Wandern mit Hund

Ein Beitrag unserer DOGS Partnerin Franzi Müller (Martin Rütter DOGS Unterhaching/Bad Tölz und München)

Endlich raus aus dem Alltag und ab in die Natur zum Wandern – was bietet sich da mehr an als seinen Hund von der „lästigen“ Leine abzumachen und laufen zu lassen. Viel Platz zum Toben, spannende Gerüche, Bachläufe für einen kühlen Schluck Bergquell-Wasser. In einem Wort: „Freiheit“ pur. Das wünscht sich jeder Hundebesitzer für seinen Vierbeiner. Doch damit dies auch für beide Seiten ein Genuss wird, gilt es ein paar Punkte zu beachten:

Da wäre zum Beispiel das ewig leidige und zugleich wichtigste Thema „Der Rückruf“. Auch wenn man es selbst nicht gerne hört … wenn ein Vierbeiner im Alltag Zuhause schon nicht rückrufbar ist, so sollte dieser aus Sicherheitsgründen beim Wandern auf jeden Fall an der Leine bleiben. Dies hat diverse Hintergründe: Der Hund, der „mal eben jagen geht“ oder „nur mal schnell jedem entgegen kommenden Hund oder Menschen „Hallo“ sagen muss“ ist beim Wandern nicht gerne gesehen. In den Bergen kann ein „Nicht-Hören“ noch viel größere Konsequenzen haben als im normalen Alltag, denn hier drohen zusätzlich noch Gefahren bei ungesicherten Wegen. Daher Leckerlis oder Futtertube raus, ab in den Park und auf der täglichen Gassi-Runde den Rückruf trainieren.

Der zweite wichtige Punkt ist „Die Leinenführigkeit“. Es gibt immer wieder Situationen bei einer Wanderung, bei denen unsere Hunde aus Sicherheitsgründen an die Leine müssen. Meist sind das enge Passagen, wo es links und rechts steil bergab geht. Und da kann man nun wirklich keinen ziehenden oder wild nach vorne ausbrechenden Hund an der Leine gebrauchen. Auch hier ist es ratsam die Leinenführigkeit im Vorfeld zu üben. Und wenn Sie gleich beim Üben sind, empfiehlt sich gezielt ein „Lauf hinter mir“, „Lauf genau neben mir“ oder auch ein „Geh voraus“ zu trainieren, damit der Hund in jeder Berglage das richtige Signal kennt. Doch es gibt auch eine gute Nachricht für alle Hundebesitzer, die unter dem Syndrom „der muss immer vorne laufen“ oder „der zieht schon immer“ leiden: Schnallen Sie sich einfach einen Canicross-Gürtel (Hüftgurt für den Menschen) um, klicken Sie eine Jöring-Leine (Leine mit Ruckdämpfer) ein, ziehen Sie Ihrem Hund ein spezielles Zughunde-Geschirr an, und erklimmen Sie gemeinsam in Zusammenarbeit den Gipfel. Die Vorteile: Kein lästiger Rückruf, Sie sind gemeinsam als Team die Gipfelstürmer und es macht Hund und Mensch riesig Spaß.

Und dann gibt es noch den dritten und letzten Punkt, der beim Wandern beachtet werden muss: „Die Sozial(un)verträglichkeit“. Nicht jeder Hund mag andere Hunde, doch ist das ein Grund sich nicht dem Genuss der Berge hingeben zu dürfen?

Die Antwort ist: Nein! Auch sozial unverträgliche Hunde kann man mit auf seine Bergtour nehmen. Allerdings sollte man im Vorfeld folgende Fragen ehrlich beantworten:

  1. Kann ich meinen Hund im Falle des Falles halten, ohne dass ich 5 Meter hinterher geschliffen werde?
  2. Muss ich im Vorfeld Sicherheitsmaßnahmen treffen, wie zum Beispiel meinem Hund einen Maulkorb anlegen?
  3. Welche Route suche ich aus? Es ist dringend davon abzuraten, enge/steile und unüberschaubare Touren zu wählen. Man sollte sich immer bewusst machen, dass enge Situationen, in denen man nicht ausweichen kann, Aggression um ein Vielfaches verstärken und zudem enorm gefährlich für alle Beteiligten werden können. Daher der Tipp: Breite, gut überschaubare Wege bzw. Routen, welche über Almwiesen führen, auswählen.
  4. Wie aggressiv ist mein Hund grundsätzlich anderen Artgenossen gegenüber? Ist es eher „die mag nur kleine weiße Hunde nicht“ oder aber „beim Anblick eines anderen Hundes auf 500 Meter ist er schon kaum mehr zu halten“. Wenn wir vom zweiten Fall sprechen, gibt es nur eine richtige Lösung: Den Hund definitiv nicht mit in die Berge nehmen. Das ist viel zu gefährlich und endet oft in Stress und Frust für beide Seiten. Verbringen Sie lieber den Tag entspannt woanders und begeben Sie sich in gute Trainerhände, damit die nächste Bergsaison dann wirklich kommen kann. 

Unser Fazit

Rückruf, Leinenführigkeit, und evtl. auch ein Stopp bereits im Vorfeld üben, damit diese Signale dann am Berg zuverlässig funktionieren. Bei sozial unverträglichen Hunden sollte man sich immer die oben genannten 4 Punkte fragen und auch ehrlich beantworten. Ist man sich nicht sicher, sollte man kein Risiko eingehen und den Hund zu Hause lassen und lieber etwas anderes Schönes mit seinem Vierbeiner unternehmen.

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