DOGS Tipp Juli: Wenn Hunde alles fressen: Angst vor Giftködern

Manche Hunde sind Feinschmecker, andere sind Allesfresser.

Herr Lehmann, der Basset von Viola Schauenburg, gehört in jedem Fall zu letzteren. Denn der Rüde stopft alles in sich hinein, was er zwischen die Zähne bekommt.

Für Martin steht fest, wo das Problem liegt. Herr Lehmann ist auf dem Spaziergang ständig auf der Suche. Er hat eine gute Nase, ganz wie es dem ursprünglichen Zuchtgedanken des Bassets als Spurjäger auch entspricht. Doch wenn er sich nicht weiterhin selbst „beschäftigen“ soll, indem er Nahrung sucht, muss man ihm eine Alternative bieten. Er soll suchen dürfen, aber eben nur dann, wenn Viola ihm das Signal dazu gibt, und wenn, dann auch nur mit Viola zusammen. Herr Lehmann muss merken, dass er ohne Viola keinen Erfolg mehr hat, sondern nur gemeinsam mit ihr seine Bedürfnisse befriedigen kann.

Für das weitere Training hat Martin nun schon Vorbereitungen getroffen. Er hat im Park an drei Stellen Fleischwurst- und Käsewürfel unter einem Küchensieb aus Metall ausgelegt. Auf jedem Sieb befindet sich ein schwerer Stein, damit der Basset, wenn er die Leckerbissen findet, das Sieb nicht einfach wegschieben kann. Alternativ kann man für ein solches Training auch Bodenheringe benutzen, mit denen man das Sieb an zwei Stellen im Boden verankert. Viola fordert Herrn Lehmann nun auf, das Futter zu suchen. Auf das Signal „Such“ nimmt dieser auch sofort seine Nase nach unten und läuft los. Schnell hat er die erste Station gewittert und steuert zielstrebig darauf zu. Doch was ist das? Der Weg ans Futter ist ja versperrt? In dem Augenblick, in dem Herr Lehmann das Futter findet, soll Viola nun dazu kommen und sich richtig mit Herrn Lehmann freuen und diesen loben. Danach nimmt sie das Sieb an einer Seite ein wenig hoch, holt ein Stück Fleischwurst heraus und belohnt Herrn Lehmann damit. Dieser soll dadurch lernen, dass er das Futter zwar suchen darf bzw. sogar suchen soll, er jedoch die Hilfe von Viola braucht, um etwas von dem Futter zu bekommen. Daher soll Viola ihn auch nicht mit einem „Nein“ korrigieren, wenn er versucht, selbst an das Futter zu gelangen. Er soll ja schließlich nicht denken, dass es verboten wäre, das Futter aufzunehmen. Ein Verbot würde zukünftig nämlich eher dazu führen, dass der Hund das Fressen doch aufnehmen würde, wenn er sich außerhalb des Einzugsbereichs des Menschen bzw. unbeobachtet fühlt.

Da diese Aufgabe für Herrn Lehmann sehr einfach war, steigert Martin die Schwierigkeit nun. Herr Lehmann soll jedes Mal, wenn er ein Sieb mit Futter darunter findet, erst Kontakt mit Viola aufnehmen und sich auf ein Signal von ihr hinsetzen oder hinlegen. Dies fällt dem Rüden anfangs noch sehr schwer, denn dazu muss er ja den Blick von den begehrten Leckerbissen abwenden. Doch bereits nach wenigen Wiederholungen setzt sich Herr Lehmann von sich aus hin und schaut Viola an. Martin ist begeistert.

Viola und Herr Lehmann trainieren fleißig. Beim nächsten Training können die beiden Martin ihre Erfolge zeigen. Sogar ohne Leine setzt sich Herr Lehmann vor jedem Sieb, unter dem Futter liegt, hin.
Also geht Martin nun aufs Ganze. Er präpariert erneut eine Futterstrecke, dieses Mal mit leckeren Frikadellenbrötchen. Doch das Brötchen legt er einfach so auf den Weg, es ist nun nicht mehr durch ein Sieb gesichert. Viola kommt mit Herrn Lehmann den Weg entlang geschlendert. Herr Lehmann nimmt die Witterung auf, visiert das Frikadellenbrötchen an, und… setzt sich davor hin und schaut Viola erwartungsvoll an. Selbst als diese dann hingeht und das Brötchen einsammelt, bleibt er brav sitzen. Dafür gibt es natürlich ein Stückchen Frikadelle zur Belohnung.

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