Ein Hund unter dem Weihnachtsbaum...

Weihnachten, strahlende Kinderaugen und ein niedlicher Welpe unter dem Weihnachtsbaum… Der Dezember naht und mit ihm die Zeit der Weihnachtsvorbereitungen.

Die Menschen beginnen spätestens jetzt, sich Gedanken über ein passendes Weihnachtsgeschenk zu machen. Und leider ist ein Welpe als Geschenk unter dem Weihnachtsbaum für viele immer noch das Highlight. Die Probleme lassen dann jedoch meist nicht lange auf sich warten... Wir haben mit Vera Schmitz von Martin Rütter DOGS Mainz/Bad Kreuznach und Wiesbaden/Eschborn gesprochen.

 

Warum sollte man Menschen nicht mit einem Welpen als Weihnachtsgeschenk überraschen?

Nach meinem Empfinden sollten Tiere - denn dieser Grundsatz gilt nicht nur für Hunde -überhaupt nicht verschenkt werden. Jeder, der die Verantwortung für ein Tier übernimmt, sollte sich selbst, und das mit allen Konsequenzen, dazu entscheiden. Denn was passiert mit dem Tier, wenn der Beschenkte eben diese Verantwortung nicht übernehmen möchte? Abgabe ins Tierheim? Weiterverkauf über das Internet oder gar das Aussetzen des Tieres? Ein Tier zu behalten, obwohl man selbst gar nicht davon überzeugt ist, kann auch keine Lösung sein.
Ein Lebewesen als Geschenk sollte daher, wenn überhaupt, vorab immer mit dem Beschenkten abgesprochen sein und dieser sollte sich selbst für das Tier entscheiden können. Ein seriöser Züchter/eine seriöse Tierschutzorganisation wird keinen Welpen/Hund verkaufen, ohne dessen zukünftige Bezugsperson vorher kennen gelernt zu haben und umgekehrt würde ich niemandem empfehlen, Züchter oder Tierschutzorganisationen zu unterstützen, die dies tun.

 

Welche Probleme können auftreten, wenn ein Hund gerade an Weihnachten in die Familie aufgenommen wird?

Zu Weihnachten und um den Jahreswechsel ist in den meisten Familien sehr viel los. Für den Welpen ist ein Ortswechsel, die Trennung von seiner bisherigen Bezugsperson sowie von Mutter und Geschwistern ein erheblicher Einschnitt in sein junges Leben. Mit dem Umzug hat er durch die neue Wohnung, neue Menschen usw. schon genügend Veränderungen zu verarbeiten. Man sollte ihm ein paar Tage Zeit geben und ihn langsam an alles Neue heranführen. Familienfeste überladen da meist die Reizschwelle.
Zudem lauern durch Weihnachtsbaum, Deko, Kekse und Schokolade zusätzliche Gefahren auf die kleinen neugierigen Fellnasen. Aber auch für einen erwachsenen, tendenziell unsicheren Hund wäre das alles zu viel. Die Neuankömmlinge sollen sich in ihrem neuen Zuhause ja wohlfühlen.

 

Sollte man dann gar keine Hunde zu Weihnachten verschenken?

Wie zuvor erwähnt, halte ich Weihnachten für einen ungünstigen Zeitpunkt, selbst dann, wenn der/die Beschenkte von Beginn an beteiligt wurde. Zudem folgt im Anschluss an das Weihnachtsfest der Jahreswechsel und gerade das Silvesterfeuerwerk führt bei vielen Hunden zu Furcht. Ich würde grundsätzlich empfehlen, den Einzug in Abstimmung mit dem Züchter oder der Tierschutzorganisation auf einen Zeitpunkt nach den Feiertagen zu legen. Es ist besser, wenn man den Hund an den aufregenden Tagen noch in seinem vertrauten Umfeld belässt. Und ich finde es besonders ratsam, die noch frische Mensch-Hund-Beziehung nicht gleich auf die Probe zu stellen. Alternativ kann man auch einen Gutschein oder Zubehör für das Tier verschenken.

 

Viele Menschen merken erst, wenn der Hund da ist, wie aufwendig die Haltung eines Hundes ist. Wie kann man verhindern, dass der Hund nach kurzer Zeit doch wieder im Tierheim landet?

Sicherlich ist allen geholfen, wenn schon im Vorfeld klar ist, welche Bedürfnisse das jeweilige Tier hat. Ein Hund muss nicht nur gefüttert und gestreichelt, sondern auch mehrmals täglich "Gassi" geführt werden - und das bei jedem Wetter. Auch die notwendige Erziehung erfordert viel Zeit, Einfühlungsvermögen, Konsequenz und Sachverstand. Ein Hund sollte zudem seiner Veranlagung nach entsprechend beschäftigt werden.
Ferner ist nicht jedem bewusst, welche Kosten durch die Haltung von Hunden anfallen. Neben Futter und Tierarztkosten sind noch zusätzliche Kosten für Steuer, Versicherung und gegebenenfalls Hundetraining einzuplanen. Ebenfalls sollte der zukünftige Halter sich vorab überlegen, wo er das Tier im Urlaub oder Notfall unterbringen kann.

 

Wie findet man denn den passenden Hund für sich?

Bei der Auswahl des Hundes sollte unter anderem darauf geachtet werden, dass Mensch und Hund charakterlich zueinander passen und ähnliche Bedürfnisse haben. Es macht wenig Sinn, wenn ein sehr gemütlicher und häuslicher Mensch plötzlich einen sehr sportlichen, aufgeweckten Hund sein Eigen nennt. Und vielleicht ist in der ein oder anderen Lebenssituation auch ein bereits erwachsener Hund die bessere Wahl als ein Welpe.
Damit der zukünftige Hundehalter auch ein glücklicher Hundehalter wird, macht es Sinn unser Angebot „Beratung vor der Auswahl und Anschaffung eines Hundes“ zu nutzen.

 

Ein paar Worte zu deiner Hundeschule:

Seit Mitte 2007 betreibe ich im Raum Mainz/Bad Kreuznach und Wiesbaden/Eschborn meine Hundeschulen für Menschen und beschäftige seit 2011 weitere Trainer.
Ich selbst bin viel mobil tätig und habe mich den unsicheren/ängstlichen Hunden verschrieben und zusätzlich eine Trainerausbildung für Diabetikerwarnhunde absolviert.
Meine bei mir beschäftigten Trainerinnen Alexandra Grün und Anja Pallhuber sind überwiegend im Raum Bad Kreuznach tätig und „beDOGSen“ neben Einzeltraining mit einem ausgewählten Kursprogramm unsere Kunden. Im Angebot haben wir unter anderem: Agility, Mantrailen, Fährtentraining, Rally Obedience, Hoopers und natürlich Kurse wie Training im Alltag für junge und erwachsene Hunde.
Weitere Informationen finden Sie unter www.martinruetter.com/mainz und www.martinruetter.com/wiesbaden.