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A - wie Auge

In ihrer Form weisen die Augen des Hundes Ähnlichkeit mit dem Menschenauge auf. Allerdings ist beim Hund der weiße Teil des Auges (Sklera) durch die Augenlider verdeckt.

Hundeaugen können blau oder braun gefärbt sein, wobei es ein breites Spektrum von gelblich-bernsteinfarben bis dunkelbraun gibt. Es gibt auch Hunde mit zwei vollkommen unterschiedlich gefärbten Augen.

Die Sehschärfe des Menschen ist ungefähr sechsmal besser als die des Hundes. Hunde haben aber eine bessere Wahrnehmung von Bewegungen, ein breiteres Gesichtsfeld und ein vielfach besseres Sehvermögen bei Dunkelheit. Lange Zeit bestand die Annahme, dass der Hund farbenblind ist, aber dieses wurde inzwischen widerlegt. Für die Farbwahrnehmung sind die so genannten Zapfen im Auge verantwortlich, die sich auf der Rückseite des Augapfels in der Netzhaut befinden. Das menschliche Auge verfügt über drei unterschiedliche Arten von Zapfen, die der Wahrnehmung von rotem, grünem und blauem Licht dienen. Hunde verfügen nicht über die Zapfen, die grünes Licht wahrnehmen. Deshalb sieht der Hund die Farben Grün, Gelb, Orange und Rot alle als Gelb. Blau und Violett kann der Hund hingegen genauso unterscheiden wie wir. Medizinisch spricht man bei dieser Art von reduziertem Farbsehen von einer Rot-Grün-Farbenblindheit, von der auch Menschen betroffen sein können.

Hunde haben drei Augenlider pro Auge. Unter dem oberen Lid befindet sich die Tränendrüse, die Tränen produziert, um die Hornhaut feucht zuhalten und sie vor dem Austrocknen zu bewahren, was zu Entzündungen führen würde. Das obere und untere Lid haben je einen kurzen Gang im inneren Winkel; diese formen einen gemeinsamen Tränengang, der die Tränen eines jeden Auges in die Nasenhöhle leitet. Das dritte Augenlid wird auch als Nickhaut bezeichnet. Dieses ist größtenteils unter dem unteren Lid versteckt, und man kann nur ein kleines Stückchen dieser farbigen Membrane im inneren Augenwinkel erkennen. Bei einigen Rassen ist die Nickhaut jedoch sehr auffallend. Diese Nickhaut hat die Funktion eines Scheibenwischers, der Fremdkörper entfernt. Wenn sich das untere Augenlid durch Krankheit oder Alter zurückzieht, kann man die Nickhaut deutlicher erkennen. Passiert dies sehr plötzlich und die Nickhaut bleibt sichtbar, kann dies auf Krankheiten oder Schmerzen hinweisen.

Das Gesichtsfeld des Hundes umfasst einen Winkel von 240 Grad, während der Mensch 200 Grad erreicht. Dafür ist der Bereich, der von beiden Augen gesehen wird, kleiner (Hund 60 Grad, Mensch 120 Grad). Dieser Bereich ist für die räumliche Tiefenwahrnehmung (Stereosehen) wichtig, worin der Mensch dem Hund überlegen ist.

 

 

B - wie Ball

Viele Menschen beschäftigen ihren Hund mit einem Ballspiel. Aber ist das überhaupt sinnvoll? Grundsätzlich macht es Sinn, den Hund nicht nur körperlich auszulasten, sondern auch geistig. Denn ein Hund geht nun einmal nicht so wie wir Menschen „spazieren“.
Für den Hund ist ein Spaziergang immer auch ein Jagdausflug. Hier draußen kann man nach Spuren suchen, in Mauselöchern buddeln und Blätter oder vielleicht sogar Kaninchen und Rehe jagen. Dieses unerwünschte Jagdverhalten führt in unserer Gesellschaft aber zu Problemen.
Man kann jedoch aus moralisch- ethischen Gründen diese Veranlagung des Hundes nicht einfach unterdrücken, indem man dem Hund keine Möglichkeit mehr gibt, sein Jagdverhalten auszuüben. Denn dies führt nicht selten zu Verhaltensauffälligkeiten beim Hund. Es entstehen zum Beispiel übersteigerte Formen des Beutefangverhaltens, der Hund jagt ohne Unterbrechung Fliegen oder Lichtreflexe, oder er stürmt Joggern, Radfahrern und Autos hinterher. Dem Hund muss vielmehr eine Möglichkeit geben werden, sein Jagdverhalten in angemessener Form ausleben zu können. Eine einfache Lösung dieses Problems bietet ein Apportierspiel
Natürlich gibt es neben dem Ball noch viele weitere Gegenstände, die man für ein Apportierspiel nutzen kann, jedoch wird der Ball von den meisten Hunden favorisiert. Er bleibt nicht einfach auf dem Boden liegen, wenn er geworfen wird, sondern hüpft mehrmals auf und rollt weiter. Dadurch wird das Fluchtverhalten einer Beute imitiert, was den Hund anspornt, die Verfolgung aufzunehmen.

Aber - Der Ball muss zum Hund passen!!!
Bälle gibt es in unterschiedlichen Größen und Materialien.

Der Ball muss von der Größe zum Hund passen, er darf nicht zu klein sein, sonst kann es passieren, dass er beim Rennen verschluckt wird. Hilfreich ist hierbei ein Strick am Ball, an dem der Ball notfalls aus dem Hunderachen gezogen werden könnte. Sehr große Bälle kann der Hund wie einen Fußball vor sich hertreiben. Das Ballmaterial sollte für den Hund angenehm sein.

Hartgummi ist zum Beispiel hervorragend für Bälle geeignet.

Plastikbälle bergen die Gefahr, dass der Hund sie sehr schnell kaputt beißt und anschließend Teile davon verschluckt oder sich an den scharfen Kanten verletzen kann. 

Tennisbälle sind ungeeignet, da die Farbe für den Hund giftig ist und durch die raue Struktur seine Zähne abgeschliffen werden.

Bälle mit Noppen finden Hunde ganz besonders spannend, da sie unregelmäßig hin und herspringen. Der Ball schlägt sozusagen Haken wie ein Kaninchen auf der Flucht.

Bälle für Spiele im Wasser sollten in erster Linie schwimmen. Hartgummibälle zum Beispiel versinken im Wasser. Ist der See oder das Meer nicht zu flach, kann man natürlich ein lustiges Tauchspiel daraus improvisieren. Für Apportierspiele im Wasser wählt man am besten spezielle Schaumgummibälle oder Stoffbälle, die nach dem Spiel in der Sonne wieder trocknen können.

Balljunkie – Wenn Spielen zur Sucht wird.
Dieses "niedliche" Verhalten kann sich zu einer massiven Verhaltensstörung entwickeln. Das Ballspielen beinhaltet verschiedene Sequenzen des Jagdverhaltens und wirkt somit selbstbelohnend. Es kann süchtig machen und durchaus gefährlich werden.

Apportieren sollte immer strukturiert aufgebaut werden, egal ob dazu ein Ball, ein Futterbeutel oder ähnliches genutzt wird....

 

 

C - wie Chip

CHIP ZUR IDENTIFIKATUION:
Der 2mm breite und 12mm lange Chip, oder auch Transponder genannt, enthält eine 15-stellige Nummer, welche Informationen über das Herkunftsland, den Produzenten des Chips sowie eine Identifikationsnummer des Hundes geben. Mehr Daten sind auf einem derzeitigen “read-only” Chip nicht enthalten und diese können nur mit einem speziellen Lesegerät ausgelesen werden.
Das Einführen dieses Chips erfolgt mit einer Kanüle und wird vom Tierarzt durchgeführt. Hierbei wird der Microchip in Höhe der linken Schulter unter die Haut eingesetzt und ist nicht schmerzhafter als eine Spritze. Das Chippen von Haustieren dient der Tierkennzeichnung und bietet gegenüber dem Tätowieren den Vorteil, dass der Chip nicht verblassen kann. Das Tätowieren ist zudem zumeist schmerzhafter, als das Einsetzen eines Transponders.
Damit Tierhalter und Tier bestmöglich von der Tierkennzeichnung profitieren können, ist es sinnvoll, das Tier in einer dafür vorgesehenen Datenbank registrieren zu lassen. In Deutschland sind beispielsweise die Datenbanken vom Deutschen Haustierregister und Tasso sehr bekannt.

In Deutschland hat jedes Bundesland eigene Richtlinien zur Kennzeichnung von Hunden. In vielen Bundesländern werden Chips für die von den Behörden als "gefährlich" eingestuften Rassen gefordert, oder wenn ein Hund ein gewisses Alter, oder eine gewisse Größe überschritten hat.

In MECKLENBURG-VORPOMMERN gilt: Chip-Pflicht nur für "gefährliche Hunderassen"
In BERLIN dagegen: Alle Hunde haben Chippflicht.
SACHSEN: ist das einzige Bundesland, in dem Hunde weder gechipt, noch tätowiert werden müssen.

Wenn Tierbesitzer mit ihrem Liebling innerhalb der EU verreisen möchten, muss das Tier gechippt sein und einen EU-Reisepass besitzen, in welchem die Identifikationsnummer eingetragen sein muss.

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HORMON-CHIP für Rüden:
Seit einigen Jahren gibt es die Möglichkeit, mit Hilfe eines Chip-Implantats bei Rüden die Wirkung einer Kastration für etwa 6 bzw. 12 Monate zu imitieren.
Der „Kastrations“- oder Suprelorin-Chip ist ein Implantat, das (ähnlich wie auch der Mikrochip zur Kennzeichnung) mit einer etwas dickeren Kanüle unter die Haut im Nacken des Rüdens eingesetzt wird. Das Einsetzen geschieht sehr schnell und ist nur mäßig schmerzhaft, so dass hierfür keine Narkose erforderlich ist.

Der Chip enthält den Wirkstoff Deslorelin, einen so genannten „Slow-Release-GnRH-Agonisten“, den er über sechs (4,7 mg-Chip) bzw. zwölf (9,4 mg-Chip) Monate kontinuierlich in niedriger Dosis in den Körper des Hundes abgibt. Hierdurch kommt es zu einer vorübergehenden Unfruchtbarkeit, ohne dass eine Operation durchgeführt werden muss. Daher spricht man hier im Gegensatz zur „chirurgischen Kastration" von einer „chemischen“ Kastration.
Viele Tierbesitzer nutzen diese Form der chemischen Kastration als Testlauf vor einer "richtigen" Kastration, da man hier sehen kann ob, und wenn ja wie sich der Hund verändert.
Nach der Kastration muss der Hund sich nämlich nicht immer nur zum positiven verändern. Es kommt öfters vor, das ein Rüde anschliessend aggressiver werden könnte. Oder sein Jagdverhalten danach viel ausgeprägter wird als vorher....

Die volle Wirkung des Chips tritt nach 4-6 Wochen ein. Bisweilen beschreiben Besitzer, dass sich das "typische Rüdenverhalten" zunächst für 2-3 Wochen noch verstärkt!!! Dem kann man nur mit Konsequenz begegnen und muss abwarten, bis die volle Wirkung des Chips eintritt.
Nach 6 bzw. 12 Monaten ist der Wirkstoff im Chip verbraucht. Dadurch werden die Rezeptoren an der Hypophyse wieder frei, diese gibt wieder Botenhormone ins Blut ab und die Hoden nehmen die Produktion von Testosteron und Spermien wieder auf. Der Rüde benimmt sich nun langsam wieder wie vor dem Setzen des Chips.

Dieser Chip ist nur für Rüden zugelassen – es gibt weder einen Kastrations-Chip für Hündinnen, noch ist der Chip zur Anwendung bei Katern oder Katzen zugelassen!

 

 

D - wie Depressionen

In der tierpsychologischen Forschung sind Erkenntnisse über depressive Zustände bei Tieren noch sehr begrenzt, da systematische Untersuchungen nur sehr schwer durchgeführt werden können. Auch in Bezug auf das Trauerverhalten gibt es nur wenige gesicherte Erkenntnisse. Gerade in Bezug auf den Hund existieren jedoch einige Berichte, nach denen Hunde, die Ihr Herrchen oder Frauchen verloren haben, stark trauern. Die Reaktionen reichen hier von Unruhe und Nervosität bis hin zu Teilnahmslosigkeit, Apathie und Nahrungsverweigerung - alles Symptome, die tatsächlich an Symptome einer schweren Depression erinnern.

Auch starker Stress kann zu Symptomen einer Depression führen. Hierzu gehört als Ursache neben nicht-artgerechter Aufzucht und Haltung auch z.B. die zu frühe Trennung von der Mutter. Andauernde Unruhe bis hin zu Bewegungsstereotypien kann dann die Folge sein. Allerdings verbergen sich hinter einigen der oben erwähnten Symptome oftmals auch andere Erkrankungen. So ist z.B. die Schilddrüsen-Unterfunktion eine bei Hunden immer häufiger auftretende Krankheit, die sich durch Antriebslosigkeit, vermehrtes Schlafbedürfnis, Haarausfall, Gewichtsverlust oder -zunahme äußert. Bevor die Diagnose "Depression" gestellt wird, ist daher eine ausführliche klinische Untersuchung des Hundes notwendig!

Zu guter Letzt darf man dann auch nicht vergessen, dass beim Sozialpartner Hund immer die Gefahr der Vermenschlichung besteht. Das Verhalten des Hundes muss aber immer aus hündischer Sicht betrachtet werden. So verweigert der Hund vielleicht auch einfach nur das Futter, weil er vorher gelernt hat, dass er nur lange genug warten muss, bis ihm anstelle von Trockenfutter etwas besser Schmeckendes angeboten wird? In den meisten Fällen können daher scheinbare Anzeichen einer Depression beim Hund durch einfache Verhaltensveränderungen des Menschen therapiert werden.

 

 

E - wie Erbrechen

Das Erbrechen ist generell, sowohl beim Menschen als auch beim Tier, eine Schutzfunktion. Es ermöglicht die schnelle Entleerung des Magens, wenn in diesen beispielsweise Giftstoffe gelangt sind. Hunde erbrechen allerdings noch wesentlich schneller und häufiger als Menschen und müssen deshalb nicht unbedingt krank sein. Es kann schon ausreichen, dass Ihr Hund eine große Menge schwer verdaulicher Kost zu sich genommen hat, gegen die der Magen rebelliert. Insbesondere bei einem einmaligen Erbrechen ist dies meist kein Anlass zur Sorge.
Erbricht der Hund dagegen häufiger oder hält das Erbrechen mehrere Tage an, dann sollten Sie unbedingt einen Tierarzt aufsuchen. Hunde verspüren in der Regel unmittelbar vor dem Erbrechen Übelkeit. Oftmals sind die Tiere dann unruhig, gähnen, schmatzen oder leiden unter erhöhtem Speichelfluss. Wichtig zu wissen ist, dass Erbrechen auch mit der Entwicklungsgeschichte von Hunden zu tun hat. Welpen wurden beispielsweise durch Erbrochenes ernährt.

Mögliche Ursachen: Erbrechen kann beim Hund viele verschiedene Ursachen haben. Im Magen lokalisierte Ursachen sind beispielsweise Fremdkörper, massiver Wurmbefall, Infektionen mit Parasiten, Viren oder Bakterien, verdorbenes Futter, falsches Futter, Verstopfung, Darmverschluss, Tumoren, Unrat oder eine Magenschleimhautentzündung.

Erbrechen tritt bei Hunden auch als eine Begleiterscheinung verschiedener anderer Erkrankungen auf. Entzündungen und Tumoren im Gehirn, Vergiftungen, Reisekrankheit, Nierenerkrankungen, Erkrankungen von Leber, Schilddrüse und Bauchspeicheldrüse sowie verschiedenste Infektionserkrankungen können von Erbrechen begleitet sein. Auch Angst oder Schmerz können beim Hund zu Erbrechen führen.

Das Symptom: Erbrechen ist beim Hund im eigentlichen Sinne keine Erkrankung sondern ein Krankheitszeichen - also ein Symptom. Hunde können Erbrechen als einziges Symptom zeigen, es können jedoch auch noch weitere Störungen des Allgemeinbefindens vorliegen. Häufig leiden Hunde gleichzeitig an Durchfall, Schwäche, Fieber und Atemnot. In seltenen Fällen gelangt Erbrochenes in die Luftröhre und verursacht Entzündungen in den Atmungsorganen. Bei langanhaltendem, häufigem Erbrechen kann es zu einem Ungleichgewicht im Mineralstoffhaushalt des Hundes kommen.

Wenn ein Hund häufiger erbricht oder das Erbrechen über mehrere Tage anhält, sollte unbedingt ein Tierarzt aufgesucht werden, um die genaue Ursache herauszufinden und zu behandeln!!!

 

 

F - wie Fell

Generell wird beim Fell des Hundes zwischen Stockhaar, Glatthaar, Kurzhaar und Langhaar unterschieden.

Hunde haben im Vergleich zu uns Menschen eine dünnere Haut, dafür aber in der Regel ein dickes Fell. Bei den meisten Hunderassen findet zweimal im Jahr ein Fellwechsel statt, im Frühling und im Herbst. Neben der Rasse haben auch andere Faktoren Einfluss auf den Verlust der Haare. Kastrierte Hunde verlieren beispielsweise oft mehr Haare als nicht kastrierte und bei vielen Hündinnen macht sich vor der Läufigkeit ein vermehrter Haarausfall bemerkbar. Der winterliche Fellwechsel ist völlig normal und wichtig. Ein vermehrtes Ausfallen von Hundehaaren kann aber auch ein Anzeichen für eine Krankheit sein und sollte tierärztlich abgeklärt werden.

Wie wir Menschen brauchen auch Hunde im Winter einen Schutz vor der Kälte. Während wir auf warme Kleidung zurückgreifen, wechselt der Hund sein Fell. Dabei verliert er Haare, damit neue, dichtere Haare nachwachsen können und Ihren Vierbeiner so vor den sinkenden Temperaturen schützen. Die Unterwolle des Hundes nimmt zu und bildet zusammen mit dem äußeren Haarkleid, den sogenannten Deckhaaren, eine schützende und isolierende Schicht, die Ihren Hund nicht nur vor Nässe, sondern auch vor Kälte bewahrt.

Zweimal im Jahr wechselt der Hund sein Fell. Von etwa März bis Mai bildet er sein Sommerfell und haart stark ab. Zwischen September und November folgt erneut eine Phase des Abhaarens, auf die dann das sogenannte Aufhaaren zum dickeren Winterfell folgt. Die Unterwolle wird dichter und bietet einen besseren Schutz gegen die Kälte. Natürlich fallen nicht sämtliche Haare des Hundes gleichzeitig aus. Der Fellwechsel beginnt hinten und setzt sich nach vorne fort. Ausgelöst wird dies durch äußerliche Faktoren, wie Temperatur und Licht. Je nach Rasse kann der Wechsel sehr unterschiedlich sein. Während Pudel nahezu keinen Fellwechsel durchmachen, macht sich bei Hunderassen mit vielen, dichten Haaren, wie beispielsweise dem Schäferhund, der Wechsel vom Sommer- zum Winterfell besonders deutlich bemerkbar.

Aufhalten kann man den Haarwechsel nicht, aber Sie können Ihren Liebling mit den richtigen Mitteln unterstützen. So kann das richtige Futter Ihrem Hund bei der Bildung des Winterfells helfen. Futter mit einer großen Menge ungesättigter Fettsäuren (z.B. in Fischöl) verstärkt nicht nur die Neubildung von Haaren, sondern sorgt zudem für gesundes und glänzendes Fell bei Ihrem Hund.

Je nach Hunderasse eignen sich verschiedene Produkte für die richtige Fellpflege Ihres Hundes – so bietet sich bei Hunden mit besonders dichter Unterwolle das Benutzen von Drahtbürsten an. Aber bitte stets darauf achten, beim Kämmen nicht gegen den Strich zu kämmen. Auch ein Bürsten mit zu viel Druck kann schmerzhaft für Ihren Hund sein.

Dem Hund sollte in den warmen Monaten keine „Sommer-Kurzhaar-Frisur“ verpasst werden, denn zu kurz geschorene Hunde können schwere Hautschäden bekommen. Im schlimmsten Fall wächst das Fell nicht wieder richtig nach, da die Sonne die Haarwurzeln in den oberen Hautschichten geschädigt hat.
Es gibt natürlich Rassen, die geschoren werden müssen – z.B. der Pudel.

Hunden mit „viel“ Fell hilft man im Sommer am besten, in dem die Unterwolle ordentlich ausgekämmt wird. So kommt Luft an die Haut und das Deckhaar schützt vor der UV-Strahlung.

 

 

G - wie Giardien

Text: Swanie Simon

Giardien (Giardia lamblia) sind einzellige Parasiten, die den Magen-Darm-Trakt befallen und bei Hunden vor allem Durchfälle auslösen können. Der häufigste Übertragungsweg ist das Trinken von verschmutztem Wasser, das mit Giardien infiziert ist.
Der Parasit wird zunächst über das Abschlucken von Zysten aufgenommen, die zum Dünndarm gelangen, wo die Zyste sich öffnet und die aktive Form des Parasiten freisetzt. Die einzelligen Giardien befestigen sich an die Dünndarmwand und vermehren sich - zum Teil extrem schnell. Sie beschädigen dort die Darmzotten, was zur Malabsorption der Nährstoffe führt. Nach einiger Zeit wandern die Giardien zum Enddarm, wo sie sich erneut verkapseln und als Zyste wieder ausgeschieden werden und andere Tiere oder Menschen infizieren.

Giardien können nur durch eine mikroskopische Untersuchung oder einen sogenannten ELISA Test festgestellt werden. Dazu sollte man über 2-3 Tage kleine Kotproben sammeln, denn der Hund scheidet nicht unbedingt bei jedem Stuhlabsatz Giardienzysten aus.

Bei starkem Befall kann der Durchfall auch blutig sein. Weitere Symptome sind Gewichtsabnahme, Übelkeit, Blähungen, Bauchschmerzen, schlechtes Haarkleid und mangelnder Appetit. Bei sehr starken, länger anhaltendem Befall kann es zu Juckreiz, Ekzeme, Gelenkschmerzen, chronische Verdauungsstörungen und sogar zur Anämie kommen.
Häufig beobachtet man zuerst, dass der Hund in regelmäßigen Abständen einen pudding-artigen Stuhl oder einen schleimüberzogenen oder fettigen Stuhlgang hat. Dazwischen ist der Stuhl fest bzw. normal. Bei solcher Symptomatik sollte man den Kot auf Giardien untersuchen lassen.

In der Regel sind Hunde recht resistent gegen Giardien, aber bei jungen, alten und immungeschwächten Hunden kann es zu einen pathologischen Befall (Giardiose) kommen. Etwa 8-10 % der Hundepopulation ist zu jeder Zeit mit Giardien infiziert, bei vielen kommt es allerdings zu keinen Symptomen, da ihr Immunsystem den Befall in Schach hält.

Ist der Hund mit Giardien infiziert, gibt es verschiedene Möglichkeiten, sie zu behandeln. Schulmedizinisch würde man mit Metronidazol, Fenbendazol oder Albendazol behandeln. Diese Medikamente haben jedoch zum Teil starke Nebenwirkungen. Oft sind die Parasiten dagegen resistent und man stellt einen erneuten Befall nur wenige Wochen nach der Behandlung fest.

Was ich sehr häufig beobachte ist folgender Werdegang: Beim Welpen werden Giardien festgestellt und er wird mit Fenbendazol o. ä. entwurmt. Kurz drauf hat er heftigen Durchfall und bekommt Antibiotika. Danach wird wieder einen Giardienbefall festgestellt und wird erneut entwurmt. Dann hat er wieder Durchfall und bekommt wieder Antibiotika, usw. usf.

Ich habe erlebt, dass dieser Zyklus im ersten Lebensjahr eines Hundes bis zu 8 mal (!) wiederholt wurde - allerdings ohne anhaltendem Erfolg. Was ich in den letzten Jahren immer häufiger beobachte, sind junge Hunde - etwa 1 Jahr alt - die Symptome einer Bauchspeicheldrüseninuffizienz zeigen. In beinahe allen dieser Fälle wurde der Hund mehrfach entwurmt und mit Antibiotika behandelt. Behandelt man die Giardiose naturheilkundlich und stellt man die Ernährung auf Frischfutter mit Unterstützung für die Bauchspeicheldrüse um, wird der Hund die Giardien los und die Funktion der Bauchspeicheldrüse bleibt erhalten. Hunde, die in diesem Fall weiter nach dem o. g. Schema schulmedizinisch behandelt werden bekommen fast ausnahmslos eine klinisch nachweisbare Bauchspeicheldrüseninsuffizienz bis sie 2 Jahre alt sind und sind dann lebenslänglich chronisch krank.

Giardien mit Naturheilmittel behandeln

Bei der naturheilkundlichen Behandlung von Giardiose geht man mehrgleisig vor: Das Immunsystem wird unterstützt, die Darmflora wird aufgebaut, den Giardien entzieht man der Nahrung, man gibt Naturmittel, die das Absterben und Ausscheiden der Giardien verursacht und man entfernt Ansteckungsquellen in der Umgebung.

Da Hunde häufig Giardien über verschmutztes Trinkwasser aufnehmen, sollte man die Umgebung nach abgestandenem Wasser durchsuchen (z. B. in Eimern, länger bestehende Pfützen, Tümpel o.ä.) und dieses entsorgen bzw. unzugänglich machen.

Ausgeschiedene Giardienzysten können einige Monate in warmen Wasser überleben, daher sollte man die Umgebung des Hundes sehr sauber halten: Kot sofort entfernen, Wasser täglich wechseln, Näpfe täglich mit kochendem Wasser ausspülen, Bettzeug regelmäßig waschen.

Gleichzeitig sollte man die Ernährung auf Frischfutter (BARF) umstellen. Giardien nutzen Glukose aus Kohlenhydrate für Energie, daher ist es sehr wichtig kohlenhydratarm füttern, d.h. kein Getreide, keine Kartoffeln, kein Reis etc. So werden die Giardien geschwächt und vermehren sich viel langsamer.
Verschiedene Studien haben gezeigt, dass bestimmte Flavonoide (Epicatechin, Epigallocatechin, Kaempferol, Quercetin, und Apigenin) sehr wirksam gegen Giardien sind, sogar wirksamer als viele gängige schulmedizinische Medikamente. Deshalb sollten Sie Kräuter, Gemüse und Obst in die Nahrung des Hundes einbringen, die flavonoidreich sind, z. B. Äpfel, Wirsing, Preiselbeeren, Brokkoli, Petersilie, Nüsse, Beeren, Sellerie und Kräuter wie Melisse, Salbei und Minze. Eine extra Portion Pansen oder Blättermagen unterstützt zusätzlich noch die Darmflora.

Einige Kräuter haben sich als sehr wirksam gegen Giardien erwiesen.

Eine Ayurvedische Mischung, "Pippali Rasayana" bestehend aus den Pflanzen Butea monosperma & Piper longum (Frucht) hat sich als sehr wirksames Mittel gegen Giarden gezeigt.

Weitere Kräuter, die bei Giardien wirksam sind:

- Knoblauch (Allium sativum)
- Einjähriger Beifuss (Artemisia annua)
- Wermut (Artemisia absinthum)
- Oregano (Origanum vulgare)
- Wilder Thymian (Thymus serpyllum)
- Thymian (Thymus vulgaris)
- Nelken (Caryophyllus aromaticus)
- Schwarz Walnuß (Juglans nigra)
- Wohlriechender Gänsefuss (Chenopodium ambrosioides)
- Kanadische Gelbwurz (Hydrastis Canadensis)
- sowie Grapefruitkernextrakt.

Buttermilch mit Kräutern

Häufig liest man von Kräuterbuttermilch, die bei Giardienbefall wirksam sein kann. Das ursprüngliche Rezept habe ich aus meinem Forum (wo als Urheberin Nadja Glander angegeben wurde).

Ich gebe das Rezept leicht abgeändert hier weiter:

- 3-4 Eßl. Oregano
- 3-4 Eßl. Thymian
- 3-4 Eßl. Majoram

Die (getrockneten) Kräuter in einen halben Liter Buttermilch geben, umrühren und einige Stunden - oder besser übernacht - im Kühlschrank ziehen lassen. Anschliessend absieben und im Kühlschrank aufbewahren.

Für einen 30 kg Hund:
Den Hund 2 Tage fasten lassen und in dieser Zeit 4 x täglich 2-3 Eßl. von der Buttermilch geben. Vom 3. bis 7. Tag wieder füttern: 3-4 x täglich mit kleinen Mahlzeiten aus gewolftem Pansen, dazu jeweils 2 Eßl von der Buttermilch.
Nach der Woche langsam wieder normal füttern und in jeder Mahlzeit 2 Eßl von der Buttermilch dazu geben. Die Buttermilch in dieser Dosis über 6-8 Wochen weiter verabreichen.

Das Prinzip der Buttermilch ist zum einen die Giardien auszuhungern, mittels Kräuter zu dezimieren und die Darmflora durch die Buttermilch aufzubauen.

Bisher habe ich noch nicht erlebt, dass ein starker Giardienbefall mit der Kräuterbuttermilch alleine wegzubringen war, aber als unterstützende Maßnahme ist sie sicherlich sehr sinnvoll, und bei einer leichten Giardiose sehr effektiv.

Meine Giardien Behandlung

Folgendes Protokoll habe ich entworfen und bisher sehr gute Erfahrungen damit gemacht:

Kolloidalsilber (KS) und DHN Carniflor® im täglichen Wechsel.

Das heißt an den einen Tag KS in jeder Mahlzeit und am nächsten Tag Carniflor® in jeder Mahlzeit.

Carniflor® dosieren nach Anleitung im Paket. Für die ersten 4 Wochen das Carniflor® IBD nutzen, dann auf Carniflor® IM umsteigen.
Die Tagesdosis auf 2 Mahlzeiten aufteilen und in das Futter mischen.
Carniflor® muss man im Gegensatz zu anderen Probiotika für Hunde nicht überdosieren, da sie sehr hoch dosiert sind.

Kolloidalsilber (KS) Dosierung langsam steigern von 0,5 TL auf 1 TL/10 kg Körpergewicht/Mahlzeit bzw. 2-3 x tägl.
KS max. 1 Eßl/3 x tägl. (1 Eßl = 3 TL)
Dazu täglich MSM: 1/4 TL/10 kg Körpergewicht/Mahlzeit bzw. 2-3 x täglich.

Beispiel 20 kg Hund:

Tag 1: 1 Messlöffel Carniflor® und 1/2 TL MSM in jeder Mahlzeit (max 3 x tägl.) verabreichen
Tag 2: 1 TL Kolloidalsilber und 1/2 TL MSM in jeder Mahlzeit (max 3 x tägl.) verabreichen
Tag 3: 1 Messlöffel Carniflor® und 1/2 TL MSM in jeder Mahlzeit (max 3 x tägl.) verabreichen
Tag 4: 1 TL Kolloidalsilber und 1/2 TL MSM in jeder Mahlzeit (max 3 x tägl.) verabreichen
Tag 5: 1 Messlöffel Carniflor® und 1/2 TL MSM in jeder Mahlzeit (max 3 x tägl.) verabreichen
Tag 6: 1,5 TL Kolloidalsilber und 1/2 TL MSM in jeder Mahlzeit (max 3 x tägl.) verabreichen
Tag 7: 1 Messlöffel Carniflor® und 1/2 TL MSM in jeder Mahlzeit (max 3 x tägl.) verabreichen
Tag 8: 1,5 TL Kolloidalsilber und 1/2 TL MSM in jeder Mahlzeit (max 3 x tägl.) verabreichen
Tag 9: 1 Messlöffel Carniflor® und 1/2 TL MSM in jeder Mahlzeit (max 3 x tägl.) verabreichen
Tag 10: 1,5 TL Kolloidalsilber und 1/2 TL MSM in jeder Mahlzeit (max 3 x tägl.) verabreichen
Tag 11: 1 Messlöffel Carniflor® und 1/2 TL MSM in jeder Mahlzeit (max 3 x tägl.) verabreichen
Tag 12: 1,5 TL Kolloidalsilber und 1/2 TL MSM in jeder Mahlzeit (max 3 x tägl.) verabreichen
Tag 13: 1 Messlöffel Carniflor® und 1/2 TL MSM in jeder Mahlzeit (max 3 x tägl.) verabreichen
Tag 14: 2 TL Kolloidalsilber und 1/2 TL MSM in jeder Mahlzeit (max 3 x tägl.) verabreichen
usw ...

Nach 4 Wochen Behandlung die KS Menge wieder auf die Minimum-Menge (s. o.) reduzieren und die Behandlung weitere 4-8 Wochen durchführen!

Wenn der Darm sehr angegriffen ist bzw. der Hund häufig Durchfall hat zusätzlich folgende Kräutermischung:

2 Teile Slippery Elm Baumrinde gemahlen
1 Teil große Klette Wurzel gemahlen (Arctium lappa)
1 Teil Eibischwurzel gemahlen
1 Teil Mädesüßkraut

Die Kräuter mit heißem Wasser zu einer dünnen Paste anrühren und 10 min. ziehen lassen, dann unter das Futter mischen oder zwischen den Mahlzeiten mit etwas Buttermilch oder Joghurt verabreichen.
Dosierung: 1 gehäufter Esslöffel je 10 kg Körpergewicht/1 - 2 x täglich bis der Hund 24 Stunden keinen Durchfall mehr hatte.

 

 

Erläuterung MSM: Hier

Quelle: Swanie Simon
www.barfers.de

 

 

H - wie Hüftdysplasie

Bei der Hüftdysplasie oder Hüftgelenkdysplasie, kurz auch HD genannt, handelt es sich um eine Fehlentwicklung der Hüftgelenke, die durch mehrere Faktoren entsteht. Zum Großteil ist diese Erkrankung genetisch bedingt. Offizielle Zuchtverbände gestatten daher nur das Züchten mit gesunden Elterntieren. Faktoren wie falsche Ernährung sowie ein Übermaß an Bewegung im Wachstum können diese Krankheit begünstigen. Die Hüftdysplasie kann bei allen Hunderassen vorkommen, wird jedoch besonders häufig bei größeren Hunden beobachtet.

Neben Hunden können auch Hauskatzen an einer Hüftdysplasie erkranken.

Symptome und Anzeichen:
Eine HD beim Hund zeigt sich in unterschiedlich starken Schmerzen in der Hinterhand. Diese können bereits beim jungen Hund auftreten, häufig aber erst in höherem Alter. Einige Tiere lahmen deutlich, andere wollen sich einfach nicht mehr so gerne bewegen. Die Muskulatur der Hinterbeine wird schwächer. Der Tierarzt stellt eine HD durch eine Röntgenuntersuchung fest.

Man teilt die Veränderungen je nach Schwere in HD-Grade ein.
A: keine HD
B: leichte Veränderung
C: leichte HD
D: mittelschwere HD
E: schwere HD
HD-Veränderungen im Hüftgelenk können bereits bei Welpen festgestellt werden. So kann frühzeitig mit einer Behandlung begonnen werden.

Behandlung:
Eine HD ist grundsätzlich nicht heilbar. Man kann jedoch durch richtige Ernährung, verschiedene Medikamente und Ergänzungsprodukte, Krankengymnastik, Akupunktur beziehungsweise eine Operation viel für die Verbesserung der Lebensqualität des Hundes tun. Die Wahl der Behandlung hängt vom Alter des Hundes und der Schwere der Erkrankung ab.
Bei übergewichtigen Hunden, die an einer HD leiden, muss zusätzlich das Gewicht reduziert werden.

 

 

I - wie Instinkt

 

Instinkte sind angeboren, zweck- und zielgerichtet sowie artspezifisch, sie entwickeln sich nach einen genetischen Code und sind nicht veränderbar. Als Regulatoren steuern sie die Intensität des Verhaltens unserer Hunde. 

Charles Darwin verstand unter "Instinktverhalten" zum einen Verhaltensweisen, die vollkommen ohne Erfahrung schon beim erstmaligen Ausführen beherrscht werden, zum anderen aber auch solche, die durch Erfahrung erworben wurden. In seinem Werk "Der Ausdruck der Gemütsbewegungen bei dem Menschen und den Tieren" beschreibt Darwin 1872 beispielsweise, dass Tiere durch das Aufrichten ihrer Haare "ihren Feinden gegenüber größer und furchtbarer aussehen", dabei eine drohende Stellung einnehmen und "dass ferner derartige Stellungen und Laute nach einer Zeit durch Gewohnheit instinktiv wurden."
Durch Lernvorgängen können diese Verhaltensweisen jedoch abgeschwächt und modifiziert werden. Dadurch wird maximal eine Beeinflussung auf die Reiz-Reaktion genommen, jedoch keine Löschung der von innen kommenden Impulse erreicht.
Je nachdem welcher Instinktbereich für den Menschen relevant ist und zur Verwendung kommen soll, wird er über die Zucht, durch die Auswahl der Elterntiere, verstärkt oder vermindert. Dieser sich über mehrere Generationen entwickelter Verlauf zeigt sich bei etablierten Rassehunden.
Solitär jagende Hunderassen zeigen so einen geringeren sozialen Rudelinstinkt, denn ihr Gebrauch erforderte selbstständiges Arbeiten ohne menschliche Hilfe.
Hütehundrassen wurde genau dieser sorgfältig heraufgezogen, denn sie sollten mit intensiver Kooperationsbereitschaft zum Menschen arbeiten.

Es gibt vier Instinkte bei Hunden - welche für alle Motivationen der Hunde verantwortlich sind.
Alle Hunde haben diese Instinkte, sind aber von Rasse zu Rasse unterschiedlich ausgeprägt.

Der Jagdinstinkt 
garantiert dem Hund seine wichtigste Lebensressource, die Nahrung. Besondere Ausprägung findet sich bei den klassischen Jagdhundrassen und den Hütehunden.

Der Territorialinstinkt:
sichert dem Hund sein Revier für die Jagd und den Lebensraum der gesamten Gruppe. Bei Herdenschutzhunden oder Hunden des Urtypen ist dieser Bereich größer, als bei den Hütehunden. Dennoch kann jeder Hund Territorialität entwickeln, wenn er glaubt, Anspruch auf ein Revier zu haben.

Der Sexualinstinkt:
veranlasst die genetische Reproduktion der eigenen Gene, was nicht mit einer generellen Arterhaltung gleichzusetzen ist. Hierbei geht es viel mehr darum, den Rudelbestand aufrechtzuerhalten. Hunde mit einem deutlichen Sexualinstinkt werden äußerst erwachsene Typen, wenn man sie denn lässt.

Der soziale Rudelinstinkt:
trifft eine Aussage über die Wichtigkeit einer Gruppenzugehörigkeit. Hunde mit viel sozialem Rudelinstinkt sind kooperationsbereit, weniger selbstständig und häufig ein Leben lang infantile Typen. Sie sind einfacher zu erziehen, aber auch äußerst sensible Typen. Für sie ist ihr Mensch existentiell.

Instinktives Verhalten ist nicht zu verwechseln mit triebhaftem Verhalten. Bei einer Triebhaftigkeit erlebt das Individuum ein Drang ohne Mitwirkung des Bewusstseins. Es handelt aus dem Affekt heraus und kann sein Handeln nicht kontrollieren.

 

 

J - wie Jagen

Viele Menschen können ihren Hund nicht frei laufen lassen, da er sonst seiner Leidenschaft, dem Jagen, nachgeht. Da werden Kaninchen aufgestöbert oder Rehe gehetzt, es wird mit Leidenschaft in Mäuselöchern gebuddelt, oder der Hund verfolgt mit tiefer Nase Fährten. Dabei ist es egal, ob der Hund einer Jagdhunderasse angehört oder nicht, jagen können unsere vierbeinigen Freunde alle, denn das gehört zu ihren ursprünglichsten Verhaltensweisen. Lediglich in der Strategie und im Erfolg unterscheiden sie sich. Was kann man nun tun, um trotz dieser Leidenschaft noch entspannt mit seinem Hund spazieren zu gehen?

Wenn man dem Hund jegliche Möglichkeit nimmt, seine Bedürfnisse auszuleben, indem er z.B. nur noch an der kurzen Leine spazieren gehen und keine Beutespiele mehr ausführen darf, kann dies dazu führen, dass der Hund andere Formen des Jagdverhaltens entwickelt, indem er z.B. Autos,Radfahrer oder Jogger jagt. Viele Hunde entwickeln stattdessen aber auch autoaggressives Verhalten, sie lecken und beißen an sich herum, bis die Pfoten blutig und wund sind.

Alternativen suchen: 
Es muss also ein Alternativverhalten gefunden werden, bei dem der Hund den ihm angeborenen Jagdtrieb ausleben kann. Ist er eher ein Nasenhund, der gerne Spuren verfolgt, so wird er seine Leidenschaft vielleicht in der Fährte oder in einem Suchspiel finden. Ist er eher ein Sichthetzer, so findet er das Spiel mit der Reizangel bestimmt toll. Hier wird ein Gegenstand an einen Stock mit Schnur gebunden. Der Mensch bewegt den Gegenstand mithilfe der Reizangel hin und her, und der Hund kann nach Herzenslust hinterherhetzen! Vielleicht gehört Ihr Hund aber auch zu den Apportierhunden? Voran über 50 m, auf Pfiff abstoppen und dann noch einmal 20 m nach rechts sind für einen Apportierhund eine leichte Übung.
Ihr Hund findet Dummys oder Bälle langweilig? Vielleicht können Sie ihn aber für den Kong begeistern, der nach dem Aufprall noch lustig hin- und herhüpft. Oder Sie benutzen ein Felldummy, da wirkt die Beute fast lebendig. Das Training starten Sie auf jeden Fall immer an einem Platz, an dem für Ihren Hund möglichst wenig Ablenkung vorhanden ist. Meiden Sie in dieser Zeit Gegenden mit viel Wild! Parallel muss die Abrufbarkeit des Hundes trainiert werden. In aller Regel ist es sinnvoll, ein neues Signal aufzubauen, denn das alte Signal hat der Hund in der Vergangenheit ja häufig ignoriert. Für viele Hunde eignet sich eine Pfeife, denn dies ist ein Signal, das im alltäglichen Leben nicht vorkommt und damit sehr eindeutig ist. Zudem reicht es sehr weit und ist auch bei Wind und Wetter noch gut von Ihrem Hund zu hören. Locken Sie den Hund mit Leckerlis zu sich. Ist der Hund kurz vor Ihnen angekommen, geben Sie das neue Signal. Im weiteren Training geben Sie das Signal immer früher, bis es für den Hund die Bedeutung „Komm zu mir“ hat. Sprechen Sie den Hund immer erst einmal an, bevor Sie ihn zu sich rufen. Reagiert er nicht, brauchen Sie das neue Signal gar nicht zu geben, da es sich ansonsten sofort wieder abnutzt....

 

 

K - wie Knoblauch

Text. Swanie Simon

Es gibt einige Studien, in denen festgestellt wurde, dass Zwiebelgewächse, insbesondere Zwiebeln und Knoblauch, für Hunde giftig sind. Die Meldung, dass Zwiebelgewächse für Hunde giftig sein könnten, wurde von vielen kritiklos übernommen und verbreitet, so dass zum Teil eine Hysterie besteht, was das Verfüttern von Zwiebelgewächsen an Hunde betrifft.

Liest man sich die betreffenden Studien im Volltext durch (Lee et al., 2000; Hu et al., 2002; Yamato et al., 2003; Cope, 2005) , stellt man fest, dass alles nicht ganz so schwarz/weiß ist.

Knoblauch, Zwiebeln und auch Bärlauch enthalten Sulfurverbindungen, die das Enzym Glucose-6-phosphat-Dehydrogenase (G6PD), das die Zellwände der roten Blutkörperchen schützt, vermindern können. Werden Oxidantien dem Körper zugeführt, überwältigen diese Oxidantien die antioxidativen Fähigkeiten der roten Blutkörperchen, die roten Blutkörperchen werden geschädigt und Heinzkörper gebildet. Setzt sich dieser Prozess ungehindert fort, kommt es durch die Verminderung der roten Blutkörperchen zur Anämie und das Tier könnte sterben. Das nennt man eine Heinzkörperanämie.

In den Studien zu Zwiebeln entwickelten sich hämolytische Veränderungen nach Verabreichung von 15-30 g/kg Körpergewicht und eine toxische Wirkung erst nach Verabreichung von über 50 g/kg Körpergewicht (über 2 Tage) (Cope, 2005). In dieser Studie entwickelten die Hunde (5 Pekinesen) eine hämolytische Anämie. Eine weitere Studie (Yamato et al., 1998) hat festgestellt, dass einige orientalische Rassen besonders anfällig sind. Die in diesen Studien provozierten Anämien waren zudem noch reversibel.

In der Studie zu Knoblauch (Lee et al., 2000) kam es zu „was aussah wie“ Veränderungen der roten Blutkörperchen erst nach Verabreichung von über 5 g/kg Körpergewicht, es entwickelte sich allerdings bei KEINEM der Tiere eine hämolytische Anämie. Auch diese Veränderungen der roten Blutkörperchen waren in kürzester Zeit reversibel. In einer weiteren Studie mit verschiedenen Knoblauchextrakten gab es Veränderungen der roten Blutkörperchen erst ab einer Menge von 1,5 ml/kg Körpergewicht. Offensichtlich spielt die Form des Knoblauchs - Extrakt, frisch, getrocknet - eine Rolle.

In meinem Futterplan empfehle ich 3 x wöchentlich eine Knoblauchzehe für einen 30 kg Hund. Eine Knoblauchzehe wiegt etwa 3 g. Das sind 0,0001 % des Körpergewichts oder 0,1 g/kg Körpergewicht/3 x Woche. Oder auf die Woche bezogen 0,3 g/kg Körpergewicht.

Vergleichen Sie bitte die „toxische“ Dosis von 0,5 % des Körpergewichts bzw. 5,0 g/kg Körpergewicht/täglich. Oder auf die Woche bezogen 35,0 g/kg Körpergewicht.

Nach meinem Futterplan dürfte ein 30 kg Hund 3 Knoblauchzehen pro Woche oder anders ausgedrückt 9,0 g Knoblauch pro Woche erhalten.

Toxisch wäre dagegen die mindestens 116-fache Menge – bei einem 30 kg Hund 350 Knoblauchzehen oder anders ausgedrückt 1.050,0 g Knoblauch pro Woche.

Es ist nicht möglich, eine krankmachende Veränderung der roten Blutkörperchen bei der von mir empfohlenen Dosierung (oder sogar der 10-fachen Dosierung) herbeizuführen!
Davon abgesehen ist es äußerst unwahrscheinlich, dass ein Hunde diese Menge an Knoblauch fressen würde.

Die gesundheitsfördernden Eigenschaften der Verabreichung von kleinen Mengen an Knoblauch überwiegen in diesem Fall.

P.S. Übrigens - auch Menschen können eine Heinzkörperanämie durch den Verzehr von großen Mengen an Zwiebelgewächsen bekommen. (Und Pferde, und Schafe, und XYZ Säugetiere ...)

Quelle: Swanie Simon
www.barfers.de

 

 

L - wie Leinenruck

Der Leinenruck, bei häufiger und systematischer Anwendung in der Hundeerziehung und -ausbildung auch als Leinenruck-Methode bezeichnet, ist ein Starkzwangmittel zur "Erziehung und Ausbildung" von Hunden. Seine Verwendung als Ausbildungsmethode kann gegen die Grundsätze des Tierschutzes verstoßen.

Anwendung und Wirkungsweise:
Zeigt ein angeleinter Hund ein unerwünschtes Verhalten, oder bleibt ein erwünschtes Verhalten aus, wird durch einen unerwarteten kräftigen Zug an der Leine ein Schmerzreiz ausgelöst. Dabei macht man sich zu Nutze, dass bei Hunden die Kehle ebenso wie die Halswirbelsäule besonders schmerzempfindlich ist. Der Hund soll auf diese Weise das unerwünschte Verhalten mit dem unangenehmen Schmerz verbinden und daher künftig nicht mehr zeigen. Der Leinenruck wird damit zum aversiven Reiz (lateinisch aversio = das (Sich)abwenden, siehe instrumentelle und operante Konditionierung). Auf die gleiche Weise soll der Hund daran gehindert werden, ein gegebenes Kommando nicht auszuführen und also ein erwünschtes Verhalten nicht zu zeigen.

Gesundheitliche Risiken:
Ein starker Ruck kann bei Hunden über die unmittelbare Schmerzwirkung hinaus zu einer Reihe von erheblichen Gesundheitsstörungen führen.
Wirbelsäule - In erster Linie sind Rückenprobleme zu nennen. In einer Studie wurde ermittelt, dass 91 Prozent aller Hunde mit Halswirbelschädigungen mit Leinenruck ausgebildet worden waren oder notorische „Leinenzieher" waren. Die Schäden waren am schwersten bei der Verwendung von Würgeketten in Kombination mit der Anwendung des Leinenrucks. Aus den Erkrankungen der Wirbelsäule resultieren wiederum Symptome wie Nacken- und Rückenschmerzen, Kopfschmerzen und Schwindelgefühl. Es kann zu Nervenschädigungen im Halsbereich kommen. Darüber hinaus können Bandscheibenvorfall, arthrotische Umformung der seitlichen Wirbelgelenke und Spondylose auftreten, als Spätfolgen auch noch Jahre nach Ende der Misshandlungen.
Atemwege - Der Kehlkopf ist ebenfalls verletzungsgefährdet: Hier kann es zu chronischer Kehlkopfentzündung, Kehlkopfblutungen, Nervenschädigungen und zum Bruch der Knorpel kommen. Bei der kombinierten Anwendung des Leinenrucks mit Würge- oder Stachelhalsbändern kann es durch den auf den Hals wirkenden Druck zu Verletzungen der Luftröhre kommen, das Unterbinden der Atmung kann zu Lungenödemen führen.
Augen - Durch die Kompression des Halsbereiches kann es zu einer deutlichen Steigerung des Augeninnendrucks kommen, mögliche Folgen reichen bis zum Entstehen von Glaukomen oder einer Verschlimmerung eines bestehenden Glaukoms.

Aggression:
Ein wiederholt in ungeeigneten Situationen ausgeführter Leinenruck kann dazu führen, dass der betroffene Hund aggressives Verhalten in Bezug auf diese Situationen entwickelt. So kann ein Hund, der einen Menschen (in nicht gefahrdrohender Weise) anspringt oder sich in freundlicher Absicht einem anderen Hund nähert und unerwartet mit dem Schmerz des Leinenrucks konfrontiert wird, diesen Schmerzreiz mit der Situation oder der Person bzw. dem anderen Hund verknüpfen und sich zukünftig aggressiv verhalten. Darüber hinaus ist festgestellt worden, dass der durch Folgeschäden des Leinenrucks ausgelöste Schmerz – hier sind insbesondere Rückenschmerzen zu nennen – bei Hunden zu einer gesteigerten Aggressionsbereitschaft führen kann.

Tierschutzrelevanz:
Die Anwendung kann in Deutschland nach dem Tierschutzgesetz als Ordnungswidrigkeit geahndet werden. Wenn Verletzungen mit anhaltenden starken Schmerzen auftreten, kommt auch eine strafrechtliche Verfolgung in Betracht.

Mit der Leinenruck-Methode wird bei Martin Rütter DOGS verständlicher Weise nicht gearbeitet!

 

 

M - wie Merle-Gen

Der so genannte Merle-Faktor (kurz Merle) ist eine der vielen verschiedenen Farbvariationen des Fells bei Hunden und besonders in der Colliezucht stark verbreitet. Die Grundfarbe des Felles ist bei Merles stellenweise aufgehellt in der Weise, dass unregelmäßige, zerrissen wirkende Flecken in der Grundfarbe auf einem aufgehellten Grund zu sehen sind.

Genetik: 
Das Merle ist auf ein Gen (Merle-Gen) im Erbgut des Hundes zurückzuführen. Es ist eine Mutation des Silver-Locus-Gens (1 siehe unten). Das Merle-Gen hellt nur Eumelanin (2 siehe unten) auf, während es Fellbereiche, in denen ausschließlich Phäomelanin (3 siehe unten) vorkommt, unverändert lässt. Wenn ein heterozygoter (4 siehe unten)Träger des Merle-Gens mit einem Hund gepaart wird, der das Gen nicht hat, sind statistisch 50 % Merle- und 50 % andersfarbige Welpen zu erwarten. In der Praxis fallen normalerweise unter 50 % Merle-Welpen.

Aussehen:
Eumelanin verursacht die schwarze Fellfarbe. Durch eine Mutation des Braun-Locus (1 siehe unten) entsteht ein unvollständiger okulokutaner Albinismus Typ 3. Dadurch werden Fellbereiche, in denen ausschließlich Eumelanin produziert wird, zu Braun aufgehellt. Die auf Eumelanin beruhenden Farben wie Schwarz und Braun können durch das Merle-Gen aufgehellt werden. In den so gefärbten Bereichen oder einzelnen schwarzen oder braunen Haaren entstehen weiße Abzeichen. Sie können als große Flecken oder als feine Sprenkelung vorkommen. Manchmal wird das Schwarz auch zu einem Grau aufgehellt, das von einem dunklen Graublau über rosastichig bis hin zu einem zarten Hellgrau variieren kann. Entsprechend kann das durch den Braun-Locus entstandene Braun zu helleren Brauntönen aufgehellt werden. Die Augen können einfarbig braun, einfarbig blau, oder gemischtfarbig sein – wobei es Hunde gibt, die ein blaues und ein braunes Auge haben, als auch solche, die beide Farben in einem Auge vereinen. Das „Allel e“ (englisch recessive yellow) des Extension-Locus bewirkt, dass ein Hund am gesamten Körper nur das gelb oder braun aussehende Phäomelanin produziert und deshalb einfarbig rotbraun bis goldfarben ist. Da das Merle-Gen Phäomelanin nicht beeinflussen kann, zeigen Hunde mit dieser braunen Farbe an keiner Stelle des Körpers die typische Merle-Zeichnung. In Rassen mit Vorkommen von Merle ist deshalb bei Tieren dieser Farbe Vorsicht geboten, da man sonst unwissentlich zwei Träger der Merle-Gens miteinander verpaaren könnte. Durch Phäomelanin braun gefärbte Fellbereiche bei anderen Fellzeichnungen, wie der Brand bei Hunden mit roter Zeichnung in Gesicht und an Beinen oder wie die hellen Haare im Fell der geflammten Hunde, werden ebenfalls nicht durch das Merle-Gen aufgehellt.

Gesundheitliche Auswirkungen:
Das Merle-Gen wird intermediär (5 siehe unten) vererbt. Hunde, die das Gen nur einmal aufweisen, also heterozygot sind, sind meist gesund. Das Merle-Gen führt neben einem größeren Weißanteil im Fell in einigen Fällen zu Fehlbildungen des Innenohrs mit Taubheit. Bei reinerbigen (homozygoten) Tieren sind 10 % einseitig und 15 % auf beiden Ohren taub. Von den mischerbigen Tieren sind 2,7 % einseitig, 0,9 % vollständig taub. Vor allem bei homozygoten Tieren können auch Fehlbildungen der Augen auftreten. Betroffene Tiere können in der Entwicklung hinter Wurfgeschwistern zurückbleiben, verminderte Lebensfreude zeigen und sterben manchmal vor der Geschlechtsreife. Aus Tierschutzgründen wird daher die Verpaarung zweier Träger des Merle-Faktors nicht empfohlen. Die gezielte Zucht mit einem Gendefekt aus rein ästhetischen Beweggründen ist stark umstritten. Im „Gutachten zur Auslegung von §11 des Tierschutzgesetzes (Verbot von Qualzuchten)“ (BMELV) wird generell die Empfehlung ausgesprochen, auf die Zucht mit dem Merle-Gen zu verzichten.

Häufige Rasse:
Merle kommt bei Deutschen Doggen und Dackeln der Farbe „Tiger“, Collies, Shelties und anderen mit der Farb-Bezeichnung Blue Merle, Corgies, Foxhoundschläge, Catahoula Leopard Dog, Dunkerhunden, einigen Hütehundeschlägen wie Mudi, Bergamasker Hirtenhund, Border Collies, Bobtails, Australian Shepherds und Farbschlägen des Altdeutschen Hütehundes, dem Beauceron, dem Chihuahua und dem Jack Russell Terrier vor.

 

Begriffserklärungen:

1 Locus-Gen: ist in der Genetik die Bezeichnung für die physische Position eines Gens im Genom

2 Eumelanin: ist ein Pigment, das zusammen mit einer zweiten Pigmentart, dem Phäomelanin, die Haar- und Hautfarbe bestimmt.

3 Phäomelanin: ist ein Pigment, das zusammen mit einer zweiten Pigmentart, dem Eumelanin, die Haar- und Hautfarbe bestimmt

4 Heterozygotie: ist die Mischerbigkeit in Bezug auf ein genetisches Merkmal.

5 Intermediär: Erbgang mit gemischter Merkmalsausprägung

 

 

N - wie Nase

So wie wir Menschen uns optisch orientieren, um Informationen zu gewinnen, tun dies Hunde zum großen Teil über die Nase: Sie schnuppern an einem anderen Hund und erfahren u.a., welches Geschlecht er hat und ob eine Hündin läufig ist.
Aber nicht nur für den Sexualinstinkt des Hundes spielt der Geruchssinn eine große Rolle, sondern für jeden seiner Instinkte.
Im Territorium werden Duftmarken hinterlassen, um dieses Gebiet als das eigene zu markieren.
Das Wahrnehmen des Geruchs eines anderen Hundes ist für den sozialen Rudelinstinkt wichtig, so lässt sich erkennen, ob das Gegenüber zum Rudel gehört.
Besonders wichtig ist die Nase mit ihren Fähigkeiten für die Jagd. Das fängt praktisch schon nach der Geburt an, wenn der Welpe die mütterliche Zitze „erbeutet“, um an Milch zu kommen. Später werden Spuren, so genannte Fährten, von Tieren über den Boden oder die Luft aufgenommen und verfolgt, um an Nahrung zu kommen.
Wir können unserem Hund also einen großen Gefallen tun, wenn wir mit ihm gemeinsam spannenden Spuren folgen. Was nicht bedeutet, dass man Hunde jagdlich führen muss. Es ist nicht immer sinnvoll, dem Hund das Jagen von Wild beizubringen, im Gegenteil: In der Regel möchte man dem Hund dieses abtrainieren! Also wird ein Familienmitglied oder ein Schweineohr verfolgt oder eine Spur mit Olivenöl. Von wem der Hund Fährten verfolgen soll, kann man ihm beibringen und muss sich so keine Sorgen machen, dass Bello beim Spaziergang nach Karnickeln und Co. Ausschau hält.
Möchte man seinem Hund Fährten legen, sollte man zuerst überlegen, welchem Geruch der Hund folgen soll. Es bietet sich an, ihn auf Menschenfährten zu trainieren, dann ist man nicht auf Materialien oder Gegenstände angewiesen. Außerdem macht es Spaß, wenn der Hund die Wege von Familienmitgliedern verfolgt. Geht der Hundehalter eine bestimmte Strecke, riecht der Hund die verschiedensten Gerüche: Das zertretene Gras setzt Düfte frei. Es kann noch nach dem Auto riechen, das vor einer halben Stunde entlanggefahren ist, aber eben auch nach seinem Menschen. Mit jeder neuen Übungseinheit merkt der Hund deutlicher, dass es auf den Geruch seines Rudelmitgliedes ankommt, da dieser immer die Konstante auf allen Fährten bildet. Alle anderen Gerüche hängen vom Boden und von der Umwelt ab, aber der eine Geruch bleibt immer gleich.
Anfangs kann man dem Hund das Fährtentraining erleichtern, wenn sich die Gerüche möglichst intensiv entfalten. So geht man nicht in normaler Gangart über die Wiese, sondern mit Schlurfschritt, der das Gras möglichst stark zerquetscht. Für einige Hunde kann es ein großer Anreiz sein, in gewissen Abständen leckere Futterstückchen zu finden. Oft sind Hunde so stark mit dem Geruch der Fährte beschäftigt, dass sie das Futter liegen lassen. Spätestens dann stellt man die „Leckerchenfährte“ ein.

Fakten zur Hundenase:
Die Nase, das Riechorgan des Hundes, ist wesentlich empfindlicher als die des Menschen.
Hunde zählen zu den Nasentieren (Makrosmatikern). Grob zu erkennen ist der ausgeprägtere Geruchssinn schon an der Anzahl der Riechzellen, wobei es zwischen den Hunderassen erhebliche Unterschiede gibt.
So hat der Mensch etwa fünf Millionen Riechzellen, der Dackel 125 Millionen und der Schäferhund sogar 220 Millionen.
Zur Beurteilung der Riechleistung reicht das aber bei weitem nicht aus: Messungen haben ein im Vergleich zum Menschen etwa eine Million Mal besseres Riechvermögen ergeben. Der Hund kann in kurzen Atemzügen bis zu 300 Mal in der Minute atmen, so dass die Riechzellen ständig mit neuen Geruchspartikeln versorgt werden.
Eine ebenso wichtige Rolle spielt das Gehirn. Hier werden die eintreffenden Daten verarbeitet und ausgewertet. Da die Nase (ähnlich wie beim Sehen) rechts und links differenzieren kann, können Hunde „Stereo“ riechen. Auf diese Weise ist der Hund fähig, die Richtung einer Spur zu beurteilen und selbst eine alte Spur zu verfolgen. Das Riechhirn ist im Vergleich zu dem des Menschen riesig, denn es macht allein zehn Prozent des Hundehirns aus (im Vergleich: ein Prozent beim Menschen).
Der Mensch nutzt diese besondere Fähigkeit des Hundes, indem er ihn als Spürhund in vielen Bereichen einsetzt.

 

 

O - wie Ohren

Das Schallspektrum, das Hunde wahrnehmen, reicht weit in den Ultraschallbereich. Es liegt zwischen 30Hz und 64kHz. Die höchste Empfindlichkeit und damit das beste Auflösungsvermögen liegt zwischen 1kHz und 16 kHz. Hier können Hunde auch sehr leise Töne sowie minimale Lautstärke- und Frequenzunterschiede wahrnehmen. Im allgemeinen geht man davon aus, dass Hunde Töne aus einer vierfach größeren Entfernung hören können als der Mensch. Und auch das Richtungshören funktioniert wesentlich besser: Aus einem Kreis von 64 Schallquellen kann ein Hund noch die einzig aktive herausfinden. Unsere Ohren machen dagegen schon bei 16 schlapp. Selbst mit Schlappohren ist die Hörleistung des Hundes kaum beeinträchtigt.

Die Hörsinneszellen sind übrigens nicht direkt mit dem Hörnerv verbunden, sondern über so genannte afferente (ins Gehirn führende) Bahnen mit dem Gehirn. Daneben gibt es noch efferente Bahnen, die vom Gehirn kommen und die Reizleitung der Sinneszellen hemmen können, so dass Bello bequem auf Durchzug schalten kann.

So funktioniert das Ohr:
Der Schall wird durch die Ohrmuschel in den Gehörgang und auf das Trommelfell übertragen. Im Mittelohr wird der Schall über die Gehörknöchelchen (Hammer, Amboss und Steigbügel) auf eine Membran, das ovale Fenster, übertragen. Hier tritt der Schall von der Luft in Flüssigkeit über.
Im Ohr befinden sich feine Haarsinneszellen, deren Spitzen in eine Flüssigkeit ragen. Wird diese Flüssigkeit durch Schallwellen in Bewegung gesetzt, wird dieses Signal in die Wahrnehmung eines Tones umgesetzt. In der Schnecke des Innenohrs befinden sich zwei Kanäle, die mit Flüssigkeit gefüllt sind und durch das Corti-Organ voneinander getrennt werden. Das Corti-Organ ist die Schnittstelle zwischen den akustischen mechanischen Schwingungen und den Nervensignalen in der Schnecke des Innenohrs. Es ist das eigentliche Gehörorgan und besteht aus zwei Membranen, die gegeneinander verschoben werden können. Die eine trägt feine Haarsinneszellen, die andere liegt wie ein Dach darüber. Der Schall erzeugt eine Wellenbewegung in der Flüssigkeit des Kanals. Es kommt zu einer horizontalen Verschiebung der beiden Membranen. An den feinen Härchen der Sinneszellen entstehen Scherkräfte. Das mechanische Signal wird jetzt in ein elektrisches umgewandelt, das vom Gehirn als Ton interpretiert wird.
Ob ein Ton als hoch oder tief wahrgenommen wird, hängt davon ab, an welcher Stelle des Corti-Organs er Signale erzeugt. Das wiederum hängt von seiner Frequenz ab. Höhere Frequenzen erzeugen Signale näher am Startpunkt der Wellenbewegung, dem ovalen Fenster, und werden als höherer Ton wahrgenommen.

 

 

P - wie Paragraph 11

Rund sieben Millionen Hunde gibt es in Deutschland und etliche brauchen Erziehung für den Alltag. Entsprechend groß ist das Angebot an Hundetrainern, -schulen und -vereinen. Bis zum 1. August 2014 war die Berufsbezeichnung Hundetrainer ungeschützt, seitdem schreibt Paragraf 11 des novellierten Tierschutzgesetzes eine „Erlaubnis der zuständigen Behörde“ vor. Das hat Konsequenzen für alle Hundetrainer.

Paragraf 11 – das ultimative Gütesiegel für Hundetrainer?

Jeder, der wollte, konnte Hunde ausbilden, ganz ohne Kontrollen oder eigene Ausbildung. Dabei an den richtigen Hundetrainer zu gelangen, war für Hundehalter oft eher Glückssache. Aber welche Ausbildung ist überhaupt fundiert und welche nicht? Viele der Hundeausbilder verwiesen auf ihre Urkunden und Zertifikate, doch auch die konnten im Prinzip von jedem ausgestellt werden. Ein verlässliches Qualitätssiegel waren sie also meistens nicht. Sowohl von seriösen Hundetrainern als auch von Tierschützern und Hundehaltern wurden in den letzten Jahren die Rufe nach einer Regulierung laut, welche 2013 vom Gesetzgeber umgesetzt wurde. Seit dem 1. August 2014 heißt es in Paragraf 11 genau: „Wer gewerbsmäßig für Dritte Hunde ausbilden oder die Ausbildung der Hunde durch den Tierhalter anleiten will, bedarf der Erlaubnis der zuständigen Behörde.“ Das bedeutet im Klartext, dass jeder, der professionell mit Hunden arbeitet, auch Ahnung davon haben und offiziell qualifiziert sein muss. Für Hundevereine gilt dieses nicht. Klingt das nach dem ultimativen Gütesiegel für Hundetrainer? Was sich im Gesetzbuch gefällig liest, bereitet in der Praxisumsetzung dazu gewisse Schwierigkeiten.

Keine keine einheitlichen Prüfungsvorgaben:
Verantwortlich für die Umsetzung sind die einzelnen Bundesländer und die haben wiederum ihre Veterinärämter mit der Ausführung beauftragt. Die Amtstierärzte der einzelnen Gemeinden haben seitdem die Aufgabe, Hundetrainern eine veterinärbehördliche Genehmigung zu erteilen. Wenn die räumlichen Voraussetzungen dafür gegeben sind, keine Zweifel an der Zuverlässigkeit bestehen und der Antragsteller die erforderliche Sachkunde nachweist. Doch wie genau definiert sich eine „erforderliche Sachkunde“? Und wie müssen „räumliche Voraussetzungen“ genau aussehen? Eine einheitliche Prüfungsordnung gibt es nicht. Nach welchen Maßstäben geprüft wird, bleibt jedem Veterinäramt selbst überlassen.

 

 

Verwirrung, Verunsicherung, Willkür ...
Das Problem ist auch, dass man sich in vielen Veterinärämtern gar nicht in der Lage sieht, zu beurteilen, ob ein Hundetrainer qualifizierungswürdig ist oder nicht, denn ein Amtstierarzt hat nicht zwangsläufig Ahnung von Hundeerziehung. Hinzu kommt, dass viele Veterinärämter auch personell bereits voll ausgelastet sind und sich zeitlich nicht in der Lage sehen, unzählige Hundetrainer und -schulen zu prüfen. Das Ergebnis ist: Einige Veterinärämter luden die Hundetrainer zu aufwändigen und teuren Prüfungen ein, bei dem die Probanden neben dem Prüfungsgelände auch den extra hinzubestellten "Sachverständigen" aus eigener Tasche bezahlen mussten. Andere Veterinärämter winkten ihre Bewerber scheinbar einfach durch. Der Vorwurf der Willkür wurde laut und innerhalb kürzester Zeit herrschte in der Hundetrainerszene Verwirrung und Verunsicherung.

 

Um einen gemeinsamen Nenner zu erreichen, einigten sich einige Veterinärämter darauf, Zertifikate der Tierärztekammern und/oder der Industrie- und Handelskammern (IHK) anzuerkennen. Die IHK hat zusammen mit dem Berufsverband der Hundeerzieher und Verhaltensberater (BHV) einen Zertifikatslehrgang für „Hundeerzieher und Verhaltensberater“ entwickelt, der deutschlandweit von Veterinärämtern als Sachkundenachweis anerkannt wird. Anstatt nun die Sachkunde der Hundetrainer selbst zu überprüfen, verweisen laut Erfahrungsberichten von Hundetrainern immer mehr Veterinärämter auf IHK und Tierärztekammer. Doch von den Kosten für diese Prüfungen abgesehen, die mehr als 1.000 Euro betragen können, kritisieren einige Hundetrainer eine starke Einschränkung der Methodenvielfalt, da einige Ausbildungsmethoden, vor allem die ungewöhnlicheren, weder berücksichtigt noch akzeptiert würden. Dies entwickle sich zum Nachteil der Hunde, womit der Tierschutzgedanke der Gesetzesnovellierung ad absurdum geführt werde, so die Argumentation.

Bisher kann man sagen: Gut gemeint, aber schlecht gemacht...

 

 

 

Q - wie Qualzucht

Eine eigene Industrie bemüht sich heute um die besten Produkte für die Ernährung, die Pflege, das Wohlbefinden und die Beschäftigung von Hunden. Der gesetzliche Tierschutz soll Grausamkeiten und Quälereien durch entsprechende Maßnahmen verhindern. Züchter und ihre Organisationen sollen die Eigenschaften und Qualität der Hunderassen aufrecht erhalten und weiterhin verbessern. Warum gibt es dann trotzdem noch immer nicht wenige Hunderassen, deren Zuchtergebnisse für die Tiere ein Leben mit Schmerzen, Leiden und Krankheiten mit sich bringen?
Warum haben trotz aller dieser Errungenschaften die Besitzer solcher Hunde mit einer nicht geringen Wahrscheinlichkeit mit unzumutbar hohen Kosten, Kummer und Leid durch den Erwerb und die Haltung von Hunden dieser Rassen zu rechnen? Was ist hier offenbar völlig schief gelaufen?
Der Hauptgrund dieser Fehlentwicklung ist wohl in dem menschlichen Streben nach Perfektion, also nach Vervollkommnung einer Rasse zu sehen. Das steht auch tatsächlich so in den Statuten der Züchtervereine.
Sie alle suchen nach Verbesserung, nach der Optimierung ihrer Rasse – oder was sie dafür halten. Doch die Definition der gesuchten Verbesserung – der sog. Rassestandard – hat sich je nach Rasse in den letzten hundert Jahren wesentlich geändert. Die meisten Rassen haben, wenn sie zuvor Gebrauchshunderassen waren, ihre Aufgaben verloren. Die neue Aufgabe wurde nun die „Schönheit", also das perfekte Aussehen gemäß dem Standard. Nur zu bald jedoch kam es zu dessen maßloser Übertreibung.

Diese Übertreibung des Rassestandards ist eine häufige und wesentliche Form der Qualzucht. Unverständlich, dass so etwas eine „Verbesserung" sein soll. Vielmehr ist sie meist mit einer Verminderung der funktionellen und organischen Fähigkeiten sowie der Gesundheit des Hundes verbunden. Hunde­rassen, die im Aussehen schon von vornherein von der typischen Canidenanatomie auffallend abweichen, sind daher in großer Qualzuchtgefahr.

Das betrifft zum Beispiel die kurzbeinige Hunde, wie den Dachshund und die Bassetrassen. Bei ersterem wird durch kurze Läufe das Eindringen in den Dachs- und Fuchsbau ermöglicht, bei der Zwergform auch in den Kaninchenbau. Jedoch verglichen mit alten Bildern der Rasse sind deren Läufe noch viel kürzer geworden. Das verstärkt zusätzlich die Neigung dieser Rassen zu Bandscheibenvorfällen 
Lange Ohren werden vor allem auch bei den niederläufigen Jagdhunderassen mit Vorliebe noch gerne über­mäßig verlängert, beim Basset so sehr, dass er fast darauf tritt. Gern wird das mit einer besseren „Zusammenhaltung der Witterung" beim Fährten erklärt...
Ein weiteres Problem sind Falten: sie erfordern eine ständige aufmerksame Pflege, manche Rassen werden aber auf deren Übermaß gezüchtet, so etwa der Shar Pei, bei welchem in der westlichen „Hochzuchtform" manchmal Operationen an den sonst durch die Faltenmengen sozusagen „zuge­kniffenen" Augen nötig werden.
Wolliges, ständig wachsendes Haar ist an sich keine Qualzucht, sofern es regelmäßig gekürzt wird, wie etwa beim Pudel.
Beim Puli oder Komondor wird das aber oft unterlassen, vor allem, wenn er ausgestellt werden soll, und das ist dann eher als „Qualhaltung" und nicht als Qualzucht zu qualifizieren. Der Hund hat dann zwar immer noch den Geruchssinn und den Tastsinn mit den Vibrissen – das sind die Tasthaare an der Schnauze – zur Verfügung, dennoch ist die züchterische Behinderung des Sehvermögens eine unzulässige Verirrung.
Allzu kleine Hunde (sog. „Teetassen"-) sind gleichfalls einer Reihe von Gefahren, Leiden und Behinderungen ausgesetzt. Gerade sie sind aber derzeit hoch in Mode, auch weil u. a. Paris Hilton und andere bekannte Personen sie bevorzugt präsentieren. Aber auch zu grosse Hunde haben viele gesundheitliche Probleme....

Die Nachfrage nach Hunden „fürs Liebhaben" wurde zu einem starken Motor zur Zucht durch Brachyzephalie (Kurzköpfigkeit bzw. Rundköpfigkeit) und zu extremen Zwergrassen. Damit entstanden die Qualzuchtprobleme beim Mops, dem Pekingesen und anderen Rassen. Aber sogar ein früherer Arbeitshund wie der Englische Bulldog ­wurde zum Opfer einer übertriebenen Schnauzen­verkürzung. Vor allem kleine kurzschnauzige Rassen wie der Mops regen beim Menschen den Pflegetrieb besonders an, da sie durch ihre Kopfform an Kleinkinder erinnern (sog. Kindchenschema). Weil dieser Trieb sehr stark ist und das die Nachfrage nach Hunden dieser Art fördert, wurden in den letzten Jahrzehnten verschiedenen Rassen ultraschnell die Nasen einfach „weggezüchtet". Das Resultat ist eine mehrfache Behinderung und oft schweres Leiden. Die Atmung ist oft eingeschränkt, vor allem bei höherer Temperatur. Die Wärmeregelung, die beim Hund vor allem in der Nase – und nur zum Teil durch Hecheln – erfolgt, ist beim kurznasigen Hund oft nicht mehr ausreichend, denn die Luftwege sind verengt und die Kühlung in den Nasenmuscheln kann nicht aus­reichend erfolgen. Beim Atmen entsteht dadurch oft ein schnarchendes Geräusch, das alles andere als Behaglichkeit ausdrückt, als was manchmal Mopsbesitzer dieses bezeichnen. Die ­Wärmeregulierung ist beim Hund schon von Natur aus keine sehr effektive, sie wird bei ­kurzer Schnauze daher noch geringer. Dafür ist bei Rassen wie dem Mops in der Nase einfach kein Platz mehr.

Qualzucht ist eine schwerwiegende Fehlentwicklung der Rassehundezucht. Sie wird bei vielen Rassen verursacht durch den Verlust der „Leistungszucht", was die einseitige Selektion lediglich nach dem äußeren Erscheinungsbild („Schönheit") mit sich brachte. Zudem wird dies auch noch durch modische Vorlieben verzerrt, erleichtert durch die einseitige Auswahl durch einen einzelnen Zuchtrichter in der Jahrmarktatmosphäre von Hundeausstellungen. Große, auffällige Hunderassen sowie kleine, kurzschnauzige sind durch diese Entwicklung besonders gefährdet.

Die Qualzucht ist für Wirbeltiere in Deutschland nach § 11b Tierschutzgesetz – außer für wissenschaftliche Zwecke – verboten!!!

 

 

 

R - wie Rüdenglatze

Die Violdrüse (auch Violsche Drüse) ist eine Duftdrüse bei Hunden und Hundeartigen an der Oberseite des Schwanzes. Sie ist eine Sonderform der Schwanzdrüsen.
Es handelt sich um eine Ansammlung großer Talgdrüsen. Die Drüse erzeugt einen typischen Geruch, der eine Rolle für die Kommunikation bei diesen Tierarten spielt. Die Sekrete der Violdrüse bei Füchsen enthalten flüchtige Terpene, die an Geruch von Veilchen erinnern, was namensgebend für diese Drüse war.

Bei Haushunden ist diese Drüse sehr unterschiedlich ausgebildet. Sie liegt an der Schwanzoberseite in Höhe des 9. Schwanzwirbels. Bei einigen Hunderassen ist sie nur teilweise entwickelt oder fehlt ganz.
Bei älteren Rüden kann es unter Testosteroneinfluss an dieser Stelle zu Haarausfall kommen. Man spricht hier von einer Rüdenglatze

 

 

S - wie Schwangerschaft

Eine Schwangerschaft nennt man in der Tierwelt Trächtigkeit. Die Dauer der Trächtigkeit einer Hündin beträgt im Durchschnitt etwa 63 Tage. Nach ca. 30 Tagen zeigen sich erste äußere Veränderungen. Um sich optimal um die Bedürfnisse Ihres Hundes kümmern zu können, ist es wichtig, die Trächtigkeit so früh wie möglich zu erkennen. Achten Sie auf folgende Merkmale, die häufig etwa vier Wochen nach der Befruchtung auftreten:
- die Milchdrüsen vergrößern sich
- die Zitzen treten hervor und färben sich rötlich
- die Scheide sondert durchsichtigen Ausfluss ab.

Neben den äußerlichen Veränderungen kann es auch zu Verhaltensauffälligkeiten kommen. Beachten Sie deshalb auch die Gewohnheiten und neuen Verhaltensmuster Ihrer Hündin.

Die ersten Anzeichen für eine Trächtigkeit zeigen sich nach etwa 30 Tagen. Aber erst wenige Wochen vor der Geburt wird der Bauch deutlich größer. Wie viel die Hündin in dieser Zeit zunimmt, hängt immer von der Rasse und der Größe des Wurfes ab. Je näher die Geburt rückt, desto deutlicher werden auch folgende Symptome sichtbar:
- Gesäuge und Vulva schwellen stark an
- die Milchbildung beginnt
- Vermehrter Scheidenausfluss tritt auf
- die Körpertemperatur sinkt um etwa 1°C.

Gerade in den letzten Tagen verändert sich das Verhalten vieler Hündinnen. Allerdings geht jede Hündin mit dieser Situation anders um. Deshalb können nur schwer pauschal gültige Aussagen über die Zeit unmittelbar vor der Geburt getroffen werden. Als Vorbereitung auf die Geburt beginnen allerdings viele Hündinnen, ein Nest zu bauen und sich darin zurückzuziehen. Dies ist ein Zeichen dafür, dass die Geburt unmittelbar bevorsteht.

Für eine Hündin die Nachwuchs erwartet, ändern sich auch ihre Bedürfnisse. Damit Ihr Vierbeiner sich rundum wohl fühlt, ist es wichtig, einen Tierarzt zu Rate zu ziehen. Erst durch eine professionelle Untersuchung kann eine Trächtigkeit festgestellt werden und ein ungefährer Geburtstermin ermittelt werden. Darüber hinaus gibt Ihnen Ihr Tierarzt alle nötigen Informationen, was es bei der Pflege und Fütterung einer trächtigen Hündin zu beachten gilt. Steht dann die Niederkunft Ihrer Hündin unmittelbar bevor, halten Sie die Telefonnummer Ihres Tierarztes unbedingt griffbereit. Besonders bei unerfahrenen Hundezüchtern ist es wichtig, dass ein Tierarzt die Geburt überwacht. Und auch bei Hündinnen, die schon mehrere Würfe hatten, kann es zu ungewohnten Komplikationen kommen. Spätestens aber nach einer erfolgreichen Geburt sollten die Welpen von einem Tierarzt untersucht werden. Dadurch wird sichergestellt, dass es allen Beteiligten gut geht und die Welpen wohlbehütet bei ihrer Mutter aufwachsen können.

Eine Hündin muss nicht einmal im Leben Welpen bekommen haben. Hundezucht ist ein sehr komplexes Thema. Es sollten nur gesunde Hunde verpaart werden. Welpen aus unseriösen Zuchten sollten nicht gekauft werden!

 

 

T - wie Tollwut

Wenn Ihr geliebter Vierbeiner krank wird, dann müssen Sie immer schnell handeln. Besondere Vorsicht ist geboten, falls es einen Verdacht auf Tollwut gibt. Denn die Krankheit verläuft fast immer tödlich und kann nur sehr selten geheilt werden. Daher werden tollwutkranke Hunde immer eingeschläfert. Glücklicherweise gehört Deutschland heutzutage zu den so gut wie tollwutfreien Ländern und es gibt verschiedene Möglichkeiten, Ihren Hund gegen dieses Risiko zu schützen.

Tollwut ist eine Viruskrankheit, die fast immer durch den Biss von Füchsen übertragen wird. Meist endet sie tödlich, doch ein wirklicher Grund zur Sorge besteht nicht. Durch den gezielten Einsatz von Impfstoffen für Füchse sind viele Länder größtenteils frei von der fatalen Krankheit. Nichtsdestotrotz sollten Sie Ihren Hund bei einer plötzlichen Veränderung aufmerksam beobachten und die Zeichen rechtzeitig erkennen. Denn es besteht auch die Möglichkeit, dass Ihr Begleiter die Tollwut auf Sie selbst sowie andere Vierbeiner überträgt.

Die Krankheit verläuft in drei Stadien.

Schüttelfrost
Erhöhte Temperatur
Übelkeit
Scheu vor Licht
Mangelnder Hunger
Durchfall
Halsschmerzen
Husten
Muskelschmerzen

Wenn Sie derartige Anzeichen bemerken, sollten Sie den Hund sofort auf Bisswunden untersuchen und das Tier, auch wenn Sie keine finden, zum Arzt bringen. Achten Sie außerdem auf weitere seltsame Symptome, die ab der zweiten und vorletzten Phase vor dem Tod auftauchen können. Hierbei wird zwischen der gedämpften Form der Krankheit sowie der rasenden unterschieden. Letzterer verhält sich der Hund aggressiv und grundsätzlich so, wie es meist mit Tollwutassoziiert wird.

Bei der gedämpften Form kommen folgende Anzeichen hinzu:

Lähmung der Beine, des Gesichts sowie anderer Körperteile
Geöffneter Unterkiefer
Schluckbeschwerden
Speichelbildung
Unnatürlich klingendes Bellen
wütend wirkender Gesichtsausdruck
starke Aggressivität
Angst vor Wasser
Ruhelosigkeit

Wenn Ihr Hund derart gereizt und aggressiv wird, sollten Sie sehr vorsichtig mit ihm umgehen und unbedingt verhindern, selbst gebissen zu werden. So können Sie Ihren Hund gegen Tollwut schützen.
Zum Glück gibt es eine Möglichkeit zur Vorbeugung. Am einfachsten ist es, Ihren Hund regelmäßig – also alle drei bis vier Jahre – gegen Tollwut zu impfen. Dies ist eine relativ sichere Methode der Absicherung.

Es gibt aber noch weitere Vorsichtsmaßnahmen:
Säubern Sie jede Bisswunde und desinfizieren Sie diese gut. Halten Sie Ihren Hund in tollwutgefährdeten Gebieten an der Leine. Beobachten Sie ihn gut bei Waldspaziergängen oder in Regionen mit viel Wildtier.

Die genannten Informationen stellen keine Anleitung zur Selbstdiagnose und Behandlung von Tierkrankheiten dar. Tierhalter sollten bei gesundheitlichen Problemen ihres Vierbeiners in jedem Fall einen Tierarzt um Rat fragen.
Diagnosen über das Internet sind nicht möglich.

 

 

 

U - wie Urin

Viele Gartenbesitzer wissen schon lange, dass Hundeurin große Schäden auf Grünflächen und an Bäumen anrichten kann. Beobachter berichten von schwarz gewordenen Hecken und Bäumen. Auch auf Rasen kann Hundeurin großen Schaden anrichten. Ein einmaliges Tränken mit Hundeurin hat für viele Pflanzen und Grünflächen oftmals noch keine negativen Folgen. Bedenklich wird es allerdings dann, wenn der Platz von vielen Hunden regelmäßig frequentiert wird.

Ein "Hundeurin-Rasen" ist oftmals daran zu erkennen, dass der Rasen nicht mehr grün ist, sondern eher gelblich. Oftmals führt Hundeurin auch dazu, dass der Rasen komplett verschwindet und nur noch eine große matschige Fläche zurückbleibt. Auch Urinflecken im Rasen können die Folge sein. Für den Besitzer des Rasens ist dieser Umstand natürlich sehr ärgerlich.

Auch in Wohnungen kann der Urin große Schäden anrichten. Pinkelt der Hund regelmäßig gegen die Wände, auf den Parkettboden oder den Teppich, dann wird dadurch oftmals sogar die Bausubstanz zerstört. Der Uringeruch ist nicht mehr aus dem Gebäude zu bekommen und es sind große Umbaumaßnahmen notwendig, ehe das Gebäude wieder genutzt werden kann. Auf den Hundebesitzer können bei einem Schaden durch Hundeurin beträchtliche Kosten zukommen.

Wenn Hundebesitzer gut versichert sind und frühzeitig eine Haftpflicht für das Tier abgeschlossen haben, kommt in der Regel die Versicherung für den Schaden auf.

 

 

 

V - wie Vomeronasales Organ

Das Vomeronasale Organ ist ein bei vielen Wirbeltieren ausgebildetes Geruchsorgan, das wie die Riechschleimhaut dem "olfaktorischen System" (Riechwahrnehmung, Geruchssinn) zugeordnet wird. Es wird auch Jacobson-Organ oder Jacobsonsches Organ genannt, nach dem dänischen Chirurgen Ludwig Lewin Jacobson (1783–1843), der das erstmals von Frederik Ruysch bei Schlangen beschriebene Organ 1809 wiederentdeckte.

Geruchssinn ist nicht nur wichtig, um Nahrungsquellen zu vermuten, aufzufinden, zu prüfen und wieder finden zu können, Gefahrenquellen zu wittern und Territorialmarkierungen zu bemerken, sondern auch, um Individuen zu unterscheiden, ihre Zugehörigkeit zu erkennen und bei der Suche eines Sexualpartners zu helfen. Wirbeltiere besitzen in der Nasenhöhle neben der Riechschleimhaut meist ein für diese spezifische Geruchs- oder Pheromonwahrnehmung unterschiedlich entwickeltes Vomeronasales Organ.

Das Vomeronasale Organ befindet sich beim Hund hinter den oberen Vorderzähnen im Maul (Gaum).

Beim Menschen soll das Organ zwar im embryonalen Stadium entstehen, sich aber noch vor der Geburt zurückbilden. Ein Vomeronasalnerv ist in Untersuchungen bis zum achten Embryonalmonat nachweisbar, danach nicht mehr.
Als ein Rest des "Organon vomeronasale" ist beim Menschen der Knorpelstreifen "Cartilago vomeronasalis" aufzufassen. Er liegt hinter dem vorderen Nasendornfortsatz, der tastbar ist, wenn man mit dem Finger vom Symmetriepunkt der Oberlippe aus über das Philtrum (vertikale Rinne, von der Mitte der Oberlippe zur Nase) nach oben fährt.
Die Funktion eines Jacobson-Organs beim Menschen ist in Fachkreisen umstritten.

Das Vomeronasalorgan ist ein "chemorezeptives Organ", das heisst - hiermit können chemische Stoffe aus der Luft oder aus Flüssigkeiten wahrgenommen werden.
Die olfaktorischen Rezeptoren der üblichen Riechschleimhaut in der Nase dienen hauptsächlich der Wahrnehmung von Gerüchen aus der Umgebung, die beispielsweise auf Nahrungsquellen, Gefahren (Brandgeruch) oder Fressfeinde hinweisen können. Das Vomeronasalorgan hingegen ist vornehmlich zuständig für solche Geruchssignale, mit denen Tiere innerartlich kommunizieren. So kann ein Hund über Pheromone oder andere spezifische Geruchsstoffe einem anderen Hund beispielsweise seine sexuelle Situation (läufige Hündin) oder seine hierarchische Position signalisieren.

Häufig kann man Hunde beobachten die ganz gezielt im Gras am Urin eines anderen Hundes lecken. Danach beginnt dieser Hund oft intensiv zu schlecken, zu züngeln und mit den Zähnen zu klappern. Genauso aktiviert der Hund das Vomeronasale Organ - und kann so sein "Geruchserlebnis" auf einer chemischen Ebene erweitern ....

 

 

 

W - wie Welpen

Als Welpe bezeichnet man einen jungen Haushund, aber auch Wolf oder Fuchs, der noch gesäugt wird bzw. höchstens zwei bis drei Monate alt ist. Neben den Jungtieren von Hunden werden teilweise auch die des marderartigen Raubwilds als Welpe bezeichnet. Darüber hinaus werden darunter auch Neugeborene der Raubtiere allgemein bis zur Entwöhnung verstanden. Die ursprünglich niederdeutsche Form erscheint seit dem 16.Jahrhundert im Hochdeutschen und hat hier lautverschobenes Welf weitgehend verdrängt. Bei Hunden spricht man bis zur 16.Woche vom Welpen!

ENTWICKSLUNGSPHASEN BEI WELPEN (bei Haushunden):


 1. Vegetative Phase (ca. 01. – 14. Tag):

- Beginn: Geburt
- Dauer: ca. 14 Tage
- Welpe ist noch blind und taub
- Geruchs- und Tastsinn sind bereits ausgeprägt

2. Übergangsphase (ca. 14. – 21. Tag):

- Augen und Ohren öffnen sich
- Geruchssinn entwickelt sich nahezu komplett
- Motorische Fähigkeiten entwickeln sich
- Mimik und gesamte Körpersprache noch grob

3. sensible Sozialisierungsphase (ca. 3. – 8. Woche):

- Entwicklung aller körperlichen Fähigkeiten
- Feinmotorik verbessert sich, Mimik noch grob
- Welpen leben noch in einer egozentrischen Welt
- Erste spielerische Rangordnungsrangeleien

Günstigster Abgabezeitpunkt 8. Woche!!! Die Mutter übergibt die Erziehungsarbeit in der "Natur" normalerweise jetzt an den Vater - dies ist ein „natürlichen Loslösungsprozess“.

4. Sozialisierungsphase (ca. 8. – 16. Woche):

- Loslösung von der Mutter
- Verfeinerung der sozialen Kommunikation
- Entwicklung von Teamfähigkeit
- Welpen fixieren sich auf die neue Bezugsperson

In dieser Phase sind nun die Menschen gefordert ihren Hund zu fördern, damit unser kleiner Welpe sich zu einem guten Sozialpartner entwickelt!!!

 

Sowohl die Zahl der Welpen als auch deren Geburtsgewicht variiert erheblich und ist unter anderem rasseabhängig. Weitgehend einheitlich ist dagegen das Verhältnis aus Gesamtgewicht des Wurfs zum Körpergewicht der Mutter, das zwischen 10–15 % liegt. 

Der größte bekannt gewordene Wurf bestand aus 22 Welpen.

Spätestens mit dem Verlust der Milchzähne (zwischen 4. und 7.Monat) beginnt die hormonelle Umstellung der Junghundzeit. Im Junghundalter entwickelt sich die Geschlechtsreife. Junghunde machen während dieser hormonellen Umstellung eine Wesensveränderung durch. Beide Geschlechter werden empfindlicher, unsicherer, ängstlicher und anhänglicher oder zeigen oft Fehlreaktionen in ihrem Verhalten, wie Schreckhaftigkeit, Fressunlust oder -gier, Unfolgsamkeit, Unkonzentriertheit, Gereiztheit und Angstbeißen, wenn sie in Bedrängnis kommen.

Hundehalter sollten auch in der "Pubertären Zeit" der Hunde weiterhin konsequent bleiben!!! (Konsequenz bedeutet nicht streng - sondern Folgerichtigkeit, Schlüssigkeit, Unbeirrbarkeit, Entschlossenheit) Konsequenz ist mit das Wichtigste in der Hundeerziehung, da der Hund so lernt, seinem Menschen vertrauen zu können, wenn er immer gleich ist - und sich völlig sicher ist, in dem was er tut.

WELPENSCHUTZ: Einen generellen Welpenschutz gibt es nicht!!! Eine erhöhte Toleranz genießen Welpen nur in ihrem eigenen Rudel oder bei besonders toleranten und an Welpen gewöhnten Hunden. Problematisch ist zudem, dass die Bezeichnung "Welpe" oft auch auf Junghunde angewandt wird.

 

 

X - wie X-Hunde

X-Hunde!?? Was sind X-Hunde? Das habe ich mich auch gefragt. Zum Glück muss man sich dies fragen. Zum Glück gibt es sie nicht zu häufig....

Die Hunde sehen aus wie harmlose Schäferhunde. Doch bereits junge Welpen werden aufs Beißen getrimmt. Es sind Hunde, bei denen Belgische Schäferhunde ihr Erbgut mit einbringen. Kreuzungen - daher das "X" im Namen. Die Tiere sind äußerst aggressiv und schnell. Gezüchtet wurden sie ursprünglich als Diensthunde für Polizeieinsätze oder den Sicherheitsdienst. Doch mit dem Verkauf solcher Tiere kann man wohl viel Geld verdienen - so werden sie nun immer häufiger auch an Privatpersonen abgegeben - und die sind oftmals mit diesen überfordert.
Diese Hunde sind Waffen - nur leider ohne Waffenschein. Außerdem stehen sie auf keiner "Kampfhundliste" - das Halten und Züchten ist nicht gesetzlich geregelt. Dabei ist ihr Umfeld in großer Gefahr, wenn diese Tiere außer Kontrolle geraten.

Natürlich kann jeder Hund durch falsche Haltung oder gewaltsame Erziehung aggressiv werden. Das Problem ist also nicht das Tier, sondern das andere Ende der Leine! Leider werden bestimmte Hunde besonders häufig Opfer von Missbrauch, weil sie als "Prestige-Objekt" oder sogar für Hundekämpfe angeschafft werden ....

 

 

 

Y - wie Yersinia

Kaum eine andere Krankheit hat größeren Einfluss auf die Menschheit gehabt als die Pest. Es fielen im 14. Jahrhundert geschätzte 25 Millionen Menschen in Europa der Krankheit zum Opfer. Als Auslöser für diese zweite Pandemie werden Genvarianten von Yersinia pestis verantwortlich gemacht. Aber auch andere Vertreter dieser Bakteriengattung können schwere Infektionen hervorrufen.

Die Pest ist noch nicht ausgestorben, auch wenn es sie in industrialisierten Ländern so gut wie nicht mehr vorkommt. Bei Haustieren kommt Pest selten vor, dennoch werden regelmäßig aus Amerika Erkrankungen bei Katzen und Hunden beschrieben, die infizierte Nager gejagt und verzehrt hatten. Diese Tiere stellen ein besonderes Risiko für veterinärmedizinisches Personal und Tierbesitzer dar.

Aber es gibt Yersinia-Bakterien auch in Europa. Am häufigsten sind dies die den Biovaren 4 (Serotyp O:3) und 2 (Serotyp O:9) zugeordneten Bakterienstämme. Meistens infizieren sich Menschen durch den Verzehr von kontaminierten Lebensmitteln, vor allem durch den Genuss von Schweinefleisch (Hackfleisch, Rohwürste) und Rohmilch.
Nach oraler Aufnahme des Erregers kommt es nach einer Inkubationszeit von vier bis sieben Tagen zu einer akuten Darmentzündung. Diese kann einige Tage bis zu mehreren Wochen anhalten. Das klinische Bild ist gekennzeichnet durch schweren Durchfall und kolikartigen Bauchschmerzen. Weiterhin können Fieber, Übelkeit, Erbrechen, blutiger Stuhl und Entzündungen im Halsbereich auftreten.

Wie auch beim Menschen scheinen Jungtiere besonders anfällig für eine Yersinia enterocolitica Infektion zu sein. Das klinische Bild ist gekennzeichnet durch Durchfall, erhöhter Kotabsatz, Blut- und Schleimbeimengungen im Kot, Tenesmen (schmerzhafter Stuhldrang) sowie Lustlosigkeit und Appetitlosigkeit. Gelegentlich können Leberentzündungen auftreten. Hunde scheinen sich hauptsächlich über den Verzehr von rohem Schweinefleisch zu infizieren und können den Erreger bis zu drei Wochen ausscheiden.

Infektionen bei Hunden sind selten – Ausscheidungen jedoch nicht!!!
Ysersinia pseudotuberculosis kann regelmäßig im Kot von klinisch unauffälligen Tieren nachgewiesen werden. Hunde erkranken selten, wenn, dann sind vor allem Welpen betroffen. Gehäuft tritt die Erkrankung in den Wintermonaten auf. Das klinische Bild ist gekennzeichnet durch schleimigen bis blutigen Durchfall. Gelegentlich können Erbrechen und Fieber auftreten.

 

 

 

Z - wie Zähne

Hunde werden, wie wir Menschen auch, ohne Zähne geboren. In der dritten bis sechsten Lebenswoche brechen nacheinander die Milchzähnchen durch. Das Milchgebiss besteht aus 28 Zähnen (Ober- und Unterkiefer je 6 Schneidezähne, 2 Fangzähne, 6 Backenzähne). Die Milchzähne sind spitzer als die des bleibenden Hundegebisses. Der 1. Prämolare sowie die Molaren sind im Milchgebiss nicht angelegt, d.h. das bleibende Hundegebiss besteht aus mehr - nämlich aus 42 Zähnen.

Der Austausch der Milchzähne durch die bleibenden Zähne ist ein komplizierter Vorgang, dessen Funktionsweise noch nicht ganz aufgeklärt werden konnte. Auch Milchzähne besitzen vollständig ausgebildete Zahnwurzeln. Unter jedem Milchzahn sitzt der so genannte Zahnkeim des bleibenden Zahns. Wenn dieser anfängt zu wachsen, übt er dabei Druck auf die Wurzelspitze des Milchzahns aus. Es kommt zur Drucknekrose, d.h. die Zahnwurzel des Milchzahns stirbt ab. Nach vollständiger Resorption der Milchzahnwurzel, fällt der Zahnrest aus und gibt den Platz für den bleibenden Zahn frei. Dies setzt eine korrekte Position der Zahnanlage voraus. Die Milchzähne fallen aus, die bleibenden Zähne kommen durch.

Zwischen dem vierten und siebten Lebensmonat findet der Zahnwechsel statt. Der Zeitpunkt, an dem der Zahnwechsel abgeschlossen ist, ist auch von der Rasse abhängig. Während der Zahnwechsel bei großen Hunderassen meist etwas früher einsetzt und problemlos verläuft, haben kleinere Hunde öfter Schwierigkeiten oder Schmerzen beim Zahnwechsel. Rassetypisch neigen zum Beispiel Chihuahuas häufiger zu persistierenden Milchzähnen, die nicht einfach ausfallen. Die Zahnwurzel bleibt in diesen Fällen erhalten und meistens auch intakt. Der neue Zahn schiebt sich dann einfach neben den Milchzahn statt ihn zu ersetzen. Hier musst dann der Arzt helfen!

Das bleibende Gebiss besteht aus 42 Zähnen.
Oberkiefer: 6 Schneidezähne, 2 Fangzähne, 12 Backenzähne.
Unterkiefer: 6 Schneidezähne, 2 Fangzähne, 14 Backenzähne,
also 10 Zähne mehr als beim Menschen.

Auch sonst gibt es einige Unterschiede zwischen dem menschlichen Gebiss und dem Gebiss eines Hundes: Beim Hundegebiss sind Eckzähne im Ober- und Unterkiefer (Fang- oder Hakenzähne) stark entwickelt. Die Backenzähne haben kleine Kauflächen und mehrere Spitzen, die kräftig genug sind, um auch Knochen zerkleinern zu können.
Der größte Backenzahn im Oberkiefer wird auch Reißzahn genannt. Das Kiefergelenk lässt kaum seitliche Kaubewegungen zu.