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Rassekunde

Der Deutsch Drahthaar gehört zu den beliebtesten deutschen (Jagd-)Hunderassen. In der Regel leben sie bei Jägern und werden sinnvollerweise auch jagdlich geführt. Denn seit der Reinzucht dieser Rasse war die „Leistungsfähigkeit des Jagdhundes“ immer oberstes Zuchtziel.

Der Deutsch Drahthaar gehört innerhalb der Gruppe der Jagdhunde zu den Vorstehhunden. Sie werden auch als jagdliche „Vollgebrauchshunde“ bezeichnet, was ihre besondere Vielseitigkeit betont. Sie werden für die Arbeit „vor und nach dem Schuss“ gezüchtet. Das heißt, sie spüren lebendes Wild (vor dem Schuss) auf und können erlegtes Wild (nach dem Schuss) finden und apportieren. Mit Ausnahme der Baujagd wird der Allrounder unter den Jagdhunden für alle Jagdarten im Feld, im Wald und im Wasser eingesetzt.

Es gab in den letzten Jahrhunderten in Deutschland zwar immer wieder Kreuzungen aus verschiedenen rauhaarigen Jagdhundeschlägen, aber es ging dabei immer um die Verbesserung der Leistungsfähigkeit der Jagdhunde und nicht um die Reinzucht einer Rasse. Das änderte sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Das äußere Erscheinungsbild war allerdings immer noch nicht der Ausgangspunkt dieser Bewegung um Freiherr Sigismund von Zedlitz und Neukirch, auch ‚Hegewald’ genannt. Es wurde vielmehr mit Hunden gezüchtet, die sich im praktischen Jagdbetrieb besonders bewährt hatten. Aus Griffon, Deutsch Stichelhaar und Pudelpointer wählte man die besten Exemplare aus, um langfristig die Rasse Deutsch Drahthaar zu gründen. Später wurde noch gezielt Deutsch Kurzhaar eingekreuzt, um die Fähigkeiten beim Suchen und Vorstehen noch zu verbessern.

Somit ist es wenig verwunderlich, dass der Deutsch Drahthaar ein sehr jagdlich motivierter, temperamentvoller Hund ist, der bei Unterforderung sprichwörtlich „über Tische und Bänke geht“. Verantwortungsvolle Züchter geben die Hunde daher in der Regel ausschließlich in Jägerhände ab. Dort sollten die selbstbewussten Jagdhunde zwar konsequent und mit klaren Regeln und Strukturen trainiert werden, aber selbstverständlich niemals mit Härte oder Zwang.

Es handelt sich beim Deutsch Drahthaar um sehr hochläufige Hunde: Hündinnen werden 57 bis 64 cm groß, Rüden 61 bis 68 cm. Klassisch ist das sehr robuste Fell, das kaum Pflege benötigt. Das Haar ist wirklich drahtartig hart und robust und schützt die Haut bei jagdlichen Einsätzen vor Verletzungen. Dichte, wasserabweisende Unterwolle isoliert außerdem bei der Arbeit im Wasser. Charakteristisch ist der dichte Bart an Ober- und Unterkiefer. Farblich gibt es mittlerweile verschiedene Varianten: Braunschimmel, mit oder ohne Platten, Schwarzschimmel, mit oder ohne Platten, braun mit und ohne weißen Brustfleck, Hellschimmel.

Wird der Deutsch Drahthaar entsprechend seiner Veranlagung eingesetzt und somit natürlich auch ausgelastet, ist er außerdem ein liebenswerter Familienhund. Er genießt es, nicht im Zwinger gehalten zu werden, sondern Familienanschluss zu haben.

Außerhalb der jagdlichen Ausbildung und Einsätze, die natürlich nicht jederzeit stattfinden, lässt sich der Deutsch Drahthaar verständlicherweise auch für viele andere Beschäftigungsformen begeistern wie zum Beispiel Dummytraining, Fährtenarbeit, Mantrailing oder Reizangeltraining.

Gesundheitlich ist der Deutsch Drahthaar ebenfalls eher robust. Es besteht eine geringe Neigung zu Blutgerinnungskrank­heiten (z.B. „von Willebrand Disease“). Nur sehr selten leiden Deutsch Drahthaar an Hüftgelenksdysplasie (HD).

 

Artikel meiner Kollegin Heike Kleinhans (<link bielefeld-guetersloh/ _blank>DOGS Hundeschule Bielefeld/Gütersloh</link>)