Welcher Hund ist für Allergiker am besten geeignet?

Viele Menschen gehen davon aus, dass bestimmte Hunderassen – insbesondere Pudel, Labradoodles oder ähnliche Kreuzungen – für Allergiker besser geeignet seien. Begründet wird dies oft mit der Annahme, dass diese Tiere weniger haaren und dadurch weniger allergieauslösende Stoffe verbreiten. Doch stimmt das wirklich?
Das Hauptallergen, das beim Hund eine Rolle spielt, heißt Can f 1. Es kommt in Hautschuppen, Speichel und Urin vor und gelangt über Fell und Hausstaub in die Wohnräume. Ob ein Hund viel oder wenig haart, ist dabei nur ein kleiner Faktor. Entscheidend ist die tatsächliche Menge des Allergens, die in die Umgebung abgegeben wird.
Untersuchungen von Hausstaubproben aus Wohnungen verschiedener Hundebesitzer zeigten, dass es keinen bedeutsamen Unterschied zwischen Haushalten mit sogenannten „hypoallergenen“ Rassen und solchen mit anderen Rassen gibt. In einer weiteren Studie wurden sowohl Fell- als auch Staubproben verschiedener Hunde analysiert – darunter auch Pudel und Labradoodles. Interessanterweise fanden die Forschenden im Fell dieser vermeintlich allergikerfreundlichen Rassen sogar höhere Konzentrationen von Can f 1. In der Raumumgebung spiegelte sich das jedoch nicht wider. Vermutlich liegt das daran, dass Faktoren wie Reinigungsgewohnheiten oder Pflege eine größere Rolle spielen als die Rasse des Hundes selbst.
Die Ergebnisse machen deutlich: Der Begriff „hypoallergen“ oder „allergikerfreundlich“ ist irreführend. Keine Hunderasse ist frei von Allergenen, und es gibt keine Garantie, dass bestimmte Hunde keine allergischen Reaktionen hervorrufen. Vielmehr variieren die Allergenmengen stark von Tier zu Tier und werden zusätzlich durch Umweltbedingungen und den Umgang der Halter beeinflusst.
Studie
Nicholas et al. (2011)
Vredgoor et al. (2012)