Ausgesetzt am Straßenrand… - oder doch: „Urlaub mit Hund“?

Leider kommt es immer wieder auch heute noch vor, dass Menschen ihren Hund einfach aussetzen, weil er nicht mehr zu ihrer Lebensplanung, und jetzt im Sommer insbesondere zur Urlaubsplanung, passt.

Im „besten“ Fall wird der Hund vor dem Tierheim oder an einer belebten Straße angebunden, sodass er zumindest schnell gefunden und versorgt werden kann. Ganz schlimm trifft es die Hunde, die einfach mitten im Wald angebunden werden, ohne Chance, freizukommen oder aber auf Hilfe von Passanten hoffen zu dürfen. Wir haben mit Steffi Krauß von Martin Rütter DOGS Fürstenfeldbruck/Starnberg über dieses brisante Thema gesprochen.

Welche Lösungen gibt es für Menschen, die ohne ihren Hund in den Urlaub fahren möchten?

Unsere Hunde sind Familienmitglieder. Meiner Meinung nach kann ein Urlaub nur Freude machen, wenn man seinen Hund entweder mitnimmt oder ihn zumindest optimal versorgt weiß in dieser Zeit. Dass Hunde zur Urlaubszeit immer noch einfach ausgesetzt werden, macht mich als Hundehalterin fassungslos und traurig. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es Menschen gibt, die diese Straftat begehen und danach tatsächlich noch ihren Urlaub genießen können!
Wer seinen Hund nicht im Urlaub dabei haben kann oder möchte, der sollte frühzeitig mit der Planung beginnen. Ich empfehle möglichst eine private Betreuung. Das können zuverlässige Freunde sein, aber auch Menschen, die selbst keinen Hund dauerhaft halten können (aus beruflichen Gründen oder wegen ihrer Wohnsituation). Durch mehrfaches vorheriges Kennenlernen können sie zu einer weiteren Bezugsperson für den Hund werden und „einspringen“, wenn die Familie verreist. Ein Haussitter, der mit dem Hund im vertrauten Umfeld wohnt, kommt ebenfalls in Frage. Oder eine kleine Hundepension.
In jedem Fall ist es wichtig, sich auch einen verlässlichen „Plan B“ zu überlegen für den Fall, dass die vorgesehene Betreuungsperson erkrankt!

Worauf muss man achten, wenn man den Hund bei Freunden oder Bekannten unterbringt?

Wenn die Freunde selbst einen Hund haben, sollten sich die beiden Hunde natürlich gut verstehen. Bereits mehrere Wochen vor dem geplanten Urlaub sollte geübt werden, den Hund für einige Stunden, später auch über Nacht oder für ein Wochenende dort zu lassen. Dann ist die Situation nicht mehr ganz neu für ihn.
Bestimmte Regeln für den Hund sollten festgehalten werden, z. B. ob und wo er ohne Leine laufen darf. Die Betreuer müssen über Allergien, Unverträglichkeiten etc. informiert werden. Für den Fall, dass sich der Hund verletzt oder krank wird, sollte der Kontakt zu seinem Tierarzt griffbereit sein, ebenfalls zur nächstgelegenen Tierklinik. Man möchte als Hundehalter vielleicht gar nicht darüber nachdenken: Aber es sollte genau festgehalten werden, welche Entscheidungen die Betreuungsperson in einer Notfallsituation für den Hund treffen darf.
Auch über eine mögliche Vergütung sollte vorab gesprochen werden, um Missverständnisse zu vermeiden. Die Übernahme eines Hundes kostet Zeit und wirbelt den gewohnten Alltag vielleicht etwas durcheinander. Revanchiert man sich, indem man bei nächster Gelegenheit den Hund des anderen betreut? Oder vereinbart man einen Tagessatz? Oder überlegt man sich ein wirklich schönes Mitbringsel aus dem Urlaub?

Wie findet man eine gute Hundepension?

Das ist leider gar nicht so einfach! Ich empfehle kleine Hundepensionen, die nur wenige Hunde gleichzeitig aufnehmen und direkt in der Familie betreuen. Von Zwingerhaltung und großen, weitgehend sich selbst überlassenen Hundegruppen rate ich entschieden ab. Es kann zu Mobbingsituationen unter den Hunden kommen, unerwünschtes Verhalten (z. B. Bellen am Zaun) wird von anderen „gelernt“, Stresssituationen werden nicht rechtzeitig erkannt etc.
Man sollte sich selbst ein Bild von der Pension machen dürfen, also alle Bereiche besuchen dürfen. Die Betreuer sollten sich Zeit nehmen, den Hund kennenzulernen, um ihn ideal integrieren zu können. Für genügend Auslauf, geregelten Sozialkontakt und auch Beschäftigung muss gesorgt sein. Übrigens ist in Deutschland für die Betreuung von Hunden eine Bescheinigung nach § 11 des dt. Tierschutzgesetzes erforderlich.

Hunde im Hotel sind häufig nicht gern gesehen. Woran liegt das?

Ich denke, das liegt an der Annahme vieler Hundehalter, dass JEDER Hunde so gern haben muss wie sie selber… Daraus entsteht oft störendes Verhalten für andere Hotelgäste und Hotelinhaber, wenn z. B. Hunde frei durch die Lobby laufen und fremde Menschen beschnüffeln oder gar anspringen. Wer seinem Hund zu Hause erlaubt, im Bett oder auf der Couch zu schlafen, sollte das im Hotel natürlich nicht zulassen. Und auch das Alleinbleiben im Hotelzimmer muss gegebenenfalls geübt werden, damit der Hund nicht in Stress gerät, zu bellen anfängt oder das Mobiliar annagt.
Wir alle sollten Rücksicht nehmen, wenn wir mit unseren Hunden unterwegs sind, egal, ob wir nun auf andere Hundehalter oder Nicht-Hundehalter treffen. Je besser unsere Hunde erzogen sind, umso unauffälliger und angenehmer werden sie für unser Umfeld. Das gilt auch im Urlaub!

Viele Hundeschulen bieten „Urlaub mit Hund“ an. Welche Möglichkeiten bietest du hierzu in deiner Hundeschule?

Unsere Region ist landschaftlich sehr schön und hat auch kulturell viel zu bieten. Wer seinen Urlaub im Raum Starnberg oder Fürstenfeldbruck verbringt, kann diesen mit individuell abgestimmtem Intensivtraining bei uns verbinden, sowohl im Gruppen- als auch Einzeltraining.
Außerdem bieten wir regelmäßige mehrstündige Hundewanderungen an, in denen wir die Gegend rund um den Ammersee und Starnberger See erkunden, zwischendurch schöne Beschäftigungsmöglichkeiten für die Hunde einbauen und natürlich auch gemütlich in hundefreundlichen Gasthöfen einkehren. So lassen sich Urlaub und Hund ideal miteinander verbinden!

Ein paar Worte zu deiner Hundeschule:

Seit 6 Jahren betreibe ich meine DOGS Hundeschule im schönen Fürstenfeldbruck und Starnberg. Ich möchte mir ein Leben ohne meinen eigenen Hund nicht vorstellen, ob nun im Alltag oder im Urlaub. Menschen und ihre Hunde zu begleiten und in jeder Lebenslage zu einem echten Team zusammenwachsen zu lassen, ist das Ziel unseres Trainings.
Dazu bieten meine Coachs und ich Kurse, Seminare und Vorträge vom Welpen bis zum Senior an. Ein wichtiger Schwerpunkt unserer Arbeit ist das Einzeltraining, in dem wir Kommunikationsmissverständnisse zwischen Hund und Mensch aus der Welt schaffen und den Grundstein für ein harmonisches Miteinander legen.