DOGS Tipp Mai: Problemverhalten "An-der-Leine-ziehen"

Neben dem Tierarzt gibt es mittlerweile Tier-Physiotherapeuten, Ernährungsspezialisten und natürlich gibt es Hundetrainer für alle möglichen Beschäftigungsformen und Verhaltensprobleme des Hundes.

Scheinbar ist das Zusammenleben mit dem Hund immer schwieriger geworden. Doch woran liegt das? Werden unsere Hunde immer problematischer? Wie geht man mit dem Problemverhalten eines Hundes am besten um? Ausführliche Informationen zu vielen möglichen Problemen mit dem Hund sowie deren Ursachen und Lösungsansätze finden Sie im Buch „Problem gelöst mit Martin Rütter“.

Warum ziehen eigentlich so viele Hunde an der Leine? Steckt dahinter etwa dominantes Verhalten? Möchte der Hund seinen Menschen beherrschen, ihm zeigen, wo es langgeht? Tatsächlich muss man sich bei manchen Mensch-Hund-Teams, denen man unterwegs begegnet, fragen, wer hier wen führt. Zunächst einmal muss man aber die Frage klären, was das Angeleint-sein für den Hund eigentlich bedeutet. Ein Hund wird durch die Leine eingeschränkt! Er kann sich nicht in dem Tempo, welches ihm gerade passt, bewegen. Er kann nicht in die Richtung oder an den Ort laufen, wo er gerade hinmöchte. Für einen Hund ist eine solche Einschränkung erst einmal nicht verständlich. Er muss das Folgen an der Leine im Zusammenleben mit dem Menschen lernen, er muss lernen, sich an den Menschen und sein Tempo anzupassen.

Hinzu kommt, dass viele Menschen im Training der Leinenführigkeit kein spannendes Training, sondern ein notwendiges Übel sehen. Natürlich muss der Hund lernen, an der Leine zu laufen, aber wieviel mehr Spaß macht es doch, seinem Hund das Pfötchen geben oder das Überwinden von Hürden beizubringen! An der Leine laufen dagegen ist einfach nur langweilig. Aber wie soll Ihr Hund Spaß daran haben, wenn Sie selbst dabei nur negativ eingestellt sind und Ihrem Hund vermitteln, dass jetzt etwas furchtbar Langweiliges folgt?

Nun geht es los, das Training beginnt. Sprechen Sie Ihren Hund nun erst einmal an. Schaut er Sie daraufhin an, laufen Sie einen Schritt geradeaus. Ihr Hund wird neugierig auf das was da nun kommt, folgen. Da Sie wirklich nur einen Schritt nach vorne machen, wird die Leine dabei locker bleiben und Sie können Ihren Hund für diese tolle Leistung belohnen. Folgt Ihr Hund Ihnen immer aufmerksam an lockerer Leine für einen Schritt, erhöhen Sie die Schrittanzahl auf 2 bis 3 Schritte. Wechseln Sie nun die Anzahl der Schritte, mal belohnen Sie direkt nach einem Schritt, mal nach 2 oder 3 Schritten. Ihr Hund darf nie wissen, wann die Belohnung erfolgt, so bleibt er immer aufmerksam, denn es könnte ja bei jedem Schritt soweit sein!

Beim Leinenführtraining erwarten die meisten Menschen, dass der Hund möglichst schnell versteht, was man von ihm will. Wenn man ihm beigebracht hat, 3 Schritte ordentlich an der Leine zu laufen, sollten doch morgen 10 Schritte und übermorgen ein ganzer Spaziergang möglich sein. Oder etwa nicht? Schließlich möchte man ja auch irgendwann einmal vorwärts kommen. Viele Hunde werden beim Training der Leinenführigkeit oft überfordert. Die Schritte werden zu groß gestaltet, die ablenkende Umgebung ist nicht an den Trainingsstand angepasst. Haben Sie daher Geduld beim Training, achten Sie auf Ihren Hund und steigern Sie die Schwierigkeit immer nur angepasst an den Lernfortschritt Ihres Hundes. Beim Training der Leinenführigkeit dauert es genauso wie bei jedem anderen Training Monate bis zur Perfektion, bis Ihr Hund also wirklich in jeder Situation entspannt an der Leine geht. Haben Sie also Spaß am gemeinsamen Leinenführtraining mit Ihrem Hund und freuen Sie sich über jeden noch so kleinen Lernfortschritt.

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