DOGS Tipp Februar: Aggressives Verhalten gegenüber großen, dunklen Hunden

Mein Hund flippt völlig aus, wenn er große dunkle Hunde (Rüden) sieht. Er tobt dann wie ein Wahnsinniger. Hört auf absolut nix mehr. Ich stehe dann hinter ihm, habe Mühe den rasenden Möp zu halten und schäme mich ganz übel. Sonst ist er ein sehr lieber Hund. Über Hilfe wäre ich sehr erfreut.

Gerade beim Training in Bezug auf gesteigertes aggressives Verhalten ist es wichtig zu wissen, warum ein Hund so reagiert, da ein Training dann immer auch speziell auf die Ursache abgestimmt sein muss. Ein Hundetrainer kann mithilfe von Tests herausfinden, welche Ursachen für ein Verhalten zugrunde liegen. Reagiert ein Rüde nur auf unkastrierte Rüden, kann sexuelle Konkurrenz Ursache für aggressives Verhalten sein. Sind tatsächlich nur Hunde einer bestimmten Farbe oder Rasse Auslöser, kann ein vorheriger Konflikt mit einem solchen Hund Auslöser sein. So reagierte ein Labrador Retriever allein schon auf das Auftauchen eines freundlich gesinnten Airedale Terriers mit stark aggressivem Verhalten, nachdem er Wochen vorher von einem anderen Airedale Terrier angegriffen wurde. Dabei war es nicht einmal zu einer Verletzung des Labrador Retrievers gekommen. Der Schreck allein reichte aus, um diesen so zu traumatisieren, dass er ab sofort bei allen Airedale Terriern nach dem Motto: „Angriff ist die beste Verteidigung“ reagierte.

Um die Begegnung mit großen, dunklen Hunden zu trainieren, bringen Sie Ihrem Hund zunächst einmal ein Alternativverhalten bei. Er kann z. B. lernen, einen Apportiergegenstand zu tragen, Sie anzuschauen oder aber Ihre Hand mit seiner Schnauze zu berühren, den sogenannten „Hand-Touch“. Denn wenn er eine Aufgabe hat, die ihm Spaß macht und für die es dann auch noch eine Belohnung gibt, braucht er sich nicht mit anderen Dingen zu beschäftigen. Anfangs trainieren Sie diese Übungen ohne Ablenkung, also nicht in Gegenwart anderer Hunde. Im zweiten Schritt soll Ihr Hund diese Übungen nun auch an der Leine durchführen, dazu muss er aber vorab gelernt haben, entspannt an lockerer Leine zu laufen.

Trägt er den Gegenstand auch über eine längere Strecke bzw. hält er den Hand-Touch oder den Blick für mehrere Schritte, trainieren Sie dies nun auch mit Ablenkung. Sie brauchen dazu einen Helfer, der mit einem kleinen, hellen Hund in einiger Entfernung wartet. Zu Beginn verhält sich dieser Hund dabei ganz ruhig, später darf er sich auch langsam und dann immer schneller bewegen. Wenn Sie dicht aneinander vorbeigehen können, ohne dass Ihr Hund den Gegenstand fallen lässt bzw. den Blickkontakt abwendet, bitten Sie einen anderen Helfer mit einem großen, hellen Hund zum Training dazu. Im nächsten Schritt soll Ihr Hund dann lernen, kleine, dunkle Hunde zu ignorieren, bis dann auch die Begegnung von großen, dunklen Hunden trainiert wird.

Bisher hatte Ihr Hund eine Alternative bei der Begegnung mit anderen Hunden. Im nächsten Schritt trainieren Sie nun, dass Ihr Hund entspannt bleibt, ohne sich mit etwas anderem zu beschäftigen, wenn große dunkle Hunde auftauchen. Machen Sie es sich dazu mit Ihrem Hund auf einer Decke gemütlich. In der Ferne taucht nun ein anderer Hund auf, der sich annähert, bis Ihr Hund ihn bemerkt. Der andere Hund darf jedoch nicht so nahe kommen, dass Ihr Hund aggressiv reagiert. Nun warten Sie, bis Ihr Hund sich wieder entspannt und gemütlich hinlegt. Daraufhin soll sich der Helfer mit dem anderen Hund entfernen. Schritt für Schritt nähert sich der Helfer mit dem anderen Hund nun immer mehr Ihnen und Ihrem Hund an. Anfangs beginnen Sie das Training auch hier mit einem kleinen, hellen Hund. Erst im letzten Schritt soll Ihr Hund dann lernen, auch bei der Annäherung von großen, dunklen Hunden zu entspannen.