Traumberuf Hundetrainer?

Artikel aus der Zeitung crazy4dogs inklusive einem Interview mit Martin Rütter

Viele träumen bereits seit ihrer Kindheit davon: Einmal „etwas“ mit Hunden zu machen! Und so unrealistisch sind die Chancen gar nicht. Hunde sind in unserer Gesellschaft nicht mehr wegzudenken und auch der Markt zum Thema Hund wird immer größer. 

Alleine 5,5 Millionen registrierte (!) Hunde leben in Deutschland, 600.000 in Österreich, Tendenz steigend. Neben Tierärzten und Haustierfachgeschäften, hat sich in den letzten Jahren aber eine ganz neue Sparte etabliert: Nämlich Hundetrainer und -verhaltensberater. Gerade all jenen die sich viel mit Vierbeinern und ihrem Verhalten beschäftigen, schwebt dieser Traumberuf vor. Bei diesem Job gibt es aber nicht nur Sonnenseiten - welche Voraussetzungen man als Hundetrainer mitbringen muss, dazu haben wir einen der erfolgreichsten Hundetrainer im deutschsprachigen Raum gefragt: den Hundeexperten Martin Rütter.

Hr. Rütter: Sie selbst sind nun über 20 Jahre als Hundetrainer tätig, was hat sich in den letzten Jahren in der Branche verändert?

Das Berufsbild des Hundetrainers wird heute völlig anders wahrgenommen. Meine ersten Schritte als Trainer begannen in meiner Studentenzeit. Mein Wissen über Hunde und ihr Verhalten war zu dieser Zeit schon sehr ausgeprägt. Erst habe ich die Leute beim Spazierengehen im Kölner Stadtwald begleitet oder sie zu Hause besucht. Das war völlig neu und viele alt eingesessene Kollegen nahmen das gar nicht ernst. Mit der Zeit wurde den Menschen aber immer klarer, dass Hundeerziehung im Alltag beginnt und Sitz, Platz, Fuß im Hundeverein nur bedingt ihren Erfolg bringen. So wurde aus Dressur Erziehung. Ein weiterer Meilenstein ist natürlich die sich immer mehr durchsetzende Gewaltfreiheit in der Hundeerziehung. Wo vor ein paar Jahren Stachelhalsband, Leinenruck und militärische Kommandos noch ganz normal waren, behandelt man Hunde heute respektvoller und ohne Drill, das ist ein Riesenfortschritt!

Was muss in Ihren Augen ein Hundetrainer mitbringen?

Neben einem überdurchschnittlichen Interesse für Hunde und ihr Verhalten brauchen gute Hundetrainer vor allem Sozialkompetenz Menschen gegenüber. Das wird häufig unterschätzt. Ein guter Hundetrainer trainiert den Menschen im Umgang mit seinem Hund, nicht den Hund selbst. Daher muss man in erster Linie ein guter Menschen-Coach sein. Empathie, Geduld und Freundlichkeit gegenüber den Hundehaltern stehen dabei also an erster Stelle!

Sie bieten seit einigen Jahren in Ihrer Zentrale in Bonn selbst die Ausbildung zum DOGS Coach an. Welche Voraussetzungen gibt es dafür?

Im Prinzip kann jeder einsteigen: Vom Rechtsanwalt bis zur Lehrerin waren schon alle dabei. Neben den eben genannten „Soft Skills“, gibt es aber auch andere Komponenten, die stimmen müssen, schließlich wird man mit unserer Ausbildung in die Selbständigkeit entlassen. Auch unternehmerisches Denken und viel Fleiß und Engagement stehen da ganz weit vorne. Wer einen Betrieb gründen möchte, braucht aber auch ein finanzielles Polster. Einerseits muss die ca. 19 monatige Ausbildung neben dem täglichen Leben finanziert werden, andererseits fallen in jeder Selbständigkeit Nebenkosten an,die gedeckt werden müssen. Über 100 unserer DOGS Hundeschulen in Deutschland, Österreich, Südtirol und der Schweiz zeigen aber, dass man auch vom Hundetrainerdasein leben kann. Jedoch ist der Weg dahin keine Klassenfahrt. Auch das soziale Umfeld muss die Entscheidung mittragen und in allen Belangen unterstützen. Gerade die zeitliche Belastung wird hier oft unterschätzt.

Was sind die Besonderheiten an der Ausbildung zum DOGS Coach?

Gerade fachlich und inhaltlich vermitteln wir mit ca. 19 Monaten Ausbildung und über 100 Studientagen natürlich ein enorm großes Pensum an Fachwissen, das man in ein paar Wochenendkursen so nicht bekommt. Darüber hinaus bieten wir unseren Partnern einen festen Vertrag an, der bestimmte Gebiete innerhalb des Netzwerks zusichert, aber auch garantiert, dass es keinen Wildwuchs von Trainern geben wird. Nur so kann eine erfolgreiche Marke auch bestehen bleiben.