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Brut- und Setzzeit – warum Rücksicht jetzt besonders wichtig ist

Jedes Jahr von etwa April bis Juli beginnt in unserer Natur eine besonders sensible Phase: die sogenannte Brut- und Setzzeit. In dieser Zeit bringen viele Wildtiere ihren Nachwuchs zur Welt – oft gut versteckt und für uns Menschen kaum sichtbar.

Rehkitze liegen regungslos im hohen Gras, Junghasen ducken sich am Wegesrand und viele Vogelarten brüten direkt am Boden. Was wie „verlassen“ wirkt, ist in Wahrheit eine überlebenswichtige Strategie: Die Elterntiere halten bewusst Abstand, um keine Fressfeinde anzulocken.

Genau hier entsteht jedoch ein Problem im Alltag mit unseren Hunden.

Warum unsere Hunde jetzt zur Gefahr werden können

Auch der liebste Familienhund bleibt biologisch gesehen ein Jäger. Schnelle Bewegungen, Gerüche und raschelnde Geräusche lösen instinktiv Verhalten aus – oft schneller, als wir reagieren können.

Und insbesondere während der Brut- und Setzzeit kann das schwerwiegende Folgen haben:

  • Rehkitze flüchten nicht, sondern drücken sich ins Gras
  • Bodenbrüter verlassen bei Störung oft ihr Nest
  • Jungtiere können durch Stress, Verletzungen oder Trennung von der Mutter sterben

Was viele Hundehalter unterschätzen: auch „nur stöbern“ ist ein Problem! Das Argument „Mein Hund jagt nicht, der will nur schauen.“ kann für viele Tiere schon den Tod bedeuten, denn es sorgt für:

  • massiven Stress
  • Energieverlust (der gerade für Jungtiere kritisch ist)
  • im schlimmsten Fall den Verlust der Deckung oder des Schutzes

Besonders tragisch wird es für ein Rehkitz, welches in den ersten Lebenswochen keinen Fluchtinstinkt hat. Es verlässt sich vollständig auf Tarnung. Riecht es nun durch den Kontakt zu einem Hund anders, wird die Mutter es nicht mehr annehmen. Das Todesurteil für den Nachwuchs!

 

Was bedeutet das konkret für deinen Alltag?

Während der Brut- und Setzzeit ist Rücksichtnahme entscheidend. Das bedeutet nicht, dass Spaziergänge keinen Spaß mehr machen dürfen – sondern dass wir sie bewusster gestalten. Deswegen gelten ein paar wichtige Verhaltensregeln:

  • Hunde möglichst anleinen oder sicher kontrollieren
  • Auf den Wegen bleiben
  • bekannte Wildgebiete meiden oder besonders aufmerksam sein
  • Sichtkontakt zum Hund halten 

In vielen Regionen gibt es zusätzlich eine Leinenpflicht – unabhängig davon gilt aber immer: Verantwortung geht vor Gewohnheit.

Der perfekte Anlass, um an wichtigen Grundlagen zu arbeiten!

Für viele Hundehalter fühlt sich die Brut- und Setzzeit wie eine Einschränkung an. Nutz diese für die Natur so wertvolle Zeit, um euer Training zu optimieren!

  • Orientierung am Menschen
  • Impulskontrolle
  • ein verlässlicher Rückruf
  • Alternativen zum Jagdverhalten 

Denn: Ein Hund, der ansprechbar bleibt, bedeutet mehr Freiheit – nicht weniger.

Übernimm Verantwortung für beide Seiten

Unsere Hunde sind Teil unseres Lebens – aber wir bewegen uns mit ihnen in einem Lebensraum, der auch anderen gehört. Die Brut- und Setzzeit erinnert uns jedes Jahr daran, dass Wildtiere keinen Einfluss auf unsere Entscheidungen, wir aber sehr wohl Einfluss auf ihre Überlebenschancen haben!

Wenn dein Hund draußen schnell in den „Jagdmodus“ schaltet oder du dir mehr Sicherheit wünschst, unterstützen wir dich gern. Mit einem durchdachten Training lassen sich Kontrolle, Orientierung und Ruhe auch in reizstarken Situationen aufbauen – fair, alltagsnah und nachhaltig. Mehr über unsere Trainingsmöglichkeiten findest du hier.

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