Die „richtige“ Hundeschule – oder: Der „richtige“ Hundetrainer für mich und meinen Hund…

Ein Artikel unserer DOGS Partnerin Ramona Houscht (Martin Rütter DOGS Heidelberg/Mosbach)

Seit Jahren gibt es Fernsehformate wie „Der Hundeprofi“ oder „Der V.I.P. Hundeprofi“, es gibt „Hundenannys“, „Hundeflüsterer“ und „Hundepsychologen“– alle machen einerseits dasselbe, sie trainieren Hunde und ihre Menschen. Andererseits könnten die Unterschiede oft nicht größer sein, denn jeder Hundetrainer hat scheinbar seine eigene Methode, seine eigene Trainingsphilosophie. Doch fangen wir am Anfang an…

Recherchiert man als Hundehalter im Internet, führen bereits die Bezeichnungen der Tätigkeit zu Verwirrung. Da gibt es die klassische Hundeschule, Hundetrainer oder Coachs für Menschen mit Hund. Bei der Angebotsübersicht reicht das Angebot häufig von Welpengruppen über Einzeltraining bis hin zu Gruppenstunden. Ebenfalls werden spezielle Trainingsformen wie zum Beispiel Longieren, Mantrailing oder Hundesportarten wie Agility und Rallye Obedience angeboten. Die Anzahl an Hundeschulen und Hundetrainern und somit auch die Vielfalt an Angeboten für Hundehalter haben in den vergangenen Jahren stark zugenommen.

Diese Tatsache ist für den Menschen mit seinem Hund nur leider häufig verwirrender als hilfreich, denn: Wo es früher im Umkreis nur einen Hundetrainer gab, gibt es heute gleich zahlreiche Anbieter und der Mensch muss zunächst das Passende für sich und seinen Vierbeiner finden.

Wer nun an dieser Stelle denkt, dieser Text wird eine explizite Empfehlung aussprechen, der irrt, denn: Es ist wirklich wichtig, dass Mensch und Hund fündig werden – sowohl der Hundetrainer, der sich mit dem Team befasst, als auch die Vorgehensweise und das jeweilige Angebot muss passend sein – es gibt also gleich mehrere Aspekte zu beachten! Aber was kann ich bei der Suche beachten? Welche Dinge kann ich im Vorfeld vielleicht bereits erfragen/ ausschließen, um die richtige Wahl auch für mich zu treffen?

Auf der Suche nach dem geeigneten Angebot für Mensch und Hund ist es natürlich erst einmal wichtig zu wissen, was Ziel eines Trainings sein soll. Sucht  man ausschließlich nach einer speziellen Form der Beschäftigung, findet man zumindest schnell durch eine einfache Suche im Internet Hundeschulen, welche die jeweilige Beschäftigungsform anbieten. Im nächsten Schritt sollte man sich nun am besten durch ein persönliches Gespräch mit dem Hundetrainer oder aber zum Beispiel durch ein Probetraining informieren, wie der Unterricht durchgeführt wird. Werden einfach nur für alle Hunde gleich die Inhalte vermittelt oder wird die Vorgehensweise beim Erlernen individuell an das Mensch-Hund-Team angepasst? Denn nur so können sowohl Mensch, als auch Hund entspannt Neues lernen.

So geht es zum Beispiel beim Thema Belohnung und Motivation des Hundes oft um die Frage, wie der Hund belohnt werden soll. Die Aussagen von Hundetrainern reichen dabei von „niemals mit Futter“ über „immer ein Leckerli vor die Nase halten“. Lerntheoretisch macht eine Belohnung aber zum Beispiel nur dann Sinn, wenn der Hund sie auch wirklich als Belohnung ansieht. Man muss also immer individuell je nach Hund entscheiden, welche Art der Belohnung bei einem Training genutzt werden soll. Bevorzugt ein Hund beispielsweise ein Hetzspiel und geht darin auf, findet ein Leckerli aber wenig spannend?  Oder ist für ihn ein Stückchen Wurst alles, ein Ball aber nur ein runder Gegenstand, welcher nach zweimaligem Werfen uninteressant ist? Ein guter Hundetrainer wird Ihren Hund einschätzen und den richtigen Trainingsweg mit passender Belohnung auswählen.

Die Vorgehensweise beim Training unserer Hunde hat sich in den letzten Jahren stark gewandelt. So sollte man eigentlich davon ausgehen, dass Ausbildungsmethoden von früher der Vergangenheit angehören, doch leider findet man auch in heutigen Hundeschulen immer noch veraltete Trainingsmethoden.

Hunde hatten früher sehr häufig einen anderen Stellenwert als der Vierbeiner heute. Noch vor einigen Jahren wurden Hunde am Hof gehalten, um diesen zu bewachen. Sie hatten Aufgaben, wie Ratten und Mäuse zu fangen, den Menschen auf der Jagd zu begleiten und diesem als Helfer beiseite zu stehen. Diese Hunde wurden in der Regel nach ihrem Aufgabenfeld ausgesucht, hierfür angeschafft und durften der Arbeit nachgehen, wofür sie gezüchtet wurden.

Die Ausbildungsmethoden waren jedoch häufig schroff und die Hunde wurden lange Zeit unter Zwang zur Ausübung ihrer Aufgaben ausgebildet.

Beim Anlernen von Grundsignalen wie „Sitz“ und „Platz“ bediente man sich zum Beispiel vorrangig der negativen Verstärkung oder der positiven Bestrafung – nach heutigem Wissensstand sicherlich nicht der ideale Weg, einem Hund etwas beizubringen. So wurde der Hund zum Beispiel nicht für das Ausführen des Signals Sitz belohnt, um diese Ausführung zu verstärken und häufiger herbeizuführen, wie man es heute nach dem Prinzip der positiven Verstärkung trainiert. Nein, vielmehr wurde der Hund mit der Hand auf der Kruppe nach unten gedrückt. Der Druck wurde erst dann weggenommen, wenn der Hund sich gesetzt hatte.  Der Vierbeiner lernte also, dass der Druck nur dann nachlässt, wenn er ein unerwünschtes Verhalten einstellt. Anstatt den Hund zu motivieren, Handlungen auszuführen, wurde er somit vielmehr zur Ausführung bestimmter Handlungen gezwungen. Die Gabe von Leckerlis im Rahmen eines Trainings war dabei oft verpönt.

Zum Glück wurden diese Ausbildungsmethoden jedoch hinterfragt. Wissenschaftler sowie wissbegierige Hundetrainer konnten belegen, dass Hunde Handlungen auch durch ein anderes Training erlernen können und diese so erlernten Handlungen später auch zuverlässig auf Signal ausführen. Seitdem ist das Training über positive Verstärkung in den meisten Hundeschulen Standard, wenn es darum geht, dem Hund neue Verhaltensweisen beizubringen und zu etablieren. Natürlich ist an dieser Stelle wichtig zu sagen, dass nur mit Hilfe von Futter die Erziehung des Hundes nicht möglich ist, hierzu gehört weitaus mehr, wie zum Beispiel der Aufbau einer partnerschaftlichen Beziehung. Gerade bei Problemen mit dem Hund im Alltag wie bspw.bei Hunden, die unerwünscht Wild jagen, andere Hunde an der Leine anbellen, oder aber vielleicht sogar Herrchen nicht mehr auf die Couch lassen, wird klar, dass alleine durch ein Training mit positiver Verstärkung eine Beziehung zum Hund nicht definiert werden kann. Vielmehr geht es hier darum, den Hund im Gesamten zu verstehen, seine Bedürfnisse zu kennen und das gemeinsame Leben so zu gestalten, dass der Hund dem Menschen vertraut.

Und gerade in diesem Bereich unterscheiden sich die Trainingsphilosophien und Trainingswege der unterschiedlichen Hundetrainer oft in großem Maße. Wie finde ich nun den richtigen Trainingsweg für mich und meinen Hund? Welches ist DIE richtige Trainingsmethode?

„Den einen, richtigen Trainingsweg“ oder „die richtige Methode“ gibt es nicht!

Ein Hundetrainer, der sich damit rühmt, kann eigentlich bereits im Vorfeld ausgeschlossen werden, denn: Jeder Hund ist individuell! Wie soll es bei weit mehr als 400 Hunderassen „die passende Ausbildungsmethode“ geben, die auf jeden Hund zurechtgeschnitten werden kann?  Und nicht nur jede Rasse hat Eigenschaften, die es zu berücksichtigen gibt, nein – wirklich jeder Hund ist anders und einzigartig!

Dennoch gibt es natürlich Verhaltensweisen und Verhaltensmuster beim Hund, die gewissen Funktionskreisen zugeordnet werden können und Lerngesetze, denen man sich nicht widersetzen kann, da nur unter der Beachtung der Lerngesetze ein erfolgreiches Training zustande kommen kann. Ein guter Hundetrainer, muss sich daher zunächst einmal mit dem Lernverhalten von Hunden befasst haben. Wer die wichtigsten Lerntheorien verstanden hat, nur der ist in der Lage, sich diese beim Training zu Nutze zu machen und dem Menschen mit Hund in der Praxis näher zu bringen.

Hinzu kommt ein fundiertes Wissen bezüglich der Körpersprache und Kommunikation der Vierbeiner – ein „MUSS“ für jeden Hundetrainer, denn: Unsere Hunde sprechen nun einmal eine andere Sprache, die es zu verstehen und zu übersetzen gilt – nur so kann ein Hundetrainer auch ein Vermittler, ja sogar Dolmetscher zwischen Mensch und Hund werden. Aber: Die beste Beobachtungsgabe nützt nichts, wenn die Beobachtungen nicht ausgewertet werden können. Ein Hundetrainer muss Hunde daher sowohl lesen, als auch deren Sprache verstehen und sie dem Kunden erklären können. Denn nur so kann auch der Kunde lernen, die körpersprachlichen Signale seines Hundes zu erkennen und zu deuten, und wird dadurch seinen Hund immer besser verstehen.

Fragen Sie bei Ihrem Hundetrainer doch einmal nach: Wieso schnüffelt mein Hund gerade? Wieso zupft er am Grashalm, frisst ihn aber nicht? Weshalb duckt er sich immer ab und schleicht sich an andere Hunde an? Was bedeutet das? Was möchte mein Hund dem Gegenüber dadurch vermitteln? Diese und weitere Fragen sollte ein guter Hundetrainer beantworten können. Ein Training kann noch so gut sein – wenn ich nicht weiß, warum und weshalb mein Hund wie reagiert, so birgt dies immer eine Ungewissheit für mich als Mensch. Diese Ungewissheit bringt zwangsläufig eine Verunsicherung mit sich – denn: Wenn ich beispielsweise nur weiß, dass mein Hund sich in gewissen Situationen aggressiv verhält, ich aber nicht einschätzen kann, warum – so wird der Hund für mich als Mensch immer in gewissen Maße unberechenbar sein. Der Mensch kann dann dem Hund wiederum keine Führung geben und sich nicht souverän verhalten, wenn es Situationen gibt, mit denen er nicht umzugehen weiß – ein Teufelskreis für Mensch und Hund.

Was heißt das aber nun eigentlich?

Neben Kenntnissen über Lernverhalten, Körpersprache und Kommunikation muss der Hundetrainer noch etwas können: Er muss Inhalte an den Kunden vermitteln können – in Theorie und Praxis! Ein guter Hundetrainer muss also eigentlich ein guter Lehrer für den Menschen sein. Der Hundetrainer muss es schaffen, den Menschen so zu coachen, dass ein sinnvolles Training zwischen Mensch und Hund stattfindet. Wenn ein Hundetrainer einem Hund daher „Sitz“ prima beibringen könnte, so heißt dies noch lange nicht, dass er es auch schafft, dem Kunden zu vermitteln, was dieser tun muss, damit sein Hund „Sitz“ lernen kann.

Es mag banal klingen, ist aber oft von entscheidender Bedeutung.

Also, sieht man sich die bisherigen Eigenschaften eines guten Hundetrainers einmal genauer an, so hat man doch bisher eher den Eindruck einer Lehrkraft. Dies ist auch absolut richtig, aber: Das Händchen für Hunde gehört natürlich dennoch zwangsläufig für einen guten Hundetrainer mit dazu! Das „Händchen für Hunde“ besitzen wohl die meisten Trainerkollegen, denn: Mit der Materie „Hund“ und „Hundetraining“ befassen sich in der Regel nur die Personen näher, die bereits einige Zeit Freude daran gefunden zu haben, stundenlang mit dem Hund im Regen zu spazieren, die Wohnung auch zweimal täglich zu saugen (oder auch Haare zu dulden) und die nicht verstehen, wie man einen Hund als „stinkend“ bezeichnen kann, da sie ein solches Exemplar noch nie persönlich kennengelernt haben!

Man sollte nun meinen, die wichtigsten Eigenschaften eines Hundetrainers wären bereits genannt. Sind sie aber nicht, denn – es gibt eine wichtige Sache, die bei der Wahl eines geeigneten Hundetrainers absolut stimmen muss:

Die Persönlichkeit und den Umgang miteinander: Hundetrainer, Kunde und Hund!

Was nützt mir der Hundetrainer mit dem größten Wissensschatz, den besten Sprachkenntnissen, der längsten Berufserfahrung, DEM Händchen für meinen Hund und alle anderen Hunde, mit dem ich persönlich aber einfach nicht kann?

Die Antwort ist ganz einfach: Nichts!

Egal wie fundiert die Ausbildung ist, auf die ein Hundetrainer zurückgreifen kann, egal, welche Trainingsformen er in seiner Hundeschule anbietet – eines ist enorm wichtig: Die Harmonie muss stimmen und der Mensch muss sich wohlfühlen, denn nur dann und ausschließlich dann, kann eine entspannte Lernatmosphäre herrschen, die Mensch und Hund zu Gute kommt!

Ausschlaggebend für eine entspannte Trainingssituation ist also immer auch der zwischenmenschliche Umgang. An dieser Stelle sei gesagt: Nicht gleich nach der ersten Stunde die Flinte ins Korn werfen, weil es vielleicht Unstimmigkeiten gab – aber: Bringen Sie eine gewisse Skepsis mit und hören Sie auf Ihr Bauchgefühl. Ist Ihnen der Hundetrainer als Person sympathisch? Können Sie ihm ein gewisses Vertrauen entgegenbringen? Dann sind Sie dort genau richtig!

Ich selbst habe meine Ausbildung bei Martin Rütter DOGS absolviert. Bei Martin Rütter DOGS liegt der Schwerpunkt in der Ausbildung zum Hundetrainer zunächst einmal im Erlernen der Körpersprache und Kommunikation von Hunden. Jeder Hund wird individuell beobachtet, analysiert und eingeschätzt. Diese Vorgehensweise ermöglicht es, einen individuellen Trainingsplan für den einzelnen Hund zu erstellen. Da Hunde sehr fein visuell kommunizieren, muss aber auch immer die Körpersprache des Menschen beachtet werden. Wie häufig kommt es z.B. vor, dass der Mensch seinem Hund das optische Signal zum Suchen gibt, aber das Wort „Platz“ ausspricht? Missverständnisse und Frust sind auf beiden Seiten vorprogrammiert. DOGS beinhaltet daher auch immer die Beobachtung der gesamten Situation, damit alle möglichen Einflüsse beim Training berücksichtig werden können.

Bei der Arbeit nach DOGS wird im nächsten Schritt auch auf die Vermittlung der Inhalte Wert gelegt: Wie bringe ich dem Hund etwas bei? Was heißt das für den Menschen? Wie setze ich die einzelnen Schritte um? Der Mensch soll agierender Part sein, der Hundetrainer der, der sagt, was zu tun ist.

Dass Hundetrainer, Mensch und Hund auch persönlich gut zueinander passen, kann wohl kein Hundetrainer versprechen, sehr wohl aber einen höflichen, verständnisvollen und respektvollen Umgang mit Mensch und Hund, auf der Suche nach Unterstützung.

Die zuvor genannten Aspekte sollten selbstverständlich sein – und ich stehe dafür, als DOGS Coach mit meiner Martin Rütter DOGS Hundeschule Heidelberg/Mosbach.