Pekingese
Steckbrief
| FCI Standardnummer: | 207 |
|---|---|
| FCI Gruppe: | Gesellschafts- und Begleithunde |
| Gewicht Hündin: | nicht über 5,4 kg |
| Gewicht Rüde: | nicht über 5 kg |
| Fellfarbe: | Alle Farben und Zeichnungen sind zulässig und gleichwertig mit Ausnahme von Albino und Leberfarbe. |
| Fellbeschaffenheit: | Mäßig lang, gerade mit einer Mähne, die sich wie ein Schal rund um den Hals aber nicht weiter als bis zur Schulter erstreckt. Derbes Oberhaar mit dicker, weicherer Unterwolle. |

Zwischen kaiserlicher Vergangenheit und moderner Verantwortung
Der Pekingese ist eine der ältesten und traditionsreichsten Hunderassen der Welt. Ursprünglich als kaiserlicher Begleithund im alten China gezüchtet, verkörpert er bis heute eine gewisse “Würde”, Selbstbewusstsein und Eigenständigkeit. Sein Erscheinungsbild ist unverwechselbar: die kompakte Statur, das üppige Fell und der typische, fast schon löwenartige Ausdruck machen ihn zu einem kleinen Hund mit großer Präsenz.
Wesen und Charakter
Pekingesen gelten als mutig, unabhängig und erstaunlich robust in ihrem Auftreten. Sie wissen genau, was sie wollen (und was nicht), und sind in ihrem Verhalten oft eher „katzenhaft“ als „will to please“. Fremden gegenüber sind sie meist reserviert, ihren Menschen jedoch sehr zugewandt. Trotz ihrer geringen Größe benötigen sie klare Strukturen im Alltag, Konsequenz in der Erziehung und ausreichend Beschäftigung – allerdings in einer Form, die zu ihrer körperlichen Belastbarkeit passt. Ihre geringe Körpergröße täuscht: Pekingesen möchten ernstgenommen werden. Spaziergänge dürfen (und sollen!) stattfinden, aber immer angepasst an Wetter, Temperatur und die individuelle Belastbarkeit.
Gesundheit und Qualzuchtaspekte
Beim Pekingesen müssen Qualzuchtmerkmale sehr klar angesprochen werden, denn diese Rasse ist besonders betroffen. Der rassetypische kurze Fang, die extrem flache Nase und die großen, offenen Augen führen häufig zu massiven gesundheitlichen Problemen:
- Atemnot und schnelle Überhitzung durch die brachycephale Kopfform
- Augenverletzungen und chronische Entzündungen durch übergroße, exponierte Augen
- Probleme mit dem Bewegungsapparat, verstärkt durch extrem kurze Beine und lange Rücken
- Eingeschränkte Belastbarkeit, oft verbunden mit schnellem Hecheln und fehlender Ausdauer
Viele dieser Merkmale sind nicht „süß“, sondern klar als Qualzucht einzuordnen. Bei Hitze laufen, Treppen steigen, ausgiebig spielen oder länger spazierengehen kann für einen stark typisierten Pekingesen zur Qual werden.
Für wen eignet sich ein Pekingese?
Für Menschen, die einen kleinen, charakterstarken Begleiter suchen, der eher gemütlich als sportlich ist. Gut geeignet für ein ruhigeres Umfeld, Menschen mit feinem Trainingsgefühl und solche, die bereit sind, sich intensiv mit den gesundheitlichen Bedürfnissen dieser Rasse auseinanderzusetzen.
Fazit
Der Pekingese ist ein toller Begleiter mit großer Persönlichkeit – aber auch eine Rasse, die aufgrund von Übertypisierung oft stark leidet. Wer ihn liebt, sollte bewusst hinschauen, kritisch hinterfragen und einem Pekingesen aus dem Tierschutz eine Chance geben.







