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Stress lass nach- Resilienz bei Hunden Teil 2

Resilienztraining

Resilienztraining

Durch ein paar Übungen vom Angsthasen oder aggressiven Nervenbündel zum immer-entspannten Alltagshelden? Die Persönlichkeit des Hundes wird sich durch Resilienztraining nicht grundlegend ändern. Durch Übungen im gemeinsamen Alltag von Mensch und Hund lässt sich die Resilienz aber aufbauen:

Impulskontrolltraining kann die Resilienz deines Hundes stärken und Impulskontrolle ist darüber hinaus in den unterschiedlichsten Situationen hilfreich: 

  • Wenn dein Hund sich nicht schon durch die halbgeöffnete Kofferraumtür drückt, um möglichst schnell den Spaziergang zu starten

  • Wenn dein Hund ohne dich anzuspringen darauf wartet, dass du ihm sein Spielzeug wirfst

  • Wenn dein Hund beim vorbeispringenden Eichhörnchen nicht zum Galopp ansetzt, sondern innehält und auf deine Reaktion wartet

  • etc.

In umso mehr Situationen dein Hund gelernt hat, seine Impulse zu kontrollieren, desto leichter kann er dies auf neue Situationen übertragen. 

Ein ruhiges Abwarten während des Aussteigens aus dem Auto kannst du deinem Hund z. B. beibringen, indem du die Autotür nur öffnest, wenn dein Hund wartet. Springt er auf, sobald die Tür einen Spalt weit offen ist, schließt du die Tür (Vorsichtig! Ohne den Hund einzuklemmen!) wieder und startest erneut, wenn dein Hund sich wieder zurücknimmt. Mehr Gelassenheit in Bezug auf sein Spielzeug kannst du deinem Hund z. B. beibringen, indem du ihn zunächst über sein bekanntes Bleib-Signal warten lässt, während du das Spielzeug in der Hand hältst. Schafft dein Hund das, steigerst du schrittweise den Reiz, indem du das Spielzeug auf den Boden legst, das Spielzeug hinter dir fallen lässt, das Spielzeug wegwirfst etc.

Das Festigen der Beziehung zu deinem Hund vermittelt diesem, dass du ein „sicherer Hafen“ für ihn bist, in den er sich im Zweifel auch zurückziehen kann. Um für deinen Hund ein verlässlicher, souveräner Bindungspartner zu werden, ist es wichtig, dass du ihn verstehst. Du solltest also die Körpersprache deines Hundes lesen lernen. Freut er sich z. B. auf das „Spiel“ mit dem Nachbarshund oder rennt er nur, weil er durch das stürmische Auftreten des anderen überfordert ist? Empfindet dein Hund das Tätscheln am Kopf wirklich belohnend oder würde ein Leckerli nach erfolgreichem Rückruf nicht eher zeigen, dass du weißt, was dein Hund mag?

Besonderes Augenmerk solltest du auf das Erkennen von Stresssignalen wie starkes Hecheln, erweiterte Pupillen oder eingeklemmte Rute legen. Nur so kannst du beurteilen, wie viel du deinem Hund ohne Unterstützung oder im Rahmen des Trainings sinnvoll zumuten kannst.

Das wichtige Verständnis für deinen Hund bedeutet nicht, dass du ihm jeden Wunsch erfüllen sollst. Durch konsequentes Auftreten und faire, aber klare Regeln bist du für deinen Hund verlässlicher. Und in unsicheren Situationen wendet man sich eher jemandem zu, der schon oft wusste, was zu tun ist. 

Gemeinsame Erlebnisse schweißen euch weiter zusammen. Die meisten Erlebnisse sollten dabei grundsätzlich positiv sein. Ihr dürft euch aber auch gern angemessene Herausforderungen suchen, die ihr gemeinsam bewältigen könnt.

Anregende Beschäftigung unterstützt das Training auf mehreren Wegen. Ähnlich wie beim Menschen hilft Auslastung beim Abbau des Stresspegels und beugt somit dauerhaft anhaltendem Stress vor. Zusätzlich fördert es das Verhaltensrepertoire deines Hundes, wenn er durch Kreativität zum Ziel kommt. Probiere ruhig mehrere Beschäftigungsmöglichkeiten aus, um herauszufinden, wie du deinen Hund angemessen auslasten kannst – und was euch beiden Spaß macht. Denn wenn sich dein Hund z. B. auf dem Spaziergang durch Buddeln vor allem selbst Beschäftigung sucht, verpasst du eine gute Möglichkeit, um die Kreativität deines Hundes durch Varianten gezielt zu fördern und durch gemeinsame Aktionen eure Bindung zu stärken. Des Weiteren zeigen Studien, dass gemeinsames Spiel nicht nur das Stresslevel des Hundes, sondern auch des Menschen senkt.