Ein Hund unter dem Weihnachtsbaum?

Der Dezember ist da und mit ihm die Zeit der Weihnachtsvorbereitungen. Die Menschen beginnen spätestens jetzt, sich Gedanken über ein passendes Weihnachtsgeschenk zu machen. Und leider ist ein Hund als Geschenk unter dem Weihnachtsbaum für viele immer noch das Highlight. Die Probleme lassen dann jedoch meist nicht lange auf sich warten...

Ein Hund als Weihnachtsgeschenk, im schlimmsten Fall noch als Überraschungsgeschenk, davon sollte man in jedem Fall Abstand nehmen. Denn mit der Aufnahme eines Hundes in eine Familie sind nicht nur angenehme Dinge verbunden. Ein Hund kostet Geld und Zeit, er muss auch im Urlaub oder bei Krankheit des Menschen versorgt werden. All dies sind Dinge, die im Vorhinein gut überlegt werden müssen. Zudem muss ein Hund zu einem Menschen passen. Was ist, wenn gerade dieser Hund dem Beschenkten nun nicht gefällt? Auch wenn es sich um die bisher favorisierte Rasse handelt, können diverse Eigenschaften – ob nun das Aussehen oder aber auch das Verhalten betreffend – dazu führen, dass der Beschenkte sich nicht mit dem Hund anfreunden kann. Dann muss ein neues Zuhause gefunden werden, Stress für alle Beteiligten ist die Folge.

Oft genug ist aber die Begeisterung über das neue Familienmitglied in den ersten beiden Wochen noch groß. Wenn dann jedoch Ferienzeit bzw. Urlaub vorbei sind und der Alltag zurückkehrt, sieht dies schon wieder ganz anders aus. Sich im Urlaub um die Bedürfnisse eines Hundes zu kümmern, fällt leicht, denn schließlich kann man sich nach dem Spaziergang im kalten oder regnerischen Winterwetter wieder zu Hause bei einer Tasse Kaffee aufwärmen und ausruhen. Geht es danach jedoch ohne Pause direkt zur Arbeit, schwindet die Begeisterung über die zusätzliche Bewegung schnell. Nicht selten findet man diese Hunde dann auch ausgesetzt vor einem Tierheim oder dem Rastplatz der Autobahn. Ein solches Schicksal hat kein Hund verdient!

Zudem kommt hinzu, dass die Weihnachtsfeiertage schon ohne die Ankunft eines neuen Hundes für viele Menschen Stress bedeuten. Da werden Verwandte besucht, die oftmals auch weit entfernt wohnen, oder aber das eigene Haus ist voller Gäste. Es wird gekocht und vorbereitet, und in dem ganzen Trubel soll sich dann ein Hund in Ruhe an das neue Zuhause gewöhnen? Dies funktioniert nicht. Kommt ein Hund neu in eine Familie, sollte er in den ersten Tagen im neuen Zuhause zwar sämtliche dort lebenden Familienmitglieder kennen lernen, jedoch noch nicht mit fremden Menschen und Besuchern konfrontiert werden. Er muss erst lernen, welche Regeln im neuen Zuhause gelten und wer für welche Aufgaben zuständig ist, bevor er mit externen Kontakten und Gegebenheiten konfrontiert wird. Aus diesem Grund geben Tierheime und verantwortungsvolle Züchter einen Hund niemals an einem der Weihnachtsfeiertage bzw. kurz davor ab, wenn der Interessent nicht schon Wochen vorher ernsthaftes Interesse bekundet und den Hund regelmäßig besucht hat.

Wenn es dann also unbedingt ein Hund sein soll, warten Sie einfach noch ein paar Tage. Denn nur weil Ihr Hund noch weitere drei Tage im Tierheim oder beim Züchter bleibt, wird dies die Chancen auf eine gute Beziehung zu Ihnen nicht verringern! Schenken Sie stattdessen lieber einen Gutschein und holen Sie dann gemeinsam mit dem Beschenkten den neuen Mitbewohner ab – natürlich nachdem Sie ihn sorgfältig gemeinsam mit dem Beschenkten ausgewählt haben.

Aber auch generell gibt es speziell an Weihnachten einige Gefahren für Hunde. In der Weihnachtszeit gibt es bei vielen Menschen vermehrt Schokolade. Für Hunde sind solche Leckereien oft sehr verführerisch, achten Sie also darauf, dass diese für Ihren Hund nicht erreichbar sind. Schokolade enthält Theobromin, einen Wirkstoff, der für Menschen vollkommen ungefährlich ist, bei Hunden jedoch bis zum Tod führen kann. Es kommt in großen Mengen vor allem in Zartbitter- und Bitterschokolade sowie in Kochschokolade vor. Bereits der Verzehr von 20 g dieser Schokolade pro Kilogramm Körpergewicht können tödlich wirken! Für einen 10-kg-Hund wären also bereits 200 g (= eine Tafel) Kochschokolade tödlich. Vorsicht ist auch geboten, wenn man dem Hund immer wieder kleine Mengen Schokolade verfüttert. Hunde scheiden Theobromin nur sehr langsam aus, bei wiederholter Fütterung von Schokolade kommt es zu einer Anreicherung von Theobromin im Blut, die zu Vergiftungserscheinungen führen kann. Zudem kann es aber auch zu gefährlichen Magen- und Darmschäden kommen, wenn der Hund noch in Folie verpackte Schokolade frisst. Beobachten Sie in einem solchen Fall Ihren Hund gut. Bei einer Verschlechterung des Allgemeinbefindens wie erhöhter Temperatur (Die normale Temperatur des Hundes liegt bei etwa 38 Grad Celsius.), starkem Hecheln, Probleme beim Koten, aufgedunsenem Bauch oder auch Apathie sollten Sie sofort Ihren Tierarzt aufsuchen.

Achten Sie zudem darauf, dass Kerzen außerhalb des Einwirkungsbereiches Ihres Hundes stehen, mit der Rute hat der Hund schnell eine Kerze vom Tisch gewedelt und sich dadurch Verbrennungen im Fell oder an der Rute zugezogen. Auch der Weihnachtsbaum sollte sicher in einer Ecke stehen, denn mit der Rute heruntergewedelte Glaskugeln können zu Schnitten in den Pfoten führen. Schmücken Sie den Weihnachtsbaum daher am besten mit einer Lichterkette und Anhängern aus Stroh oder Kunststoff!