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Die Welpen kommen....

Eine Welpe zieht ein...

Da hat man ihn nun vor sich: Ein weiches Knäuel aus Fell auf vier Pfoten, ausgestattet mit einem herzerweichenden Blick! Mit dem proportional zu großen Kopf und den runden Kulleraugen, beides Merkmale des sogenannten Kindchen-Schemas, zaubert jeder Welpe ein Lächeln in das Gesicht seines Betrachters und löst bei ihm Wohlwollen aus. Verpackt in diesem süßen Äußeren steckt in der Regel jedoch auch ein großer Schalk mit jeder Menge Flausen im Kopf!

Genau so, wie ein Welpe alle Chancen und Möglichkeiten der Hundeerziehung bietet, kann es auch dazu kommen, dass den Zweibeinern die Erziehung über den Kopf wächst und sich erste Problemchen und Probleme zeigen. Damit es möglichst gar nicht erst so weit kommt, gilt es ein paar Grundregeln zu beachten. Zunächst sollte der Welpe aus einer seriösen Zucht stammen. Ob es sich dabei um einen Rassehund handelt oder um Welpen einer Zufallsverpaarung, ist nicht entscheidend. Mit seriöser Zucht ist hier der verantwortungsbewusste Umgang mit den Elterntieren wie auch mit den Welpen gemeint. In einer „Massenproduktion“ oder bei ausschließlicher Zwingerhaltung der Tiere bleibt nicht genug Zeit bzw. Gelegenheit, die Welpen optimal auf ihre Zukunft in unserer Gesellschaft vorzubereiten.
Und gerade die ersten Lebenswochen (bis ca. zur sechzehnten) sind entscheidend für die Entwicklung des Welpen. Wer die ersten zehn Wochen beim Züchter beispielsweise nur Feld, Wald und Hunde mit gleichem Aussehen kennen gelernt hat, wird sich mit einem städtischen Umfeld oder mit einem Hund mit ganz anderen Ausmaßen und Farben gehörig schwertun. Jetzt heißt es, den Welpen schnellstmöglich auf seine zukünftige Umwelt vorzubereiten und mit allen wichtigen Reizen vertraut zu machen.
Hast Du die Geburtsstätte Deines Welpen als gut bewertet, solltest Du die nächsten Wochen trotzdem dazu nutzen, ihm die verschiedensten Sachen in kleinen Schritten zu zeigen. Doch Vorsicht, kein Welpe ist in diesem Alter schon für lange Spaziergänge bereit. Trage ihn zu den Reizen, die Du ihm präsentieren möchtest, wenn der Weg bis dahin zu lang ist! Dort kannst Du ihn dann auf den Boden setzen und Dich mit ihm beschäftigen. Dann merkt Dein Welpe auch schnell, dass Du viel spannender bist als die Umwelt. Wenn der Kleine dann ganz entspannt ist und sein Umfeld nicht mehr allzu aufregend findet, gehst Du wieder mit ihm nach Hause, damit er die erlebten Reize verarbeiten kann.
Überlege, was oder wem Dein Hund in seinem Leben wohl alles begegnen wird. Zeige ihm Kinder, Personen in ungewöhnlichem Outfit, Menschen mit Gehbehinderung. Fahre mit ihm Bus oder Straßenbahn. Nimm ihn in Geschäfte und ein Restaurant mit, fahre Aufzug und, und, und! Aber bitte nicht alles innerhalb weniger Tage aneinanderreihen. Auch ein Zuviel ist für Welpen nicht förderlich. Die Kleinen brauchen genug Zeit und Ruhe, um die dargebotenen Reize zu verarbeiten. Gönne ihnen diese Ruhe, erst dann geht es auf zur nächsten Kennenlern-Runde.
Es ist nicht nur wichtig, den Welpen gut auf sein Umfeld zu sozialisieren, sondern auch, ihn vom ersten Tag an zu erziehen! Vergeude also keine Zeit! Dein Welpe muss nicht sofort Sitz, Platz und andere Signale innerhalb der ersten Woche beigebracht bekommen. Fange mit einem an und konzentriere Dich ansonsten zunächst auf den Alltag mit Deinem Welpen. In der zweiten Woche kannst Du dann das nächste Signal dazunehmen und ihm in den darauf folgenden Wochen und Monaten alles beibringen, was er als erwachsener Hund dann können sollte.
Dein Hund wird Dich sehr gut und genau beobachten und schnell begriffen haben, wer in seinem neuen Rudel welche Rolle spielt. Und bevor man sich versieht, rennt der Kleine kläffend zur Tür, wenn es klingelt, kaut gemütlich am Schuh herum und springt gegen einen, wenn er Aufmerksamkeit möchte. Das sieht bei einem kleinen Welpen zwar alles sehr niedlich aus, aber wie machst Du ihm in ein paar Monaten klar, dass Du dieses Verhalten auf einmal nicht mehr möchtest? Da das ein Hund schlecht verstehen kann, ist es vorteilhafter, sich von Anfang an darüber klar zu sein, was das neue Familienmitglied darf und was nicht.
Schön, wenn sich zwischen Dir und Deinem Hund alles prächtig entwickelt! Zeigt Dein Hund jedoch ein von Dir unerwünschtes Verhalten, dann warte nicht zu lange damit, etwas dagegen zu tun. Sehr schnell können sonst nämlich aus kleinen Macken große werden, die das Zusammenleben von Zwei- und Vierbeinern unnötig erschweren. Also lieber frühzeitig Rat und Hilfe aufsuchen, damit aus dem kleinen Fellknäuel auch wirklich ein Partner fürs Leben wird!

 

Hier bekommt ihr alle Trainingsangebote rund um das Thema Welpen. Natürlich könnt ihr bei uns auch den Sachkundenachweis ablegen. 

 

Danke an Marc - Martin Rütter DOGS Kiel/Lübeck