DOGS Tipp Mai: Wenn der Hund nicht aus dem Napf trinken will ...

Berta trinkt praktisch nur aus der Gießkanne. Der Wassernapf kann randvoll daneben stehen. Aber sie trinkt, als sei sie völlig verdurstet, aus der Kanne. Wenn da nichts drin ist, trinkt sie aber deshalb nicht - oder nur selten - aus dem Napf. Wie erreiche ich, dass sie aus dem Napf trinkt?

Wenn ein Hund nicht mehr aus seinem Napf trinken will, kann dies unterschiedliche Gründe haben. Sehr häufig ist eine schlechte Erfahrung Ursache hierfür. Ein Napf aus Metall klappert, wenn der Hund ihn über harten Boden schiebt. Fällt der Metallnapf herunter, entsteht ein schepperndes Geräusch, was zu einem großen Schreck beim Hund führen kann. Manche Hunde erschrecken sich auch vor der Spiegelung, die bei einem Metallnapf entstehen kann. Überlegen Sie daher einmal, ob es nicht zu einem Vorfall gekommen ist, bei dem Berta sich beim Trinken erschrocken hat. Denn auch wenn der Vorfall an sich nicht gravierend war, sodass er dem Menschen kaum aufgefallen ist, kann der Schreck für den Hund sehr groß gewesen sein. Probieren Sie dann einfach einmal aus, ob Berta aus einem Napf aus anderem Material, wie z. B. aus einem Porzellan-Napf, trinkt.

Manche Hunde bevorzugen abgestandenes Wasser gegenüber frischem Wasser, sie trinken mit Vorliebe aus Pfützen am Boden. Dies sollte man jedoch nach Möglichkeit nicht zulassen, da dies vor allem im Sommer gefährlich für den Hund sein kann. Denn in warmen stehenden Gewässern, und damit auch in Pfützen, kann der Hund sich mit Bakterien anstecken und so z. B. an Leptospirose erkranken. Auch wenn man den Wassernapf des Hundes natürlich regelmäßig reinigen sollte, kann daher auch ein Zuviel an Reinigung Ursache dafür sein, dass Berta nicht aus ihrem Napf trinken will. Probieren Sie einmal aus, ob sich Bertas Verhalten ändert, wenn Sie ihren Napf nicht mit Spülmittel, sondern einfach nur mit heißem Wasser reinigen.

Manche Hunde sind auch einfach eigen, was den Geschmack des Wassers betrifft. Wenn Berta es bevorzugt, aus einer Plastik-Gießkanne zu trinken, hilft es vielleicht, einen Napf aus Plastik zu benutzen. Letztlich spielt es im Grunde genommen auch keine Rolle, woraus Berta trinkt, solange sie genug Wasser zu sich nimmt. Sie müssen also darauf achten, dass Berta möglichst regelmäßig Zugang zum Wasser hat. Wenn Sie nun aber nicht die Gießkanne ins Wohnzimmer stellen möchten, können Sie auch versuchen, ihr das Trinken aus dem Napf etwas schmackhafter zu machen. Dazu können Sie das Wasser im Napf mit ein wenig Leberwurst oder Joghurt vermischen. In dem Fall müssen Sie natürlich darauf achten, den Napf regelmäßig mit heißem Wasser zu säubern. Alternativ können Sie ihr auch eine größere Menge Wasser über ihr Futter geben, sodass Berta bei der Fütterung schon ausreichend Wasser zu sich nimmt.

Gerade in der kalten Jahreszeit und bei geringer Anstrengung brauchen Hunde auch gar nicht so viel Wasser. Bei einer Fütterung mit Trockenfutter und normaler Raum- und Umgebungstemperatur brauchen sie etwa 40 bis 50 ml Wasser pro Kilogramm Körpergewicht am Tag. Wenn Berta also beispielsweise 10 Kilogramm wiegt, braucht sie lediglich ca. 400 ml Wasser am Tag. Bekommt sie Fleisch oder Gemüse (bzw. Nassfutter), reduziert sich die minimal benötigte Wassermenge noch einmal um ein Vielfaches, dann benötigt sie lediglich 50 ml! Die von Berta benötigte Menge müssen Sie nun natürlich noch in Bezug auf das Gewicht umrechnen, sowie die Umgebungstemperatur und die Auslastung berücksichtigen. Wie jedoch deutlich wird, erscheinen uns Menschen diese gerade genannten Mengen auf den ersten Blick als sehr wenig. Bitte überprüfen Sie daher zunächst einmal den tatsächlichen Bedarf von Berta sowie die Menge, die sie täglich trinkt.