Ein Rückblick zum Aktionstag „Giftköder verweigern“

Am 18.03.2018 fand in unseren DOGS Hundeschulen in Deutschland, Österreich, Südtirol und der Schweiz der Aktionstag „Giftköder verweigern“ statt. Giftköder ist alleine durch die sozialen Medien ein leidiges Thema und dadurch insbesondere bei Hundemenschen in aller Munde. Leider können wir nichts gegen diese unsinnigen und abscheulichen Taten tun, was wir aber tun können, ist unsere Hunde in hohem Maße zu beeinflussen und womöglich dadurch ihr Leben retten…

Abgabesignal "Aus"

Anzeigen/Verweisen von Fressbarem

Freigabesignal "Nimm"

Tabuisieren von Dingen, die auf dem Boden liegen

Vortrag zum Thema "Giftköder verweigern"

Wir schauen rückblickend auf den DOGS Aktionstag am Beispiel des Standortes Martin Rütter DOGS Wien:

Conny, in deiner DOGS Hundeschule in Wien war ja dem Thema „Giftköder verweigern“ ein ganzer Tag gewidmet. Was sind denn die Probleme, die die Menschen im Alltag in Bezug auf das Thema haben?

Die meisten Menschen haben glücklicherweise noch keine direkten Erfahrungen mit Giftködern gemacht, sind sich aber sehr wohl bewusst, dass ihre Hunde gerne mal Einiges vom Boden aufnehmen. Gerade deswegen kamen die meisten von ihnen quasi vorbeugend am 18.03. zu unserem „Giftköder verweigern“- Seminartag.
Bei uns ging es vor allem darum, den Menschen zu vermitteln, dass es nicht DEN einen Trainingsweg gibt, sondern es ja nach Situation und Hund zu bewerten ist, wie man jeweils vorgeht.

Welche Trainingsmöglichkeiten habt ihr am Aktionstag durchgenommen?

Natürlich sind nachhaltige Erfolge nur mit regelmäßigem Training möglich. Wir haben den Teilnehmern an diesem Tag aber viele verschiedene Möglichkeiten gezeigt, wie sie reagieren sollen, wenn ihr Hund in Kontakt mit gefundenem Fressen kommt. Dazu gehören unter anderem:

  • ein gut trainiertes Aus-Signal (bspw. auch bei Würstchen)
  • ein Anzeigen und Apportieren von gefundenem Futter
  • das grundsätzliche Tabuisieren von Dingen, die auf dem Boden liegen
  • ein perfekter Rückruf
  • und jede Menge Beschäftigung, damit der Hund unterwegs nicht zu selbständig wird

Wie und wann man diese Möglichkeiten einsetzt, ist immer von der Situation und auch dem jeweiligen Hund abhängig! Ein mit Scherben gespickter Köder wird beispielsweise lieber ausgespuckt oder erst gar nicht aufgenommen als apportiert.

Was ist für die Menschen am schwierigsten?

Timing! Eindeutig. Gerade beim Jagdverhalten (und gefundenes Fressen ist nichts Anderes als Jagdverhalten) geht es darum,  das so genannte Appetenzverhalten - also die Handlungsbereitschaft für die Suche – richtig und frühzeitig zu erkennen und bereits hier zu reagieren. Häufig muss der Hund aber erst irgendetwas im Maul haben, damit der Mensch reagiert. Es geht also darum, frühzeitig einzuwirken...und dies eben am besten dadurch, den Hund von vornherein ausreichend zu beschäftigen, damit er erst gar nicht auf andere Gedanken kommt.
Dazu kommt, dass Menschen häufig panisch reagieren, wenn der Hund etwas Gefundenes aufnimmt. Damit machen sie sich für den Hund automatisch zum „Störer“ der Situation, folglich wird er umso schneller versuchen, seinen Fund abzuschlucken. Die Erwartungshaltung des Hundes in solchen Situationen zu ändern ist deswegen sehr wichtig! 

Und was fällt den Hunden schwer?

Natürlich den Versuchungen zu widerstehen. Offen gesagt sind wir Menschen da aber auch oft sehr unklar, was die Situation für den Hund immer schwieriger macht. Da werfen wir manchmal einen Keks auf den Boden, den der Hund haben darf und lassen ihn fliegenden Bällen hinterherlaufen und erwarten von ihm, selbst zu entscheiden, wenn etwas ungenießbar ist. Wir müssen also viel klarer sein in unseren Regeln und generell verbieten, Dinge unaufgefordert vom Boden aufzunehmen, es sei denn wir geben ein Signal wie „Such“ oder „Nimm“ dazu. Das kann man z. B. wunderbar in der Küche üben: beim Karottenschneiden lässt man immer wieder ein Stück fallen und stellt den Fuß darauf, falls der Hund direkt hin möchte. Er soll lernen, erst beim Menschen abzufragen, ob er auch darf. Nimmt er also Blickkontakt auf oder wartet geduldig, kann man ihm das Futter frei geben.

Was gibt es neben dem Training noch Wichtiges zu beachten?

Mein wichtiges Anliegen ist vor allem „Positive Campaigning“ für Hunde zu betreiben, damit Tierhassern nicht noch mehr Gründe geboten werden, solch irre Sachen zu machen. Natürlich handelt es sich ja sehr häufig gar nicht um zielgerichtete Attacken, aber dennoch ist diese Form der Vorfälle mit Abstand die übelste. Wir sollten also alle miteinander darauf achten, dass Hunde im Freilauf andere Menschen oder Tiere nicht belästigen und wir sie nicht gegen Dinge markieren lassen, die einen Wert haben. Hinterlassenschaften sollten wir natürlich wegräumen. So banal das auch klingt: ein Blick auf die Straße genügt, um zu sehen, dass es leider sehr häufig noch ganz anders aussieht.

Martin Rütter DOGS Düren/Euskirchen stellt ein erfolgreiches Mensch-Hund-Team beim Training "Giftköder verweigern" vor. Toll gemacht! HIER geht's zum Video.  

Weitere Seminare, Kurse und Themenvorträge zu diesem Thema werden regelmäßig von unseren DOGS Hundeschulen angeboten: