Cairn Terrier
Steckbrief
| FCI Standardnummer: | 4 |
|---|---|
| Herkunftsland: | Großbritannien |
| Widerristhöhe Hündin: | ca. 28 bis 31 cm; dabei immer im richtigen Verhältnis zum Gewicht |
| Widerristhöhe Rüde: | ca. 28 bis 31 cm; dabei immer im richtigen Verhältnis zum Gewicht |
| Gewicht Hündin: | 6 bis 7,5 kg |
| Gewicht Rüde: | 6 bis 7,5 kg |
| Fellfarbe: | Cremefarben, weizenfarben, rot, grau oder fast schwarz. Bei all diesen Farben ist eine Strömung zulässig. Reines Schwarz, Weiß oder Schwarz und Loh sind nicht erlaubt. |
| Fellbeschaffenheit: | Wetterfest, doppeltes Haarkleid mit üppigem, harschem, aber nicht drahtigem Deckhaar; Unterwolle kurz, weich und dicht |

Der kleine Jäger aus den schottischen Highlands
Der Cairn Terrier gehört zu den ältesten Terrierrassen Großbritanniens und stammt aus dem rauen Hochland Schottlands. Sein Name leitet sich von den sogenannten „Cairns“ ab: Steinhügeln, in denen sich Füchse, Dachse und vor allem Ratten versteckten. Genau dort wurde dieser kleine, drahtige Hund eingesetzt. Er sollte selbstständig in Felsspalten und Steinhaufen eindringen und das Wild heraustreiben.
Lange Zeit existierten in Schottland unterschiedliche Terriertypen nebeneinander. Erst Anfang des 20. Jahrhunderts wurde der Cairn Terrier als eigenständige Rasse anerkannt. Er gilt als ursprünglicher Verwandter anderer schottischer Terrier wie des West Highland White Terriers und des Scottish Terriers.
Bis heute trägt er den Arbeitshund in sich – auch wenn er inzwischen vor allem als Familienhund geschätzt wird.
Rau, robust und wetterfest
Der Cairn Terrier ist klein, aber keineswegs zierlich. Mit etwa 28 bis 31 cm Schulterhöhe und 6 bis 7,5 kg Gewicht wirkt er kompakt, kräftig und erstaunlich widerstandsfähig.
Sein doppelschichtiges Fell besteht aus dichtem Unterhaar und hartem, wetterfestem Deckhaar. Diese Struktur schützte ihn zuverlässig vor Wind, Regen und Kälte im schottischen Hochland. Farblich kommen Creme-, Weizen-, Rot-, Grau- oder dunkle Töne vor; reinweiß ist nicht rassetypisch.
Charakteristisch sind der fuchsartige Kopf, dunkle wache Augen und die kleinen, aufrecht getragenen Ohren. Sein Ausdruck wirkt aufmerksam, neugierig und jederzeit bereit für das nächste Abenteuer.
Mutiger Terriergeist
Wer sich für einen Cairn Terrier entscheidet, bekommt keinen Schoßhund, sondern einen echten Charakterkopf.
Typisch sind:
Mut und Selbstbewusstsein
hohe Aufmerksamkeit und Wachsamkeit
große Lernfreude
Eigenständigkeit
Ausgeprägte jagdliche Motivation
Er ist intelligent und kooperativ, aber kein „Befehlsempfänger“. Seine Eigenständigkeit ist kein Trotz, sondern ein Überbleibsel seiner ursprünglichen Aufgabe: als Solitärjäger selbstständig Probleme zu lösen.
Gleichzeitig ist der Cairn Terrier anhänglich, verspielt und sehr familienbezogen. Bei klarer Führung zeigt er sich loyal und charmant. Ohne konsequente Erziehung kann er jedoch schnell entscheiden, Dinge selbst in die Pfote zu nehmen; besonders beim Thema Bellen oder Jagen.
Vom Baujäger zum vielseitigen Begleiter
Sein Temperament machen den Cairn Terrier geeignet für:
aktive Familien
sportliche Einzelpersonen
Hundesportbegeisterte
Menschen mit Freude an Training und Beschäftigung
Im klassischen jagdlichen Einsatz ist er heute selten zu finden. Dennoch bleibt sein jagdliches Erbe deutlich spürbar.
Clever auslasten statt nur spazieren gehen
Gerade wenn der Cairn Terrier nicht jagdlich geführt wird, ist eine durchdachte Auslastung entscheidend. Ein reiner „Spazierhund“ wird er nicht. Dafür ist sein Arbeitswille zu ausgeprägt.
Sinnvolle Beschäftigungsformen sind:
Nasenarbeit
Suchspiele, Fährtenarbeit oder Zielobjektsuche sprechen seine natürlichen Anlagen besonders an. Nasenarbeit wirkt stark auslastend und fördert ruhige Konzentration.
Apportiertraining mit Struktur
Nicht wildes Werfen, sondern kontrolliertes Bringen mit Impulskontrolle stärkt Kooperation und Bindung.
Tricktraining und Lernaufgaben
Seine Intelligenz verlangt geistige Herausforderungen. Tricktraining, kleine Parcours oder Problemlöseaufgaben sind ideal.
Agility oder Rally Obedience
Schnelligkeit, Wendigkeit und Aufmerksamkeit machen ihn zu einem talentierten Sportpartner.
Kontrolliertes Buddeln
Da Graben tief verankert ist, kann eine Buddelecke im Garten oder gezielte Aufgaben im Training helfen, dieses Bedürfnis in erwünschte Bahnen zu lenken.
Wichtig ist eine gute Balance: körperliche Bewegung allein reicht nicht. Entscheidend ist die geistige Auslastung und die Zusammenarbeit mit dem Menschen.
Gesundheit
Häufig diskutierte oder bekannte Erkrankungen:
- Patellaluxation (Verrutschen der Kniescheibe): besonders bei kleinen Rassen verbreitet
- Augenerkrankungen wie Glaukom
- Craniomandibuläre Osteopathie (CMO): Entwicklungsstörung des Knochens, die knöcherne Läsionen am Schädel verursacht, im Junghundealter auftretend
- Globoid Cell Leukodystrophy (GCL): seltene, aber schwere Stoffwechselstörung, die neuromuskuläre Probleme wie Schwäche und Lähmung verursacht
- Makrothrombozytopenie (MTC): Erbkrankheit, die durch eine verminderte Anzahl von Blutplättchen (Thrombozyten) gekennzeichnet ist
- Hämophilie B: Bluterkrankung, die die Blutgerinnung beeinträchtigt
Aus tierärztlicher Sicht treten zudem – wie bei vielen kleineren Rassen – häufiger Zahnprobleme und vereinzelt Herz- oder orthopädische Auffälligkeiten auf.
Zuchtordnung und vorgeschriebene Untersuchungen
Im Rahmen der Zucht unter dem Dach des VDH und der FCI sind Zuchttauglichkeitsprüfungen vorgeschrieben. Dazu gehören:
- Patella-Untersuchung
- empfohlene DNA-Tests auf CMO und MTC







