunde. Von Schäfern wird er manchmal auch Hütepudel genannt.

Insgesamt gibt es acht Schläge Altdeutscher Hütehunde: Fuchs, Gelbbacke, Schafpudel, Schwarzer, Strobel, Stumper, Tiger und Westerwälder/Siegerländer. Hunde dieser Art existieren vermutlich bereits seit dem Mittelalter. Damals wie heute ist ihre Aufgabe, Herden von Schafen oder Kühen zu hüten und zu treiben. Sie kamen früher vor allem bei Wanderschäfern zum Einsatz und sollten die Herden durchaus auch bewachen. Die Arbeitsleistung der Altdeutschen Hütehunde wird als sehr selbstständig und energisch bezeichnet, ihr Hütetrieb als extrem ausgeprägt. Daher sind sie auch für die Arbeit an großen Herden von bis zu 300 Tieren geeignet.

Mit Beginn der Rassehundezucht gerieten die alten Schläge deutscher Hütehunde mehr und mehr in Vergessenheit. Etwas anders verlief die Entwicklung in der ehemaligen DDR, da dort neben der Schafzucht auch die Hundezucht eine Staatsangelegenheit war. Mit dem Mauerfall verschwanden allerdings Subventionierungen der Schafzucht und mit den Herden fast auch die Hunde. Einigen engagierten Schäfern ist es zu verdanken, dass die alten Schläge nicht ganz verschwunden sind. Trotzdem sind die Schläge Altdeutscher Hütehunde weiterhin vom Aussterben bedroht.

Züchterisch betreut werden die Altdeutschen Hütehunde von der Arbeitsgemeinschaft zur Zucht Altdeutscher Hütehunde e.V. (AAH). Seit 1987 kümmert sich die Gemeinschaft um den Erhalt dieser Arbeitshunde. Wobei man hier nicht von Zuchtbemühungen wie bei anderen Hunderassen sprechen kann. Denn es gibt keine Standardisierung oder Festlegung fester optischer Rassemerkmale. Auch eine Anerkennung durch die FCI wurde und wird durch die AAH nicht angestrebt. Grund dafür ist, dass bei der Zucht immer die Gebrauchseignung als Hütehund im Vordergrund stehen soll und nicht das Aussehen der Hunde.

Beim Schafpudel sind grundsätzlich alle Farben erlaubt. Häufig sind sie rein schwarz, blaugrau, grau, hellweizenfarben bis weiß. Vereinzelt treten auch lohfarbene Hunde mit dunkler Maske und dunklen Ohren auf. Das Fell ist dicht und fest mit langem, zotteligem Deckhaar und dichter Unterwolle, die zum Verfilzen neigt. Somit ist der Schafpudel bestens für die lange Arbeit draußen bei jedem Wetter ausgestattet. Hündinnen werden ca. 45 bis 55 cm groß, Rüden 50 bis 60 cm bei einem Gewicht von 17 bis 25 kg.

Dadurch, dass der Schafpudel ein echter und ursprünglicher Arbeitshund ist, der lange für die Arbeit an der Herde selektiert wurde, wird er von Züchtern eher selten an Privatpersonen abgegeben. Und tatsächlich birgt er durch die Selbstständigkeit, die Wachsamkeit (auf sein Territorium und seine soziale Gruppe bezogen) und den ausgeprägten Hütetrieb einiges an Potenzial, das in den falschen Händen ein problematisches Verhalten hervorrufen kann. Der Schafpudel braucht neben klaren Strukturen und Regeln vor allem auch sinnvolle Aufgaben, um gemäß seiner Anlagen ausgelastet zu werden und zufrieden zu sein. Sinnvoll heißt hier, dass er neben körperlicher und geistiger Auslastung beispielsweise auch Ruhe und Entspannung lernen muss. Geeignete Beschäftigungsformen sind Distanztraining/Longieren oder Treibball sowie ein komplexes Apportiertraining mit viel Impulskontrollübungen. Keinesfalls wäre ein ständiges Ballwerfen angebracht, da sich beim eifrigen Schafpudel schnell „Junkie-Tendenzen“ entwickeln könnten. Unerfahrene Besitzer müssen sich vor der Anschaffung sehr gut über die Besonderheiten Altdeutscher Hütehunde informieren und bereit sein, von Beginn an täglich und konsequent zu trainieren. Kinder in der Familie sollten bereits im Teenageralter sein.

Ein Artikel unserer Kollegin Heike Kleinhans von Martin Rütter DOGS Bielefeld/Gütersloh

 

 

Shetland Sheepdog (Sheltie)

Mit der Frage „Ist das ein ‚Mini-Collie‘?“ werden Besitzer des Shetland Sheepdog, meist nur „Sheltie“ genannt, wohl ziemlich häufig konfrontiert. Und „ja, fast richtig“, könnte man da antworten.
Aber eben nicht ganz - Sheltie- und Collie-Züchter würden sonst zu Recht protestieren. Der Sheltie hat seine ganz eigene Geschichte, in welcher der Collie allerdings auch vorkommt.

Wie der Name sagt, stammt der Shetland Sheepdog von den Shetland Inseln. Die Inseln sind seit dem 3. Jahrtausend v. Chr. besiedelt. Es ist allerdings ungewiss, ob die Inselbewohner, die von Ackerbau und Viehhaltung lebten, schon von Beginn an von Hunden begleitet wurden. Zu belegen ist aber, dass Wikinger im 9. Jahrhundert n. Chr. Hunde mit auf die Inseln brachten. Darunter waren sehr alte Hütehundschläge aus dem skandinavischen Raum sowie spitzartige Hunde wie Islandhund, Lundehund und Buhund. Im Laufe des 15. Jahrhunderts gingen die Shetland Inseln als Mitgift der dänischen Königstochter bei der Hochzeit mit James III. von Dänemark an Schottland. Schottische Schafzüchter wanderten ein und brachten kleinwüchsige Collies mit. Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts waren die Hunde der Shetland Inseln folglich eine Mischung aus all diesen verschiedenen Hütehundschlägen. Es gab Ringelruten, kurzes und langes Fell, Schlapp- und Stehohren. Gemeinsam war den Hunden nur ihre geringe Körpergröße von rund 35 Zentimetern und ihre körperliche Robustheit. Aufgrund der eher ungemütlichen Witterung (durchschnittlich 216 Regentage im Jahr und auch im Hochsommer nur wenige Sonnenstunden) mussten die Hunde auf den Shetland Inseln unempfindlich sein. Das Klima beschränkte zudem das Nahrungsangebot - somit bevorzugte man Nutztiere, die klein waren und somit wenig Platz und wenig Nahrung brauchten. Die Herden, an denen die Hunde eingesetzt wurden, mussten auch nicht vor Bären oder Wölfen geschützt werden, da es solche großen Raubtiere auf den Inseln nicht gab.

Anfang des 20. Jahrhunderts kamen die ersten ‚Shetland Collies‘ nach England. 1908 wurde der Shetland Collie Club gegründet und ein erster Rassestandard festgelegt. Darüber entstand ein Streit mit den britischen Collie-Züchtern, die die Bezeichnung ‚Collie‘ ausschließlich für ihre Hunde beanspruchten, wodurch es schließlich zu einer Umbenennung in ‚Shetland Sheepdog‘ kam. 1914 wurde dann ein zweiter Verein, der English Shetland Sheepdog Club, gegründet. Kurz danach wurde der Sheltie als eigene Rasse in England anerkannt.

Laut heutigem Standard sind Hündinnen 36 Zentimeter, Rüden 37 Zentimeter groß und haben ein Gewicht von bis zu 7 Kilogramm. Das Deckhaar ist lang, hart und gerade, die Unterwolle kurz, weich und dicht. Anerkannt sind die Farbschläge sable, tricolour, blue-merle, bi-black und black and tan. Obwohl sich die Zucht der Shelties seit dem 20. Jahrhundert mehr in Richtung Showlinie - also vor allem auf das Aussehen der Hunde bedacht - als in Richtung Arbeitslinie entwickelt hat, stecken in dem kleinen Hütehund immer noch sehr viele Anlagen seiner Vorfahren von den Shetland Inseln. Zwar werden Shelties heute nur noch selten als Hütehunde eingesetzt, aber einige Liebhaber der Rasse schaffen sich extra Gänse oder Schafe an, um ihren Hunden ihre ursprüngliche Aktivität zu ermöglichen. Man kann Shelties allerdings auch sehr gut ohne eigene zu hütende Herde glücklich machen: Agility, Obedience, Dog Dance, Hoopers oder Flyball - die Liste der Beschäftigungsformen, für die der Sheltie zu begeistern ist, könnte man noch weit fortführen. Denn eigentlich macht ihm (fast) alles Spaß, was seine Menschen ihm anbieten.

Der Sheltie ist nicht nur für Hütehundkenner, sondern auch für Hundeanfänger und Familien geeignet, die den Ansprüchen eines aktiven Hundes täglich gerecht werden können. Aber ohne artgerechte Auslastung und Regeln und Strukturen im Alltag kann der Sheltie auch als kleiner Hund ganz schön unangenehm werden. Dann werden zum Beispiel gern mal die eigenen Menschen gezwickt und gemaßregelt, um sie zu „hüten“ und ihnen ihre Grenzen aufzuzeigen - das ist natürlich nicht nur in Familien mit Kindern ein absolutes „no go“. Bedingt durch seine ursprünglichen Aufgaben ist der Sheltie eng mit seinen Menschen verbunden, ist anhänglich, lustig und spielt bei ihnen den Clown, Fremden gegenüber ist er eher reserviert und zurückhaltend.

Als rassespezifische Erkrankungen sind beim Sheltie Patellaluxation, Dermatomyositis (eine erbliche bedingte Haut-Muskel-Erkrankung bei Junghunden), MDR1-Defekt (Unverträglichkeit gegenüber manchen Arzneimitteln) sowie Collie Eye Anomaly zu nennen.

Ein Artikel unserer Kollegin Heike Kleinhans von Martin Rütter DOGS Bielefeld/Gütersloh

 

 

Shiba Inu

 

Der Shiba Inu gehört zu den sehr alten, ursprünglichen japanischen Rassen. Sein Name „Shiba“ bedeutet im Japanischen etwas Kleines, „Inu“ ist der Hund - also: kleiner Hund.

In den Bergregionen Zentraljapans wurde er als Wächter und bei der Jagd auf Fasane, Hasen und kleines Wild eingesetzt. Je nach Ursprungsort bestanden zwar kleine Unterschiede, aber letztlich veränderte sich die Rasse über Jahrhunderte hinweg kaum. Das änderte sich Ende des 19. Jahrhunderts als der Shiba mit Pointern und Settern gekreuzt und der ursprüngliche Shiba bis in die zwanziger Jahre des 20. Jahrhunderts eine Seltenheit wurde. Anfang der dreißiger Jahre begann man in Japan mit der Fortführung der wenigen alten Blutlinien und erstellte 1934 einen entsprechenden Rassenstandard. 1937 erhielt der Shiba in Japan den Status eines Naturdenkmals.

Der heutige Shiba ist im Vergleich zum Ursprung etwas hochbeiniger und kräftiger. Rüden werden bis zu 40 cm, Hündinnen bis zu 37 cm groß. Der Shiba hat einen breiten Kopf mit deutlichem Stop. Die kleinen, dreieckigen Ohren stehen weit auseinander. Der Fang ist gerade und mäßig dick. Die definierten Farben sind Rot, Schwarzloh, Sesam, Schwarz-Sesam und Rot-Sesam. Das Deckhaar ist hart und gerade mit dichter und weicher Unterwolle. Trotzdem ist das Fell auch im nassen Zustand so gut wie geruchlos.

Als Hund vom Urtyp ist der Shiba sehr erwachsen und selbständig. Jagdliche, territoriale, sexuelle und soziale Motivation sind gleichermaßen stark ausgeprägt. Draußen neigt der Shiba daher bei nicht artgerechter Auslastung zu eigenständigen Jagdausflügen. Er ist fremden Menschen gegenüber skeptisch und meldet Eindringlinge in Garten und Haus.

Klare Strukturen und Regeln im Alltag sowie Konsequenz und Geduld sind bei der Erziehung des Shibas daher extrem wichtig. Alles muss für den ursprünglichen Jagdhund auch einen „Sinn“ machen. Für ein Apportiertraining oder Hetzspiel mit Futterbeutel, über das er sich sein Futter verdienen darf, ist der Shiba beispielsweise eher zu haben als für Spielereien mit einem Ball.

Ein Artikel unserer Kollegin Heike Kleinhans von Martin Rütter DOGS Bielefeld/Gütersloh

 

 

Siberian Husky

 

Der Siberian Husky ist ein ursprünglicher, mittelgroßer Arbeitshund. Er hat eine Schulterhöhe von durchschnittlich 55 cm und wiegt dabei bis zu 28 kg.

Sein Körperbau ist mäßig kompakt, bestenfalls straff bemuskelt. Die nordische Herkunft erkannt man an dem dichten, mittellangen Fell, das mit seiner weichen Unterwolle regelrecht pelzartig wirkt. Es kann von Reinweiß über Rot bis Schwarz alle Farbtöne und Zeichnungen aufweisen. Interessant: Dem Husky macht es nichts aus, sich komplett einschneien zu lassen. Er kann sogar die Nacht unter der Schneedecke verbringen. Sein zweilagiges Fell schützt ihn vor der Kälte und die buschige Rute, unter die er seine Nase steckt, dient als Luftfilter und -wärmer. Faszinierend wirken auf viele Menschen die Augen des Huskys - sie sind häufig blau oder marmoriert.

Rassetypische Erkrankungen gibt es beim Husky nicht, vereinzelt können aber Hüftgelenkdysplasie und Zinkmangel auftreten. Nicht überraschend: Huskys lieben keine Hitze und fühlen sich bei kühlen Temperaturen am wohlsten.

Die Heimat der Vorfahren des Siberian Huskys ist das nördliche Sibirien, daher auch der Name der Rasse. Niemand kann sagen wie alt die Rasse wirklich ist. Überlieferungen zufolge begleiten Huskys die Nomadenvölker Sibiriens schon seit Jahrtausenden. Sie waren unentbehrliche Begleiter bei dem Transport von Lasten und auf der Jagd. Nach einigen Erfolgen der sibirischen Hunde bei Schlittenhunderennen in Alaska begann der Norweger Leonard Seppala dort 1910 mit der offiziellen Zucht des Siberian Husky. Deshalb gelten die USA häufig als Ursprungsland des Huskys.

Der Husky ist ein „Hund vom Urtyp“ bei dem alle Motivationen - also soziale, jagdliche, territoriale und sexuelle Motivation - etwa gleich stark ausgeprägt sind. Er ist daher sehr erwachsen und auch selbständig, was ihn weder zu einem Anfänger-, noch zu einem Familienhund macht. In der Erziehung sind viel Konsequenz und Geduld erforderlich.

Huskybesitzer berichten im Training häufig von selbständigen Jagdausflügen ihrer Hunde. Denn auch beim Jagdverhalten zeigt der Husky noch eine ganz ursprüngliche Ausprägung. Problematisch ist, dass er sich dadurch selten auf spielerische Formen des Jagens einlässt, da diese schlichtweg keinen Sinn für ihn machen. Es heißt also dranbleiben, wenn man ihm z.B. über ein Apportiertraining mit dem Futterbeutel eine jagdliche Beschäftigung bieten möchte, über die er sich sein Futter gemeinsam mit seinem Menschen erbeuten darf.

Zusätzlich kann der robuste, laufstarke Husky natürlich über Zughundesport, bei dem er seine ursprüngliche Aufgabe ausüben darf, körperlich ausgelastet werden. Und je nach Veranlagung bietet sich auch ein Fährtentraining an.

Ein Artikel unserer Kollegin Heike Kleinhans von Martin Rütter DOGS Bielefeld/Gütersloh

 

 

Weimaraner

Mit ihren hell oder dunkel bernsteinfarbenen Augen, die im Welpenalter hellblau leuchten, sind sie ein echter Hingucker, die Weimaraner.

Sie haben silber-, reh- oder mausgraues Fell, entweder sehr dicht und glatt oder auch als langhaarige Variante. Rüden werden 59 bis 70 cm hoch und 30 bis 40 kg schwer, Hündinnen 57 bis 65 cm hoch und 25 bis 35 kg schwer.

„Vielseitiger Jagdgebrauchshund“ liest man, wenn man sich beim Verband für das deutsche Hundewesen (VDH) über den Weimaraner informiert. Dieser kurze Begriff, so unscheinbar er zunächst wirkt, offenbart tatsächlich sehr viel über die Rasse: Der Weimaraner gehört zu den Vorstehhunden, er wurde also gezielt als Helfer des Jägers für das Aufspüren und Anzeigen von Wild vor dem Schuss gezüchtet. Ebenso talentiert zeigt er sich aber auch bei der Arbeit nach dem Schuss, also beim Auffinden und Apportieren des angeschossenen oder toten Wilds, auch aus dem Wasser. Rassekenner betonen die sogenannte Raubzeug- und Wildschärfe des Weimaraners, was bedeutet, dass er - je nach Größe und Stärke seines Gegenübers - Wild auch tötet oder zumindest stellt. Dazu gehören, menschlich ausgedrückt, eine große Portion Mut und ein gewisses Maß an Selbstständigkeit. Zusätzlich zeigt der Weimaraner häufig wachsames beziehungsweise territoriales Verhalten.

Die Entstehung des Weimaraners ist nicht eindeutig belegt. Bekannt ist aber, dass Großherzog Karl August von Sachsen-Weimar-Eisenach Anfang des 19. Jahrhunderts am Hof zu Weimar solche Vorstehhunde hielt. Um 1890 begann die planmäßige Zucht und zuchtbuchmäßige Erfassung des Weimaraners. Der „Verein zur Reinzucht des silbergrauen Weimaraner-Vorstehhundes“ wurde 1897 gegründet. Der VDH betont, dass der Weimaraner seit diesem Zeitpunkt „rein gezüchtet“ wurde, es also keine Einkreuzungen anderer Rassen mehr gab. Somit sei der Weimaraner die älteste deutsche Vorstehhunderasse.xxxxxxxxx Obwohl der Weimaraner in den letzten Jahrzehnten auch in „ganz normalen“ Haushalten immer beliebter geworden ist, geben viele deutsche Züchter ihre Welpen immer noch ausschließlich an Jäger ab. Eine Begründung ist dabei, dass diese Hunde, die aus einer reinen Jagdzuchtlinie stammen (bei der man also bei der Zucht immer auf die Arbeitsanlagen der Hunde geachtet hat), als Familienhunde unterfordert sind und daher häufig verhaltensauffällig werden. Informiert man sich sorgfältig über die Rasse und ihre hier zuvor beschriebenen ursprünglichen Einsatzbereiche, kann man das Anliegen der Züchter durchaus verstehen. Der Weimaraner ist kein Hund, der sich mit zwei kurzen Spaziergängen, dem Besuch der Hundewiese und einer großen Runde nach Feierabend zufrieden gibt. Wenn dann noch kleine Kinder in der Familie sind und es mitunter auch etwas dynamischer zugeht, sind unentspannte Situationen mit dem Weimaraner quasi vorprogrammiert. Wer den Weimaraner also nicht jagdlich führt, muss auf jeden Fall für ausreichende alternative jagdliche Beschäftigung sorgen - und zwar täglich, ohne den Hund dabei zum absoluten Adrenalinjunkie zu machen. Es geht darum, nicht nur den Bewegungsdrang zu befriedigen, sondern vor allem auch Impulskontrolle zu trainieren und die vielseitigen Jäger vom Kopf her auszulasten. Es sollten also durchaus komplexe Aufgaben sein, die man dem Weimaraner stellt, beispielsweise aus den Bereichen Dummytraining, Fährtenarbeit oder Mantrailing. Regeln und Strukturen im Alltag sind zusätzlich wichtig, um auch der bereits erwähnten territorialen Motivation gerecht zu werden.

Ein Artikel unserer Kollegin Heike Kleinhans von Martin Rütter DOGS Bielefeld/Gütersloh

 

 

Weißer Schweizer Schäferhund

 

Der Weiße Schweizer Schäferhund stammt ursprünglich vom Deutschen Schäferhund ab. Da bei der Zucht von Deutschen Schäferhunden die Farbe weiß nicht erwünscht war, entwickelte sich hieraus eine eigenständige Rasse. Die Zucht begann zunächst in Kanada und wurde später dann in der Schweiz fortgesetzt. 2003 erfolgte eine vorläufige internationale Anerkennung der Rasse durch die FCI (Fédération Internationale Cynologique), 2011 die endgültige Anerkennung.

Der Weiße Schweizer Schäferhund ist ein großer Hund mit ausgeprägten Stehohren und kurzem bis mittellangem Fell (Stockhaar, bzw. Langstockhaar) mit ausreichend Unterwolle. Die Fellfarbe soll möglichst weiß sein, akzeptiert wird eine leichte Wildfärbung. Lidränder, Nase und Lefzen sowie Haut und Ballen sollen dabei gut pigmentiert sein.

Der Weiße Schweizer Schäferhund hat ein lebhaftes aber dennoch ausgeglichenes Temperament mit guter Nervenstärke. Der selbstsichere Hund ist in der Regel lernwillig und liebt die aktive Beschäftigung mit seinen Menschen, daher lässt er sich für alle Hundesportarten wie z.B. Obedience oder Agility begeistern. Als ursprünglicher Hütehund braucht er ausreichend Bewegung und Beschäftigung und ist daher eher für sportliche Menschen geeignet. Dabei achtet er sehr gut auf seinen Menschen und reagiert, typisch für Hütehunde, schnell auf das kleinste Signal.

 

 

West Highland White Terrier

 

Fast hätte es den West Highland White Terrier, den „Westie“, als Rasse gar nicht gegeben, so kann man es etwas überspitzt formulieren.

Er hat den gleichen Ursprung wie der Cairn Terrier, den Schafzüchter im schottischen Hochland zur Fuchsjagd einsetzten. Die kleinen, raubwildscharfen Terrier sollten die Füchse aus ihren unterirdischen „Cairns“ heraustreiben oder bei Widerstand dort unten töten. Das überlebten natürlich nur die härtesten und durchsetzungsfähigsten Hunde. Weiße Terrier galten als schwach und feige, daher wurden sie im Normalfall direkt nach der Geburt ertränkt.

Mit Colonel Edward Donald Malcolm aus Poltalloch wendete sich im 19. Jahrhundert das Blatt für den Westie. Malcolm begann, eine weiße Linie von Cairn Terriern zu züchten, die bei der Jagd auf Dachs, Fuchs, Otter und Wildkatze den farbigen Cairn Terriern in nichts nachstanden. Malcolm gilt als Begründer der Rasse, wobei es auch weiße Welpen aus anderen Terrierschlägen gab. Anfang des 20. Jahrhunderts wurden diese schließlich unter der Bezeichnung West Highland White Terrier zusammengefasst und als eigene Rasse anerkannt.

In den 90ern war der Westie durch seinen Einsatz in der TV-Werbung in Deutschland schließlich unheimlich beliebt und er wurde zum regelrechten Modehund.

Westies haben ein sogenanntes „doppeltes Haarkleid“. Durch langes, glattes Deckhaar und weiche, dichte Unterwolle ist es robust und wetterfest, aber nicht unbedingt pflegeleicht. Da die abgestorbenen Deckhaare nicht von selbst ausfallen, muss der Westie regelmäßig getrimmt werden.

Im Laufe der Zeit haben sich einige rassespezifische Erkrankungen herauskristallisiert: Es kommen bei Junghunden manchmal schmerzhafte Erkrankungen des Schädelknochens vor. Eine Patellaluxation (Erkrankung der Kniescheibe) kann unterschiedliche Lahmheiten bewirken. Zahnprobleme, Allergien und Lebererkrankungen werden bei den Westies leider ebenfalls überdurchschnittlich häufig festgestellt.

Unter den Jagdhunden gehört der West Highland White Terrier der Gruppe der Solitärjäger an. Wie zuvor geschildert musste er bei der Jagd allein und ohne die Hilfe des Menschen arbeiten. Insofern neigt der Westie manchmal dazu, eher selbstständig zu entscheiden - was die Menschen dann oft als Eigensinn auslegen. Legt man aber von Beginn an Wert auf eine konsequente Erziehung und eine artgerechte Auslastung für den kleinen Jäger, die für ihn Sinn macht, ist er auch bereit, sich an seinen Menschen zu orientieren.

Ein Artikel unserer Kollegin Heike Kleinhans von Martin Rütter DOGS Bielefeld/Gütersloh

 

 

Whippet

Drinnen ein ruhiger, verschmuster Sofahocker, draußen eine temperamentvolle, fröhliche Kanone - so könnte man sehr extrem die Bandbreite des Verhaltensrepertoires des Whippets beschreiben.

Der auf Geschwindigkeit und Leistung optimierte Whippet entstand im Norden Englands im 19. Jahrhundert als Hund von Bergleuten und Fabrikarbeitern. Der wohlhabende Adel ging mit den größeren Greyhounds auf die Jagd, die weniger vermögende Bevölkerungsschicht benötigte einen kleineren Hund, der weniger Platz brauchte und dadurch auch günstiger im Unterhalt war. So kreuzten sie kleinere Greyhounds mit Terriern. Diese „Snap dogs“ oder „Rag hounds“ füllten zunächst ihren Kochtopf mit dem Kaninchenbraten und später ihren Geldbeutel mit dem Einsatz bei Wettrennen. Nebenbei konnte man sie dank des Terrieranteils auch gut bei der Rattenbeseitigung einsetzen. 1891 verfasste man schließlich den ersten Rassestandard und festigte hierbei einen leistungsfähigen und dabei „eleganten“ Typ des Whippets, an dem sich bis heute verhältnismäßig wenig verändert hat.

Der mit bis zu 51 Zentimeter mittelgroße Windhund ist kleiner als der Greyhound und größer als das Windspiel. Sein Körperbau soll „trocken“ sein, Fettpölsterchen sind also tabu. Man sieht ihm schon körperlich den Kurzstreckensprinter an: schlank, bemuskelt, regelrecht athletisch, ein kleines Kraftpaket. Sein Kopf ist lang gezogen und sein Fang schmal, aber kräftig. Die Ohren, „Rosenohren“ genannt, trägt er leicht nach hinten. Der Brustkorb ist tief und schmal, ihm folgt eine Wespentaille und eine durch die Schräglage des Beckens bedingte, leicht abfallende Hüfte mit kräftig bemuskelten, langen Beinen. Dank dieser Ausstattung zählt der Whippet mit bis zu 58 km/h zu den schnellsten Landtieren der Erde.

Als typischer Windhund ist der Whippet ein Sichtjäger. Das Auge leistet den Hauptanteil bei der Ortung seiner Beute. Deswegen hat der Whippet ein sozusagen überdurchschnittliches Hundeauge: Der schmale Kopf und die seitlich angelegten Augen verschaffen ihm einen Blickradius von 250 Grad - andere Hunde sehen oft nur in einem Radius von 200 Grad. Damit entgeht ihm kein Hase und keine Maus.

Diesen Aspekt sollte man auch beim Training und bei der Auslastung berücksichtigen. Wer mit dem Whippet gemeinsam seiner größten Leidenschaft nachgeht, zum Beispiel mit ihm ein Hetzspiel an der Reizangel macht oder ihn auf einer Windhunderennbahn hinter einer Ersatzbeute herhetzen lässt, macht seinen Hund glücklich und zufrieden. Aber auch Distanztraining, Frisbee oder Agility sind zusätzliche Möglichkeiten zur Auslastung. In aktiven Familien mit nicht zu kleinen Kindern ist der Whippet - auch als Anfängerhund - gut aufgehoben. Was man natürlich nicht unterschätzen sollte und nie genug trainiert werden kann, ist bei dieser Jagdpassion von Anfang an ein sicherer Rückruf.

Gesundheitlich steht der Whippet als Hunderasse sehr gut da. Gelegentlich tritt, vor allem bei reinen Rennlinien, das Bully Whippet Syndrom auf - eine genetische Mutation, bei der der Hund überdurchschnittlich viele Muskeln aufbaut. 

Ein Artikel unserer Kollegin Heike Kleinhans von Martin Rütter DOGS Bielefeld/Gütersloh