Wenn man den Hund mit Futter belohnt, …?

a) wird der Hund nur noch dann die Signale des Menschen ausführen, wenn er Futter dafür bekommt.
b) wird der Hund zunehmen.
c) wird er ein zuvor ausgeführtes Verhalten öfter zeigen.
d) macht der Hund die Übung nur für das Futter und nicht für den Menschen.
Beim Lernprinzip der positiven Verstärkung folgt nach einer vom Hund ausgeführten Handlung etwas, das für ihn angenehm ist. Was das ist, unterscheidet sich dabei je nach Hund und kann ein Spiel, ein Lob, ein Streicheln oder auch Futter sein. Der Hund wird das zuvor ausgeführte Verhalten daraufhin öfter zeigen.
Natürlich muss man jedoch die Futtermenge, die man für das Training des Hundes benötigt, von der Gesamtfuttermenge abziehen, damit der Hund nicht zu dick wird. Grundsätzlich sollte man immer nach „Augenmaß“ füttern. Der Hund darf weder zu dünn, noch zu dick sein. Kann man die Rippen des Hundes im Stehen leicht schimmern sehen und hat der Hund von oben gesehen eine leichte Taille, ist sein Gewicht ideal.
Bringt man dem Hund die Grundsignale bei, kann man ihn anfangs auch mithilfe des Futters in das gewünschte Verhalten locken. Damit der Hund sich hinsetzt, nimmt man also beispielsweise das Futter in die Hand und führt es langsam nach oben über den Kopf des Hundes. Der Hund wird der Futterbewegung folgen, den Kopf hochnehmen und dabei zwangsläufig den Hintern absenken. Sobald der Po des Hundes am Boden ist, bekommt er das Futter. Hat er verstanden, welches Verhalten er zeigen soll, wird er nicht mehr mit dem Futter gelockt. Dieses bleibt vielmehr in der Tasche des Menschen und wird von diesem erst dann – zur Belohnung – herausgeholt, wenn der Hund sitzt. Würde man den Hund weiterhin mit dem Futter in das gewünschte Verhalten locken, wäre das keine Belohnung, sondern eine Bestechung. Sobald der Hund also gelernt hat, welches Verhalten erwünscht ist, muss der Wechsel zur Belohnung erfolgen.
Zu Beginn belohnt man den Hund dabei nach jeder Ausführung des erwünschten Verhaltens. Später steigert man die Anforderungen, indem man die Übungen schwieriger macht. Der Hund muss sich dann beispielsweise nicht mehr einfach nur Hinsetzen, um die Belohnung zu erhalten, sondern auch länger sitzen bleiben, und das auch während unterschiedlicher Ablenkungen. Man wechselt dann immer wieder einfache und schwierige Übungen ab, sodass der Hund nie weiß, wann er eine Belohnung bekommt.
Eine Belohnung im Training sollte jedoch immer erfolgen, denn kein Hund arbeitet umsonst. Hunde sind Opportunisten, sie prüfen genau, was ihnen einen Vorteil bringt bzw. welches Verhalten sich für sie lohnt. Letztendlich unterscheiden sie sich damit nicht wirklich von uns Menschen. Die wenigsten würden täglich und mit großem Einsatz zur Arbeit gehen, wenn am Ende des Monats kein Geld auf dem eigenen Konto wäre. Viele Menschen sind der Meinung, der Hund müsste nur zu Beginn, also während er ein neues Verhalten lernt, belohnt werden. Danach kann er es ja schließlich, sodass eine Belohnung nicht mehr notwendig ist. Verglichen mit dem Menschen würde das aber bedeuten, dass der Lehrling ein wirklich großes Gehalt bekommt, denn er muss seine Arbeit ja erst noch lernen. Der erfahrene Mitarbeiter jedoch bräuchte dann eigentlich kein Gehalt mehr, denn schließlich beherrscht er seinen Job ja wirklich gut. Oftmals besteht auch die romantische Vorstellung, dass Hunde „für den Menschen“ arbeiten sollen. Dies wird häufig mit „will to please“, also „dem Willen zu gefallen“ beschrieben. Tatsächlich gibt es Hunde, für die ein Lob des Menschen, also soziale Aufmerksamkeit durch Ansprache oder Streicheln, wichtiger oder zumindest genauso wichtig wie ein begehrtes Leckerli ist. Gerade Hunderassen, die für die Zusammenarbeit mit dem Menschen gezüchtet wurden, lassen sich oft einfach nur durch lobende Worte motivieren. Doch auch in diesem Fall gilt, dass der Hund letztlich damit nicht „für den Menschen“ arbeitet, sondern um einen Vorteil für sich herauszuholen.
Die richtige Antwort ist “c)”: Wenn man einen Hund mit Futter belohnt, wird er ein zuvor ausgeführtes Verhalten öfter zeigen.