Kromfohrländer

Ein Artikel unserer DOGS Partnerin Heike Kleinhans (Martin Rütter DOGS Bielefeld/Gütersloh)

Erst 1955 international anerkannt ist der Kromfohrländer einer der jüngsten Rassehunde Deutschlands. Trotzdem ist man sich über seinen Ursprung oder vielmehr seine Entstehung nicht völlig einig.

Fest steht, dass die Siegenerin Ilse Schleifenbaum den mittelgroßen Gesellschafts- und Begleithund um 1945 erstmals „zufällig“ züchtete. Sie nahm einen streunenden Hund amerikanischer Soldaten auf, der ihre Foxterrierhündin Fiffy deckte. Viele Quellen behaupten, dass der Rüde ein Grand Griffon Vendéen mit Namen Peter gewesen sein soll - mindestens genauso viele bezweifeln allerdings, dass aus diesen beiden Rassen ein Hund wie der Kromfohrländer entstanden sein kann. Die kleinen Mischlinge gefielen Ilse Schleifenbaum jedenfalls so gut, dass sie die Verpaarung mehrfach wiederholte und schließlich eine eigenständige Rasse daraus entstehen lassen wollte. 1955 gelang ihr Vorhaben schließlich mit der Unterstützung des damaligen VDH-Geschäftsführers Otto Borner gegen den Widerstand vieler Zweifler. Der Name Kromfohrländer stammt von einem Tal bei Siegen, das „Krom Fohr" (Krumme Furche) genannt wird.

Wie beim Foxterrier unterscheidet man beim Kromfohrländer zwischen Rauhaar und Glatthaar. Die Rauhhaarvariante hat dichtes, raues Fell mit Bart und kurze, weiche Unterwolle. Der glatthaarige Kromfohrländer hat dichte, weiche Haare ohne Bart und ebenfalls kurze, weiche Unterwolle. Beide Linien sind 38 bis 46 cm groß. Die Rüden wiegen 11 bis 16 kg, die Hündinnen 9 bis 14 kg.

Es ist sehr schwierig, allgemeine Aussagen über rassetypische Eigenschaften des Kromfohrländers zu machen. Die Rasse ist wie beschrieben noch sehr jung und als Herkunft gesichert ist eigentlich nur die ursprünglich mütterliche Seite durch die Foxterrierhündin Ilse Schleifenbaums. Der Rassezuchtverein der Kromfohrländer bezeichnet ihn als „anpassungsfähigen, sensiblen und auch feinfühligen Hund mit Terrierblut“. Ähnlich wie der Foxterrier ist der Kromfohrländer auf jeden Fall ein agiler Hund. Die jagdliche Motivation soll zwar noch vorhanden, aber nicht mehr so stark ausgeprägt sein. Betont wird zudem immer die Anhänglichkeit bezogen auf seine Menschen - im Gegensatz dazu behält der Kromfohrländer Fremden gegenüber aber eine scheue Distanz und Zurückhaltung.

Als Anfänger- und Familienhund ist der Kromfohrländer insofern nur bedingt geeignet. In einem Haushalt mit Kindern, wo häufig Besuch empfangen wird und es auch mal ein bisschen lauter und stürmischer zugeht, kann der sensible Hund schnell überfordert sein. In jedem Fall braucht er Menschen, die zum einen sehr konsequent bei seiner Erziehung sind - denn seine Vorfahren Foxterrier sind eher selbstständige Hunde und neigen dazu, schnell eigene Entscheidungen zu treffen. Zum anderen sollten die Menschen darauf achten, dass sie Verantwortung für den Kromfohrländer übernehmen und er Begegnungen mit Fremden nicht allein regeln muss. Hilfreich ist dabei auch eine Gewöhnung an viele unterschiedliche Menschen und Reize bereits in der frühen Sozialisierungsphase.

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