Welpentraining

Ein Beitrag von DOGS Dozentin Andrea Buisman

Es ist soweit… der Besuch beim Züchter steht an, und nicht nur die Kinderherzen schlagen höher, wenn man den Garten betritt und die vielen kleinen plüschigen Welpen miteinander herumtollen sieht. Mit ihren großen Köpfen und den runden Augen, dem wuscheligen Fell und den tapsigen Pfoten schleichen sich die kleinen Vierbeiner sofort in alle Herzen. Wer kann da schon nein sagen, wenn dann die Frage der Kinder kommt: „Dürfen wir einen haben?“

Doch bevor man einen Welpen in die Familie aufnimmt, sollte man erst einmal genau überlegen, ob man bereit ist, diese Aufgabe und Verantwortung zu übernehmen. Denn so schön wie es ist, einen Welpen im Arm zu halten, sein weiches Fell zu streicheln, mit ihm zu spielen und mitzuerleben, wie er aufwächst, ist ein Welpe zunächst einmal nur eines: Ein kleines Lebewesen, welches – genauso wie ein Baby oder Kleinkind - viel Betreuung und Erziehung benötigt, und damit hauptsächlich erst einmal viel Arbeit bedeutet. Denn der kleine Welpe ist in der Regel noch nicht stubenrein, wenn er vom Züchter kommt. Das bedeutet, dass man alle 2 – 3 Stunden, sowie nach jedem Füttern, nach jedem Spiel und natürlich auch ein- bis zweimal in der Nacht mit dem Welpen nach draußen gehen muss, damit dieser lernt, wo er sich lösen soll. Der Welpe kann zudem noch nicht alleine bleiben, darf noch keine langen Spaziergänge machen und hat noch nicht gelernt, dass Möbel und Teppiche nicht angeknabbert werden sollen. Alles kein Problem, denken viele nun vielleicht. Mit dem Welpen nach draußen gehen, den Welpen füttern und mit dem Welpen spielen, für alle diese Aufgaben sind ja die Kinder der Familie zuständig. Sie sollen lernen, Verantwortung zu übernehmen, denn das ist ja einer der Gründe, warum der Welpe angeschafft werden soll. Leider ist dieser Gedanke jedoch in der Realität nicht umsetzbar. Natürlich können Kinder die Eltern bei der Versorgung eines Welpen unterstützen und gemeinsam mit den Eltern kleine Aufgaben übernehmen. Da sie jedoch selbst noch nicht erwachsen sind, kann man ihnen die Verantwortung für ein junges Lebewesen nicht vollständig übertragen. Die Hauptarbeit der Erziehung und Versorgung des Welpen wird damit bei den Eltern bleiben. Wenn Sie jetzt immer noch bereit sind, in den nächsten Wochen und Monaten viele Einschränkungen im Tagesablauf hinzunehmen und die Arbeit der Welpenerziehung mit Freude angehen wollen, steht der Aufnahme eines Welpen nichts mehr entgegen.

Doch bevor Sie nun die Zeitung aufschlagen und nach dem nächsten Inserat suchen, in welchem Welpen angeboten werden, sollten Sie sich Gedanken machen, welche Eigenschaften Ihr zukünftiger Hund haben soll. Als Welpe ist jeder Hund süß, egal welcher Rasse er angehört. Doch die Welpenzeit geht schnell vorbei, der kleine Hund wird erwachsen und entwickelt alle die Eigenschaften, die genetisch vorbestimmt sind. Der Kangal-Mix, der als Welpe wie ein Teddybär aussah und deshalb alle begeistert hat, hat sich mit einem Jahr zu einem stattlichen Hund entwickelt, der aufgrund seiner territorialen Motivation fremde Menschen nicht so gerne in Haus und Garten lässt und damit als Familienhund doch nicht so geeignet ist. Ein Hund wird, je nach Rasse, ca. 12 bis 15 Jahre alt, und soll Sie nach Möglichkeit ein Leben lang begleiten können. Lassen Sie sich daher von einem Fachmann beraten, welcher Hund am besten zu Ihrer Familie und Ihren Bedürfnissen passt. Haben Sie sich für eine Rasse entschieden, müssen Sie einen guten Züchter finden. Ein Mensch, welcher seine Welpen im Keller oder in der Scheune aufwachsen lässt, gehört mit Sicherheit nicht dazu. Welpen benötigen gerade in den ersten acht Wochen beim Züchter viele Anregungen und Reize, um sich zu einem souveränen, sicheren Hund entwickeln zu können. Adressen von guten Züchtern erhalten Sie z.B. beim VDH (Verband für das deutsche Hundewesen). Besuchen Sie den Züchter aber bitte immer vor Ort, schauen Sie sich an, wie die Welpen aufwachsen werden, lernen Sie die Mutterhündin kennen. Nur so können Sie sicher sein, dass die Aufzucht der Welpen wirklich seriös abläuft und Ihren Vorstellungen entspricht.

Dann ist es endlich soweit, der Welpe zieht im Alter von acht Wochen ein! Endlich kann das Abenteuer Hund losgehen! Aber bitte überfordern Sie den kleinen Welpen nicht direkt. Natürlich soll Ihr Welpe in den nächsten Wochen viel kennen lernen und viel mit Ihnen unternehmen. Dennoch muss er erst einmal bei Ihnen ankommen. Der Auszug vom Züchter, bei dem er seine Mutter und die Geschwister sowie die ihm vertrauten Menschen verlassen muss, ist erst einmal aufregend genug. Zeigen Sie ihm daher anfangs einfach nur das neue Heim, lassen Sie ihn Haus und Garten sowie alle Familienmitglieder kennen lernen. Auch wenn es noch so schwer fällt, und natürlich sämtliche Verwandte, Freunde und Bekannte schon neugierig auf den Familienzuwachs sind, warten Sie erst einmal ein paar Tage, bevor Sie Besuch empfangen. Ihr Welpe soll ja schließlich erst einmal zu Ihnen eine Bindung aufbauen. Er muss lernen, dass er Ihnen vertrauen kann, und dass Sie ab sofort die Elternrolle übernehmen. Um diese Bindung aufzubauen, können Sie kleine Ausflüge in die nähere Umgebung machen. Auf sogenannten Abenteuerspaziergängen zeigen Sie Ihrem Welpen die Welt. Spazieren Sie durch einen Wald mit seinen ganz eigenen Gerüchen, klettern Sie durch einen seichten Bach, den Ihr Welpe mutig überwinden muss. Werfen Sie Futterbrocken in ein Gebüsch, in das Ihr Welpe kriechen muss, um diese zu finden. Ihr Welpe lernt so spielerisch, dass das Leben spannend und aufregend ist, und er sich dabei immer an Ihnen orientieren kann. Tag für Tag können Sie die Ausflüge ausdehnen, und Ihrem kleinen Vierbeiner so Schritt für Schritt die Welt zeigen.

Was genau Sie noch alles bei der Auswahl Ihres Welpen und in den ersten Wochen, in denen der Welpe bei Ihnen ist, beachten müssen, können Sie im Buch Öffnet externen Link in neuem Fenster„Welpentraining mit Martin Rütter“ nachlesen. Hier finden Sie auch die Anleitung zum Aufbau der ersten Signale wie „Sitz“, „Platz“, „Bleib“, „Hier“ und „Fuß“.

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